Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber ich habe das Gefühl, dass Dir da vieles im Kopf rumschwirrt, was in der Realität manchmal ganz anders aussehen kann. Z.B. gab es mal eine Zeit, wo ich selbst mit dem Gedanken gespielt habe, mich beschneiden zu lassen. Damals war ich jünger und hatte das Problem, dass es oft viel zu schnell ging. Hätte es das Internet nicht gegeben, wäre ich heute vermutlich auch beschnitten.
Oder bedenke, dass ein Medikament wie Viagra nicht zufällig so ein Erfolg werden konnte. Der Wunsch nach Sexualität ist oft viel größer als das, was viele am Ende bekommen. Schau Dir in diesem Zusammenhang auch mal die Umfragen an, wie häufig Menschen laut eigener Aussage Sex haben bzw. wie vieles dieser Aussagen eher Wunschdenken ist.
Vielleicht ist es Dir bereits aufgefallen, dass ich in den beiden vorherigen Abschnitten Probleme angesprochen habe, die jetzt nichts direkt mit Beschneidung bzw. dem Verlust von Nervenzellen oder dem Empfinden des Orgasmus nach einer Beschneidung zu tun hätten. Wir reden hier bei der Beschneidung über einen Faktor, der das Sexualleben beeinträchtigt. Zugegebenermaßen ein unnötiger bzw. vermeidbarer Faktor, der sich zu alle dem auch noch auf die Qualität wie man Sexualität erlebt auswirkt.
Wenn wir aber über die Qualität sprechen, dann reden wir bereits von mehr als Nichts. Wer unter einer unbehandelten ED leidet, aus persönlichen Gründen keinen Partner findet oder aus andere Gründen gar keinen Sex haben kann, hat es dann unter Umständen noch schwerer. Wie schon zuvor geschrieben, möchte ich aber nichts schönreden und verstehe sehr wohl Dein Problem.
Bitte lass aber nicht zu, dass die physische Einschränkung Dich so sehr mental einschränkt, dass Du am Ende den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Und stelle Dich notfalls darauf ein, dass Du heute mit einem Problem kämpfst, welches im Laufe des Lebens nicht das letzte gewesen sein wird, wenn Du zumindest überwiegend ein erfülltes Sexualleben führen möchtest.