Beiträge von werner

    "Im Übrigen erfasst dieser Tatbestand (Anm.: FGM) nicht jegliche Manipulation, sondern die "Verstümmelung". "

    Oha, gleich noch einer, der wie Herr Montag die milden Formen der FGM relativiert und plötzlich für akzeptabel hält?

    Es geht dabei ja auch um das Bemühen, Schönheitsoperationen nicht unter den Tatbestand fallen zu lassen. Dies wurde in den Vorschlägen der Parteien immer wieder betont.

    Zurück zu Becker: Solche Leute brauche ich, anhand der Zitate etc. sehe ich, eigentlich ist er wohl ein "Unterstützer der Wirtschaftsfraktion" (ist derzeit ein Vorurteil, kann ich zugeben_macht aber die Arbeit effektiv, das herauszufinden).

    Wenn ich das richtig sehe (man mag mich korrigieren) dürfen nach dem Beschneidungsgesetz bei Kindern über sechs Monaten sowieso nur Ärzte operieren. Viele jüdische Beschneidungen finden im Jüdischen Krankenhaus in Berlin statt. Bleibt eine gewisse Zahl von Mohel- Beschneidungen. Dass diese ein gravierender wirtschaftlicher "Verlust" für die Ärzte sind, sollte man mit Vorsicht behaupten.

    Die Stellungnahme des dänischen Gesundheitsministeriums.


    http://www.sst.dk/publ/Publ2013/06jun/OmskaeringDrenge.pdf


    Bei "Taylor&Francis Online" findet man folgende Untersuchung.



    Die Autoren

    http://mesu.ku.dk/staff/beskrivelse/?id=194758&f=2


    Zitat

    ""Male infant circumcision should be available throughout the NHS. Although a handful of NHS trusts provide it, most parents are forced into the poorly regulated private sector," Professor Sheikh said."

    http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/6253409.stm

    "Die rituelle Beschneidung" von Karl Becker

    http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=991801


    Zitat

    "Diese Entwicklung fürchten vor allem Mediziner. "Wird eine Beschneidung unter unzureichenden hygienischen Bedingungen durchgeführt, ist das Risiko schwerwiegender Komplikationen deutlich erhöht", warnt der Bonner Kinderchirurg Karl Becker. Das Kölner Urteil gefährde daher eher das vermeintlich zu schützende "Kindeswohl". Auf lange Sicht seien Beschneidungen medizinisch gesehen kein Nachteil für die Betroffenen, sagt der Experte. Wenn der Eingriff selbst aber etwa unter unzureichender Betäubung durchgeführt werde, könne das einen kleinen Jungen durchaus traumatisieren.Becker plädiert dafür, die Beschneidung bis zu einem Alter der Kinder von sieben bis acht Jahren aufzuschieben. Zu diesem Zeitpunkt könnten die Kinder das Erlebte besser verstehen und selber klar Stellung nehmen. "Die spätere Beschneidung kann man allerdings nur durch eine Diskussion innerhalb der muslimischen Gemeinden erreichen", sagt der Arzt."


    http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/K…icle807892.html


    Zitat

    "Selbst bei Verdacht auf Phimose könne man die jungen Patienten mit Salben behandeln. Wenn aber Eltern ihre Söhne aus religiösen Gründen ohnehin beschneiden wollen, lasse sich ein Eingriff medizinisch unter Umständen rechtfertigen. "Es gibt hier eine Grauzone", sagt Becker.


    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-86653815.html


    "Was ist eigentlich eine Phimose?"

    Zitat

    "Diese Entscheidung fällt oft in das Vorschulalter – ein Zeitpunkt, der nicht zuletzt aus organisatorischen Gründen günstig ist. Außerdem können die Jungen jetzt ihrem Alter entsprechend gut auf die Operation vorbereitet werden."

    http://www.kinderchirurgie.com/fileadmin/k-ch…brosch_bnkd.pdf


    Dr. Karl Becker, Pressesprecher des BNKD

    http://www.kinderchirurgie.com/sitz-und-vorstand/

    was ist daran antisemitisch, zu beschreiben wie ein Dogma mit menschlichen Neigungen in Konflikt gerät?


    Der "Haaretz" ist ja schon gelegentlich Antisemitismus und Landesverrat unterstellt worden. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das die Einstellung der Haredim auch gegenüber diesem Artikel ist.
    Ich hätte einfügen sollen: "aus Sicht der Haredim". Dann wäre es klarer gewesen.

    Zugegebenermassen echt fies und wahrscheinlich extrem antisemitisch ist der folgende Artikel aus der Zeitung "Haaretz". In ihm wird nämlich behauptet, dass israelische Psychiater männlichen Haredim Antidepressiva verschreiben, um deren sexuelle Lust zu mindern. Antidepressiva haben bekanntlich eine Lustminderung als Nebenwirkung. Nach den Regeln der Haredim darf es aber nicht öfter als zwei Mal im Monat zum ehelichen Verkehr kommen.

    Zitat

    "Bonne, a highly esteemed veteran physician, praised that population's growing openness vis-a-vis the field, but made a few comments that caused some audience members to shift uneasily in their seats. For example, Bonne said that sometimes yeshiva students and married men should be given antidepressants even if they do not suffer from depression, because these drugs also suppress sex drive."

    http://www.haaretz.com/weekend/week-s…helper-1.422985

    Zitat

    "Auch manchen niedergelas­senen (Kinder­)Chirurgen stößt das neue Gesetz sauer auf: Sie befürchten eine Ungleichbehand­lung gegenüber religiösen Be­schneidern. Denn für sie gelten strengste Auflagen in Bezug auf die strukturelle und hygienische Qualität ihrer Eingriffe – und es erscheint zumindest fraglich, dass auch religiöse Beschneider diese hohen Auflagen erfüllen können. Ob sich hieraus aber ein Ansatzpunkt für eine rechtliche Anfechtung des Beschneidungs­
    gesetzes ergibt, ist allerdings unklar."

    "Soweit ich den Ablauf einer Beschneidung in der Synagoge, einer Moschee oder einer Wohnung beurteilen kann, erkenne ich keinerlei Voraussetzung, die den Anforderungen an einen Operateur der – hypothetisch – ausschließlich Zirkumzisionen durchführt, gleichkommt. Heißt das nun im Umkehrschluss, dass bei religiös motiviertem Eingriff die Anforderungen an alle zum Ambulanten Operieren erforderlichen Voraussetzungen wegfallen? Wodurch wird eine solche Vorgehensweise, die im Schadensfalle in einem OP-Zentrum zu erheblichen juristischen Konsequenzen – infolge mangelnder Strukturqualität per se ohne Ansehen des Schadens – für den Operateur führen würde, legitimiert?"

    http://www.chirurgen-magazin.de/jahrgang2013/CM61_1_2013.pdf

    Zitat

    "Der Tübinger Strafrechtswissenschaftler Edward Schramm bringt es auf den Punkt:
    „Würde die Beschneidung ihrer Kinder [...] strafrechtlich untersagt werden [...], würde sie wegen ihres Glaubens rechtlich diskriminiert und in einem zentralen Moment ihrer Glaubensausübung kriminalisiert werden. Das (straf)rechtliche Beschneidungsverbot für jüdische oder muslimische Eltern eines Knaben würde dann sogar lauten: Euer Sohn darf nicht Jude, Euer Sohn darf nicht Moslem werden, solange er nicht volljährig ist.“
    (Edward Schramm, Ehe und Familie im Strafrecht, Tübingen, 2011, S. 229)."



    http://www.jg-chemnitz.de/Beschneidung.pdf

    Sag mal werner, diese Geschichte mit dem Rabbi, der Vorhäute aufbewahrt, war da nicht was dran? Gab's das mal oder ist das ein Gerücht?

    Im Netz findet man das nur in Form von Witzen. ("Die Vorhäute sammeln und dem Schöpfer zurückschicken..."). Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass Prof. Franz darauf reingefallen ist. Man müsste ihn also selbst fragen.

    Schade auch um jeden nicht-atheistischen Interessenten, der die Debatte und die Problematik eigentlich genauso kritisch betrachtet und von solch einem Untertitel eher abgeschreckt wird.

    Das wäre in der Tat schade. Auf der anderen Seite könnte ich mir gut vorstellen, dass gerade diejenigen Gläubigen, die der Beschneidung und den Äusserungen einiger Religionsvertreter in der Debatte kritisch gegenüberstehen, an einer Verdeutlichung und damit einer Abgrenzung ihrer eigenen Position interessiert sind. Oder anders gesagt: man sollte vielleicht die "Belastbarkeit" der Gläubigen nicht unterschätzen. ;)

    Ich würde gern an dieser Stelle der Frau Ruprecht, deren Aktivitäten mit Sicherheit von allen Religionsvertretern mit äusserst wachsamen Augen verfolgt werden, meinen Respekt zollen. Frau Ruprecht lässt an ihrer religiösen Toleranz keinen Zweifel. Dies könnte die Grundlage für eine gemeinsame Resolution des Europarates bilden. Auf der anderen Seite fordert Frau Ruprecht eine maximale Schonung des Kindes ein (Stichwort: ärztliche Kunst). Man muss dieses Kompromissangebot, das auf ein Verbot der Mohel-Beschneidung hinausläuft, nicht mittragen. Immerhin verleiht es der gesellschaftlichen Ächtung der religiösen Beschneidung ein höheres Gewicht als dies im deutschen Beschneidungsgesetz der Fall ist. Eine ähnliche Ächtung sehe ich übrigens auch in der dänischen Dokumentationspflicht. Die Gesellschaft weigert sich, wie es vor dem Kölner Urteil der Fall war, wegzuschauen.

    Ich bedanke mich für Euren ausführlichen Bericht!

    Eurer Einschätzung von Frau Brocke kann ich nicht ganz folgen. Frau Brocke ist eine ausgewiesenen Vertreterin und Kennerin des Judentums, die unterschiedliche Funktionen wahrgenommen hat und dafür mehrere Auszeichnungen erhalten hat. Und eine solche Fachfrau, die selbstverständlich die Bedeutung der Beschneidung für das Judentum kennt und mit Sicherheit die Beschneidungsdebatte, die angeblich die Existenz des Judentums in Europa infrage stellt, verfolgt hat, soll sich nicht mit den "technischen Details" auskennen? Und gesehen hat sie den Penis eines jüdischen Mannes auch noch nie? Das alles scheint mir dann doch ziemlich unglaubwürdig. So etwa, wie wenn jemand einen Vortrag über den Volkswagen hält und am Schluss vom Publikum darüber aufgeklärt wird, dass es sich um ein Auto hält.

    Ich habe es schon vor geraumer Zeit gelesen und halte es für sehr lesenswert. Es ist zwar ein wenig anekdotenhaft, indem es allerlei Einzelmeinungen, Skurriles und Absurdes insbesondere auch aus der Beschneidungsdebatte aneinnanderreiht, trotzdem zeichnet Jens meines erachtens ein stimmiges und besorgniserregendes Gesamtbild.

    Ich habe das Buch ebenfalls gelesen und stimme R2D2 absolut zu. Jens versteht es, die Debatte von allerlei Geschwurbel zu reinigen und auf die wesentlichen Punkte einzudampfen. Dafür ist polemische Überspitzung ein legitimes und wirksames Mittel. In diesem Sinne ist auch "Religionskampf" zu verstehen. Es geht Jens nicht um "Religion an sich", sondern um die unrühmliche Rolle, die manche Religionsvertreter in der Debatte gespielt haben.

    Jens, Sohn des kürzlich verstorbenen Walter Jens, hat übrigens eine Fernsehsendung mit dem Titel " Streitfall Beschneidung" gedreht, in der auch Alex Bachl zu Wort kam. Wurde hier schon mehrfach besprochen.

    Offensichtlich bist Du im falschen Forum gelandet. Hier geht es nicht um die Beschneidung von Erwachsenen, sondern von Minderjährigen.

    Berichte wie Deinen findet man im Internet zuhauf.

    Du kannst Dich ja in zehn Jahren wieder melden, wenn Deine Eichel vollendes abgestumpft ist. Wir helfen Dir dann gern weiter.

    Zitat von Jerzy Montag

    "...nach den mir vorliegenden Informationen..."


    Was kann Jerzy Montag dafür, wenn ihm keine adäquaten Informationen vorliegen? Wahrscheinlich wollen diese Informationen gar nicht auf seinen Schreibtisch. Wir haben es ja schon öfter in dieser Debatte erlebt, dass Informationen die Schreibtische von Politikern scheuen wie Teufel das Weihwasser...

    Das Gesetz, dass die Körperverletzung zum völligen Belieben in das Elternrecht legt auch noch als Einschränkung desselben zu verkaufen.

    Die Körperverletzung muss nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden und darf nicht zur Verhinderung der Masturbation eingesetzt werden. Beides stellt eine geradezu unüberwindliche Einschränkung dar. ;(