"Zur Beschneidungsdebatte in Deutschland soll nun auch Mehmet Görmez, Leiter des Amtes für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei (Diyanet), im Bundestag vorsprechen. Dabei werde er, so erklärte er während seines aktuellen Besuchs Saudi Arabien, nicht ausschließlich auf die Notwendigkeit der Beschneidung aus religiöser Sicht eingehen. Er wolle hingegen deutlich machen, wie sehr er ein Verbot religiöser Symbole insgesamt ablehne.„In einem modernen Staat können Parlamente, Politiker und Anwälte nicht über religiöse Praktiken, die auch islamische Symbole beinhalten, richten oder sie verbieten“, so Görmez. Der Umgang mit Religion in Deutschland müsse sich grundlegend ändern."
Beschneidungsdebatte: Diyanet-Chef spricht im Bundestag | DEUTSCH TÜRKISCHE NACHRICHTEN
"Für die Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) ist das jedoch kein Grund zum Aufatmen. Die Skepsis bleibe weiterhin bestehen, so der Islamverband...Das Problem aus Sicht des DITIB: Der § 8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung sei allen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe wohl bekannt. Die Ereignisse, die zur Entstehung dieses Paragraphen geführt hätten, auch. Es gehe um Kinder, die geschlagen, vernachlässigt, eingesperrt, vergewaltigt, ja sogar von ihren Eltern ermordet würden. „Daher ist es unmöglich“, so die Argumentation, „die Beschneidung von Anfang an in dieser Assoziation zu belassen und gleichzeitig von Rechtssicherheit zu sprechen."