Beiträge von werner

    Vielen Dank, Benni, dass Du das von der Staatsanwaltschaft angesprochene Video nochmals ausgegraben und verlinkt hast. Es handelt sich in der Tat um eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus. Der Beschneider verabreicht dem Kind etwas in den Mund mit einer Art "Spritze". Ich würde meinen, es handelt sich um eine Sucrose-Lösung. Diese "Betäubung" hat auf den Säugling offensichtlich keinerlei Wirkung. Das Beschneidungsschild wird nicht benutzt, wenn ich das richtig sehe, sondern eine Schere. Das Schild wird wahrscheinlich nur bei jüdischen Beschneidungen benutzt, oder?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei dieser Beschneidung ein Penisblock angewendet wurde. Hygienisch sieht es ansonsten in der Tat aus.

    Das Video bestätigt, dass bei Säuglingen nur eine sehr eingeschränkte "Betäubung" möglich ist, wenn überhaupt. Das scheint bei der Beschneidung der Stand der "ärztlichen Kunst" zu sein, auf den sich das Gesetz und die Staatsanwaltschaft beziehen. Es wird sich hoffentlich anhand dieses Videos herumsprechen, was dies bedeutet.

    Gleichsam als Kronzeugen für die soziale Bedeutsamkeit der medizinisch nicht- indizierten Beschneidung rief der Referentenentwurf des BMJ den Nobelpreisträger Nelson Mandela, Mitglied des südafrikanischen Xhosa-Stamms, an.

    "In meiner Tradition kann ein Unbeschnittener nicht die Güter seines Vaters erben, er kann nicht heiraten, er kann keine Stammesrituale leiten. ... ein nichtbeschnittener Mann gilt überhaupt nicht als Mann, sondern als ein Knabe.“ (Mandela, Der lange Weg zur Freiheit, 1994,S. 41 ff.). "

    Versäumt hat es der Referentenentwurf, auf die Folgen der rituellen Beschneidungen bei den Xhosa aufmerksam zu machen.

    "In the past 10 years, even though the Traditional Circumcision Act was introduced, more than 500 boys have died in the Eastern Cape and hundreds more have lost their penises."

    Der südafrikanische Filmemacher Mayenzeke Baza, selbst Xhosa, dreht darüber zur Zeit einen Dokumentarfilm.

    Breaking taboos | City PressCity Press

    Beim Filmfestival Max-Ophül-Preis erhielt der Regisseur Arne Ahrens den Publikumspreis für Kurzfilme.

    SR-online: Die Preisträger 2013

    "Die Beschneidung von Jungen ist ein Erregethema, das Kölner Beschneidungsurteil hat hitzige Debatten ausgelöst. In „Meine Beschneidung“ (15 Minuten) erzählt der Hamburger Arne Ahrens von dem jungen Ümit. Der ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und fährt jetzt in den Sommerferien mit seiner Familie in die Türkei zu seiner Beschneidung. Einfühlsam und mit Humor stellt Ahrens das Thema Integration auf den Kopf: Ein Deutschtürke erlebt in der Heimat seiner Eltern einen Kulturschock. Originell."

    SOL | Max Ophüls: Die letzten vier Spielfilme des Wettbewerbs starten heute

    @Mr.Mindcontrol

    Du differenzierst einfach nicht, und das ist gerade in dieser Debatte nötig.

    Es ist ja nicht per se schlecht, dass jemand bestimmte Meinungen/Interessen vertritt, diese öffentlich propagiert und für ihre Durchsetzung Geld einsackt. Wenn das Ziel darin besteht, alle Juden nach Israel zu bringen - warum nicht?
    Das Antisemitismus (z.B. von Rechtsradikalen) stattfindet, ist Fakt. Darüber aufzuklären und Geld zu sammeln, um das zu bekämpfen, halte ich für wichtig und wertvoll - warum also nicht?
    Wenn Du von den "Kriegsverbrechen" Israels spricht, für deren Finanzierung " der Zionismus" Geld einsammelt, solltest Du auch von den Kriegsverbrechen der Hamas sprechen, die dafür Geld vom Iran einsammelt. Die Klärung der Frage, ob es sich jeweils tatsächlich um "Kriegsverbrechen" handelt, gehört eigentlich nicht in dieses Forum. Darüber hinaus gibt es völlig verschiedenartige "Zionisten". Manche von ihnen geben zwar Geld für Israel, propagieren aber trotzdem nicht, dass alle Juden dort leben müssten.

    Die Behauptung lautet ja immer, dass bei diesen Geldsammlungen unlautere Methoden angewandt werden. Die Aussage (die DU nicht getroffen hast!!!), solche Methoden wären "typisch jüdisch", wäre mit Sicherheit antisemitisch.
    Der designierte amerikanische Verteidigungsminister Chuck Hagel hat z.B. behauptet, die jüdische Lobby würden den Kongress " einschüchtern". Da er es nicht belegt hat, musste er es zurücknehmen. Dasselbe gilt für die Behauptung, die jüdischen Beschneidungsbefürworter hätten Geld für ihren Antisemitismusvorwurf eingesackt. Wenn Du dabei Namen genannt hättest, hättest Du jetzt ein Verfahren wegen übler Nachrede am Hals und würdest verknackt.

    In diesem Forum lesen viele Leute mit, auch solche, die nur darauf warten, ihm "einen Strick drehen" zu können. Das sollte man immer im Blick haben. Die Aussage, "man dürfe dann ja gar nichts mehr sagen" und das wäre "Zensur", wird Dir und den Forenbeitreibern vor Gericht nichts nützen. Auch deshalb, aber vor allem der Sache wegen ( Beschneidungskritik) sollte man differenzieren und seine Aussagen belegen.

    Sicher wird mein Beritrag hier auch als "Antisemitismus" abgetan.

    Dein Beitrag ist nicht antisemitisch "an sich", sondern deshalb, weil er ohne Belege auskommt. Der blosse Hinweis auf Finkelstein reicht da nicht, weil man dann auch die Gegenstimmen bzw. die Kontroverse, die Finkelstein ausgelöst hat, einbeziehen sollte. Finkelstein ist ja nicht der Papst. In der "Antisemitismus-Debatte" sollte man sehr sorgfältig vorgehen, und alle (!) Aussagen belegen, sonst arbeitet man denen in die Tasche, die den Antisemitismus-Vorwurf inflationär verwenden bzw. verwenden möchten.

    Das wird in D so auch kaum stattfinden.
    Meist wurde der Junge schon vorher medizinisch beschnitten.
    Oder irre ich mich da?

    Dann hätte die Staatsanwaltschaft sich mit der Frage beschäftigen müssen, ob die in dem der Anzeige beigelegten Video gezeigte Beschneidung überhaupt in D stattgefunden hat.
    Die Staatsanwaltschaft hat auf dem Video eine Beschneidung ja erkannt, und sie hat erkannt, dass der Junge schreit wie am Spiess. Das ist für die Staatsanwaltschaft aber kein Grund, die Anwendung " ärztlicher Kunst" in Zweifel zu ziehen. Folglich würde sie es dann auch nicht tun, wenn man ihr ein Video eines in einer Synagoge beschnittenen und schreienden Säuglings schickt. Die Reaktion des Kindes ist für die Staatsanwaltschaft also überhaupt kein Gradmesser. Implizit verlangt sie, dass man ihr den Beschneidungsvorgang von Anfang bis zum Ende zeigt, um zu beweisen, dass keine bzw. keine ausreichende Betäubung stattgefunden hat. Solche Videos wird es aber wohl kaum geben. Wahrscheinlich müsste ein Arzt hinzugezogen werden, der aussagt, dass das Schreien des Kindes auf dem Video eindeutig darauf schliessen lässt, dass es nicht anästhesiert wurde. Warum hat die Staatsanwaltschaft das nicht getan?

    Oder wie sonst hältst du es für erklärbar, dass religiöse Menschen, die eine Unmenge an Zeit, Arbeitskraft und Material für den nicht objektivierbaren Vorteil der Gottgefälligkeit aufwenden, nicht auf die Dauer denen unterlegen waren, die darauf verzichteten und die dadurch freiwerdenden Ressourcen anderweitig verwendeten.

    Ich bestreite ja nicht, dass zum Bau von Gotteshäusern Arbeitsaufwand und Technologie notwendig waren. Ich frage mich nur, ob diese Bautätigkeit der Motor oder die Folge einer für andere Zwecke entwickelten Technologie waren. Zur (erfolgreichen) Kriegführung z.B. sind ja auch Arbeitsteilung und Technologie notwendig.

    "Ein einfaches Beispiel: das einzige, was von Paestum heute noch steht, sind die Tempel und nicht die Verteidigungsanlagen. Hätten die Bewohner ähnlich viel Energie für den Bau derselbigen aufgebracht, wären sie vielleicht nicht von den Lukanern erobert worden."

    Woher weiss man, dass es die Schwäche der Verteidigungsanlagen waren, die zur Eroberung von Paestum geführt haben? Vielleicht haben die Lukaner sie einfach nur ausgehungert.
    Übrigens sehen die Verteidigungsanlagen heute noch ganz gut aus. ;)

    Paestum - Fotos - Mauern und Museum

    Bei muslimischen, d.h. älteren Kindern geht als ärztliche Kunst unterhalb von Penisblock und/oder Vollnarkose gar nichts, d.h. ausschliesslich in einer Arztpraxis oder in einem Krankenhaus. Dass ausserhalb dieser Einrichtungen ein Penisblock gegeben wird, ist nicht nur aus ärztlicher Sicht, sondern aus dem gesichertem Wissen darüber, wie muslimische Beschneidunfsfeste durchgeführt werden, extrem unwahrscheinlich. Dass das im Video keine Arztpraxis zu sehen war, sollte doch wohl ersichtlich sein.
    Mache ich mich eigentlich strafbar, wenn ich behaupten würde, die Staatsanwaltschaft wollte gar nicht ermitteln?
    Auf jeden Fall sollte man das nicht so stehen lassen. Beschneidungen auf muslimischen Beschneidungsfesten, bei denen ohne Betäubung beschnitten wird, sind m.E. nach dem neuen Gesetz strafbar.

    Von der Lobbyarbeit bis zur Weltverschwörung ist natürlich noch ein weiter Weg... ;)

    Das Wort "Lobby" hat in Deutschland einen schlechten Klang. Dabei handelt es sich eigentlich um nichts anderes als Politikberatung. Obwohl in diesem Forum das Wort "jüdische Lobby" ausser in dem obigen Beitrag, der ja ganz offensichtlich ironisch gemeint ist, kein einziges Mal benutzt wird, ist vielleicht eine sachliche Klarstellung nützlich, da sich in der gegenwärtigen Antisemitisdebatte gezeigt hat, das bestimmte Begriffe konnotiert, oder, wie Jakob Augstein gesagt hat, "kontaminiert" sind (seine Bezeichnung " Lager" für den Gazastreifen erinnerte Herrn Graumann an "Konzentrationslager").

    Die "Öffentliche Liste über die beim Bundestag registrierten Verbände und deren Vertreter" (Lobbyliste) listet folgende jüdische Verbände auf:

    - Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
    - American Jewish Committee
    - Verein zur Förderung des messianischen Glaubens in Israel

    Deutscher Bundestag: Öffentliche Liste über die beim Bundestag registrierten Verbände und deren Vertreter

    Das AJC hat seinem allen Bundestagsabgeordneten zugeleiteten Papier sich über die Beschneidungsdebatte wie folgt geäussert:

    "Antisemitismus ist eine unmittelbare Folge des Beschneidungsdiskurses, der sich tendenziöser Illustrationen bedient und Antisemitismus offenbart, provoziert und letztendlich legitimiert."

    Aus meiner Sicht übersteigen diese grob vereinfachende Darstellung wie auch die sich daran abschliessende deutlich verzerrende Analyse der medizinischen Fakten erheblich meine Vorstellung von "Politikberatung". Ich würde eher von dem Versuch einer "Politikverdummung" sprechen. Inwieweit diese die Entscheidung der Bundestagsabgeordneten beeinflusst hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Entsprechende Behauptungen wären mit Sicherheit strafwürdig.

    Ich würde die Aktivität des Europarats keineswegs kleinreden wollen. Die Frage der Anästhesie bei Säuglingsbeschneidungen war einer der wichtigsten Knackpunkte bei der ganzen Debatte. Sie ist auch "nach den Regeln der ärztlichen Kunst" überhaupt nicht möglich. Wenn dies durch einen Ausschuss des Europarates, der zwar nicht alles, aber auch nicht nichts ist, herausgestellt würde, kommt auch die Frage, was sich Religion erlauben darf, wieder ins Rutschen.
    Auf alle Fälle wird die Diskussion auf hoher Ebene weitergeführt, und wenn Frau Berger vom AJC davor warnt, hat sie bestimmt einen Grund dafür... :whistling:

    "Mangochi is one of the districts with highest HIV prevalence rate of above 22 percent yet more than 99 percent of men are circumcised. Boys and girls as well as adults have stopped using condoms or abstaining just because they have been told that circumcised men are HIV free."

    Circumcision and the increase of HIV, whither to Malawi? | Nyasa Times Malawi breaking news in Malawi

    "The rate of intercourse with multiple partners is increasing, as is the rate of intercourse without any form of protection. This false sense of 'HIV prevention' that current campaigns to cut in Africa pose are bringing about greater rates of the virus now spreading at an alarming rate due to these cultural myths and practices."

    Saving Our Sons: Believing Circumcision Prevents HIV, Malawi Men Go on 'Sex Spree'

    "According to an HIV and Syphilis Sero- Survey, Prevention and HIV Prevalence Report for 2007, HIV prevalence is higher in districts where male circumcision is practised like Mangochi , Chiradzulu and Zomba, than the districts where circumcision is rare like Mchinji, Dedza and Dowa."

    Global Aids Programme

    "Poor Africans; HIV organizers are guilty of conducting a massive human experiment on the people of Africa."

    HIV, AIDS & Circumcision

    An Broder geht diese Diskussion natürlich völlig vorbei, da nach seiner und der Auffassung aller anderen Beschneidungsbefürworter die Beschneidung in Wahrheit lediglich eine absolute Lappalie ist, die in Wahrheit keinerlei medizinische, psychologische oder juristische Probleme aufwirft, und deren Kritik deshalb in Wahrheit nichts anderes als Antisemitismus in Reinkultur darstellt.

    "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose" - Gertrude Stein

    Der Fairness halber sei gesagt, dass es auch Tierexperimente gibt, die in die andere Richtung interpretiert werden.

    Über die grundsätzliche Fragwürdigkeit ALLER solcher Experimente haben wir ja schon diskutiert. Trotzdem ist Dein Hinweis natürlich wichtig und richtig.

    Ausgangspunkt unserer Diskussion war ja die These des Spiegelartikels, dass es wissenschaftlich (!) bewiesen sei, dass der Mensch unabdingbar (!) die Religion brauche, um ein soziales Wesen zu werden. Das ist eben NICHT "bewiesen". :rolleyes:

    Besten Dank für den Hinweis!

    Im Prinzip ist dieser Artikel stocklangweilig, weil er die alte These daherbetet, dass der Mensch ohne irgendeinen Bund mit Gott dem Faschismus, der Anarchie, dem Nihilismus usw. anheimfällt. Wer die jüdische Form dieses Bundes - die Beschneidung - attackiert, ist automatisch Antisemit. Per Definitionem quasi. Wer alle anderen Bünde mit Gott attackiert, wäre nach dieser Logik eigentlich gar kein "Mensch", da der Mensch erst durch den Bund zum Menschen wird. Soweit alles wie gehabt.

    Interessant wird der Artikel erst durch einen Hinweis auf den Philosophen Peter Singer, den Herr Goldman in einem Kommentar zu den Kommentaren unterbringt. Peter Singer erhielt 2011 den "Ethik-Preis" der Giordano-Bruno-Stiftung.

    Zur Debatte um Peter Singer | Giordano Bruno Stiftung

    Für Herrn Goldman ist Peter Singer das Paradebeispiel dafür, was passiert, wenn in einer gottlosen Welt der Mensch ganz allein bestimmen will, was "Mensch-Sein" beinhaltet. Nun kann man die Aussagen Singers zur Euthanasie sicher kritisieren. Dass man dafür aber unabdingbar(!) die Beschneidung braucht (den Bund mit Gott), ist mir nicht nur unerfindlich, sondern grenzt m.E. an "Erpressung" von Nicht-Gläubigen. Aber auch das kennen wir eigentlich auch schon von anderen Religionen...

    Es ist natürlich ungemein fies von einem der Kommentatoren unter dem Artikel Goldmans 50 (!) Fälle von sexuellem Missbrauch (von Kindern und anderen Schutzbefohlenen) durch Rabbiner aufzuzählen. Darüber wird dann auch in den anschliessenden Kommentaren schnell hinweggegangen. Frage 1: Ist die katholische Kirche weiter in der Aufklärung solcher Fälle? Frage 2: Ist das Zölibat doch nicht Schuld daran?