Beiträge von TobiasSP

    Es gibt dazu eine Formulierung im Kommentar zum Gesetzentwurf des Bundesrates.

    "Abgestellt wird auf das Verstümmeln der Genitalien. Dadurch kommt zum Ausdruck, dass es sich um negative Veränderungen an den Genitalien handelt. Damit sollen rein kosmetisch motivierte Eingriffe, wie Intimpiercing oder die nach Presseberichten in neuerer Zeit zunehmende Erscheinung der „Schönheitsoperationen“ im Genitalbereich vom Anwendungsbereich der Strafnorm ausgenommen bleiben."

    http://www.frauenhauskoordinierung.de/fileadmin/reda…Entwurf_FGM.pdf


    Die selbe Aussage steht auch in der Drucksache 867/09b. Der Gesetzgeber bzw. Bundesrat kann diese und ähnliche Aussagen noch so oft wiederholen, die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Warum werden sämtliche nicht medizinisch notwendige Eingriffe am Genital von Mädchen unabhängig von der Eingriffstiefe als Genitalverstümmelung gewerten, während a) erwachsene Frauen sich ungeniert nicht medizinisch notwendigen Genitaleingriffen unterziehen dürfen, sofern diese nicht sittenwidrig sind und b) männliche Minderjährige mit Segen des Gesetzgebers beschnitten werden dürfen? Die Antwort kann ja wohl kaum lauten, Frauen werden durch die Beschneidung erniedrigt/unterdrückt, während Jungen durch die Beschneidung würdevoll in die - religiöse - Gesellschaft aufgenommen werden!

    Gruss
    Tobias

    Nachdem unsere Politiker im letzten Jahr sehr deutlich zu verstehen gegeben haben, dass jeglicher nicht medizinischer Eingriff am weiblichen Genital eine Genitalverstümmelung sein soll, muss man sich schon fragen, warum trotzdem an den Vaginas erwachsener Frauen (nur an erwachsenen Frauen oder auch an erwachsenen Frauen?) rumgeschnippelt wird (werden darf)?

    Man sollte derartige Berichte eigentlich Politikern wie Angela Merkel, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Volker Beck, Renate Kühnast und Co. zusenden und eine ausführliche Stellungnahme von denen einfordern. Was kann denn an der Mädchenbeschneidung so schlimm sein, wenn sich erwachsene Frauen solchen Eingriffen legal unterziehen lassen dürfen?

    Gruss
    Tobias

    Papperlapapp, das wird schon wieder. Das hat sich noch bei jedem Mann wieder verwachsen. Und wenn nicht: Da sieht man mal wieder, wie schlimm es ist, wenn man erst als Erwachsener beschnitten wird. Bei Säuglingen ist das ja gaaaaanz anders. Oder doch nicht? Genitale Verstümmelung American Style - Beschneidung von Jungen


    Hast' Recht, wird schon alles gut werden! Ein bisschen Wund- und Heilsalbe drauf und am nächsten Tag sieht die Welt doch schon ganz anders aus! Glücklicherweise kommen solche Bagatellen nur bei der Beschneidung von Erwachsenen vor, bei Jungen ist so etwas vollkommen ausgeschlossen, weil Gott nur die Beschneidung aber nicht die Verstümmelung der männlichen Genitalien befiehlt.

    Gruss
    Tobias

    Anbei ein Schreiben der StA Oldenburg zur Einstellung eines Ermittlungsverfahrens. Gegenstand der Strafanzeige war die Beschneidung eines 8-tage alten Säuglings, die RTL bzw. AZ Media im August 2012 im Rahmen der Sendung '30 Minuten Deutschland Meine Welt ist jüdisch - Mit Bärbel Schäfer durch koschere Küchen und Synagogen ' ausstrahlte.

    Gruss
    Tobias

    Das ist die Stellung von Dr. Hartmann zum Gesetzentwurf der Bundesregierung (im Anhang die deutsche Fassung). Wer die Aussagen von Dr. Hartmann übersetzt hat weiss ich zwar nicht, da aber die nicht medizinische indizierte Beschneidung von Jungen weltweit ein Thema ist, macht eine Übersetzung natürlich Sinn. 'Intact America ' hat beispielsweise die englische Fassung von Dr. Hartmanns Aussagen online gestellt.

    Gruss
    Tobias

    Auszug aus dem Artikel Blutiger Schnitt von Richard Wagner, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 6.2.2011, Nr. 5D, S. 6 zum Thema Gewaltbereitschaft und Religion:

    "Machokult, Gewaltbereitschaft, Frauenhass: für Frau Kelek alles auch
    Folgen dieses „archaischen Rituals“. Und die soziale Abgrenzung.
    „Türkische Jungs und Mädchen werden immer mit Abscheu über eine
    vorhandene Vorhaut sprechen“, sagt sie. Für sie ist es ein Ausweis des
    Unglaubens, der Unreinheit. Sie warnt: Kinder, die in Kategorien der
    Abgrenzung dächten, seien für die Werte einer freiheitlichen
    Gesellschaft schwerlich zu gewinnen.


    Eine vor kurzem veröffentlichte Studie des
    Kriminologen Christian Pfeiffer hat einen „signifikanten Zusammenhang
    von Religion und Gewaltbereitschaft“ bei muslimischen Männern
    herausgefunden. Deren Idealbild war: der starke Mann, der zuschlagen
    kann. Auch der Psychoanalytiker Matthias Franz versucht eine Erklärung.
    Die Verunsicherung muslimischer Jugendlicher und Männer hänge womöglich
    auch mit dem „Genitaltrauma“ der Beschneidung zusammen. Das werde bei
    vielen muslimischen Knaben im 5. oder 6. Lebensjahr gesetzt. Das sei die
    Phase der „Konsolidierung ihrer sexuellen Identität“. Auf dem Höhepunkt
    der ödipalen Entwicklungsphase, sagt Franz, werde dieser blutige
    Schnitt gemacht. Ängste und ein Groll gegen die Mutter seien mögliche
    Folgen. Vielleicht, sagt er vorsichtig, kämen daher die
    „Verschleierungstendenzen“ und die Kontrolle der weiblichen Sexualität,
    vor allem aber der „narzisstische Ehrbegriff mit hoher Kränkbarkeit“.
    Systematische Forschung gibt es kaum. Für Franz hängt das „am
    traumatischen und konflikthaften Potential der Thematik“. Eine Studie
    sei geplant.
    "

    Gruss
    Tobias

    Auch wenn es vielleicht etwas Off-Topic ist, aber nach Angaben der WHO haben die USA eine im Vergleich zu Deutschland doppelt so hohe Kindersterblichkeit (Jungen + Mädchen) bei den unter 5-Jährigen.
    USA 8 Sterbefälle je 1.000 Lebendgeburten
    Deutschland 4 Sterbefälle je 1.000 Lebendgeburten

    Unter Umständen resultiert ein gewisser Anteil dieser höheren Sterbewahrscheinlichkeit von us-amerikanischen Kindern aus den vielen Beschneidungen. Auf jeden Fall ist diese im Vergleich zu Deutschland - sowie auch anderen europäischen Ländern - evident höheren Sterbewahrscheinlichkeit erklärungsbedürftig.

    Gruss
    Tobias

    Josc
    Ich stimme Dir zu, dass nicht allein wegen den Juden die Vereinten Nationen sich einer (kritischen) Auseinandersetzung mit der männlichen Beschneidung verweigern. In den letzten Monaten waren wir alle doch Zeugen wie schnell die christlichen Religionsgemeinschaften sich mit den jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften solidarisierten. Aber genau das behauptet Dr. Aldeeb überhaupt nicht. Die Aussage 'Wir wollen keinen Ärger mit den Juden!" stammt von den WHO-Mitarbeitern und nicht von Dr. Aldeeb. Den einzigen Bezug zu Juden den Dr. Aldeeb herstellt, ist der Verweis, dass Aktivitäten sowie deren Unterstützer gegen die männliche Beschneidung sofort als antisemitisch gebrandmarkt werden würden. Mit dieser Aussage liegt Dr. Aldeeb gewiss nicht falsch, man denke nur an die Aussagen zahlreicher Personen.

    Gruss Tobias

    Dr. Sami Aldeeb ist schweizer Jurist und erklärter Gegner der männlichen wie weiblichen Beschneidung, sofern sie ohne medizinische Indikation erfolgt. Vor Jahren hat sich Dr. Aldeeb einmal dargelegt , warum sich die Vereinten Nationen sowie deren Unterorganisationen wie WHO und UNICEF noch nie zur männlichen Beschneidung geäußert haben:
    (Anmerkung: Die nachfolgenden Aussagen sind Teil einer Buchrezension. Ursprünglich hatte sich Dr. Aldeeb etwas ausführlicher über die Vereinten Nationen und deren Weigerung sich mit der männlichen Beschneidung zu befassen auseinandergesetzt. Da ich diese Ausführungen aber nicht mehr finden kann, leider nur der Verweis auf die Buchrezension!)

    "January 12, 1992, I paid a visit to the World Health Organisation (WHO)
    in Geneva, where I met Dr. Leila Mehra. I was then preparing a paper,
    which I developed in a book in Arabic, French and English on male and
    female circumcision. I asked her: "Why the WHO is concerned only with
    female circumcision and doesn't consider male circumcision?" She
    responded: "Male circumcision is mentioned in the Bible. Do you want to
    create problems for us with the Jews?" The same day, I met Mrs. Berhane
    Ras-Work, president of the Inter-African committee in her office in
    Geneva. Strangely enough, she gave me the same answer, illustrating that
    the two of them undoubtedly consulted each other before meeting with
    me.

    While I am reading this book, UNICEF Switzerland is waging an
    intensive and aggressive campaign against female excision. UNICEF, as
    other international and region organisations, refuses to use the term
    circumcision, because it may produce confusion with male circumcision.
    Not one single word is said about male circumcision. UNICEF never
    produced any document on male circumcision, and always refused to open
    the debate about this subject. Maybe for the same reasons invoked by
    Leila Mehra and Berhane Ras-Work: "Male circumcision is mentioned in the
    Bible. Do you want to create problems for us with the Jews?" It is
    absolutely sure that if UNICEF begins a campaign against male
    circumcision similar to its campaign against female circumcision, it
    will be labelled anti-Semitic and many governments will stop financing
    it. Because of money and fear, UNICEF is violating its mission to
    protect the children, all the children, regardless of their religion or
    gender. The same can be said of the United Nations Organization (UNO),
    which developed many activities and issued many resolutions against
    female circumcision but refused to take any position against male
    circumcision, as it has been requested by activists struggling against
    this practice. Let us remember here a fact that the great majority of
    people, even intellectuals, ignore: the Universal Declaration of Human
    Rights, the Convention on the rights of the child and other important
    international texts don't mention the right to physical integrity, most
    probably to avoid interpreting it as a condemnation of male
    circumcision.
    "

    Überaus lesenswert ist auch der Blog von Dr. Aldeeb zum Thema der Ungleichbehandlung der männlichen und weiblichen Beschneidung.

    Gruss
    Tobias

    Im September 2012 strahlte die ARD die Sendung 'Gott und die Welt - Streiftfall Beschneidung' aus. In der Sendung wurde u.a. auch die religiöse Beschneidung eines Jungen gezeigt. Die Eltern wurden damals wg. Misshandlung von Schutzbefohlener bei der Staatsanwaltschaft Bonn angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat heute das Ermittlungsverfahren eingestellt (siehe Anlage).

    Zum Inhalt des Schreibens möchte ich lieber nichts sagen, aber ich hätte schon gerne von der Staatsanwaltschaft Bonn gewusst, was eigentlich unter Kindesmisshandlung zu verstehen sein soll!

    Reichlich angefressen
    Tobias

    [Admin: Beitrag gelöscht. der zuvor gepostete Name braucht keine Werbung hier im Forum. Es gibt genügend Irre, die im Todesdrohungen zuteil werden ließen. Er stand sogar unter Polizeischutz. Dass sein Name in der JA auftauchte ist schon bedenklich und kann von einigen als Aufruf verstanden werden, ihm an die Wäsche zu gehen. Daran beteiligen wir uns bitte nicht.]

    Werden Kleine Eberchen nicht vor der Mästung "entkernt"?


    Ja und zwar ohne Betäubung, ist zumindest gesetzlich nicht vorgeschrieben! Die betäubungslose Ferkelkastration sowie der Schenkelbrand sollten eigentlich letztes Jahr verboten werden. Daraus ist leider nichts geworden. Gewissermaßen hat unsere Bundesregierung im letzten Jahr ihre sadomasochistischen Neigungen vollends ausgelebt - auf Kosten von Jungen und Tieren!

    Gruss
    Tobias

    Die Frage ist nun aber, ob ein Richter überhaupt an ein Gesetz gebunden sein kann, dass entgegen der Rechtsprechung ergangen ist und zudem mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gegen das Grundgesetz verstößt. Müsste hier nicht im Zweifel sogar ein Gericht einen Strafantrag wegen einer Beschneidung annehmen können, um hier dann durch das BVG klären zu lassen, ob der § 1631d BGB gegen das Grundgesetz verstößt und damit aufzuheben ist?

    Ein solches Szenario ist denkbar und ist in der deutschen Verfassung im Artikel 100 Grundgesetz entsprechend geregelt. Dies setzt aber voraus, dass ein/e Staatsanwalt/wältin erst einmal von der Verfassungswidrigkeit des §1631d BGB ausgeht und dann auch noch vor Gericht geht. Die meisten Staatsanwälte werden wohl hier den Weg des geringsten Widerstands gehen und Strafanzeigen mit Verweis auf §1631d BGB ablehnen. Aber selbst wenn ein/e Staatsanwalt/-wältin vor Gericht geht, muss der Richter ebenso von der Verfassungswidrigkeit überzeugt sein, um das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Sind also zwei große Hürden zu überspringen und ob das tatsächlich passieren wird, ist wohl fraglich. Die männliche Beschneidung ist nunmal kein 'Gewinnerthema' und wer will seine weitere berufliche Karriere wegen solch ein Thema riskieren?

    Gruss
    Tobias

    "Zu dem Merkmal ,,Geschlecht" gehört das Merkmal der selbstbestimmten sexuellen Identität mit dem Recht - im Fall der Genitalverstümmlung - über vollständig erhaltene, intakte äußere Genitalorgane zu verfügen.


    Man achte hier auf den genauen Wortlaut: "im Fall der Genitalverstümmelung"!!! Wenn man die nicht medizinisch indizierte Beschneidung von männlichen Minderjährigen nicht als Genitalverstümmelung wertet, sind "vollständig erhaltene, intakte äußere Genitalorgane" nicht Merkmal einer "selbstbestimmte[n] sexuellen Identität"!

    Es ist also eine Frage der Definition, was genau unter Genitalverstümmelung zu verstehen ist. Genau deshalb verweisen die Befürworter der nicht medizinisch indizierten Jungenbeschneidung ja auch immer darauf, dass die weibliche Beschneidung eine Genitalverstümmelung sei und die männliche Beschneidung 'nur' eine Körperverletzung. Man muss sich die Sachen eben einfach nur zurechtreden!

    Gruss
    Tobias

    dass über die Hälfte der Jungs in jüdischen Elternhäusern intakt aufwachsen.


    Gibt es diesbezüglich eigentlich irgendwelche Quellen? Die obige Aussage habe ich schon mehrfach gelesen, aber noch nie eine ernstzunehmende Quelle dazu gefunden! Hat irgendjemand hierzu eine Studie, Statistik etc. parat?

    Gruss
    Tobias

    Problematisch an der BZgA ist aber, dass sie keinerlei Interesse an einer echten Aufklärung hat. Für die BZgA ist die Beschneidung das Mittel der Wahl bei Vorhautproblemen aller Art, ist ein kleiner harmloser Eingriff, wird in vielen Ländern routinemäßig durchgeführt, vermindert das Risiko für Peniskrebs und so weiter ...
    Die gesamte Palette der Pro-Beschneidungsargumente werden von der BZgA aufgeführt, vollkommen unabhängig davon, dass das Alles wissenschaftlich unhaltbar ist. Ich halte daher die Idee, die BZgA bei der Aufklärung über die männliche Beschneidung mit einbeziehen zu wollen, für eine Totgeburt.

    Gruss
    Tobias