Schwäbisches Tageblatt - Beschneidung: Israelitische Religionsgemeinschaft sieht keine Alternativ

  • Schwäbisches Tageblatt

    Zitat

    Jedes Jahr werden in der Württemberger Gemeinde mit ihren insgesamt rund 3100 Mitgliedern etwa vier bis fünf Neugeborene nach traditionellem jüdischen Ritus beschnitten. Alternativen zur Brit Mila, die ohne Narkose durchgeführt wird, gibt es in der Württemberger Gemeinde keine.
    "Die Beschneidung ist ein integraler Bestandteil unserer Religion", betont Traub, die selbst Mutter dreier beschnittener Söhne ist. An dieser "Substanz der jüdischen Religion" gebe es nichts zu rütteln.

  • An dieser "Substanz der jüdischen Religion" gebe es nichts zu rütteln

    ***gähn***
    Genau das ist die Frage:
    steht die Religion über dem Gesetz (wie in einem Gottestaat), oder umgekehrt (wie in einem modernen laizistischen Staat)?

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • Hier ist die Zusatzinformation vielleicht interessant, die ich dem Buch von Karin H. Grimme: Judentum (Parragon Books Ltd.), S. 91 entnehme:

    Zitat

    Da die Orthodoxen kein höheres Gesetz als die Tora anerkennen, gibt es in Israel bisher keine Verfassung; stattdessen wurden in den letzten 50 Jahren elf Einzelbereiche der Gesellschaft betreffende grundlegende Gesetze verabschiedet.

    Ferner lese ich dort auch, dass für Familien- und Erbrechtsfragen die Religionszugehörigkeit ausschlaggebend ist. Daher gibt es z.B. auch keine Ziviltrauung sondern nur nach regligionsüblichen Brauch und Juden dürfen nur Juden heiraten.

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