Danke, Selbstbestimmung, für den Hinweis auf die Debatten in Indien um die Khatna / Khafz (Islamic FGM) der schiitischen Strömung Dawoodi Bohra.
Du schreibst: " Wieso Frauen? Es geht doch um Mädchen! " - hm, ja ... aber auch mehr als das, mehr als lediglich Mädchen: auch die erwachsene Frau hat ja ein Recht auf ein heiles Genital - bzw. sie ist als Dawoodi Bohra lebenslang, lebenslänglich Opfer der ihr in Kinderjahren zugefügten FGM (die Gruppe beschneidet - verstümmelt genital - die 7 Jahre alten Mädchen religiös begründet).
Ich denke man sollte sagen: es geht um Mädchen und Frauen - denn auch in Irakisch-Kurdistan (Schafiiten) oder, dort oft auch nicht-islamisch begründet, in Teilen Afrikas usw. sind die Frauen ja lebenslang - negativ - betroffen.
Ganz entsprechend zu den Opfern der männlichen Genitalverstümmelung: der Schaden besteht lebenslang. Viele Nachteile der MGM kann ein Junge noch nicht bemerken und stellen sich erst bei gelebter erwachsener Sexualität ein bzw. werden erst dann sichtbar und spürbar.
Sicherlich, der - m. E. gut argumentierende, lesenswerte - Autor hätte "Mädchen und Frauen" schreiben sollen.
Ob M, male oder F, female: genitale Beschneidung, GM, genital mutilation, betrifft und belastet minderjährige wie volljährige Menschen.
Ob FGM oder MGM - die HGM muss weg: human genital mutilation.
Du merkst an: " Millionen von Mädchen? Moment mal " - nun, das ist schon richtig und bezieht sich auf FGM Typ Ia im Vergleich zu FGM Typ Ib: Anthropologen / Ethnologen, Entwicklungshelfer, Ärzte, Anti-FGM-Aktivisten u. a. finden in der Praxis sehr, selten eine Typ Ia (Klitorisvorhaut (teil)amputiert, die Klitoris bleibt unangetastet), vielmehr allzu oft - auch bei den Dawoodi Bohra - den Typ Ib (Klitoris(teil)amputation).
Wichtig ist mir, dass überhaupt die FGM endlich auch als z. B. nahöstliches und südostasiatisches Problem gesehen wird. Diesbezüglich gab es eine starke Blockadehaltung, sicherlich auch ein Nichtwahrhabenwollen, frei nach dem Motto: "FGM gibt es nur in Afrika" oder "FGM hat mit dem Islam nichts zu tun". Auch hierzu gibt es einen aktuellen (2018) Konflikt zwischen Terre des Femmes Deutschland und Terre des Femmes Schweiz (die TdF Schweiz billigt Prostitution als "Sexarbeit", TdF D will Prostitution abschaffen).
FGM gibt es auch bei den Indianern der Emberá bzw. Chamí - in Kolumbien, Panama und Ecuador.
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von der Osten-Sacken: "Auch wenn alle sunnitischen Rechtsschulen sowie die Schiiten die Beschneidung von Jungen befürworten, schreibt außer der schafiitischen Rechtsschule keine andere sie als zwingend notwendig vor. Bei der schafiitischen Lehre gibt es allerdings auch keine Trennung zwischen der Beschneidung von Jungen und Mädchen."
http://www.stopfgmkurdistan.org/html/deutsch/a…/artikel021.htm
(Interview mit Thomas von der Osten-Sacken) Die weibliche Genitalverstümmelung hat auch etwas mit dem Islam zu tun | Der Humanistische Pressedienst (hpd)
von der Osten-Sacken: "Denn wenn man die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen legitimiert und legalisiert, ist es leider schwer zu begründen, warum sie bei Mädchen verboten werden sollte."
https://hpd.de/artikel/weibli…islam-tun-15408
Stop FGM in Kurdistan
http://www.stopfgmkurdistan.org/
https://wadi-online.de/category/stop-fgm/stop-fgm-kurdistan/
SAHIYO – United Against Female Genital Cutting
https://sahiyo.com SAHIYO
https://en.wikipedia.org/wiki/Sahiyo