beschneidung medizinisch notwendig bei meinem 5 jährigen Sohn. Was nun?

  • Also erstmal nochmal danke für die Zahlreichen Antworten. Lübeck wäre kein Problem. Da studiere ich... bin also eh öfters mal da.
    Gewaltsam hat niemand etwas versucht zu lösen. Uns wurde von der Kinderärztin immer gesagt am besten macht der kleine das selbst, weil er fühlt wie weit es ohne schmerz geht. Es tat auch immer nur weh, wenn er damit gespielt hat und sein Schniedel dadurch gewachsen ist... So intensiv wie ich mich damit jetzt beschäftigt habe, würde ich als trotzdem kein Arzt darauf tippen, dass es bloß ziept, weil das verklebte sich dadurch etwas lösen muss... weil er dann halt größer wird... klingt für mich zumindest logisch... und mein kleiner ist auch relativ gesehen eine Memme... er steht nur ohne weinen wieder auf, wenn er gerade mit seinen freunden spielt. alleine lässt er sich gern trösten... da er nicht geweint hat sondern nur gesagt hat dass das weh tut, gehe ich davon aus dass es eher ein "ziepen" ist.. was natürlich ungewohnt und an der Stelle sicher echt blöd ist. Habe ihn wegen dieser Vermutung auch nochmal gefragt ob er mir den Schmerz besser beschreiben kann. "Das ist wie einer piekt mich vorne dran, wenn ich den Schniedel knete und der dann größer ist". Pieken klingt für mich nicht nach unerträglichen Schmerzen. und beim Pipi machen hatte er noch nie Probleme... Er hatte auch noch nie eine Blasenentzündung oder so. Alles gut sonst da unten. Mit der Salbe wurde uns das von der Kinderärztin erklärt. Wir sollten morgens und abends das machen. Dafür sollte er spielen bis der Schniedel groß ist aber noch nicht so dass er weh tut. Dann sollte ich Mit Handschuhen (nicht meine Intention sondern von der Kinderärztin so erklärt) die Salbe von der vordersten Stelle seines Penis bis 1-2 cm weiter zum Schaft eincremen. Das wars... und das für 2! Wochen.

    Edit: und die Befragung habe ich in meinem örtlichen Umfeld gemacht... also scheinen die Kinderärzte und Chirurgen im Umfeld sehr schlecht bei diesem Thema zu urteilen.

  • So wie Du das beschreibst, klingt es für mich wohl auch eher danach, als wenn da einfach noch eine kleine verklebung vorhanden ist, das ist aber keinesfalls so etwas dramatisches, als dass es eine Beschneidung rechtfertigen würde... warten wäre das richtigste, und wenns nicht anders geht, dann lösen ärzte das mit einer knopfsonde, was dann aber eine wunde stelle erzeugen würde, die wieder zusammenwachsen könnte, was wiederum kontraproduktiv wäre.

  • Dass die Jungen selber an sich rumspielen sollen, ist auch mein aktueller Stand der Dinge. So steht das auch in der Broschüre des BVKJ, die weiter oben schon verlinkt worden ist. Die Jungen fühlen ihre Schmerzgrenze schon selber und unterstützen den Ablösungsprozess der Vorhaut, indem sie selbst so viel an sich rumspielen, dass es der Entwicklung hilft, ohne sich selbst zu schaden. Wirklich vollständig zurückziehbar ohne Verengung muss die Vorhaut ja erst bis zum Eintritt in die Pubertät sein, weil dann das "Spielen" eine etwas andere Dimension bekommt. :rolleyes: Bis dahin weitet sich die Vorhaut in aller Regel auf natürliche Weise. Die Natur nimmt sich die Zeit, die sie braucht. Aber auch mit Eintritt der Pubertät kann bei einigen Jungen noch eine Verengung vorliegen, die keine Krankheit ist und sich auch von alleine entwickeln würde, aber halt aus triftigen Gründen sehr unangenehm ist. Erst dann stellt sich m.E. eigentlich die Frage einer Behandlung. Das einzige Problem für Eltern besteht dann darin, dass der Junge nicht mehr ganz so offen über eventuelle Probleme sprechen will. Auch eine Sache, die sich regeln lässt, wie ich finde. Man kann einen Jungen im pubertären Alter ja auch mal alleine ins Behandlungszimmer zur Rundum-Vorsorge-Untersuchung schicken und im Wartezimmer hocken bleiben.

    Das durchschnittliche Alter für die vollständige Rückziehbarkeit der Vorhaut und damit auch die Separation von der Glans und der Aufhebung der Verengung liegt bei 10,4 Jahren. Insofern verstehe ich die Bemerkung der derzeitigen Kinderärztin nicht, die Vorhaut sei "viel zu eng". Die Natur hat noch 5 Jahre Zeit, um überhaupt erst das Durchschnittsalter der Retraktionsfähigkeit zu erreichen, und 5 Jahre sind eine lange Zeit für die kindliche Entwicklung.

    Wenn ich alles richtig verstanden habe, beklagt sich der Junge nur, dass es ziept, wenn er an seiner Vorhaut rumspielt, ist das richtig? Es kann übrigens während des Ablösungsprozesses auch mal zu Schwellungen oder Entzündungen kommen, was nicht weiter tragisch ist, sofern das alles schnell wieder weggeht und der Zustand nicht tagelang bestehen bleibt.

  • So wie du das jetzt beschreibst, sehe ich da überhaupt keine Veranlassung, chirurgisch zu intervenieren. Nicht mal ansatzweise.

    Das ist alles im grünen Bereich, das ist nicht "furchtbar eng" - er kann problemlos pinkeln und es "ziept" - mehr nicht.

    Da muss nix operiert werden. Und vor allem sollten weder du noch der Kleine in die OP reingemobbt werden. Das ist Scary-Taktiken, die da gefahren werden. Und wenn die ausgepackt werden, kannst du sehen, dass der Doc nix gut ist.

  • waren dank des tipps eines users hier bei einem Dr Habermann in bad schwartau. Nochmal danke fir den tipp. :thumbup: Der Arzt war Sehr sympathisch. Hat sich zeit genommen und ist auch auf meinen kleinen eingegangen. Hat sich dann seinen penis angesehen und festgestellt dass es wirklich sehr eng ist. Er sagte aber dass man nichts operieren sollte das 'funktioniert' denn mit dem 1mm loch kann der kleine theoretisch üben auf drei Meter entfernte zielscheiben zu pullern. Und das braucht er ja gar nicht. Also ausreichende Funktion für einen fünfjährigen. (nocut)
    weiter Pflegen weiter wie bisher. Gern dran rum spielen lassen. Aber wenn er mal ne Woche keine Lust darauf hat auch gern daran erinnern. Weil es aber recht eng ist hat er uns eine salbe verschrieben. Jetzt sollen wir Drei monate mit dieser "sanften" salbe immer einmal täglich an dieser engen Öffnung bei der vorhaut cremen. Das machen wir jetzt seit 10 tagen. Noch nicht viel an der Größe der Öffnung passiert aber er sagte auch dass diese salbe schon mindestens vier Wochen braucht um überhaupt einen Effekt zu erzielen.

  • Und das braucht er ja gar nicht.

    Wie, das braucht er nicht. Das macht voll Spaß. Wettpinkeln mit erhöhter Zielgenauigkeit ist absolut Jungen-gerecht :D

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
  • ja es ist schon sehr bemerkenswert, wie ein arzt durch eine milimeteröffnung den vernarbten 200euro-schein gesehen haben will und ein anderer arzt für eine op gar keine grundlage sieht.

  • denn mit dem 1mm loch kann der kleine theoretisch üben auf drei Meter entfernte zielscheiben zu pullern. Und das braucht er ja gar nicht.


    ... wie wär's stattdessen mit Klokicker? Schließlich ist bald WM. :D

    Ich freue mich wirklich, dass der andere Kinderarzt die Sache nach ruhigen, vernünftigen Maßstäben beurteilt. Man muss sich immer vergegenwärtigen, dass solche Ärzte weniger auf Gewinn aus sind und dafür nach ethischen und moralisch vertretbaren Grundsätzen handeln. Mit den Salbentherapien werden sie längst nicht so viel verdienen wie ihre Kollegen, die nach dem Motto "scharfe Klinge, stumpfe Logik" (hab ich von Holm Putzke geklaut aus dem neuen Buch "Beschneidung von Jungen") handeln.

    (nocut)

  • OK, hat jemand dafür eine verlässliche Quelle?

    Intactivist
    Library liefert INfos dazu.

    an American Health Fallacy, de Edward Wallerstein, aus 1980:


    References used

    Dr, A. S. Haro private communication, National Board of Health, Helsinki, Finland, Oct 24 1973

    United States Department of Commerce, Bureau of Census - (for data on population of Finland)

    • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)

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