Geis ist weg vom Fenster. Er ist sogar der CSU zu reaktionär geworden.
CSU-Rechtsexperte Norbert Geis
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Ich habe mir gedacht, tüte die Sache mal ein und frag ihn mal direkt:
ZitatSehr geehrter Herr Geis,
ich habe mit großem Interesse im Internet (evangelisch.de) gelesen, dass Sie die Auffassung vertreten, Beschneidung diene dem Wohl der Kinder. Daher werden Sie sicher die folgenden Fragen verstehen und gerne beantworten:
1. Sie haben vier Kinder (Glückwunsch), sind diese - sofern Jungen - alle beschnitten?
2. Werden Sie diese - sofern noch nicht beschnitten - noch beschneiden lassen oder (falls schon einsichtsfähig) noch dazu auffordern?
3. Sind Sie selbst beschnitten oder - falls noch nicht - werden Sie dies bald nachholen? Nach Aussage erfahrener Mohels ist dies auch für Männer fortgeschrittenen Alters kein Problem.
4. Werden Sie sich tatkräftig dafür einsetzen, dass die Kinder ihrer Kinder und deren Freunde beschnitten werden? Schließlich ist es Christenpflicht das, was gut tut, allen zukommen zu lassen.Ich erhoffe eine baldige und - wie bei Ihnen gewohnt - unverblümte Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Imee Descant(56 Jahre alt, unbeschnitten, Katholik)
Mal sehen, ob und wann ich eine Antwort-Mail oder einen Brief kriege. Ich halte euch auf dem Laufenden.

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Nach eigener Erfahrung kannst du auf die Antwort warten, bis du schwarz wirst (sofern man das zu einem Katholiken sagen kann
).Wir hatten den Herrn schon mal hier: CSU-Rechtsexperte Norbert Geis
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"Manchmal muss man die Minderheit gegen die Mehrheit verteidigen.
Stimmt doch: die Minderheit der beschnittenen Säuglinge und Kleinkinder.

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B.O.Bachter - Ich bin nicht schwarz geworden.
ZitatAlles anzeigenesendet: Montag, 12. November 2012 um 11:50 Uhr
Von: "Norbert Geis MdB" <[email protected]>
An: "imee.descant -------
Betreff: AW: Beschneidung
Sehr geehrter Herr Descant,
als Katholik ist Ihnen sicherlich bekannt, dass am 1. Januar jedes Jahr die Circumsisio Domini gefeiert wird. Sie sollten aber auch wissen, dass die Beschneidung von männlichen Neugeborenen kein konstitutives Element des christlichen Glaubens darstellt. Ihre Fragen gehen also an der Sache völlig vorbei. Natürlich verlange ich von niemandem sich beschneiden zu lassen. Eine weitergehende Antwort erübrigt sich daher.
Ich bin mir allerdings der identitätsstiftenden, konstitutiven Bedeutung der Beschneidung von männlichen Kleinkindern im jüdischen und im muslimischen Glauben sehr wohl bewusst. Ich weise in diesem Zusammenhang auf Artikel 4 GG und Art. 6 GG hin. Diese Artikel garantieren einerseits die Freiheit der Religionsausübung und andererseits das Recht bzw. die Pflicht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder. Die Eltern definieren zuvorderst was dem Kindeswohl entspricht. Wenn die Eltern also ihre Kinder im jüdischen Glauben erziehen möchten, dann entspricht die Erziehung im jüdischen oder muslimischen Glauben dem Kindeswohl, auch wenn dazu die Zirkumzision von Jungen gehört.
Ich warne eindringlich davor, aufgrund des Urteils eines Landesgerichtes die elementaren Grundrechte der Religionsfreiheit und des Rechtes der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder plötzlich zu übergehen und eine Jahrtausende alte Tradition in Deutschland als einzigem Rechtsstaat der Erde zu verbieten. Der Staat sollte äußerst vorsichtig in diesem überaus privaten Bereich vorgehen. Schon gar nicht wäre es zu akzeptieren, wenn der Staat über die Köpfe der betroffenen Religionsgemeinschaften hinweg entscheidet. Wenn es eine Änderung geben sollte, dann nur gemeinsam mit den betroffenen Glaubensgemeinschaften.
Im Bundestag machen wir es uns nicht leicht mit der Entscheidung in dieser Frage. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir eine vernünftige Regelung finden werden, um die hier kollidierenden Grundrechte wieder in Einklang miteinander zu bringen.
Mit freundlichen Grüßen
Norbert Geis MdB
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Büro Norbert Geis MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Tel.: 030 / 227-73524
Fax: 030 / 227-76186
Natürlich habe ich auch darauf geantwortet (bedauere, wenn ich damit teilweise eine andere Positon einnehme als einige andere Forumsmitglieder (siehe andere Quarantänebeiträge), aber ich spreche ja für mich und nicht für das Forum.
ZitatAlles anzeigenSehr geehrter Herr Geis,
ich danke Ihnen sehr für Ihre Antwort, auf die ich gern eine kurze Rückmeldung gebe.
1. Dass Sie zur Beschneidungssituation in Ihrer Familie nichts weiter sagen wollen, akzeptiere ich.
2. Dass die Beschneidung für einige Religionsgemeinschaften "identitätsstiftend" ist, wird auch von mir - als Gegner der "Zwangsbeschneidung" (d.h. Beschneidung des nicht einsichts- urteils- und entscheidungsfähigen männlichen Kindes) anerkannt - nicht aber, dass sie "konstitutiver Bestandteil" ist, auch wenn Vertreter dieser Religionsgemeinschaften es wiederholt behaupten:
Judentum: Während der Wüstenwanderung des Volkes Israel - also ca. 40 Jahre - wurde kein einziger Jude beschnitten (Josua 5, 4 - 9). Ausserdem gilt im Judentum der als Jude, der eine jüdische Mutter hat. - was insofern gerecht ist, da damit auch die Mädchen zum verheißenen Volk zählen, und nicht bloß die Jungen (sic!).
Islam: Zum Moslem wird man durch das Sprechen des molemischen Glaubenbekenntnisses, nicht durch die Beschneidung. Wer die schahada spricht, also das Zeugnis ablegt; "dass es keinen wahren Gott außer Gott [Allah] gibt und dass Mohammed [Muhammad] der Gesandte Gottes ist."
Christentum: Für uns ist die Taufe die eine (die erste) Stufe der Initiation. Der Glaube aber, der damit bezeugt wird und sie gültig macht, ist laut Katechismus nur (als Anlage) vorhanden (RD 1253 im Katechismus von 1993) - ein schwaches Argument, zumal für mich der in Münster (als einstige Stadt der Wiedertäufer) lebt.
Immerhin: die Christen haben gelernt und lernen immer noch ihre Religion zeitgemäß zu leben: Wir steinigen nicht mehr, wir verbrennen nicht mehr, wir unternehmen keine Kreuzzüge und wir dürfen sogar bei der Kommunion die Hostie in die Hand nehmen (;-), aber - die Juden und die Muslime glauben immer noch, sie müssten an archaischen Bräuchen festhalten und sie sogar dort, wo sie längst abgeschafft waren, wieder einführen - fahren Sie mal nach Israel und schauen Sie sich an, wie unglückich die Offiziellen mit den orthodoxen Juden sind - obwohl die die gleichen Begründungen für ihre Anliegen wie hier Herr Graumann vorlegen. Von der Scharia im Iran - oder den Talliban ganz zu schweigen. Und - wenn es schon (Stichwort "Mohel") um rituelle Genauigkeit geht: Warum wird dann selbst in Israel nicht das Steinmesser als Beschneidungswerkzeug verwendet, obwohl Gott (siehe erneut Josua) das speziell verlangt hat. Und - frage ich mich - wie kann ein Jude ohne Vorhaut in sein Paradies einziehen, wenn doch seine körperliche Unversehrheit Voraussetzung dafür ist (nicht umsonst ziehen die Juden nach einem Selbstmordattentat los, um "alles" wieder einzusammeln -so widerwärtig mir die Vorstellung auch ist).
Herr Geis - ich sage Ihnen ganz klar: wenn Deutschland jetzt wieder so weit ist Sondergesetze FÜR eine Religionsgemeinschaft zu machen und in Kauf nimmt, dass allgemein menschliche höchststehende Recht auf körperliche Unversehrtheit zu verletzen, dann wird es auch irgendwann in der Lage sein (wieder) GEGEN eine Religionsgemeinschaft Sondergesetze zu machen.
Karl Jaspers sagte 1965 in einem Gespräch mit Rudolf Augstein (Für Völkermord gibt es keine Verjährung, in: Jaspers, Karl: Wohin treibt die Bundesrepublik? München 1966 (Piper), S. 20 )"In dem Augenblick, wo etwas geschieht, getan, gewollt wird, was ein Einschnitt in die Geschichte ist, eine Revolution, in diesem Augenblick gilt das Recht, das gesetzt ist, nicht absolut; sondern jetzt ist die Frage: Was soll gelten? Es wird neu entschieden, was jetzt aus der ewigen Gerechtigkeit als Recht erkannt wird."
Genau da stehen wir heute. Es geht nicht allein um die Zwangsbeschneidung, es geht auch um die zukünftige Gestaltung unserer Gesellschaft, ja mehr noch um die der Gesellschaften in Europa - denn die Frage: Wieviel Einfluss darf die Religion auf Menschenrecht und Menschengesetz nehmen wird für die weitere Geschichte bestimmend sein.
Wie sagte Herr Küng: Kein Frieden in der Welt ohne Religionsfrieden - sobald aber einer Religion dieses Stückchen Haut (und im Grunde genommen auch diese Handvoll Wasser) weiterhin erlaubt wird zu erzwingen, wird irgendwann die "(Glaubens)Waffenbrüderschaft" aufhören und der alte Kampf nicht als idologischer sondern als blutiger wieder aufgenommen - vermutlich nicht unter dem Zeichen des Kreuzes, sondern dem des Halbmondes.Was die Glaubwürdigkeit der Moslems angeht: da frage ich mich immer, wie man auf der einen Seite zu Tausenden auf die Strasse gehen kann und sogar Menschen umbringen, weil irgendwo in der Welt ein Koran verbrandt wurde, andrerseits aber niemand auch nur annähernd so stark protestiert wenn irgendwo ein Moschee (der Schiiten ober der Sunniten) in Brand gesteckt wird, und noch viel mehr Koran verbrennen? Nein, da überantworten die Muslime selbst den Koran dem Feuer. Ja geht`s denn noch?
Schließlich - Teil der biblischen Geschichte Israels ist auch, dass man die Kinder "durch das Feuer" gehen lies (soviel zur Kontinuität des Glaubens), Teil ist auch, dass die einen Propheten noch mehr Opfer forderten, und andere mit Gottes Stimme sagten "ich habe genug von euren Brandopfern". - So lange keine Religion sich darauf besinnt, dass es sich bei ihr um Glauben handelt (subjektiv gewiss, objektiv aber ungewiss - Kant) und sie daher Toleranz gegenüber alle anderen Religionen und selbst den Atheismus pflegt, solange muss ich ihr die Glaubwürdigkeit absprechen und damit insbesondere das Recht eine Beugung allgemeiner Rechte zu ihren Gunsten zu verlangen.
Sollen sie - die Juden, die Moslems und wir Christen - doch erstmal ihre Herzen beschneiden und anfangen den Nächsten zu lieben und es durchhalten, dann können wir (vielleicht) auch über Vorhäute reden.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Imee Descant
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Dickes danke für den Briefwechsel.

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Solche Leute sind eine Gefahr für einen demokratischen Rechtstaat.
Von mir bekommt keine Partei und kein Politiker mehr meine Stimme, welche sich für Beschneidungen aussprechen.
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abgeordnetenwatch.de: Norbert Geis
ZitatDie Beschneidung von Jungen mit Einwilligung ihrer Eltern soll daher auch künftig zulässig sein, wenn gewährleistet ist, dass dabei alle modernen medizinischen Standards eingehalten werden. Jüdisches und muslimisches religiöses Leben muss weiterhin in Deutschland möglich sein. Jüdische und muslimische Eltern sollen nicht gezwungen sein, ihre Söhne bei unseren Nachbarn im europäischen Ausland oder in Hinterzimmern von Laien beschneiden zu lassen.
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