Beiträge von Charlie Mike

    Das ist bescheuert. Die israelischen Rechten meinen auch, dass bezahlbarer Wohnraum und bezahlbare Lebensmittel das Ende Israels bedeuten würden, ebenso, wenn der Premierminister
    sich nicht mehr von der Industrie schmieren lassen darf. Besonders bescheuert: Der "Judenstaat" ist von den Zionisten um Theodor Herzl mit guten Gründen als säkularer Staat entworfen worden. Gegen genau diese zionistische Idee richtet sich Cardozo selbst.

    Freilich ist mondoweiss eine mit Vorsicht zu genießende Quelle, die sich nicht innerhalb Israels für ein besseres Israel engagiert, sondern von den USA aus gegen Israel wettert. Sie ist kein Verbündeter der israelischen Säkularen und Linken.

    Was den christlichen Gottesstaat BRD betrifft: Der befindet sich in der Defensive gegenüber einer stärker werdenden säkularen Demokratiebewegung und massenhaften Kirchenaustritten. Er versucht die Antiaufklärung als ökumenischer Gottesstaat im Bündnis mit muslimischen und jüdischen Theokraten noch so lange wie möglich zu verteidigen. Mir geht es darum, bis zur Einführung einer säkularen Demokratie in Deutschland so viele Vorhäute wie möglich zu retten.

    100% des GG und 100% der Allg. Erklärung der Menschenrechte sind gegen BGM.

    Ich finde, man sollte das Recht bekommen, nach Rom zu ziehen und [Edit Forenleitung: Ironie bitte als Ironie kennzeichen. Gewaltaufrufe werden nicht geduldet], so wie es Martin Luther gepredigt hat. Zumindest solange sein Kindeswohl nicht gefährdet ist. Deutschland ist ein pluralistisches Land und da muss auch ein orthodoxer lutheranischer Glaube praktiziert werden dürfen (außer natürlich die Sache mit dem Synagogenanzünden, Frauenunterdrücken, Kinderverprügeln, Behinderte-Exorzieren, Bauernabschlachten usw.). Auch Martin Luther ist ein Teil von Deutschland. Wenn man schon dem gefährlichsten religiösen Hassprediger der letzten 1000 Jahre einen Feiertag widmet, dann bitte konsequent.

    Eine wahre Anekdote:
    Ein Mann schläft mit einer Frau. Sein Pimmel rutscht aus der Scheide raus. Sie: "Du bist rausgerutscht." Er: "Nein, ich bin nicht rausgerutscht. Das hätte ich doch gespürt." Sie: "Doch, du bist rausgerutscht." Er überprüft das mit seiner Hand. Sie hatte Recht. Soo gefühllos sind beschnittene Männer. Kein Wunder, dass das mit dem Orgasmus so schwierig ist.

    Eine reversible Beschneidungssimulation im Selbstversuch (auf eigene Gefahr!):
    Er soll mal (wenn er sich traut), seine Vorhaut zurückziehen, am Bauch festkleben, seine Eichel einen Monat lang verhornen lassen, seine gefurchte Schleimhaut überkleben, sich ein Kondom überziehen und dann versuchen, sich einen runterzuholen. Dann hat er glaube ich eine Ahnung, wie es mir geht. Dann wird er bestimmt seine Vorhaut zu schätzen lernen.

    Hi Rex,

    so habe ich es geschafft, mich nicht zu schämen:

    Ich schäme mich deswegen nicht für mein Beschnittensein, weil ich mir klargemacht habe, dass ich nichts dafür kann, dass es noch andere beschnittene Jungs bzw. Männer gibt und dass mich nie jemand deswegen ausgelacht hat.

    Ich schäme mich deswegen nicht für meine unterdurchschnittliche Penisgröße, weil ich gesehen habe, daß der Mann mit dem kleinsten Penis der Welt sich auch nicht schämt, sondern sich ins Guinnessbuch der Rekorde hat eintragen lassen und sogar bei Stefan Raab(!) aufgetreten ist und weil ich meinen Stolz u.a. daran festmache, wie schön ich eine Frau sexuell (egal ob oral, digital, penil-vaginal, anal oder Clitsex) und emotional verwöhnen kann (und an meinen vielen anderen Qualitäten).

    Ich schäme mich deswegen nicht dafür, dass ich vaginal nicht kommen kann, weil ich weiß, dass ich nichts dafür kann, weil ich schon von vornherein damit gerechnet habe, weil ich dadurch niemandem schade außer dass es mich selbst nervt (und meine damalige Freundin sich zu Unrecht für eine schlechte Liebhaberin gehalten hat) und weil der Stolz eines Mannes nicht am Selbstkommenkönnen, sondern am Eine-Frau-(oder einen anderen Mann) Verwöhnen-Können festgemacht wird.

    Lulu: Nein, das ist keine Kopfsache, sondern ein körperliches Problem. Die Kopfsache verstärkt bloß die Frustspirale. Ich war beim Sex 100% entspannt, hatte 100% Spaß, war 0% frustriert und 0% unter Druck und bin trotzdem nicht gekommen. Die gleiche gesunde, optimistische psychische Verfassung hatte Arcanus ja am Anfang anscheinend auch.

    Lieber Weguer,

    ich bin beim Thema geblieben. Die hervorgehobene Bitte in meinem ersten Beitrag war ernst gemeint, themenbezogen und angemessen, wenn auch nicht direkt der erbetene (Haupt-)Gefallen. Der zweite Beitrag war eine Klarstellung.

    Mit "Normalfall" meinte ich die öffentlich inszenierte "Beschneidungsdebatte" und bezog mich dabei explizit auf Maischberger und den in den öffentlich-rechtlichen und Mainstream-Medien veröffentlichten Teil (auch da gab es löbliche Ausnahmen). Das bei Maischberger und ebenso die Anhörung von Experten und Theokraten im Bundestag war tatsächlich eine inszenierte Scheindebatte, bei der kein Betroffener eingeladen worden war und genau das ist im Nachhinein zu Recht öffentlich kritisiert worden. Auch ich habe die Debatte damals verfolgt. Selbstverständlich haben an dieser Debatte auch viele kluge Menschen, Betroffene und solidarische Verbündete sich beteiligt. An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank dafür! Nur diese Stimmen wurden eben marginalisiert. Ich habe sie kaum wahrgenommen, schon gar nicht in den Mainstream-Medien. Erst Jahre später ist mir überhaupt bewusst geworden, was mir abgeschnitten wurde und dass die meisten Beschneidungen in D keiner religiösen Tradition, sondern einer medizinischen Fakediagnose, die System hat, geschuldet sind. Erst Jahre später habe ich von Vorhautwiederherstellung erfahren. Und da habe ich mir die Frage gestellt, warum das in der Öffentlichkeit marginalisiert wird und ob es wirklich allen, die behaupten, religiöse Beschneidungen abzulehnen, aber zum systematischen Ärztepfusch schweigen, um das Wohl der Beschnittenen geht. Ich habe mich von Maischberger und von der Politik verraten gefühlt (von den Phimose-Lügnern sowieso).

    Beschneidungsforum, Mogis, beschneidung-von-jungen.de, Betroffenenverbände, Anti-Beschneidungskampagnen usw. sind eben leider nicht der Normalfall und eben leider nicht Teil der öffentlich inszenierten Scheindebatte und waren damit natürlich nicht gemeint.

    Ich habe niemals ALLE Teilnehmer der Debatte als Rassisten und Antisemiten bezeichnet, schon gar nicht uns Betroffene und unsere solidarischen Verbündeten (an die alle nochmal einen herzlichen Dank dafür und dafür, dass es dieses Forum gibt!) sondern sogar durch eine explizite Klarstellung davon ausgenommen. Sonst würde ich mich ja gar nicht in diesem Forum tummeln.

    Wenn es weiteren Diskussionsbedarf gibt, schlage ich vor, die Beschneidungsdebatte-Debatte in einem neuen Thread unter "Politik allgemein" weiterzuführen.

    Ich habe mich missverständlich ausgedrückt und Falsches geschrieben. Mir ist die Sendung nicht mehr präsent, ich habe sie vor mehreren Jahren gesehen. Ich hätte sie mir vorher noch einmal anschauen müssen. Das war ein Fehler von mir. Dass ich Wolfgang Bühmann als "feigen Kinderarzt" bezeichnet habe, habe ich bereits relativiert und ich nehme es zurück. Es tut mir Leid und ich bedanke mich für Eure Antworten.

    Mit "Pack" und den "biodeutschen Ärzten" meine ich die deutschen Ärzte, die grob fahrlässig oder vorsätzlich mit der Phimose-Fakediagnose Vorhäute abschneiden (darunter meine). "Biodeutsch" ist eine Abgrenzung zu den muslimischen und jüdischen deutschen Beschneidern/Ärzten. Der Kampf gegen die muslimische Vorhautbeschneidung sollte federführend von (ex-)muslimischen Betroffenen geführt werden, gegen die jüdische ebenso. Ich möchte solidarisch sein, aber mich nicht als Vormund (ex-)religiöser Beschnittener aufspielen. Deswegen richte ich meine Polemik explizit gegen die nichtjüdischen, nichtmuslimischen Scharlatane, um mir falsche Freunde vom Hals zu halten. Ich möchte für Arschlöcher für Deutschland unzitierbar sein. "Biodeutsch" ist eine gängige Bezeichnung für Menschen, die nicht aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Name o.dgl. als "undeutsch" oder "nicht deutsch genug" wahrgenommen und diskriminiert werden. Das geht auch so aus dem Kontext hervor. Das war nicht rassistisch, sondern antirassistisch. Ich bin übrigens selbst biodeutsch. Mit "Großvätern" meinte ich die Ärztegeneration vor 80 Jahren. Inhaltlich bleibe ich bei meiner Kontinuitäts-Aussage, obwohl sich selbstverständlich vieles erheblich gebessert hat, manches 1945 durch die Zerschlagung der Massenmordlogistik, maches erst ab den 70er Jahren, manches bis heute noch nicht. Selbstverständlich werden sich der "Euthanasie"-Massenmord und Zwangssterilisationen und Menschenversuche in KZs in der Form nicht wiederholen. Aber viele der Ursachen bestehen weiterhin. So sehe ich auch den praktizierten Phimose-Aberglauben nicht als ein isoliertes, ursachenloses Phänomen.

    Mit "viele Ärzte" meine ich noch nicht einmal "die meisten". Aber jeder einzelne ist einer zu viel. Unnötige VAs (darunter meine) sind eben keine isolierten, ursachenlosen Einzelfälle, sondern ein gesellschaftliches Problem. Sonst würde man vielleicht alle zehn Jahre in der Zeitung lesen, dass ein Arzt in Deutschland zu Unrecht eine Phimose beim Knaben attestiert, dessen Eltern belogen, die Vorhaut amputiert hat, angezeigt, ange- und verklagt wurde, seine Approbation verloren hat, drei Jahre in den Knast wandert und 70000 Euro Schmerzensgeld zahlen muss. Dieser Phimose-Betrug funktioniert eben nicht, wenn man einmal eine Krankenkasse um 300 Euro und einen Jungen um seine Vorhaut betrügt und dafür seine Karriere aufs Spiel setzt, sondern nur, weil Ärzte regelmäßig unnötig Vorhäute amputieren können, ohne dabei um ihre Karriere fürchten zu müssen. Warum ist das möglich? Ein Roter Brief* könnte genügen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

    Sorry Noah, für das, was ich angerichtet habe. Bitte lass Dich nicht davon beirren und mach eine tolle Reportage!

    *Mit Roten Briefen werden alle Ärzte über einschlägige Behandlungsfehler mit Wiederholungsgefahr informiert. Die muss jeder Arzt lesen. Wenn er dann den gleichen Fehler wiederholt, sei es, weil er den Brief nicht gelesen oder gelesen und ignoriert hat, hat er vor Gericht und bei der Abrechnung mit der Krankenkasse ein gewaltiges Problem.

    Ich "prügele" auf niemanden ein (zumindest nicht zu Unrecht). Vielleicht war der besagte Kinderarzt wirklich nur naiv und sich nicht bewusst, welche Rolle er in dieser theokratisch-rassistischen Scheindebatte erfüllt. Aber wenn er als Experte öffentlich auftritt, darf ich ihn selbstverständlich (auch polemisch) in seiner Rolle angreifen und kritisieren für das was er sagt bzw. verschweigt. Auch dann, wenn er fachlich ein Experte ist und viele Jungen davon profitieren. Ich hielte es für eine merkwürdige Häufung von Zufällen, wenn er nur traumatisierte muslimische und jüdische beschnittene Jungen behandelt, aber keinen biodeutschen und nie von von den Phimose-Pseudodiagnosen gehört hätte. Es ist zumindest fahrlässig, dass er bei seinem Auftritt seine biodeutschen Ärztekollegen (selbstverständlich nicht alle, nur die abergläubischen) nicht für ihren Phimose-Aberglauben kritisert. Und grob fahrlässig, dass Maischberger keine Recherche diesbezüglich anstellt und keinen Betroffenen zu Wort kommen lässt. Niemand hat die Frage nach dem Nutzen, muslimische Scharlatane einzusperren, nachdem es bereits zu spät und die Vorhaut abgeschnitten ist, aufgeworfen.

    Ich habe wirklich medizinisch notwendige Beschneidungen bei akuter Gefahr und mit Aufklärung und Einwilligung der Betroffenen bzw. Eltern (das sind vielleicht ein Prozent der in D durchgeführten) gar nicht in Frage gestellt. Nur die Phimose-Lüge. War mein Text etwa missverständlich?

    Ist der Phimose-Aberglaube auch eine Religion?

    Lieber Noah,

    ich möchte Deine Arbeit in keiner Weise diskreditieren. Im Gegenteil: die Tatsache, dass Du Dich hier "rumtreibst", zeigt, dass du ein guter Reporter bist, der recherchiert und Betroffene ernst nimmt und zu Wort kommen lässt. Das ist leider eine Ausnahme. Vielen Dank für Deine Arbeit!

    Der Normalfall (siehe "Beschneidungsdebatte") ist eine inszenierte Scheindebatte zwischen Rassisten/Antisemiten und Theokraten. Bei Maischberger z.B. war kein einziger Betroffener eingeladen außer dem jüdischen Gemeindevorsteher, der beschnitten und natürlich pro Beschneidung war, der klassische "Alibijude" eben, den jeder Antisemit vorzeigt, um zu beweisen, dass er angeblich keiner sei. Intaktivismus geht aber nur antirassistisch, sonst ist es keiner, sondern getarnter Rassismus. (Wenn ein (ex-)muslimischer Beschnittener die muslimischen Beschneider mehr hasst als die biodeutschen Ärzte, ist das selbstverständlich nicht rassistisch; bei einem, der über den Phimose-Aberglauben selbst nicht aufgeklärt ist, auch nicht; bei einem Arzt, ARD-Programmdirektor oder AfD-Agitator hingegen schon.) Der Fokus liegt auf dem Bestrafen (von Muslimen und Juden); Betroffene werden systematisch übergangen und am meisten kotzt mich die Feigheit der biodeutschen Ärzte an. Das ist für mich die übelste Verbrecherbande (für Dich sind es vielleicht die Beschneider Deines Kulturkreises). Die meisten Vorhäute werden in Deutschland dem Phimose-Aberglauben geopfert, mehr als dem muslimischen und jüdischen Aberglauben zusammen. Dieser Aberglaube aber wird zur "medizinischen Indikation" umgelogen und dieser feige Kinderarzt auf Maischbergers Sofa hatte nichts anderes im Sinn, als diesen Phimose-Aberglauben zu stützen und seine muslimischen und jüdischen Kollegen zu denunzieren (auch wenn er inhaltlich mit Vielem Recht hatte). Das gleiche Pack, dessen Großväter 1933 ihre jüdischen Kollegen denunziert und später hunderttausend Menschen ermordet haben. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch. Die Ursachen, die die Euthanasiemorde, Zwangssterilisierungen und andere Ärzteverbrechen möglich gemacht haben und immer noch möglich machen, sind bis heute nicht beseitigt. Die Kontunuität sehe ich u.a. darin, dass die Nazi-Ärzte in der BRD weiter Ärzte sein und die nächste Generation Ärzte ausbilden konnten; dass die BRD-Justiz einen jahrzehntelangen Kleinkrieg gegen Euthanasiegeschädigte, Zwangssterilisierte und andere NS-Opfer sowie Antifaschist*innen geführt hat und führt; dass eine echte Aufarbeitung im Sinne einer Beseitigung der Ursachen bis heute nicht stattgefunden hat; dass viele Ärzte ihre Patienten immer noch wie Objekte und nicht wie selbstbestimmte Menschen behandeln; dass viele Ärzte Krankheit immer noch als Normabweichung und nicht als subjektives Leiden begreifen; dass unnötige und schädliche Operationen ein lukratives Geschäft und dem Kapitalismus systeminhärent sind; die Stigmatisierung von Kranken und Behinderten immer noch normal ist (bei uns Beschnittenen eine mehrfache Stigmatiserung); Unterdrückung und Tabuisierung von Sexualität und sexueller Aufklärung; im wortwörtlich antiquierten Hippokratischen Eid, der auf eine unabhängige Kontrolle ärztlichen Handelns verzichtet und die Kontrolle der Ärzte den Ärzten selbst und ihrem oftmals korrumpierten Gewissen und Korpsgeist überlässt (so wie bei der Auto- und Atomindustrie). Kein Wunder also, dass der Phimose-Aberglaube nach wie vor fröhliche Urstände feiert. Viele Ärzte wissen tatsächlich nicht, was eine Vorhaut ist, dass eine Phimose beim Knaben physiologisch ist und dass eine pathologische Phimose beim jungen Erwachsenen sich durch Dehnen beseitigen lässt. Bei Eltern ist das eine Entschuldigung, bei Ärzten hingegen nicht.

    Es wundert mich in dem Kontext also nicht, dass ARD/ZDF eine Reportage über religiöse Beschneidungen produzieren (was gut ist), aber eine Aufklärung über den Phimose-Aberglauben aber bis heute nicht stattfindet.

    Meine Frage und Bitte an Dich: Plant ARD/ZDF auch eine Reportage über den als "medizinische Indikation" verbrämten Phimose-Kult? Wenn nein, kannst Du darauf hinwirken? Oder kannst Du einen kurzen Exkurs/Zitat/Hinweis daruf in Deiner Reportage unterbringen? Das wäre eine wichtige und wertvolle Geste der Solidarität gegenüber uns "medizinisch indiziert" Verstümmelten.

    Gruß
    Charlie Mike

    Bin Laie (kein Arzt). Da hat ein Scharlatan der übelsten Sorte sich ausgetobt (sorry für die schlechte Botschaft), um den würde ich einen ganz großen Bogen machen. Sieht aus wie eine Schürfwunde, die ich mal an der Hand hatte und wo ich zu lange ein Pflaster drauf hatte, obwohl die Blutung schon lange gestillt war (zu feucht, das hat die Heilung verzögert). Habe dort seitdem eine sichtbare Narbe der allerobersten Hautschicht, die aber weder wehtut noch zieht und auch sonst nicht stört. Das sieht nach Hautgewebe aus, überdeckt mit einer Schicht (noch) feuchtem Schorf aus Interzellulärflüssigkeit/Lymphe und nachwachsender Haut. Wenn das eine Schürfwunde wäre, würde ich nach meiner Erfahrung Bepanthen draufmachen oder auch nicht und es an der Luft trocknen und von allein heilen lassen. Sollte nach etwa drei bis fünf Tagen trocken verschorft sein. In Deinem Fall aber hol Dir unbedingt mehrere Meinungen ein. Bedenke, dass ich kein Arzt bin; dass auch andere Ärzte solche Scharlatane sein können wie Dein Schniedelschnippler; dass es Dein bestes Stück ist; dass es eine OP-Naht und keine Schürfwunde ist; dass Heilenlassen einen Quadratzentimeter mehr Haut ohne Haare, aber dafür vielleicht hässlichere Haut bedeuten kann; dass beim Wiederzunähen keimbelasteter Schorf mit eingenäht werden könnte (Entzündungsgefahr mit noch hässlicherer Narbe oder Nachbeschneidung) oder vorher der Schorf mitsamt bereits nachgewachsenem Hautgewebe brutal abgerissen oder Desinfektionsmittel mit eingenäht werden könnte (dem Scharlatan traue ich alles zu!); dass das ausgerechnet am teilweise entfernten Frenulum liegt; dass da (noch) eine etwas größere Ansammlung von Nervenenden liegt; dass das Auswirkungen auch auf ein Restoring hat; dass der Knubbel/Mini-Unterlippe nach einem Restoring mal Dein Urinloch (zusammen mit meinem Frenulum ist das meine empfindlichste Stelle) schmeicheln oder piesacken kann. Gute Besserung!

    Bin Laie (kein Arzt) und beschnitten. Sieht nach high and loose aus (so wie bei mir), also "Glück im Unglück". Der Schniedelschnippler hat also relativ viel drangelassen, ich hoffe, auch das Frenulum. Ärzten gegenüber bin ich skeptisch. Ob die Wunde gut verheilt, merkst Du selbst am besten und wenn Dir ein Arzt sagt, da sei eine Nachbeschneidung unbedingt nötig, würde ich ihm kein Wort glauben.

    Die Aussage "ich habe sie später ein wenig gekürzt" verstehe ich nicht ganz. Hast Du den Arzt gebeten, sie zu kürzen?

    Lieber Maxwell,

    was Deinen Wunsch, eine Sexarbeiterin aufzusuchen, angeht, möchte ich Dich darin bestärken, das zu tun, da es anscheinend ein Bedürfnis für Dich ist und Du dich nicht dafür schämen musst. Wenn die Person, der Du Dich anvertrauen kannst und die Dir dabei hilft, Deine Sexualität zurückzuerobern, eine Sexarbeiterin ist, ist das weder ungewöhnlich noch eine Schande.

    Gruß
    Charlie

    Hallo Aphrodite,

    nein, die Frage ist nicht im falschen Forum. Sexualität und ihr Zusammenhang mit Gesellschaft sind so komplex, da gibt es glaube ich keine Frage oder Beitrag zum Thema Sexualität, die hier "off-topic" wäre.

    Du zitierst eine Reihe von Mythen und Vorurteilen, die als "Evolutionsbiologie" und "Wissenschaft" verklärt werden, obwohl sie empirisch widerlegt sind. Bedenke: "Evolutionsbiologie" wird überwiegend von weißen Männern (und von Frauen, die den gleichen Mist glauben) betrieben, die nicht einsehen wollen, dass die weibliche und männliche Sexualität in unserer christlich geprägten, patriarchalischen Gesellschaft von Männern kontrolliert wird, und den orgasm gap (statistisch zu Ungunsten der Frau; bei mir ist es aufgrund meiner Beschneidung umgekehrt) als eine biologische Unvollkommenheit der Frau deuten, die von "der Natur" (genauso kann man(n) auch argumentieren: "von Gott") so gewollt sei. Auch in der Gleichsetzung von Sexualität mit Fortpflanzung findest Du die christliche Prüderie und sexuelle Unterdrückung wieder. Sexualität hängt zwar auch mit Fortpflanzung zusammen, aber Sexualität ist nicht gleich Fortpflanzung, sondern gleich Lust. Die Anatomie der weiblichen Lust und des Orgasmus ist praktisch identisch mit der des (intakten) Mannes, nur die Lustorgane sehen etwas anders aus. Wenn eine Frau sich selbst zum Höhepunkt bringt (durch Onanie oder indem sie oben liegt), kann sie genauso schnell steif werden und kommen wie ein Mann. Nur oft liegt der Mann oben und der kennt die Lustfähigkeit der Frau nicht so gut wie sie selbst (vgl. Amendt et al.: Sexfront). Deswegen braucht die Frau oft länger als ein intakter Mann - und nicht weil sie biologisch unvollkommen oder von Charles Darwin als eine "Gebärmaschine" erschaffen worden wäre. Und "unpassendes Genmaterial" gibt es nur in den "Gedanken" von Rassisten.

    Beschneidung schönzureden ist zwar eine nett gemeinte Geste von Dir, hilft mir aber nicht weiter. Restoring wohl schon, damit werde ich in Kürze anfangen.

    Nein, es ist nicht ideal. Ich bin beim Penetrationssex und Klitorissex nie gekommen (oral auch nie, manuell sehr selten, Onanie mit Hodensack gestreichelt bekommen fast immer) und meine damalige Freundin hat sich hinterher immer zu Unrecht geschämt und für eine schlechte Liebhaberin gehalten und ich musste ihr immer widersprechen. Für sie war mein ausbleibender Orgasmus frustrierender als für mich. Für mich war der Sex auch ohne Orgasmus schön.

    Scheiß auf die Evolutionsbiolügen. Du sollst immer zum Orgasmus kommen, wenn Du möchtest, und genau dann Kinder kriegen, wenn Du es möchtest und mit wem Du möchtest. Heil Onan!

    Wenn Du als Frau unangenehm lange bis zum Höhepunkt brauchst: Vielleicht hilft es Dir, wenn Du es Dir selbst machst (zum Üben oder aus Spaß oder beides); auf Dein Recht bestehst, beim Sex auch mal oben zu liegen; dabei unterschiedliche Stoßtechniken ausprobierst und Deine Lieblingstechnik(en) herausfindest; Sex mit Streicheln, Küssen, Komplimenten, Zärtlichkeit usw. und über die sexuellen Bedürfnisse reden (solte eigentlich "Standardprogramm" sein); Klitorissex (Deine Klitoriseichel am steifen Pimmel des Mannes stimulierst ohne Eindringen); dich von dem weiblichen Selbsthass befreist, den Dir EvolutionsbiologInnen einreden wollen; Deinen Partner/Partnerin bittest, Dich zu lecken oder zu fingern (mir hat das Lecken übrigens auch Spaß gemacht); ...

    Die "Saug"-Bewegungen des Muttermundes gibt es beim weiblichen Orgasmus (zumindest manchmal und im Youtube-Video, ansonsten kann ich das als Mann weder bestätigen noch bestreiten), aber die Gebärmutter kann nicht "saugen", weil sie mangels umgebendem Skelett keinen Unterdruck aufbauen kann - anders als die Lunge inerhalb der Rippen und der Mund innerhalb der Kieferknochen. Der Spermientransport geschieht durch die Geißeln der Spermienzellen und die Langlebigkeit der Spermien wird durch den Gebärmutterhalsschleim (= Wasserstraße mit spermienfreundlichem pH-Wert während der fruchtbaren Tage um den Eisprung herum) verbessert. Dass ein Eisprung durch einen weiblichen Orgasmus ausgelöst wird, ist zwar von einigen anderen Säugetierarten, aber nicht vom Menschen bekannt.