Latasch wurde seinerzeit in den Ethikrat berufen, um den Standpunkt der jüdischen Ethik zu medizinischen Fragen einzubringen. Sein Beitrag in der Beschneidungsdebatte zeigt, dass die jüdische Ethik in der Beschneidungsfrage die Wissenschaft umbiegt, wie es ihr in den religiösen Kram passt.
Zitat
"Ich gehe gleich auf zwei der Hauptthemen ein, die immer erwähnt werden: Das eine ist Trauma und das andere ist Schmerztherapie, denn mit beiden wird ziemlich lasch umgegangen."
Mit der Schmerztherapie geht Latasch in der Tat nicht lasch um, sondern konsequent an den religiösen Erfordernissen des Rituals.
Übrigens sind die meisten Schmerzforscher keine Jungs, sondern Mädels. Sie haben gerade ein neues Buch herausgegeben, indem sie eindrücklich die Komplexitäten und Unabwägbarkeiten der Schmerzfrage darlegen.
http://books.google.de/books?hl=de&lr…%20pain&f=false
Bei Latasch reicht dagegen.
Zitat
"Wenn Neugeborenen viel Blut abgenommen werden muss, also jedes Mal ein Schmerzreiz gesetzt wird, und man diesen Neugeborenen etwa fünf Minuten vor der Blutabnahme 3 bis 4 Milliliter mindestens 20-prozentige Glukose, also Zuckerlösung, appliziert, also einfach in den Mund gibt, so reduziert dies die Schmerzen teilweise um mehr als 90 Prozent. Bei jetzigen Studien wird untersucht, ob das auch für Kleinkinder – ich darf Ihnen sagen, dass dieser süße Wein, und nur der wird verwendet, letztendlich an diese 20 Prozent locker herankommt."
Übrigens hat sich Latasch vor dem Ethikrat vor allem auch mit den Schmerz in der religiösen Gemeinde beschäftigt. Wie wär' mit ein paar Tropfen Wein?