Rechtswirksame Einwilligung

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Rechtswirksame Einwilligung

      In diesem Artikel
      doccheck.com/de/detail/article…nie-verklagen-frau-doktor
      geht es im konkreten Fall zwar um Spritzen wegen Rückenschmerzen, die Autorin spricht grundsätzlich jedoch ein wichtiges Thema an, das auch dieses Forum betrifft und über das auch hier schon sehr viel geschrieben wurde, vor allem im Zusammenhang mit der seit 2017 gültigen Leitlinie "Phimose und Paraphimose".


      DocCheck wrote:

      „Rechtlich betrachtet stellt jeder ärztliche Heileingriff (Röntgen, Spritzen, Verordnen von Medikamenten) eine Körperverletzung (§ 223 StGB) dar. Eine Körperverletzung, die mit Einwilligung des Patienten geschieht, ist allerdings straffrei. Der Arzt muss also vor jeder Maßnahme eine Einwilligung des Patienten einholen, wobei eine wirksame Einwilligung eine vorherige Aufklärung voraussetzt (vgl. Aufklärungspflicht).“


      Ein Chirurg würde sich ja auch weigern, eine Gallenblase rauszuoperieren, nur weil der Patient das will, sondern er wird auch schauen, dass er eine entsprechende Indikation hat. Hier gilt meines Wissens der zitierte Spruch Primum nihil nocere – Erstens nicht schaden.


      Es wäre zu wünschen, mehr Ärztinnen und Ärzte würden so konsequent denken und handeln und Körperteile nur dann operieren oder gar entfernen, wenn es dafür eine zwingende Indikation gibt und nicht nur den diffusen Wunsch der Erziehungsberechtigten, Patienten mit fragwürdigen Schöngeitsidealen oder längst überkommene medizinische Lehrmeinungen.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Weguer wrote:

      Es wäre zu wünschen, mehr Ärztinnen und Ärzte würden so konsequent denken und handeln und Körperteile nur dann operieren oder gar entfernen, wenn es dafür eine zwingende Indikation gibt und nicht nur den diffusen Wunsch der Erziehungsberechtigten, Patienten mit fragwürdigen Schöngeitsidealen oder längst überkommene medizinische Lehrmeinungen.
      So ist es. Da Hinterhofbeschneidungen zumindest in Deutschland kaum eine Rolle spielen, kann man davon ausgehen, dass die Beschneidungsrate von rund 10% durch ärztliches Eingreifen zustande gekommen ist. Da mittlerweile bekannt ist, dass die Vorhaut einen Sinn und Zweck hat und eine Verengung im Kindesalter noch keine Indikation darstellt, muss man leider davon ausgehen, dass Ärzte dem Prinzip "primum nihil nocere" bewusst zuwider handeln. Der Wunsch der Eltern ist Nebensache. Ein guter Arzt, der den hippokratischen Eid ernst nimmt, sollte Eltern davon abbringen und aufklären. Spätestens seit der Anpassung der Leitlinie zur Behandlung von Phimose/Paraphimose sollten "medizinisch indizierte" Beschneidungen eigentlich gar kein Ding mehr sein.

      The post was edited 1 time, last by fsx100 ().