Beiträge von NoCut

    ALLES was wir empfinden und erleben, unsere ganze Wahrnehmung findet in unserem Kopf statt...


    Vielleicht sollten wir die Begriffe "erleben" und "empfinden" strikt trennen. Zum empfinden benötigt man Nervenzellen und wenn diese durch eine Beschneidung teilweise verloren sind, können die einfach nichts mehr empfinden. Daneben findet Sex ja aber immer auch im Kopf statt, was man mit dem Erleben umschreiben kann. Und das, was wir dann als "ultimativen" Orgasmus bezeichnen, könnte man wieder als Summe aus "erleben" und "empfinden" betrachten.

    Wenn ich jetzt die Aussagen von Sigmount Königsberg als gelinde ausgedrückt dämlich bezeichne, gelte ich wohl in dessen Augen auch als Antisemit.

    Bei der Beschneidungsdebatte geht es um Menschenrechte bzw. um Kinderrechte. Israel ist ein Land, in dem rund 75% der Bevölkerung dem jüdischen Glauben angehören, womit zwischen der Beschneidungsdebatte und dem Staat Israel kein Zusammenhang besteht.

    Im Gaza-Streifen gab und gibt es immer wieder Konflikte, aber wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein, womit wir erneut beim Thema Menschenrechte sind:
    http://www.zeit.de/politik/auslan…chen-gaza-krieg

    Jedenfalls kann und darf man den Staat Israel aus meiner Sicht niemals mit dem jüdischen Glauben gleichsetzen. Das eine ist ein Staat und das andere ganz banal ausgedrückt nur eine Religion. Sehr einfach lässt sich dieser Unterschied darin erkennen, dass ein Staatsbürger Israels problemlos Moslem, Atheist oder was auch immer sein kann bzw. nicht den jüdischen Glauben praktizieren muss. Wenn jemand aber den jüdischen Glauben praktiziert, ist der damit umgekehrt nicht automatisch Staatsbürger Israels.

    Antisemitismus muss daher klar von einer kritischen Haltung gegenüber dem Staat Israel getrennt werden. In einem bin ich mit Sigmount Königsberg aber vollkommen einig. Es ist nicht hinnehmbar, wenn Menschen im 21. Jahrhundert noch gegen Menschen mit einem anderen Glauben oder einer anderen Weltanschauung hetzen.

    Der von Herrn Königsberg angesprochene Begriff "Schuldkult" ist historisch ziemlich belastet. Einerseits geht es hier ja wohl um die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands und andererseits kritisieren viele zu Recht, dass eine solche Schuld nicht "vererbbar" sei. Die Annahme, dass Schuld vererbbar sei, ist zwar im alten Testament erwähnt, aber dies bedeutet nicht, dass hier religiös oder gesellschaftlich in Deutschland dafür ein Konsens bestehen müsste. Wir dürfen nicht vergessen, was in Deutschland geschehen ist, aber als Nachkommen sind wir für die Verfehlungen unserer Vorfahren nicht im juristischen oder ethischen Sinne verantwortbar. Als Beispiel sei hier angemerkt, dass ja z.B. auch nicht jeder Bürger Israels jetzt automatisch eine persönliche Verantwortung für die Kriegsverbrechen im Gaza-Krieg übernehmen muss, sondern nur diejenigen, welche diese Verbrechen auch tatsächlich verübt haben.

    Das obige klingt ziemlich OT. Wenn aber eine Kanzlerin ein Gesetz veranlasst und dabei auf die "historische Verantwortung Deutschlands" verweist, sind wir wieder mitten im Thema. Eine imaginäre Vererbbarkeit von Schuld kann und darf niemals der Grund sein, warum ein Gesetz die Menschenrechte bzw. Kinderrechte außer Kraft setzt. Die einzige Schuld, die hier real vorhanden ist, ist das Abstimmungsverhalten vom 12.12.12, bei dem sich seinerzeit 434 Abgeordnete tatsächlich aus ethischer Sicht schuldig gemacht haben.

    Irgendwann fiel mir bei einem Gottesdienst was auf...das er der Schöpfer des neuen und ewigen Bundes mit Gott sei...vielleicht hat ihn der alte Bund auch angekotzt? ;)


    Das mit dem alten Bund und "angekotzt" heißt theologisch: "Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!“

    Wenn man aber bedenkt, dass der alte Bund schon im alten Testament "gekündigt" wurde und ein neuer Bund angekündigt wurde, könnte man es eh als einfältig bezeichnen an etwas festzuhalten, was keine Gültigkeit mehr besitzt. In den drei Weltreligion gilt jedoch die Weitergabe der Asche schon seit jeher meist als Tradition.

    Religion entzieht sich ja bewusst dem Verstand bzw. der Vernunft. Kein Mensch würde z.B. auf die Idee kommen und seinem ehemaligen Vermieter einfach so wieder Miete zu überweisen. Und dies vorallem dann nicht, wenn die ehemalige Wohnung seit Jahren bereits abgerissen wurde und an der Stelle des ehemaligen Hauses bereits ein neues errichtet wurde. So ähnlich funktioniert aber die Beschneidung. Es wird auf einen alten Bund zurückgegriffen, der längst hinfällig war und durch diverse neue Bündnisse ersetzt wurde.

    Kann sich nun die Christenheit darüber freuen, dass Paulus sie vom Gebot der Beschneidung befreit hat? Ein klares NEIN. So lange auch die christlichen Kirchen sich nicht konsequent gegen Zwangsbeschneidungen einsetzen, ist ihr verkündetes Evangelium auch nicht mehr als kalte Asche.

    Klar ist seine Mutter krankhaft in dieser Beziehung. Auch meine Mutter war krankhaft übergriffig. Aber sowohl seine Mutter als auch meine, waren auch für uns da.


    Diese drei Sätze sagen aus meiner Sicht alles, was hier relevant ist. Eure Mütter haben gravierende Fehler begangen, aber sie lieben Euch von Herzen. Nur schützt diese Liebe eben nicht davor, dass Mütter (oder auch Väter) ihre Kinder dennoch immer wieder mit ihrem Handeln verletzen können.

    Bezüglich der "Fassade" Deines Kumpels möchte ich mal ein anderes Beispiel nennen, um den "Mechanismus" zu verdeutlichen. Viele kennen den Ausspruch: "Geld verdirbt den Charakter." Oder das Dogma, dass reiche Menschen auch nicht glücklicher sind. Dies ist aber nur die Sicht von solchen Menschen, die kein oder wenig Geld besitzen. Und es gibt auch reiche Menschen, die mit ihrem Geld Gutes leisten oder sogar über ihren Reichtum sehr glücklich sind und ihn in vollen Zügen genießen.

    Dein Kumpel leidet offensichtlich sehr massiv unter seiner Beschneidung. Daher fällt es ihm sehr schwer die Wahrheit zu akzeptieren, weshalb er sich dadurch schützt, dass er seine Beschneidung mit Scheinargumenten schön redet.

    Ich finde es gut, dass Du ihn in seinen falschen missionarischen Bemühungen ausgebremst hast. Allerdings stellt sich jetzt die Frage, was dies in ihm auslösen wird. Du zwingst ihn ja quasi, sich der Realität zu stellen, der er sich mit seiner Fassade ständig entzogen hat. Aus Deinen Postings vermute ich jedoch, dass Du der Aufgabe gewachsen sein wirst, um hier mit ihm behutsam das Thema durchzudiskutieren. Wundere Dich aber notfalls nicht, wenn er im nüchternen Zustand wieder komplett dicht macht.

    Je mehr die Befragten den Querschnitt einer Gesellschaft repräsentieren, desto aussagekräftiger wird auch eine Umfrage.

    KOSMO (=Wer sind wir?) ist übrigens ein Magazin für die 9% in Österreich lebenden Menschen, die aus Bosnien, Kroatien, Montenegro oder Serbien stammen. Dies erklärt wohl auch, dass hier ein großer Teil der Menschen einen völlig anderen Bezug zur Zwangsbeschneidung hat. Deutschland ist in Sachen Aufklärung bzw. Menschenrechte eine Komikernation. Es gibt ja aber noch viele Länder auf dieser Welt, wo Religion mit einer noch größeren Selbstverständlichkeit das Recht auf körperliche Unversehrtheit unterdrückt.

    Das habe ich auch schon häufig erlebt, dass sich Mütter in illustrer Damenrunde über die Penisse ihrer Söhne unterhalten.


    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich dazu schreiben soll oder "darf". Das kommt mir so ähnlich vor, wie wenn sich katholische Priester schenkelklopfend über den ehelichen Beischlaf unterhalten würden.

    "Damen" haben eine andere Vorhaut als Männer und "Mütter" sind durch die Geburt ihrer Kinder nicht automatisch zu Experten in allen medizinischen Fragen mutiert. Natürlich kann man sich auch nicht blind auf den Rat von "Experten" verlassen, aber was hier ausartende Gespräche in "illusterer Damenrunde" bezwecken sollen, ist ja sehr fragwürdig bzw. fast schon pervers.

    Mal noch eine paar Fragen zu Deinen Erlebnissen. Bist Du ein Einzelkind? Und wie alt ist eigentlich Deine Mutter? Ist Deine Mutter berufstätig oder geht bzw. ging sie ausschließlich in der "Aufgabe Deiner Erziehung" auf?

    So wie Du Deine Mutter geschildert hast, kann ich lebhaft nachvollziehen, dass die Beschneidungen nicht Deine einzigen Probleme waren, was Du zu ertragen hattest. Es ist daher schön zu hören, dass Du mit Deiner Freundin jemanden gefunden hast, die Dir hier den Rücken stärkt.

    Wenn auch OT hier mal ungefragt ein Buchtipp, den ich aus eigener Erfahrung sehr empfehlen kann ;)
    https://www.buecher.de/shop/eltern-ki…od_id/06173252/

    Vielleicht bin ich der einzige, der das nicht wusste, aber Volker Beck ist offenbar Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe.

    https://www.bundestag.de/dokumente/text…ische-pg/501318

    Seine Bemühungen hier zwischen Deutschland und Israel bzw. damit vielleicht auch indirekt mit dem Judentum (rund 75% der israelischen Bevölkerung sind jüdischen Glaubens) eine Verbindung aufzubauen oder zu pflegen, ist ja im Grunde recht erfreulich. Nur wenn eine solche gut gemeinte Tätigkeit den Blick auf Menschenrechte bzw. die Rechte von wehrlose Kindern vernebelt, wird das ganze zum gefährlichen Lobbyismus.

    PS: Eine eklatante Gehaltslücke von 100% besteht allerdings bei katholischen Pastorinnen.


    Eigentlich ist das ganze ja gar nicht so OT. Es ist noch nicht lange her, da wurde einem "Männerverein" die Anerkennung als gemeinnütziger Verein abgelehnt und entsprechend Körperschaftsteuer kassiert. Im entsprechenden Urteil wurde auch gegenüber "religiösen" Gemeinschaften eine Abgrenzung aufgezeigt.

    Der Tenor des Gerichts war, dass nur der Verein gemeinnützig ist, der allen offen steht. Ausnahme wäre dagegen nur ein geschlechtlich getrennter Verein, der unmittelbar und ausschließlich mildtätige Zwecke ausübt. Anders ausgedrückt können "religiöse" Vereine, die sich nicht ausschließlich um Kranke oder andere hilfebedürftige Menschen kümmern zwar dennoch steuerlich begünstigt werden, aber sie dürfen dann dem jeweils anderen Geschlecht nicht die Nase vor der Tür zuschlagen.

    Vielleicht wäre es hier in Deutschland mal an der Zeit, dass man einer christlichen Glaubensgemeinschaft mit einer zwei Jahrtausenden alten Tradition einen Körperschaftsteuerbescheid zustellt ;)

    Im nächsten Schritt könnte man dann prüfen, wie es mit den beiden anderen Weltreligionen in Bezug auf Gleichstellung aussieht. Und siehe da, beide verstümmeln nur das männliche Geschlecht. Wenn die positive Bevorzugung eines Geschlechts aber steuerliche Nachteile begründen kann, warum soll dann die negative Bevorzugung (=Zwangsbeschneidung) nicht auch ein Grund sein, um hier eine Anerkennung als gemeinnütziger Verein abzuerkennen.

    Mir ist aber bewusst, dass dies alles meinerseits nur Hirngespinste sind. Wir leben in einem "Gottesstaat" bzw. existiert bei uns keine Trennung zwischen Staat und Kirche. Und deshalb genießen auch barbarische Traditionen aus Zeiten vor der Entstehung des Judentums durch den § 1631d BGB staatlichen Schutz.

    Zitat

    Aber auch bei uns ist noch Handlungsbedarf: In Deutschland verdienen Frauen durchschnittlich ein Viertel weniger als Männer.


    Frauen verdienen also in Deutschland zwar weniger als Männer, aber es wird ihnen wenigstens Kraft Gesetz das Recht auf körperliche Unversehrtheit zugestanden.

    Und im Artikel 3 Abs. 2 des Grundgesetzes wird dann was von Gleichberechtigung geschwafelt bzw. dass der Staat die Durchsetzung der Gleichberechtigung fördern würde. Ist das Grundgesetz blanker Hohn oder eine bitterböse Satire?

    Es ist ja schön, dass solche Dinge in einem medizinischen Handbuch zu lesen sind. Wie bringt man aber die uneinsichtigen Beschneidungsfetischten unter den Ärzten dazu, sich auch mal ein Buch aus dem Jahr 2017 auszuleihen oder gar anzuschaffen.

    Ich könnte darauf wetten, dass solche Beschneidungsfetischsten sich eher aktuelle Literatur für die Honorarabrechnung anschaffen, statt Literatur, die ihnen aufzeigt, dass sie seit Jahrzehnten kleinen Jungs unnötiges Leid zugefügt haben.

    Ich sehe den Eingriff als Kompromiss.


    Wenn der Kompromiss so wie es sich anhört für Dich die beste Lösung war, ist ja dagegen auch nichts einzuwenden.

    Das Problem bei der Beschneidung ist ja, dass einerseits wehrlose Kinder beschnitten werden und auch Erwachsene durch falsche Informationen zu einer Beschneidung gedrängt werden. Es geht also hier im Forum aus meiner Sicht nur darum, dass jeder für sich selbst entscheiden darf und im Vorfeld auch tatsächlich über alle Alternativen objektiv aufgeklärt wurde.

    P.S. Ich wünsche Dir gute Besserung.

    Gäbe mir der Herr, den es allerdings - wie wir alle wissen - nicht gibt, tausend Hände und in jede Hand tausend Computer oder Laptops oder beides, ich würde es nicht schaffen, den ganzen Unsinn den sein Bodenpersonal, das leider überzahlreich vorhanden ist, zu kommentieren.


    Man kann zum Glauben stehen wie man will. Pfaffen wie der oben zitierte sind jedoch wohl einer der Hauptgründe, warum Kirchen bis auf Weihnachten leer bleiben und ständig immer mehr Menschen aus den Glaubensgemeinschaften austreten. Und ehrlich gesagt kann man dies ja auch keinem verübeln.

    Wer Nächstenliebe predigt und die Beschneidung von Kindern gut heißt, predigt Wasser und säuft heimlich den Wein.

    Vorsicht, das wissen wir nicht, die Tat liegt ja schon vier Jahre zurück, die Unfähigkeit könnte durchaus später eingetreten sein, z.B. durch einen Schlaganfall, in dem Alter keine Seltenheit.


    Ja, wir wissen, nicht, in welchem Gesundheitszustand sich der ältere Herr befunden hat, als er den Jungen eine halbe Stunde lang brutal folterte. Wenn dieser Bastard ältere Herr nun aber zwischenzeitlich gesundheitlich noch nicht mal mehr seiner eigenen Gerichtsverhandlung beiwohnen kann, kann der Junge ja fast noch froh sein, dass dieser Typ nicht während der Beschneidung mit diesem "Folterinstrument" zusammengeklappt ist. Sonst wäre vielleicht sogar noch mehr als nur die Vorhaut weg gewesen.


    Und warum hatten die beiden zuvor verstümmelten Jungen Schmerzen?


    Nicht vorbestraft bedeutet ja nicht, dass der Vater sich bisher nichts zu Schulden kommen ließ, sondern dass er zu ersten Mal wegen "Beauftragung einer schweren Körperverletzung" mit einer Bagatellstrafe belegt wurde.

    Mich entsetzen hier vorallem drei Fakten ganz besonders.

    Der "Kinderverstümmler" ist verhandlungsunfähig und macht sich dennoch mit einem Laser an den Genitalien eines kleinen Jungen zu schaffen. Das ganze dauert dann rund eine halbe Stunde ohne Betäubung!!!. Der Junge ist bei dieser Folter (anders kann man das nicht mehr nennen) bestimmt nicht ruhig liegen geblieben, was auch die postraumatischen Schmerzen erklärt.

    Außerdem finde ich es interessant, dass auch die beiden Söhne nach der Beschneidung über Schmerzen geklagt hatten. Der § 1631d BGB erlaubt die Beschneidung nur, wenn dies zum Kindeswohl sei. Sobald aber während oder wie hier nach dem Eingriff vor Gericht verwertbar ausgesagt wird, dass die Kinder unter Schmerzen litten, können doch "religiöse Befindlichkeiten" der Eltern kein Grund sein, dass Kinder auf diese Weise malträtiert werden.

    Und das Dritte ist wie hier auch schon angemerkt, dass der Kinderschutzbund die Hälfte der Kohle einstecken soll. Wenn schon müsste das Geld an MOGiS oder eine andere Organistation gehen, die sich für Kinderrechte bzw. gegen Beschneidung einsetzen. Alles andere ist doch Hohn und Spott für einen Staat, der sich selbst als Rechtsstaat begreift.

    Über die lächerliche Höhe der Geldstrafe kann man streiten. Die größere Strafe dürfte aber sein, dass ein Gericht dem Jungen bestätigt hat, dass ihm sein Vater bewusst und zu Unrecht fürchterliche Schmerzen zufügen hat lassen. Was sind schon 2.500 EUR, wenn der Junge dafür irgendwann für seinen Vater nur noch Hass und Verachtung empfindet.

    Ich persönlich empfinde es als höchst peinlich und respektlos, wenn Angehörige von christlichen Kirchen sich gegenüber der Beschneidung positiv äußern. Noch schlimmer finde ich es außerdem, wenn sich christliche Vertreter jüdischen oder muslimischen Glaubensvertretern mit solchen Phrasen anbiedern wollen. "Pfarrer" Gauck ist ja kein Präsident mehr und ich kann ihn daher jetzt wohl unbedenklich als typisches Negativbeispiel nennen.

    Selbst Bonhoeffer betonte, dass man das alte Testament gelesen haben muss, um das neue besser verstehen zu können. Wenn sich aber Christen die Beschneidung des alten Testament rauspicken oder die Beschneidung Jesu feiern wollen, haben sie aus meiner Sicht gar nichts verstanden. Es hat doch nichts mit Nächstenliebe zu tun, wenn man es gut heißt, dass kleinen wehrlosen Kindern unter furchtbaren Schmerzen während und nach der Beschneidung für immer ein Stück ihrer Sexualität geraubt wird.

    Selig sind die Friedfertigen, denn SIE werden Gotteskinder heißen. Also Messer weg von kindlichen Genitalien und Friede ihrer körperlichen Unversehrtheit.

    Hallo,
    ich habe mich vorgestern aufgrund von medizinischer Notwendigkeit (Vorhaut ließ sich schlaff nicht ansatzweise über die Eichel streifen + leichte Venarbungen) beschneiden lassen.


    Was bedeutet "medizinische Notwendigkeit" bzw. welche Alternativen wurden im Vorfeld bereits erfolglos versucht bzw. ausgeschlossen?

    Hoffentlich hast Du Dir bezüglich Deiner Entscheidung zur Beschneidung im Vorfeld mehr Gedanken gemacht als jetzt bei diesem Kamillenkonzentrat, weshalb Du Dich hier offenbar extra angemeldet und Deine Frage gepostet hast.

    Selbst wenn ein Säugling bei der Beschneidung ausreichend sediert werden könnte, kann man diesen Zustand nicht bis zum Abschluss der Wundheilung aufrecht erhalten. Und eine Baby-Windel und Urin in Verbindung mit einer Wunde ist wohl die denkbar ungünstigste Kombination, die wohl zwangsläufig zu heftigen Schmerzen führen wird.

    Davon abgesehen finde ich auch die Werbebotschaft für Metamizol mal wieder richtig klasse. Das Zeug wirkt tatsächlich sehr gut (eigene Erfahrung) und hat i.d.R. kaum Nebenwirkungen. Kommt es aber doch zu Nebenwirkungen, kann dies schnell lebensbedrohlich werden. Ein Grund, warum Metamizol in den meisten Ländern bereits verboten wurde.

    Ich sehe seine Äußerungen nicht so negativ und kann aus dem Text auch nicht die Befürwortung von MGM entnehmen. Wenn sich mal jemand die Mühe machen würde, könnte ich mir vorstellen, ihn als Mitstreiter gegen MGM zu gewinnen.


    "Negativ" sehe ich sein Äußerungen auch nicht, aber wie bei vielen sieht er das Problem nicht in den Menschenrechten, sondern lediglich isoliert im Bereich der FGM:

    Zitat

    Denn das Thema ist erst erledigt, wenn, wie etwa in Irakisch-Kurdistan oder Ägypten, alle Formen von FGM gesetzlich verboten werden und ein solcher Schritt von einer gewissen Anzahl von Klerikern auch unterstützt wird.


    Das Thema ist aus meiner Sicht erst dann wirklich erledigt, wenn alle Zwangsbeschneidungen weltweit strafbar sind und Kinder nicht mehr wie Menschen zweiter Klasse bzw. wie Menschen mit eingeschränkten Grundrechten behandelt werden. Beschneidungsbefürworter setzten sich für Gewalt gegen Kinder ein, aber bei denen ist wenigstens jedem klar, dass sie sich abseits der Menschenrechte positioniert haben. Diejenigen, die sich nur isoliert gegen die FGM positionieren, haben aber ebenfalls nichts mit Kinderrechten oder Menschenrechten am Hut, sondern sie setzen sich im besten Fall nur für die Rechte von Frauen ein. In dem Moment, wo man aber die Menschenrechte zwischen Mann und Frau in ein Ungleichgewicht setzt, hat man diese bereits in Gänze verraten.

    Nehmen wir hier z.B. Waris Dirie, die von vielen als "Menschenrechtler" eingestuft wird. Das Gegenteil ist aber der Fall. Sie wurde selbst grausam beschnitten und hat sich sehr erfolgreich gegen die Beschneidung von Frauen eingesetzt. Dass sie aber mit universellen Menschenrechten im Wahrheit nichts zu tun hat, wurde offensichtlich, nachdem sie ihren eigenen Sohn beschneiden ließ.

    Oder nehmen wir Menschen wie Alice Schwarzer, die offenbar eine so starke Abneigung gegen Männer entwickelt hat, dass sich dies sogar auf Jungen übertragen hat, die sie am liebsten alle massenhaft beschnitten sehen würde. Selbstverständlich ist dieses sadistische Ansinnen bei ihr nicht religiös, sondern pseudomedizinisch begründet.

    Das Stichwort "Kleriker" welches von Osten-Sacken anspricht, finde ich aber einen guten Anstoß. Wir sehen immer nur die Rabbiner oder Imame als die Kleriker, die der Abschaffung der Zwangsbeschneidung im Wege stehen. Aber den Pfaffen daheim auf der Kirchenkanzel nehmen wir nicht als Problem wahr. Geschätzt bzw. gefühlsmäßig befürwortet die Mehrheit der deutschen Pfarrer, dass wehrlose Kinder qualvolle Schmerzen und Leid durch eine Beschneidung erfahren sollen. Sie fordern zwar nicht, dass ihre Firmlinge oder Konfirmanden beschnitten werden sollen, aber sie stehen wie eine Mauer hinter denen, die sogar Babys oder Grundschüler beschneiden wollen.

    Ich denke daher, dass man alle diejenigen, die sich nur isoliert gegen FGM positionieren, nicht als Freund, sondern eher als potentiellen Feind der Menschenrechte betrachten sollte.