Vom Hocker reisst mich der neue Artikel im "Freitag" nicht gerade, aber man muss ja froh sein, wenn überhaupt etwas erscheint. Die Beschneidungskritiker wird freuen, dass nur Walter, Merkel und Terres des Femmes zitiert werden, weil dadurch der Eindruck entsteht, es gebe keine Gegenmeinungen. Mit journalistischer Sorgfaltspflicht hat das weniger zu tun. Nun gut.
Von den Gründen für die Verfassungswidrigkeit des Knabenverstümmelungsgesetzes (körperliche Unversehrtheit, Grenzen der Religionsfreiheit usw.) ist in dem Artikel nicht mehr die Rede. Es habe sich um einen "Streit" zwischen Religionsgemeinschaften und Kinderschützern gehandelt (als ob zwischen beiden ein Gegensatz bestünde). Aus dem ethnisch-religiösen Konflikt (ethnisch?) sei die Luft raus. Jetzt aber gehe der "Streit" wahrscheinlich weiter, jetzt allerdings wegen der Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes.
Irgendwie habe ich den Eindruck, der Author hat Streit nicht so gerne. Dass Walter "polemisiert" habe, kann ich nicht nachvollziehen. Der Author formuliert auch, dass die Beschneidungsbilder im letzten Jahr "blutrünstig" waren. Das lag wohl kaum an den Bildern...
Herr Hafner ist Psychologe. Mit Psychologie hat der Artikel jedoch nichts zu tun. Es wäre vielleicht besser gewesen, einen Juristen auf das Thema loszulassen. Aber das ist sicher nicht der Hauptgrund, warum der Artikel wahrscheinlich nicht für den Grimme-Preis vorgeschlagen wird...