Beiträge von NoCut

    Und es geschieht mehr im Unterbewusstsein, die Veränderung ist für den Betroffenen oft nicht bewusst greifbar. sie fühlen Ihren freien Willen gar nicht gebrochen...


    Volle Zustimmung. Auch ich habe bisher bei keinem, der als Kind aus religiösen Gründen zwangsbeschnitten wurde, je den Eindruck gehabt, dass er sich bewusst damit auseinander gesetzt hätte. Davon abgesehen stammen viele dieser Menschen aus Kulturen, wo ein Mann "stark sein muss". Eine bewusste Auseinandersetzung mit diesem Trauma würde vermutlich sogar professionelle Hilfe notwendig machen. Die Wahrscheinlichkeit wird daher groß sein, dass Kinder, welche diese Qualen ertragen müssen, diese Last ein Leben lang unausgesprochen mit sich tragen werden.

    Übrigens, gibt es eigentlich eine Statistik, die angibt, wie hoch der Prozentsatz an Beschnittenen bei Terroristen ist?


    Eine Korrelation zwischen Beschneidung und Terrorismus zu vermuten, halte ich nicht für zweckdienlich.

    Zwar gibt es z.B. die Geschichte, dass eine Ziege dem "Adi" den halben "Zippedäus" abgebissen hätte, weil er wegen einer Wette versucht hatte einer Ziege ins Maul zu urinieren. Derjenige, der diese Geschichte jedoch in Umlauf brachte, wurde daraufhin wegen "Wehrkraftzersetzung" hingerichtet. Sicherlich kann man jetzt eine Zusammenhang konstruieren, dass ein erlebtes Trauma im Genitalbereich Menschen zu Gewalttätern werden lässt.

    Bei den Terroristen des Deutschen Herbstes liegt die Vermutung nahe, dass keiner von den "Herren" (gewaltsam) beschnitten wurde. Terrorismus und Beschneidung haben hier also beispielhaft vermutlich keinen Zusammenhang.

    Wenn ich mir die Kinder auf den verlinkten Bildern anschaue, vermute ich davon abgesehen eher, dass die später mit einem tendenziell geminderten Selbstbewusstsein durchs Leben gehen werden und für immer damit hadern, warum ihre Eltern und ihre Familie ihnen seinerzeit diese Qualen angetan haben.

    Wenn ich solche Bilder sehe...was macht das mit diesen Kindern?


    Früher galt die Empfehlung, dass man einen Säugling auch ruhig mal eine Weile schreien lassen soll, um ihn abzuhärten bzw. besser auf die Welt vorzubereiten. Heute weiß man, dass man damit das Urvertrauen zerstört und den Kindern psychischen Schaden zufügt.

    Aber selbst ein Säugling, der vor Hunger oder Durst schreit, ist nicht vergleichbar mit einem kleinen Jungen, der vor Schmerz brüllt und dabei von Erwachsenen brutal niedergedrückt wird.

    Die Bilder aus der Türkei sind sehr eindrücklich, weil man selten Fotos von Kindern sieht, die ein derart vor Schmerz verzerrtes Gesicht zeigen. Säuglinge "weinen" dagegen häufiger, weshalb deren Beschneidung am achten Tag bei vielen weniger Entsetzen auslöst. Dazu noch der Aberglaube, dass Säuglinge weniger Schmerz empfinden würden und der Umstand, dass Säuglinge oft aufgrund der tatsächlich massiven Schmerzen in eine Art Schockstarre geraten, blendet hier die Brutalität scheinbar aus.

    Den Bildern in diesem Link kann man sich daher schwerer entziehen. Beschneidungsfetischsten werden zwar einwenden, dass die Beschneidung in Deutschland ja mit Betäubung erfolgen muss. Wer solchen Unfug verzapft, hat aber keine Ahnung davon, wie sich postoperative Schmerzen anfühlen und wer wird schon ein kleines Kind so mit organschädigenden Schmerzmittel vollpumpen, dass diese Schmerzen auch nur im Ansatz erträglich würden.

    Fazit:
    Die Kinder erleiden ein psychisches und physisches Trauma, welches in den meisten Fällen für immer ihren Willen brechen wird. Und wenn sie später selbst Kinder haben, werden sie tendenziell nicht den Mut und die Kraft besitzen, ihre Kinder vor diesem Schicksal zu bewahren.

    Wenn ich gegen diese religiöse Tradition kampfen werde, so ich kriege eine Vignete als ein Kulturrasist. Ich war 3 Jahre in http://www.netdoktor.at und ich hatte dort harte Disputationen. Ich war für manchen "Leuten" der Kulturrasist und Diktator.


    Es geht ja nicht um den Kampf gegen religiöse Traditionen ;)

    Was einen kulturellen oder gesellschaftlichen Wert besitzt, ist über die Grundrechte, Menschenrechte oder was auch immer zu schützen bzw. tolerieren. Das Wort "Rassist" wird davon abgesehen gerne von Menschen ausgesprochen, die Angehörige einer bestimmten Religion gerne als Rasse begreifen. Nur weil jedoch ein Diktator mal Religion mit Rasse verwechselt hat, braucht man solche Leute doch nicht Ernst nehmen ;)

    Vorsorglich möchte ich übrigens auch meine Wortwahl bezüglich der vorherigen Postings etwas untermauern. Ich habe den Begriff Verbrechen gegen die Menschlichkeit verwendet, ohne hier den Zusammenhang aufzuzeigen.

    Gem. Artikel 7 Abs. 1 g) Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs wird man wohl eine Zwangsbeschneidung, wie sie auf den Fotos zu sehen ist, als Verbrechen gegen die Menschlichkeit einordnen müssen.

    Hier kurz der entsprechende Gesetzeswortlaut:
    "Artikel 7
    Verbrechen gegen die Menschlichkeit
    (1) Im Sinne dieses Statuts bedeutet "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" jede der folgenden Handlungen, die im Rahmen eines ausgedehnten oder systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung und in Kenntnis des Angriffs begangen wird:
    ...
    g) Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Nötigung zur Prostitution, erzwungene Schwangerschaft, Zwangssterilisation oder jede andere Form sexueller Gewalt von vergleichbarer Schwere;"

    Eine Zwangsbeschneidung wird für das Opfer in Bezug auf Schmerz und das traumatische Erlebnis eine vergleichbare Schwere wie eine Vergewaltigung besitzen. Auch sieht man auf den Bildern deutlich, wie Erwachsene die Kinder mit Gewalt festhalten.

    Laut dem Artikel 7 ist jede Handlung demnach als ein solches Verbrechen zu klassifizieren, welches systematisch verübt wird. Der § 1631d BGB dokumentiert in Deutschland z.B. in tragischer Weise, dass diese Form von Verbrechen systematisch begangen werden. Und Kinder gehören wohl auch selbstverständlich zur Zivilbevölkerung.

    Stellt sich nur noch die Frage, warum hier dann nichts geschieht...

    Im Koran ist ein Wort die Beschneidung überhaupt nicht, darum die Koransmuslime ablehnen die Beschneidungs ganz. Für die Koranmuslims ist die Beschneidung nicht nur eine menschliche Erfindung, aber ist das sogar ein klares Teufelwerk.


    Die Zwangsbeschneidung hat in ihrem Ursprung definitiv nichts aber auch gar nichts mit Religion zu tun bzw. handelt es sich ja sowohl im Judentum wie im Islam nur um die Nachahmung bzw. Adaption eines heidnischen Rituals. Diejenigen, welche das alte Testament aufgeschrieben haben als es noch neu war, beschrieben darin eben auch die Beschneidung wie sie unter den heidnischen Völkern damals praktiziert wurde.

    Auch kann die Zwangsbeschneidung faktisch niemals eine Tradition sein, weil nur die Überlieferung von kulturellen Werten der Gegenstand einer Tradition sein kann. Wenn man Kinder mit brutaler Gewalt Schmerzen zufügt fehlt es aber genau an diesem kulturellen Wert.

    Eine ähnliche Diskussion gibt es ja z.B. in einem völlig anderen Bereich, wenn es um den Stierkampf geht. Die einen sprechen von Tierquälerei und die anderen schwadronieren von einer Tradition. Handlungen, welche Lebewesen aber sinnlose Schmerzen zufügen, besitzen doch ethisch betrachtet keinen "Wert". Die "Überlieferung" oder "Tradierung" von Unrecht und Brutalität ist daher aus meiner Sicht besser mit dem Begriff "archaisch" statt Tradition beschrieben.

    @gin
    Mir ist natürlich auch bewusst, dass bestimmte Religionsgemeinschaften hier eine Handlung, die man heute objektiv nur als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnen kann als religiöse Tradition titulieren. Religion kennt keine Ethik, sondern nur die Moral, welche einem verdorbenen Abbild der Ethik gleicht. Je nach Religion kann daher sogar die Steinigung von vergewaltigten Frauen als moralisch "gerechte" Strafe gerechtfertigt werden. Solange wir es aber nicht schaffen, die Moral überall dort zu bekriegen, wo sie ethische Grundsätze unterdrückt, wird wie im Falle der Zwangsbeschneidung Menschen dadurch großes Unrecht und Leid zugefügt.

    Nach dem Anblick der Bilder ist mir im Magen richtig flau geworden.

    Kräftige Hände pressen die gequälten Kinder auf die Liege, während sie unerbittlich ihre Pein ertragen müssen. Und das Verstörende bzw. Groteske an diesen Bildern sind die vielen verschiedenen T-Shirts mit Kindermotiven, welche diese kleinen Jungen anhaben. Man sieht deutlich, dass hier Erwachsene Kinder mit Gewalt beschneiden.

    Zwangsbeschneidungen von Kindern sind und bleiben ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das hat nichts mit Religion oder Tradition zu tun, sondern ist nur brutal.

    Wusstet Ihr eigentlich, dass Heiner Geißler Novize eines Jesuitenordens war?

    Im Gegensatz zu vielen der plappernden Talkgäste besitzt er somit auch "praktische" Erfahrungen im Bereich "orthodoxer" Religionsausübung, was ihn ja wohl zu seiner kritischen Haltung gegenüber Religionen gebracht haben könnte.

    Am besten gefällt mir aber dieser Satz:

    "Es ist eine solche Schweinerei."

    Diesen Satz kann ich uneingeschränkt unterschreiben. Zwangsbeschneidungen sind eine Schweinerei ;)

    Die Werteinitiative hatten wir doch bereits schon mal diskutiert:

    WerteInitiative


    Ein paar Leute verschicken an Parteien während des Wahlkampfs Suggestivfragen und erhoffen sich entsprechende Antworten. Dies ist nun geschehen und die "Aktivisten" trommeln sich auf die mit Stolz erfüllte Brust.

    Mich interessieren diese Scheingefechte jedoch nicht, sondern mich interessiert nur, dass unser Grundgesetz endlich wieder als Bollwerk auch die Grundrechte von wehrlosen Kindern vor religiösen und ideologischen Übergriffen schützt.


    BTW: Wo findet man eigentlich die Quellen, wer was geantwortet hat. Wurden die Fragen von Abgeordneten, offiziellen Pressestellen (wie ist dies bei CDU/CSU -> haben die eine gemeinsame Pressestelle?!) oder vielleicht sogar nur von einzelnen Mitgliedern der jeweiligen Parteien beantwortet (siehe z.B. Unterstützerliste...). Bis zum Beweis des Gegenteils hege ich den starken Verdacht, dass die Geschichte nicht ganz koscher ist.

    Ich glaube kaum, dass Frau Barley den Mitarbeiterstamm in ihrer neuen Wirkungsstätte komplett umkrempeln wird.

    Das Familienministerium gilt gegenwärtig eher als "chaotisch" und Frau Barley muss sich im Gegensatz zu ihren Vorgängerinnen keine Gedanken um ihre politische Karriere mehr machen, denn es müsste ihr klar sein, dass sie als "netter" Mensch nicht die Ellenbogen hat, um an die Spitze zu kommen.

    Im Beispiel von "Selbstbestimmung" könnte ein liberaleres Waffenrecht für "humaneres Morden" sorgen. Wenn jemand nur eine Schere im Haus hat, wird das Gemetzel eben auch brutaler als wenn hier eine Waffe mit durchschlagender Wirkung in der Nachttischschublade liegt. Übertragen auf Zwangsbeschneidungen ist ja heute bereits alles bei Amazon erhältlich, um ein Kind so richtig brutal zu verstümmeln.

    Der § 1631d BGB hat die Hintertür offen gelassen und steht damit als Türöffner auch der weiblichen Beschneidung bzw. der legalen Genitalverstümmelung von Mädchen offen. Frau Leutheusser-Schnarrenberger und Frau Merkel haben versucht etwas gesetzlich zu regeln, was sich zu regeln vom Anstand her verbietet.

    Und auch beim § 1631d BGB war es ja die Befürchtung, dass ohne dieses Gesetz wohlmöglich "Pfuscher" bzw. Menschen ohne medizinische Ausbildung, welche nicht in der Lage sind eine adäquate Schmerzbehandlung wenigstens während der Amputation zu gewährleisten, diesen Eingriff vornehmen würden. OK., der § 1631d BGB hat in seiner moralischen Verkommenheit einen Teil der Pfuscher die Absolution erteilt, wenn diese ausschließlich die am meisten Schutzbedürftigen verstümmeln.

    Wen wundert es jetzt hier, wenn bei der weiblichen Genitalverstümmelung die gleichen Argumente als Bumerang zurück kommen. Für diesen Umstand gebe ich übrigens allen denen die Schuld, welche sich für ein Verbot der FGM eingesetzt haben und die MGM als etwas völlig anderes abgetan haben. Es sind Menschen wie Alice Schwarzer oder Waris Dirie (Wüstenblume), welche jetzt die Verantwortung dafür tragen, dass sie mit ihrer beschränkten Sichtweise diesen herben Rückschlägen den Weg geebnet hatten.

    Heute gab es in unserer Tageszeitung etwas mehr Informationen zu Frau Barley. Sie gilt offenbar als empathisch, was ihr politisch fast zum Verhängnis geworden wäre. Bevor sie als Familienministerin vorgeschlagen wurde, war sie ja die Generalsekretärin der SPD. Als Generalsekretärin hatte sie jedoch auch die Aufgabe den Wahlkampf zu organisieren, der ja gegenwärtig nicht mehr so gut läuft. Da ein Wahlkampf ein Kampf ist, war sie hier auch nicht die geeignete Besetzung für diese Stelle. Für einen Kampf braucht man ja bekanntlich Kämpfer und keine netten Menschen ;) Jedenfalls gilt sie innerhalb der SPD als eine der nettesten Genossinnen, was ihre politische Karriere wie bereits aufgezeigt fast beendet hätte.

    Wenn es aber um soziale Fragen wie im Familienministerium geht, scheint sie doch seit langem erstmals wieder eine geeignete Besetzung für diese Stelle zu sein. Im übrigen ist sie unter anderem im Bundeswahlausschuss, der die Richter vorschlägt, welche vom Bundestag fürs Verfassungsgericht gewählt werden können. Also auch juristisch erscheint sie mir an der richtigen Stelle vernetzt zu sein.

    Durch ihr Austauschstudium im französischen Recht, gehe ich außerdem davon aus, dass sie juristisch über den Tellerrand hinaus blicken kann. Als Erinnerung möchte ich anmerken, dass die Verfasserin des § 1631d BGB (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger) nach ihrem Studium lediglich im Deutschen Patentamt beschäftigt war. Mit Frau Barley sollten wir es daher wohl eher mit jemanden zu tun haben, der sich für Jura und Gerechtigkeit noch interessiert, statt damit nur Geld verdienen zu wollen.

    Sicherlich ist hier vieles rein spekulativ. Da ich aber davon ausgehe, dass ich nicht der einzige war und bin, der immer mal wieder das Familienministerium bezüglich dem § 1631d BGB kontaktiert hat, könnt ihr Euch doch bestimmt auch an die Antworten von Frau Schröder oder Frau Schwesig bzw. die von deren Mitarbeitern erinnern. Mir persönlich erscheint hier Frau Barley wesentlich sympathischer und ich schätze daher die Chance, dass sie gegenüber diesem Anliegen aufgeschlossener reagiert wesentlich höher ein.

    Sicherlich bin ich nicht der einzige, der sich schon mehrfach über die Email-Antworten des Familienministeriums bezüglich des Zwangsbeschneidungsparagraphen geärgert hat. Aufgrund unschöner Umstände (Herr Erwin Sellering ist erkrankt), wird Frau Schwesig endlich ihren Schreibtisch räumen und durch Frau Katarina Barley abgelöst werden.

    Frau Schwesig konnte für ihr Amt als Familienministerin nichts in die Waagschale werfen. Vor ihrer politischen Karriere war sie lediglich bei der Steuerfahndung tätig. Und mit einer ähnlichen stoischen bzw. bürokratischen Manier äußerte sich auch ihr Amt, wenn man den § 1631d BGB kritisierte.

    Frau Katarina Barley könnte ein Glücksfall für die Kinderrechte werden (nicht nur Thema Zwangsbeschneidung). Sie ist Juristin und war auch als Rechtsanwältin für Medizinrecht tätig. Ihr Vater ist Brite und ihre Mutter eine deutsche Ärztin, was sie hinsichtlich einer "historischen Befangenheit" unabhängiger machen könnte.

    Hier mal ein Link zu Wikipedia:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Katarina_Barley

    Sarkastisch formuliert könnte man jetzt sagen, dass man hier mit den eigenen Problemen des "wohltätigen Zwangs" genug überfordert ist und keinen Kopf mehr dafür frei hat sich auch noch um Verfehlungen anderer zu kümmern. Eine Kinder- und Jugendhilfe, die aber hier wegschaut, ist keine Hilfe, sondern sie übt durch Unterlassen auch eine Art "wohltätigen Zwang" gegen die Opfer bzw. Kinder aus.

    Vielleicht hat sie sich überrumpelt gefühlt, bezieht alles auf ihr Selbstwertgefühl?

    Kennst Du den Satz: "Man kann nicht nicht kommunizieren..."

    Deine Freundin fühlt sich nach Deiner Einschätzung "vielleicht" überrumpelt. Du weißt nicht, was sie denkt und sie weiß umgekehrt auch nicht was Du denkst. Ich persönlich denke, dass Sexualität für eine Beziehung sehr wichtig ist, aber noch wichtiger finde ich Kommunikation.

    Deine Freundin denkt Du wärst "bockig" und Du "denkst" sie könnte die Situation auf sich beziehen. Einfacher als Spekulationen ist ein gemeinsames Gespräch. Natürlich ist es einfacher übers Wetter oder den nächsten Urlaub zu sprechen als über Sexualität. Eine Beziehung, in der man aber auch tabulos über Sexualität sprechen kann, ist auch eine reifere Form einer Beziehung, die beiden mehr geben kann als nur Verliebtheit.

    Da Du offenbar derjenige bist, der das Gespräch in Eurer Beziehung sucht, versuche vielleicht nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Versuche Deiner Freundin vielleicht erst mal allgemein zu erklären, dass Dinge, welche einen in der Beziehung stören nur dann zum Positiven verändert werden können, wenn man offen und vorbehaltslos darüber spricht.

    Also ich würde da eher nach gehen ob Kinder oder Jugendliche schon Einwilligungsfähig sind.
    http://www.drze.de/im-blickpunkt/…-minderjaehrige


    Das meinte ich mit "Hintertür". Was passiert, wenn der 14-jährige die "Einsicht" besitzt, dass die Geschenk anlässlich einer Beschneidung die Schmerzen kompensieren und es daher den Stress nicht wert ist, sich gegen die ganze Familie und Verwandschaft zu stemmen.

    Was man Kindern beim Ohrlochstechen zubilligt, kann an anderer Seite genau die Argumente liefern, die ein Zwangsbeschneidung noch kurz vor dem ersten GV ermöglichen. Denn eines müsste auch klar sein, sobald ein Jugendlicher seine Sexualität im vollen Umfang entdeckt hat, werden ihn die Eltern und Verwandten nicht mehr so leicht überreden können, seine Vorhaut und einen Teil seiner neu entdeckten Sexualität für ein paar Geschenke und den "Familienfrieden" zu opfern. Ups, jetzt habe ich ganz vergessen, dass Beschneidung auch einen religiösen Aspekt hat ;)

    Ich finde das gehört genauo gestoppt wie Beschneidungen.


    Das Problem ist hier wie überall das inkonsequente Handeln der Verantwortlichen. Selbst beim Ohrlochstechen kann es keine Erlaubnis für Minderjährige geben, auch wenn viele jetzt nur ein Problem mit Babys haben werden.

    So wie es kein halbschwanger gibt, ist es auch beim Kinderschutz. Wenn man eine gewaltfreie Erziehung und einen echten Kinderschutz etablieren will, dürfen keine Ohrringe beim Minderjährigen gestochen werden und es dürfen weder Jungen noch Mädchen beschnitten werden. Wer hier nur einer Ausnahme durch die Hintertür zustimmt, braucht sich nicht wundern, wenn morgen Diskussionen anstehen, ob nicht leichte Formen der FGM vielleicht doch zulässig sein müssten.

    Zitat:

    HNO-Spezialist Roland Laszig, Leiter der Uniklinik Freiburg, fällt ein eindeutiges Urteil: „Ohrlochstechen bei Kleinkindern ist legale Körperverletzung“.

    Warum soll Ohrlochstechen eine "legale Körperverletzung" sein? Sicherlich werden Ohrlöcher genauso bei Kindern gestochen wie Kinder zwangsbeschnitten werden. Kinder können nicht selbst einwilligen und Eltern dürfen nur aus medizinischen Gründen in eine Körperverletzung einwilligen, wenn diese eine Heilbehandlung darstellt. Alles andere ist ein Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

    Mir ist bewusst, dass Ohrclips, welche für Kinder erhältlich sind, "zwicken" und leicht verloren gehen. Auch werden einen solche Ohrclips nicht vor Diskussionen mit minderjährigen Teenagern bewahren können. Ein Gesetz, dass aber wie gegenwärtig der § 1631d BGB mit zweierlei Maß misst, lässt Recht zu Unrecht werden. Gesetze, die nicht Recht und Gerechtigkeit als oberste Maxime haben, sind überflüssig, weil sie die Bürger nicht vor Willkür schützen können. Und wenn heute eine Körperverletzung aus modischen oder religiösen Gründen gestattet wird, sind wir nicht mehr weit davon entfernt auch die gewaltfrei Erziehung an sich in Frage zu stellen.

    Herr Michel Sidibé ist seit 1987 Mitglied bei UNICEF!!!

    Kann man jemanden ernst nehmen, der seit 1987 Mitglied bei UNICEF ist und allen glaubhaft machen möchte, dass es keine seriöse Kritik an den Zwangsbeschneidungen gegeben hätte bzw. dass die Zwangsbeschneidungen in allen Fällen freiwillig abgelaufen sind. Schon wenn nur ein Kind beschnitten wurde (und das waren mit Sicherheit überwiegend Kinder), ist er ein Lügner, denn eine Einwilligung der Eltern, des Schuldirektor, des Hausmeister oder des Cousin des Nachbarn führt nicht zu einer freiwilligen Beschneidung des Kindes. Ein Kind kann erst dann freiwillig einwilligen, wenn es volljährig geworden ist.

    @chrisgoth

    Dieses Forum ist kein "Medizin-Forum" bzw. geht es hier vorrangig darum, Menschen vor unnötigen Beschneidungen zu schützen. In keinem Fall geht es hier aber um akute medizinische Beratung nach einer Beschneidung und Du solltest Dich daher dringend an Deine behandelnden Ärzte wenden.

    Ich wünsche Dir gute Besserung.

    Ich fürchte das ist Sachbeschädigung und darf nicht gemacht werden. Es sollte auch keinen Aufruf dazu geben.

    Du hast vollkommen Recht. Ich will und wollte hier natürlich niemanden zum Rechtsbruch anstiften, sondern es ging auch mehr um eine Art "sarkastisches Nachdenken".

    Und wenn man so eine Aktion wirklich durchziehen wollte, dann sicherlich heimlich und still. Aber offen gesagt wäre so eine Aktion fünf Jahre nach dem Kölner Urteil vermutlich auch ziemlich wirkungslos. Die Leute haben doch längst die Verantwortlichen des § 1631d BGB schon mal im Amt bestätigt und sich somit bereits zu Mitschuldigen gemacht. Jetzt anders zu wählen, wäre somit ja auch eine Art Schuldeingeständnis und da bräuchte es mehr als ein "modifiziertes" Wahlplakat.