Beiträge von susanna

    Am Ende gehts überall eher um tradierte Gewohnheiten.
    Es fühlt sich für die meisten Menschen einfach gut und richtig an, das zu tun, was alle um einen herum machen und am besten noch seit Jahrhunderten oder -tausenden getan haben.
    Die neue Gesetzeslage sichert eben nicht die Religionsfreiheit, sondern füttert eher das Gewohnheitstier einer Minderheit.

    Es tut mir sehr leid und ich wünsche der Familie viel Kraft und Trost.
    Das, was Benni hier an Mitgefühl und unerschütterlicher Solidarität mit den Schwächsten gezeigt hat, werde ich weitertragen.

    Weiß der eigentlich, was er mit all diesen Unterstellungen gegenüber muslimischen Eltern anrichtet?
    Muslime sind zu Erziehung ihrer pubertierenden Söhne nicht in der Lage und setzen ihre intakten Kinder vor die Tür???

    Alles, was zu einer Beschneidung nach ärztlicher Kunst gehört wie lokale Anästhesie oder Narkose hat selbstverständlich Risiken.
    Ärzte sind auch nur Menschen und machen irgendwann einmal Fehler, manchmal mit furchtbaren Folgen.
    Beschneidungen ohne medzinischen Nutzen bringen den Arzt deshalb in eine menschenunwürdige Situation.

    Das führt dann zu der grotesken Situation, dass religiöse Beschneider, von denen man, wie von Gläubigen generell, eher tiefe Demut und Bescheidenheit erwartet, sich öffentlich zu gottgleichen, perfekten Gestalten stilisieren bei denen "noch niemals etwas passiert ist" - und deshalb natürlich auch nie passieren wird...

    Dieser Igor S ist ein ganz schlichtes Gemüt, seine Beiträge habe ich so schon einmal in einer anderen Blogkommentation gelesen.
    Seine Kommentare sind derart inkoheränt, dass es fast schon wieder komisch ist.
    Ein Mal sachlich antworten, mehr hat er nicht verdient.

    Es passt vielleicht unter die Rubrik "Die skurrilsten Artefakte in der Beschneidungsdebatte"

    Klasse!

    Das sollte irgendwie noch größer rauskommen, schließlich ist das auch ein excellentes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit auf internationaler Ebene und vor allem die europäische Integration.

    Was bei der Kritik an der Maßnahme "HIV - Prävention durch Beschneidung" noch gar nicht bedacht wurde:

    Alle Methoden, die einen Erreger nicht vollständig eleminieren oder die Verbreitung bzw Ansteckung nicht komplett verhindern können, üben auf diesen einen Selektionsdruck aus. Wenn man berücksichtigt, dass Vorhautlosigkeit die Bereitschaft und Fähigkeit, Kondome zu benutzen, deutlich senkt, werden weite Teile Afrikas in den nächsten Jahren Zuchtgebiete für Varianten des Aidsvirus, die besonders effektiv Eintrittspforten wie z. B. die Urethra nutzen können.

    Zitat



    in so manchen Fällen bewahrt sie auch Männer vor der Flucht in die Homosexualität.

    Ein weiterer bislang öffentlich noch nie so klar und ehrlich dargesteller Vorteil der Verschleierung von Frauen in muslimischen Gesellschaften, in denen Homosexualität ja teilweise mit Todesstrafe belegt ist!

    Spaß off

    @ Nocut

    Zitat

    Ohne eine Ideologie würde doch niemals ein Mensch seinem eigenen Kind so
    etwas antun oder es gar in Kauf nehmen, dass es an diesem grausamen
    Ritual sogar zu Tode kommen könnte. Die Ideologie ist aber wie eine
    Droge, welche hier die Sinne vernebelt. Selbst ein Aufklärungsfragebogen
    würde daher nicht wirklich zu den Eltern im vollen Umfang durchdringen
    können (ähnlich wie Hinweise auf Zigarettenpackungen).

    Das habe ich mit "- das macht sich natürlich niemand wirklich klar." auch gemeint.

    In der muslimischen Gesellschaft, in der mein Mann groß geworden ist, ist es schon so, dass Sexualität in der Öffentlichkeit (alles außerhalb der Familie) ein Tabu ist. Aber innerhalb der Familie wird im Kontrast dazu ziemlich offen bis ins Detail unter den Geschwistern darüber geredet, auch bei Problemen. Die wissen vieles übereinander, die z. B. ich und meine Geschwister untereinander nicht wissen.

    @ Nocut
    Die Verscheierung bringt nicht nur Nachteile für die sexuelle Attraktivität. Sie sorgt auch dafür, dass das Auge nicht so sehr abstumpft. So war ja auch bei uns zu manchen Zeiten des vorigen Jahrhunderts eine nackte Wade bereits etwas ganz Aufregendes...

    Ich sehe es genau so wie Nocut: Es ist der ganze gesetzliche Rahmen, der eigentlich vor ein Gericht gehört.

    Die Eltern unterschrieben schließlich vor der Operation, dass sie auch über äußerst seltene, fatale Komplikationen aufgeklärt und damit einverstanden sind (was man sich ja erst einmal auf der Zunge zergehen lassen muss: Du erklärst dich damit einverstanden, dass dein neugeborenes Kind an einer Operation ohne jeglichen unmittelbaren Nutzen im Extremfall stirbt - das macht sich natürlich niemand wirklich klar). Wenn sie dem Arzt keine Kunstfehler nachweisen können, ist da juristisch nichts (und auch den behandelnden Ärzten moralisch kein Vorwurf) zu machen.

    Tja, in manchen Fällen führt die Säuglingsbeschneidung nicht nur zu einem 100%igem Schutz vor HIV, Prostata- oder Peniskrebs, sondern vor sämtlichen Unbill des Lebens überhaupt. Ob Herr Prof Bornstein diese grandiosen Erfolge bereits in seine Studiensichtung miteinbezogen hat...?
    Tut mir leid, besser gehts nicht.

    Dieser Artikel und das Video enthält genau die verkürzte Darstellung, die auch in vielen amerikanischen Artikeln über religiöse Beschneidungen zu finden ist.
    Meinen Kommentar, indem ich sachlich erläutere, dass es bei den allermeisten Säuglingen nicht möglich ist, die Vorhaut kurz anzuheben und dann in "Sekundenschnelle" abzuschneiden, sondern diese, oft abseit des Publikums, erst von der Eichel "gelöst" werden muss, schalten sie nicht frei.

    Glückicherweise konnte er sich mit seiner Mutter aussöhnen, die im Nachhinnein ihre duldende Haltung gegenüber der vom Vater forcierten Beschneidung bereute.
    Interessant auch, in welchen Zusammenhang er seine Beschneidung stellt: Die Erwachsenen bestimmen immer und überall, was gut für ein Kind ist. Basta. Und in dieser Atmosphäre gedeiht die Toleranz gegenüber Verhaltensweisen, die mehr mit den (ästhetischen, sexuellen, hygienischen) Bedürfnissen der Erwachsenen zu tun haben als mit denen der abhängigen Kinder.

    In vielen islamischen Gesellschaften kommt noch ein anderes Grundmuster hinzu: Es wird in der Erziehung die physische Zurichtung (Beschneidung der Jungen, manchmal auch der Mädchen, Verschleiern der Frauen, körperliche Züchtigung bis zum Mord bei Grenzüberschreitungen, Konzentration auf rituelle Handlungen) gegenüber einer Einflussnahme durch den sensiblen Dialog mit dem Kind (Erziehung zur Genitalhygiene, respektvoller Umgang mit dem anderen Geschlecht, Selbstreflexion) bevorzugt.