abgeordnetenwatch.de: Lisa Gnadl
"Selbst unter Medizinern ist es umstritten, ob die Beschneidung negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Psyche der Kinder hat (oder nicht hat) und daher das Kindeswohl über die Religionsfreiheit zu stellen ist. Außerdem ist nicht zu erwarten, dass die Beschneidungen bei einem Verbot völlig eingestellt werden, da die Praxis derBeschneidung von Jungen ein zentrales Element des Judentums und des Islam ist. Es ist vielmehr zu befürchten, dass dieBeschneidungen, falls sie in Deutschland tatsächlich für illegal erklärt werden, fortan im Ausland oder im Verborgenen durchgeführt würden. Dabei entsteht das Risiko, dass die medizinischen Bedingungen schlechter sind als in deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern.
Grundsätzlich halte ich die Beschneidung von Jungen für nicht vergleichbar mit der Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen.
Ob ein Verbot der Beschneidung von Jungen wirklich dem Kindeswohl dient, ist sehr schwierig zu bewerten."