Beiträge von werner

    Das ist ein sehr schön zusammengefasster Blick auf die Beschneidung aus ethnologischer Sicht. Diese Sicht ist unter den entsprechenden Wissenschaftlern seit Jahrzehnten weit verbreitet. Der Ablauf der jüdischen Beschneidung zeigt auch heute noch seinen patriarchalischen Hintergrund. Schade, dass sich diese Wissenschaftler nicht in der Beschneidungsdebatte zu Wort melden.

    Ich habe übrigens " Stimmen gehört" ( diese Wendung von Frau Merkel werde ich in Zukunft öfter verwenden, wenn ich zu faul bin, um die Beweisstücke herauszusuchen), die sagen, dass die ( monotheistischen ) Religionen grundsätzlich auf der patriarchalischen Unterdrückung der jüngeren durch die älteren Männer beruhen. Ich bin ebenfalls dieser Meinung, finde aber die Diskussion darüber würde hier zu weit gehen. Deshalb lasse ich einen eventuellen Protest stumm über mich ergehen... :rolleyes:

    Der gemeinsame Feind ist der Atheismus. Deshalb muss der Mensch schon frühzeitig im Glauben "verwurzelt" werden. Der Islam ist dabei übrigens noch schneller als das Judentum: er spricht das Willkommensgebet gleich nach der Geburt. Wer weiss, was in den acht Tagen so alles passieren kann?

    Ich denke es ist sehr viel perfider.

    http://www.spiegel.de/politik/deutsc…n-a-869519.html

    Dass es Antisemitismus bei uns gibt, hat niemand bestritten. Perfide ist, dies mit der Beschneidungsdebatte in Verbindung zu bringen. Die Studie der Ebert-Stiftung wurde im August erhoben, als die Beschneidungsdebatte schon in vollem Gang war. Trotzdem hat sich keine Steigerung des Antisemitismus im Vergleich zu früheren Jahren ergeben.

    Frau Griese hat "Äusserungen" gehört, Frau Merkel "Stimmen" - antisemitische natürlich. Ross und Reiter nennt sie nicht. Meint sie vielleicht das Beschneidungsforum?

    Machen wir es doch einfach mal umgekehrt: in der Beschneidungsdebatte habe ich Stimmen gehört, die die Menschenrechte, die Kinderrechtskonvention und das Grundgesetz aushebeln und den Religionen bestimmende Macht in Staat und Gesellschaft einräumen wollen. Einige Stimmen haben Atheisten den Schutz des Grundgesetzes abgesprochen und sie zu Freiwild erklärt. Es hat Stimmen gegeben, die Eltern die unbeschränkte Verfügungsmacht über den Körper ihrer Kinder geben wollen.

    Wo ich diese Stimmen gehört habe? Äh,hm,äh, da müsste ich doch mal, wo war das noch gleich? Aber gehört habe ich sie - das steht fest. 8|

    Es gibt da einen Gastbeitrag bei einem Blog, der mich tagelang beschäftigt hat: Lob der Penisbeschneidung
    Die Autorin ist ganz offensichtlich der Meinung, dass ein beschnittener Mann ihre Bedürfnisse in der Sexualität besser befriedigen kann. Na ja, lest selber.

    Der Mann der Autorin war zur Zeit des Artikels gerade ein paar Monate beschnitten. Fragt sich, ob sie in 10 Jahren, wenn die Eichel verhornt ist und ihre Vagina schmerzt, immer noch so von seinem Penis schwärmt.

    "Segal kennt auch noch andere Mitglieder der IKG (Israelitische Kultus Gemeinde), die ebenfalls gegen Beschneidung sind, sich jedoch nicht trauen, das öffentlich zu sagen. "Der soziale Druck innerhalb der Gemeinde ist einfach zu groß, sie fürchten Repressalien. Etwa, dass ihren Söhnen der Besuch einer jüdischen Schule verwehrt wird“.

    Es wird immer deutlicher, was eigentlich vom Beginn der Debatte an hätte klar sein sollen: die Aussagen der Religionsvertreter sind nicht nur an Politik und Gesellschaft gerichtet, sondern auch an die eigenen Gläubigen. Wahrscheinlich gibt es auch in anderen Religionen viel mehr "Vulgärrationalisten", als sich Herr Kermani träumen lässt.

    Es sind auch schon wieder miese Tricks zu erwarten, den Alternativentwurf gar nicht zur Abstimmung zuzulassen.
    Das könnte die Bundesregierung im Vorfeld mit ihrer Stimmenmehrheit wohl veranlassen. Dann würde in der letzten Lesung nur noch über das Vorhautamputationserlaubnisgesetz abgestimmt - alternativlos, natürlich.

    Wahrscheinlich geht es darum, das Lager der Alternativgesetzbefürworter zu spalten. Einige von denen werden weder gegen den Regierungsentwurf stimmen, noch sich der Stimme enthalten wollen.

    […]

    Ich möchte hier wahrlich keine Therapiediskussion lostreten, aber doch darauf hinweisen, dass Du mit Deiner Empfehlung eine therapeutische Perspektive nahezu unmöglich machst. Ein Sexualtherapeut, der entweder selbst beschnitten ist oder bezüglich Beschneidung belesen ist, dürfte schon mal sehr selten sein. Von denen muss einer Dein Vertrauen gewinnen und in der Nähe wohnen muss er auch, weil Du ja wahrscheinlich öfter hingehst.

    Nein, das kann's nicht sein. Wichtig ist eine Vertrauensperson. Das kann ein Therapeut, ein Arzt oder irgendein anderer Mensch sein. Wenn er für Dich ausreichend sensibel ist (und nur dann wirst Du ihm vertrauen), muss er weder selbst betroffen noch belesen sein.

    Hallo Werner,

    was willst du mit deiner Aussage sagen? Ich steh aufm Schlauch....

    Es ist nicht meine Aussage, es ist ein Zitat aus dem Artikel, den ich verlinkt habe. Der Artikel geht über Traumatherapie, gehört also m.E. zum Thema/Thread. Ich fand den Artikel wichtig, weil wir hier schon mal über Verhaltens-/Psychotherapie diskutiert haben, und einige hier auch Therapieerfahrungen haben. An dem Zitat ist mir vor allem der Satz wichtig, der auf die Bedeutsamkeit der Beziehung zwischen Therapeut und Patient hinweist. Mir tut es leid, dass Menschen, die eine Therapie machen möchten (möchten!), oft lange brauchen, bis sie im herrschenden Wirrwarr der Therapieangebote an die " richtige Adresse" kommen. Dabei kommt es, wie der Artikel zeigt, nicht so sehr auf die Art der Therapie, sondern darauf an, dass man einen Menschen findet, dem man vertraut bzw. bei dem man Vertrauen lernen kann.

    "Natural Beginnings Birth & Wellness Center offers convenient and cost-effective outpatient alternatives for procedures previously only performed in a hospital operating room. As in-office services, these procedures require a localized anesthetic, not general anesthesia, and therefore expose you to fewer medical risks. They also take less time, offer quicker recovery and usually cost less out of pocket."

    Natural Beginnings Birth and Wellness Center

    " While preliminary, the data indicate that in and of itself, circumcision did not confer significant protective benefit against STI/HIV infection. Findings suggest the need to apply caution in the use of circumcision as an HIV prevention strategy, particularly in settings where more effective combinations of interventions have yet to be fully implemented."

    More than Foreskin: Circumcision Status - PubMed Mobile

    "The main thing that people are afraid of when they are trying to decide not to circumcise the baby is they are afraid of two main things, one, they are afraid of the families, so they are afraid of the grandfathers, they are afraid of their brothers. Second thing, they are afraid that when the baby will grow up different from the society, he will be different and maybe lonely because of this, maybe because, reject him and don't want to be friends with him in school or something."
    [align=left][i]
    Video - Israelis beginning to shun circumcision? - Culture - jn1.tv

    Hm, keiner "afraid of god"? Vielleicht stimmt das mit der Religion ja gar nicht...

    "In einer Befragung von mehr als 670 ehemaligen Patienten aus ambulanter und stationärer Psychotherapie machte es keinen Unterschied, wie lange die Therapie dauerte, ob die Behandlung verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch war. Bedeutsam für das Therapieergebnis hingegen war, wie gut die Beziehung zwischen Therapeut und Patient war, wie schwer die Erkrankung war und ob der Patient bereits schlechte Therapieerfahrungen gemacht hatte."

    Psychotherapie hat kaum bekannte Risiken und Nebenwirkungen - SPIEGEL ONLINE