Ich finde die Darstellungen immer noch reichlich tendenziös.
Die Beschneidungsfeierlichkeiten bei rituellen Beschneidungen werden mit blumigsten Worten ausführlich beschrieben, dass aber rituelle Beschneider in der Regel betäubungslos unter höllischen Schmerzen beschneiden, wird einfach weggelassen, während bei der Mädchenbeschneidung extra darauf hingewiesen wird.
Der Säugling beruhige sich schnell durch einen Tropfen Wein, heisst es. Warum er vorher aufgeregt war, bleibt offen. Durch die Feierlichkeiten?
Mädchen und Frauen werden weder aus religiösen noch aus medizinischen Gründen beschnitten, heisst es. Ja, warum denn dann? Aus Daffke oder reiner Boshaftigkeit? Weil er so böse ist, der Afrikaner, und der Jude und der Muslim nur das Beste will?
Unter der Vorhaut können sich "schnell" Bakterien bilden, die zu Entzündungen führen und sogar zu Krebs führen können, heisst es. Damit kann man leicht Kindern Angst einjagen, und den Eindruck erwecken, ohne Vorhaut lebe es sich in jedem Fall gesünder.
Die Vorhaut ist jetzt übrigens nicht mehr "nicht so wichtig", sondern nicht mehr "lebenswichtig". Kann man jetzt alles abschneiden, was nicht lebenswichtig ist?
Es ist doch unübersehbar, welchen Zweck die Autoren mit ihrer Darstellung verfolgen. Kann /soll man mit Kindern so an der Wirklichkeit vorbei umgehen? Wiederholt man damit nicht genau das, was viele Betroffene hier im Forum beklagen, dass keiner ihnen gesagt hat, was Beschneidung in Wirklichkeit bedeutet?
Aber keine Sorge: Kinder können ihre Eltern fragen, und sich im Internet kundig machen. Dann fällt das Gebäude schneller in sich zusammen, als die Autoren es sich wünschen. Oder glauben die selbst noch an den Klapperstorch?