Mich würde interessieren, ob eins der Mitglieder dieses Forums wegen der Probleme schon einmal eine Psycho-, Verhaltens- oder irgendeine andere Art von Therapie in dieser Richtung gemacht hat, wie die Erfahrungen damit waren bzw. wenn keine solche Therapie, warum nicht.
Hi, ich klink mich auch noch mal in die Diskussion ein. Ich habe auch Psychotherapie gemacht - wegen Depression. Die Depression hat aber sehr wahrscheinlich nichts mit der Beschneidung zu tun. Wie auch immer, nachdem die Therapeutin meinen Fall mit ihrer Supervisorin besprochen hatte, vermutete sie, dass bei mir ein Trauma vorliegen könnte. Ich kann mich nicht an die Beschneidung erinnern, aber das wäre das einizige traumatische Ereignis in meinem Leben - daraufhin ist die Therapeutin dann aber nicht mehr näher darauf eingegangen. Ich selbst habe das auch nicht mehr verfolgt, denn selbst wenn ich mich noch daran erinnern könnte, bzweifle ich ob es sinnvoll ist alte Wunden aufzureißen.
Die Therapeutin war grundsätzlich sehr gut, sowohl menschlich als auch fachlich (ich denke ich kann das beurteilen, weil ich mit mehreren Therapeuten zu tun hatte). Aber das Thema Beschneidung hat sie entweder überfordert oder als irrelevant betrachtet. Das Problem ist vermutlich, dass Beschneidung in unserer Gesellschaft als total normal angesehen hat, so dass selbst Eltern ihrem Kind das antun oder eben ein höchst-einfühlsamer Mensch wie meine Therapeutin das für irrelevant betrachtet.
Das muß auch der Grund sein, warum selbst die leichten Formen der weiblichen Beschneidung bei uns als das ultimative Tabu betrachtet werden, während die männliche Beschneidung von Einigen sogar für wünschenswert erachtet werden: Die weibliche Beschneidung findet in unserem Kulturkreis nicht statt - deshalb können wir sie als barbarisch verurteilen. Die Doppelmoral dahinter wird aber nur von den wenigsten wahrgenommen - bzw. sie wird ignoriert (z.B. vom Bundestag) um seine eigene Haut zu retten.