Noch vor einigen Jahren überwog bei diesen Themen eher eine Haltung des naiven Bestaunens solcher "exotischen Bräuche".
Inzwischen sind wir alle näher zusammengerückt. Ernsthafte Bestrebungen, eine gleichberechtigte Teilhabe von Kindern mit Migrationshintergrund z. B. am Bildungssystem zu ermöglichen und auch einzufordern, gibts auch noch nicht so lange.
"Was die da mit ihren Bälgern so machen, geht mich ja nichts an!", so eine Haltung kann in einem kleinen, dicht besiedelten Land keine Dauerlösung sein.
Beiträge von susanna
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Ich stelle mir gerade das Aufklärungsgespräch beim Arzt mit dem Jugendlichen vor: "Tja, mein Junge, kann sein, dass du durch die reduzierte Sensibilität in jungen Jahren ein ganz ausdauernder Hecht im Bett bist, leider hast du aber mit 50 Jahren ein so-und-so-vielfach erhöhtes Risiko, wenn, dann nur noch mit Analverkehr überhaupt zum Orgasmus kommen zu können!" Da kann ein 14-jähriger sich natürlich ganz genau vorstellen, was auf ihn eventuell zukommt...
Das gibt Bauchschmerzen. Aber trotzdem könnte ich damit leben, weil ich weiß, was für ein riesiger Schritt das für orthodox Gläubige ist, die eigenen Kinder nicht als (zweifellos liebevoll umsorgte) Verfügungsmasse, sondern als Individuen mit Rechten wahrzunehmen.
Es wäre zumindest eine Basis, von der aus dann schrittweise eine weitere Anhebung der Altersgrenze folgen könnte. -
Mich wundert, dass anscheinend keine Frauen mal aufsteht und sagt: Meine kleinen Schamlippen und Klitorisvorhaut sind integrale Bestandteile meiner erogensten Körperzone, und ich will nicht, dass meine mich zweifellos liebenden Eltern das Recht gehabt hätten, die abzuschneiden. Oder vielleicht als Partnerin: Wir können keine Kondome benutzen und immer mit Nudelholz statt Feder im Bett, ist nicht immer so lustig.
Dieses "Männer sind vom Mars und Frauen von der Venus" - Denken geht mir in diesem Zusammenhang am meisten auf den Keks. -
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Diese Frau hat es leider geschafft, dass der Begriff der "Religionsfreiheit" bei mir fest mit der Vorstellung eines sich wegbrüllenden Säuglings, dem gerade die Vorhaut abgeschnitten wird, verknüpft ist. Und da bin ich bestimmt nicht die einzige.
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Wer über Monate hinweg nicht müde wird, in aller Deutlichkeit darzulegen, die gesamte spirituelle Kraft der eigenen Glaubensgemeinschaft konzentriere sich auf den Akt, Jungen was von der erogensten Körperzone abzuschneiden, muss sich nicht wundern, wenn das Image derselben - na ja - so ein bisschen leidet.
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Meiner Ansicht nach gibt es so etwas wie „Assimilation“ im Sinne einer einseitigen Anpassung gar nicht. Jeder, der sich stark anpasst in einer zunächst fremden Gemeinschaft, erzeugt dort eine intensive Bewegung, auch wenn das vielleicht nicht sofort sichtbar wird.
So von außen betrachtet, ist mein Mann, im arabischen Raum in muslimischer Gesellschaft großgeworden, komplett „assimiliert“, beherrscht die Sprache perfekt, hat einen hochqualifizierten Job und es sich angetan, mit einer „Einheimischen“ eine Familie zu gründen. Gleichzeitig hat er mich und meine Familie grundlegend verändert. Außerdem hat er nie ein deutsches Arbeitsethos entwickelt, wir sind ohne Promille fröhlich und der Meinung, dass man auch ohne Alkohol erwachsen werden kann (womit wir unter anderen deutsch-deutschen Eltern schon auffallen), und auch an Gestik und Mimik, der ganzen Art zu sprechen merkt man sofort an, dass er nicht hier aufgewachsen ist.
Menschen sind überall mehr oder weniger Gewohnheitstiere. Traditionen sind letztendlich nichts anderes als kollektive Gewohnheiten. Die sich, wenn man genügend große Zeiträume betrachtet, immer verändern. Auf der individuellen Ebene kann so etwas sehr schnell gehen, so frei sind Menschen dann doch. Wobei man sicher nicht leugnen darf, dass zu solchen Übergängen Trauer und Verlustgefühle dazugehören.
Bräuche und Traditionen kann man tatsächlich getrost beschneiden - nach einer gewissen Zeit wächst immer was nach!
Der Zusammenhang zwischen Recht und Kultur, den der Autor so sorgfältig herausarbeitet, finde ich durchaus nachvollziehbar: Soziale Sicherungssysteme machen nur in einer Gesellschaft Sinn, die kulturell einen gewissen Fleiß und Selbstverwirklichungsdrang unter ihren Mitgliedern etabliert hat.
Aber bin ich mir nicht sicher, ob es praktisch ist, eine Integration über Befolgung der Grundgesetze und die „Assimilation“ so gegenüber zu stellen. Denn die Befolgung der Grundgesetze erzeugt eine vom Herkunftsland veränderte Lebenspraxis und kann doch zur „Assimilation“ eine Menge beitragen. -
Ich kann so was ja nicht, aber hätte nicht einer von euch Lust, so eine Art Fake-Website einzurichten?
Mit Werbung für die schnelle, schmerzlose Entfernung von Klitorisvorhaut und kleinen Schamlippen nach allen Regeln der ärztlichen Kunst jetzt auch für Mädchen. Erleichterte Intimhygiene für alle, bringen Sie ihre Tochter möglichst früh, desto unauffälliger werden die Narben! Dazu noch ein paar Zitate aus dem web, in denen von den ästhetischen und sexuellen Vorzügen einer derart "veredelten" Vulva geschwärmt wird. Nicht fehlen darf ein Foto, in dem Mädchen vor Glück in die Kamera lächeln. Und das pünktlich online, wenn das Parlament den aktuellen Mist abgesegnet hat. -
Unter
Gemeinschaftspraxis
wirbt jetzt eine Gemeinschaftspraxis ganz offen unter Berufung auf die veränderte Gesetzeslage für die Durchführung ritueller Beschneidungen. Die haben von mir schon eine freundliche, aber eindeutige Mail bekommen -und könnten bestimmt noch mehr Post gebrauchen! -
Genau wegen dieser Einheitssoße (ich weiß, der Begriff ist viel zu freundlich) habe ich die "Zeit" vor einigen Wochen nach jahrelangem Abo abbestellt. Ich habs einfach nicht mehr ausgehalten. Jeden Donnerstag wurde mir schon auf dem Weg zum Postkasten ganz schlecht: Na, wer darf jetzt mal wieder großformatig auf den besten Seiten Befürworter des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit für alle wahlweise als Antisemiten, gefühlslose Religionsfeinde, Kastrationsverängstigte, Wohlstandsverwöhnte oder intolerante Hinterwäldler diffamieren?
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...Und wenn dann ein Säugling an der Infektion stirbt, ist dass für einen Orthodoxen sicher traurig, aber keine Kathastrophe, schließlich ist der Bund mit Gott vollzogen worden. Ein Leben ohne viel Freiheit, aber auch ohne Verantwortung und lästige Selbstzweifel -ich habe noch nie was genommen, aber so stelle ich mir einen Dauertrip vor!
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Sollte es tatsächlich so sein, dass Beck seine Haltung zur Zwangsbeschneidung von Minderjährigen aus seinem Befinden mit der eigenen Beschneidung enwickelt hat, dann ist das ein ganz egozentrisches, unterdurchschnittlich moralisches Kaliber.
In den zahlreichen Kommentaren gegen Zwangsbeschneidungen sind ganz viele mit dabei, die total happy mit dem Ergebnis ihrer im Erwachsenenalter selbst veranlassten Vorhautamputation sind und gleichzeitig diesen Eingriff bei Kindern entschieden ablehnen. -
Uff! Nach Überfliegen seiner Ausführungen bin ich doppelt froh, dass bei meinen Söhnen alles dran ist. Sonst hätten die womöglich noch eine weitere Klasse übersprungen, wär ja dann doch etwas stressig geworden mit dem noch größeren Altersunterschied.
Sollte das nicht mal ans Bildungsministerium gehen? Jungs sind doch die Bildungsverlierer. Wozu unser Geld für mehr und besser ausgebildete Erzieher und Lehrer, für die Entwicklung einer geschlechtergerechten Pädagogik verschleudern, wenn der kostenlose Schnitt vom Mohel doch mindestens genauso viel bringt!
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Hatte nicht irgend jemand mal das Verfassen eines Buchs erwähnt? Wäre vielleicht eine Möglichkeit, die Situation der Betroffenen, die in den klassischen Medien ja fast völlig ignoriert worden ist, noch stärker ins öffentliche Bewustsein zu rücken. Und ein Gegengewicht, denn die Zwangsbeschneidungsbefürworter sind ja leider in der Richtung auch schon fleißig ...
Außerdem muss man sich noch mal vergegenwärtigen, dass höchstwahrscheinlich die meisten Vorhautamputationen in absoluten Zahlen bei Kindern in Deutschland nicht aus religiösen Gründen, sondern aus bestenfalls ärztlicher Schlamperei vorgenommen werden. Es gibt keine exakten Daten, aber Urologen berichten, dass letztendlich mindestens 10% der hiesigen Jungs ihre Vorhaut verlieren. In den skandinavischen Ländern sind es nur unter 2%, und da wohl nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Skandinavier genetisch bedingt eine geringere Neigung zu einer echten Phimose haben, sind hier in Deutschland verunsicherte Eltern und schlecht informierte Urologen und Kinderärzte die noch am ehesten zu beeinflussenden Zielgruppen, um die Vorhautamputationsquote deutlich zu senken und mehr Jungen ein intaktes Aufwachsen zu ermöglichen. -
Die Frage, ob Frauen nun das eine oder andere bevorzugen, ist ja ganz interessant. Aber - es gibt bestimmt ganz viele Männer, die eine Vagina ohne die der männlichen Vorhaut äquivalenten Genitalanteile Klitorisvorhaut und kleine Schamlippen bevorzugen würden, sähe vielleicht hübscher aus, und leichter sauberzuhalten wäre es auch ... Aber ich würde, da ich eben diese Bereiche mit äußerst angenehmen Gefühlen verbinde, nicht im Leben daran denken, die mir abschneiden zu lassen (obwohl es bestimmt einige Frauen gibt, die das machen lassen, ist ja O.K. für einen Erwachsenen). Und ich hätte auch verdammt viel dagegen, wenn eine derartige operative Umgestaltung der Genitalien, natürlich schmerzfrei und nach allen Regeln der "ärztlichen Kunst" und bei vollständigem Erhalt der Klitoris, bei Mädchen erlaubt wäre!