Beiträge von werner

    Der Artikel vom 4. März berichtet ja sehr positiv. Von Metzitzah B'Peh ist nicht die Rede. Auch die Anzeige des Mathematikers aus Rostock glaubt man noch unter den Tisch fallen lassen zu können.
    Erst als in der letzten Woche in kurzer Folge Artikel in drei grossen Tageszeitungen erschienen, musste der Zentralrat reagieren.
    Kramer war anwesend, um die Einheit des deutschen Judentums zu demonstrieren. Man versucht ja, die Chabad-Sekte, die vor allem in Berlin unter den zugewanderten russischen Juden viele Anhänger hat, noch "einzufangen". Obwohl Graumann die Integration der russischen Juden in die existierenden Gemeinden schon mal als Vorbild für die Integration von Migranten überhaupt angepriesen hat, hat dieses Bild jetzt einen ( weiteren) Knacks bekommen. Zu diesem innerjüdischen Knirschen gehört ja auch der Besuch von Yona Metzger im letzten Jahr, der unumwunden die Anwendung von Betäubung als Verstoss gegen das Religionsgesetz deklarierte. Graumann ist offensichtlich echt sauer, dass die Ultraorthodoxen ihm die Behauptung, Beschneidung sei immer "sauber", unterminiert haben. Zusammen mit den New Yorker Ereignissen ist das Bild eines blutabsaugenden Mohels sozusagen der "Top-Up" zu den Beschneidungsvideos.
    Die innerjüdischen Zwistigkeiten sind trotzdem kein Grund zur Freude. Dazu ist das ganze Thema zu traurig.

    Na endlich, eine klare Distanzierung, ohne den üblichen Antisemitismus-Beissreflex.

    Herr Graumann hat ja zu recht darauf hingewiesen, dass sich alle jüdischen Akteure in der Beschneidungsdebatte unmissverständlich gegen das oral-genitale Blutabsaugen ausgesprochen haben. Mir ist unbegreiflich, dass er sich hier in der jüdischen Gemeinde offensichtlich nicht durchsetzen konnte. Ich frage mich, ob der Zentralrat überhaupt noch " das Judentum" in Deutschland repräsentiert. Offensichtlich gewinnen ultraorthoxe zunehmenden Einfluss.

    Stellt sich mal wieder die Frage, was Rechtsfrieden bzw. öffentlicher Frieden bedeutet, und wer das wie definiert. Ist Frieden, wenn die Verfassung gebrochen wird, oder ist Frieden, wenn ein Kulturkampf vermieden wird ein Tabu eingehalten wird Herr Graumann es sagt Frau Merkel den Friedensnobelpreis erhält nicht mehr beschnitten wird? :whistling:

    Die Untersuchung geistert zunehmend durch die Weltpresse und wird eifrig getwittert unter dem Motto: jetzt wissen wir endlich, woher die 60%ige Reduktion der HIV-Ansteckungsrate durch Beschneidung kommt. Dabei steht davon nichts, aber auch rein gar nichts in der Studie. Alles reine Spekulation.
    Trotzdem bin ich überzeugt, dass die Studie im Rahmen der Pro-Beschneidungspropaganda noch oft als evidenzbasierter Beweis hergenommen werden wird.

    Graumann kennt wahrscheinlich den Wortlaut der Anzeige nicht, aber er kennt, was Christian Bahls dazu öffentlich geschrieben hat. Das "reicht ihm".

    Ganz und gar nicht gut finde ich, dass Graumann implizit der Staatsanwaltschaft Bruch des Rechtsfriedens für den Fall vorwirft, dass diese - rechtsstaatlichen Erwägungen folgend - Ermittlungen aufnehmen sollte.

    Zu den Zeiten des alten Testaments waren die Menschen sicherlich noch stärker an "rohe" Umgangsformen gewöhnt als zu den Zeiten, wo das Christentum entstand. Dass auch das Christentum "rohe" Umgangsformen durchlebte, zeigt die Inquisition oder die Kreuzzüge. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass in 50 oder 100 Jahren nur noch die Religionen eine Bedeutung haben werden, welche sich heute einer Weiterentwicklung im humanistischen Sinne nicht versperren.

    Man sollte vorsichtig sein, alles einen Topf zu werfen. Historisch gesehen weisen diese "rohen" Umgangsformen vielleicht Gemeinsamkeiten auf, es gibt aber auch gewichtige Unterschiede.

    Differenzieren muss man m.E. auch bezüglich der humanistischen Weiterentwicklung. Die Beschneidungsbefürworter halten die Beschneidung ja für das Humanste überhaupt (Bund mit Gott, Gemeinschaft, Gesundheit usw.)

    Kirchen, welche nur an Weihnachten voll werden oder immer mehr junge Menschen, die sich nicht firmen oder konfirmieren lassen möchte, sind daher nur das Warnsignal für die bestehende Schieflage der christlichen Kirchen. Die Tendenz jetzt auch noch bei der Beschneidungsdebatte erzkonservativ erscheinen zu wollen, dürfte langfristig richtig kontraproduktiv werden. Ich persönlich ringe noch immer mit dem Gedanken, ob ich Christ sein kann, wenn "offizielle" Glaubensvertreter dieser religiösen Ausrichtung Zwangsbeschneidungen auch noch gut heißen.

    Das Erzkonservative in den Religionen stösst vielen Gläubigen vor allem in Mitteleuropa auf. In anderen Ecken der Welt kann es gar nicht konservativ genug sein.

    Aber selbstverständlich kann man Christ sein, auch wenn man die Ausrichtung der Glaubensvertreter nicht teilt. Es gibt sogar Glaubensvertreter, die die Ausrichtung anderer Glaubensvertreter nicht teilen.^^

    Man kann sogar Christ sein/ bleiben, wenn man aus der Kirche austritt, vielleicht sogar ein christlicherer Christ. ;)

    Dass die Amis bis heute nicht auf die Idee kommen, dass Kondome wirksam schützen und noch dazu billig sind, erschließt sich mir nicht.

    Auf die Idee gekommen sind sie schon. Sie wissen aber auch, dass die Abneigung gegen den Kondomgebrauch wie auch gegen jede Form der Genitalhygiene bei Männern genetisch bedingt ist. Wie etwa auch die Abneigung, im Sitzen zu pinkeln.
    Männchen Männer ohne Kondome haben eindeutig einen evolutionären Vorteil. Stinkende Männer vertreiben Konkurrenten und im Stehen pinkelnde Männer haben einen besseren Überblick in der Grassteppe. :P

    Letztendlich ist das Problem des ausbleibenden Orgasmus oft ein "ungenügendes" Zusammenspiel der Beteiligten. Das kennt man auch aus der Tanzstunde, wo man mitunter heil froh ist, wenn man sich nach einem Tanz von seinem Tanzpartner verabschieden darf. Hier spielt Chemie und Taktgefühl eine Rolle.

    Dass die nach der stundenlangen "Behämmerung" durch einen tauben Penis wund gewordene Partnerin sich von ihrem Partner heilfroh verabschiedet, kann man gut nachvollziehen. Dabei spielt die Vaginalchemie und der hämmernde Takt bestimmt eine Rolle. (würg)

    Hier die originelle originale Pressemeldung zu diesem Artikel.

    Circumcision alters penis microbiome, could explain HIV protection.

    Darin eröffnet ein Mitautor der Studie, Lance Price (übrigens der Ehemann der Studienleiterin Cindy Liu) eine alternative Perspektive.

    "To Price, this study has implications beyond circumcision. Understanding the changes in the microbiome following surgery could eventually lead to interventions that don't require a surgical procedure. "The work that we're doing, by potentially revealing the underlying biological mechanisms, could reveal alternatives to circumcision that would have the same biological impact. In other words, if we find that it's a group of anaerobes that are increasing the risk for HIV, we can find alternative ways to bring down those anaerobes," and prevent HIV infection in all sexually active men, says Price."

    Die hier gestellte Frage, ob auch andere Möglichkeiten als Beschneidung zur Verminderung der Bakterienflora (etwa die Behandlung mit Wasser und Seife) infrage kommen könnten, wird sich sicher als Irrweg herausstellen. Falls nicht, trifft dies auf alle Fälle nicht auf sexuell aktive Kleinkinder zu.

    Hier dasselbe Thema bei Failed Messiah.

    Flawed Penn Haredi Circumcision Study Comes Under Fire As Agudah Court Brief Lies - FailedMessiah.com

    "In case you missed my

    the two Penn Med Center for Evidence-based Practice members who did that study cited by haredi umbrella organization Agudath Israel of America in a court filing in support of its claim that there is no valid statistical information to back NYC's claims about metzitzah b'peh (the direct mouth-to-bleeding-penis sucking done by many haredi mohels after removing the baby's foreskin), are


    "And these two professionals – one an internist with no significant neonatal infectious disease experience and the other health policy researcher who is not a physician or an epidemiologist – did not declare their obvious conflict of interest."

    Evidenz-basiert - keine Fachleute auf entsprechenden Gebieten. Trifft das nicht auch auf einen deutschen Professor zu, von dem ich kürzlich gehört habe? Und: ist eigentlich das eigene Beschnittensein ein "Conflict of Interest"?

    Naja so weit möchte ich jetzt mal nicht gehen. Die Christen sind keine verfassungsfeindliche Verschwörung mit Eroberungsphantasien, auch wenn das unter Bezugnahme auf irgendwelche Spinner aus dem 13. Jahrhundert gerne aus der Mottenkiste geholt wird, um ihnen ans Bein pinkeln zu können.

    Ich nehme hiermit den Begriff "Reconquista" mit dem Ausdruck grössten Bedauerns zurück!