Wie geht es Euch heute am 12.12.?

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    • Wie geht es Euch heute am 12.12.?

      Hey, wollte mal fragen... was geht Euch heute so durch den Kopf, an diesem verfluchten 12. Dezember?

      Die Medienlandschaft schweigt sich ja mal wieder aus, es soll ja am besten vergessen sein, WAS damals geschah und was täglich weiter geschieht.
      Das wäre so praktisch für alle!
    • Gut, dass du es sagst, Pizarro! Ich hätte glatt nicht dran gedacht. Der 11.11. hätte eigentlich besser gepasst, denn das war eine Komiker-Veranstaltung. Eine Tragikomiker-Veranstaltung, besser gesagt.
      Meine Güte, sieben Jahre ist das schon her, wenn das Unglück von einem zerbrochenen Spiegel herrührte, dann sollte es ja jetzt vorbei sein? ;)

      Ich weiss noch genau, wie ich vor dem Fernseher sass, und es nicht fassen konnte.
      Dabei war ja klar, was kommen würde, die Würfel waren ja schon mit der Hauruck-Resolution im Juli gefallen.

      Aber diese Reden! Dieses fürchterliche um-den-heißen-Brei-herumreden. Und hinterher, das grosse gegenseitige auf-die Schultern-klopfen, wie respektvoll man doch mit dem Thema umgegangen sei!
      Respektlos war es - allen Jungen gegenüber.


      Wie es mir geht? Im Grunde nicht schlecht, ich bin ja immer noch genital vollständig, und niemand darf ohne meine Zustimmung (und die wird niemand bekommen) etwas daran ändern - er würde sich strafbar machen.
      Mir ginge es aber deutlich besser, wenn alle Menschen das Recht auf genitale Autonomie hätten, nicht nur Männer, Frauen, und Mädchen.

      Schaut sie euch ruhig noch mal an, die 434 Kinderverräter, diese Schandtat darf niemals vergessen werden!
      Wir dürfen nicht ruhen, bis der Jungenverstümmelungparagraph in der Mülltonne ist. Bis er nur noch eine gruselige Anekdote in der Geschichte unserer Gesetzgebung ist.

      Die Kinderverräter vom 12.12.2012
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Ich bin jedenfalls nicht resigniert, denn mein Eindruck ist insgesamt, dass die Idee, dass alle Kinder dieselben Rechte sich durchsetzen wird. Es ist hart, es ist zäh, aber ich glaube fest daran, dass der Umschwung irgendwann eintreffen wird und es für nachfolgende Generationen so selbstverständlich ist, ihre Kinder intakt zu lassen wie es heutzutage ist, sie nicht zu schlagen. Man wird nicht verstehen, wie so etwas wie §1631d BGB überhaupt zustande kommen konnte.

      Wir leben im Zeitalter des Internets und egal wo man wohnt und in welcher Blase man lebt, man trifft auf Gegenansichten und das bessere Argument zählt. Ich glaube auch jüngere Juden und Muslime, die einen Funken Verstand haben, werden sich diesen Argumenten auf Dauer nicht verwehren und vermehrt Fragen stellen. Wie wir heute lesen konnten, ja sogar in Ägypten.
    • R2D2 wrote:

      Man wird nicht verstehen, wie so etwas wie §1631d BGB überhaupt zustande kommen konnte.
      Genau das sollte man aber unbedingt verstehen! Wie will man sonst verhindern, dass sich Gesetze diesen Neveaus wiederholen? Wie will man sich in Sicherheit wiegen, wenn man nichteinmal verstanden hat, wie die politischen Abläufe in unserer Gesellschaft vonstatten gehen? Solange wir in einer Parteiendiktatur leben sind wir in meinen Augen niemals wirklich sicher, dass das Parlament erneut solche Schaudergesetze auf uns loslässt.
      (Pino) Nicht die Wahrheit tut weh. Sondern die Lügen davor.
      ~Die eigene Freiheit sollte da aufhören, wo die Rechte des Anderen beginnen.~
    • Ich sehe den heutigen Tag recht zwiegespalten.
      Einerseits ist da der Frust darüber, dass sich etablierte Medien, Politiker und Schönwetterkinderschützer strikt weigern, über dieses Thema auch nur zu reden.
      Totschweigen, wegsehen, ablenken scheint allerorten die Devise zu sein.
      Andererseits ist da aber auch ein gutes Stück Hoffnung. Die Medizin entwickelt sich immer weiter, die aktuell gültige Leitlinie spricht eine deutliche Sprache, immer mehr Ärzte sind sich der Funktion intakter Genitalien bei männlichen Menschen bewusst und verstehen den Schaden dieser ach so "harmlosen" Operation. Es gibt immer mehr Publikationen und Studien, die uns unterstützen und vor allem im Ausland tut sich was in Sachen Kinder- und Menschenrechte.
      Wir hierzulande werden wohl die Letzten sein, deren Kinder in den umfassenden Genuss von Menschenrechten kommen, da werden uns die nordischen Länder, andere europäische Länder, ja selbst Israel längst überholt haben.

      Ich würde mir wünschen, dass diejenigen Entscheidungsträger, die hierzulande so massiv blocken und gegen die Rechte von Kindern arbeiten, eines möglichst nahen Tages aufwachen und vor Scham im Boden versinken mögen.
      Das ist zwar leider nur ein Wunsch.
      Aber ein guter.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Gerhard wrote:

      Einige der Ersten vom §1631d Betroffenen werden demnächst volljährig sein. Meine Hoffnung ist, dass einer von ihnen eine Verfassungsklage einreichen wird, hoffentlich unterstützt von Organisationen wie Intaktiv, Mogis, Terre des Femmes, Kinderärzte usw.
      Das Problem ist, dass der Personenkreis keine Verfassungsklage einreichen kann ( zwar könnten diese aber unbegründet abgelehnt werden würde ). Zum einen ist die Sache im Regelfall verjährt, zum einen sind sie nicht mehr beschwert da sie bereits beschnitten sind und es die Beschneidung nicht mehr zu verhindern gilt, zum anderen muss man erst durch die anderen Instanzen, bevor als letzte Instanz das Bundesverwassungsgericht eingeschaltet werden kann.
    • Es ist vielleicht kein Zufall, dass ich nicht an das Datum gedacht habe, dass Pizarro mich daran erinnern musste.

      Es kann auch Verdrängung gewesen sein.
      Denn es tut ja weh, sich daran zu erinnern.

      Da kommt der ganze Mist von 2012 wieder hoch!

      Prantl, Bommarius, all die manipulativen Artikel in der Presse, diese verständisheischenden Sendungen im von uns zwangsfinanzierten ÖR-TV, z.B. diese betroffenheitstriefende Reportage, über dies arme, verzweifelte muslimische Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn in NRW von Pflichtbewusstsein getrieben von Arzt zu Arzt hetzte - keiner wollte ihren Sohn genitalverstümmeln! Skandal! Alle versteckten sich hinterfotzig hinter dem hundsgemeinen Kölner Urteil!
      Eine Urologin behauptete doch kackfrech, der Sohn habe gar keine Phimose! Wie kann eine Ärztin nur so kaltherzig sein?
      Da kann frau doch wirklich mal ein Auge zu drücken, und eine medizinisch Indikation fälschen und die Kasse betrügen, und den Sohn um einen erheblichen Teil seiner sexuellen Sensorik!
      So triefte es aus der Sendung heraus. Nur ein Beispiel von ach, so vielen.

      Das und noch viel mehr kommt dann wieder hoch. Und wie hieß es damals noch? Jüdisches Sprichwort: "zwei Juden, drei Meinungen". Bloß bei "Beschneidung", da hätten alle eine Meinung. Lüge. Schon vor hundert Jahren gab es da andere Meinungen.

      Nicht erst seit 2019:

      Ein beschnittener Jude über Beschneidung: Lasst die Genitalien von Jungen in Frieden!
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Im Maya-Kalender hatten sie wohl einen Zahlendreher drin.

      https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/weltuntergang-2012-maya-kalender-besagt-nicht-das-ende-der-erde-a-873683.html wrote:

      Am 21. Dezember 2012 soll die Welt untergehen - jedenfalls wenn man vermeintlichen Experten oder besonders besorgten Mitmenschen glauben mag. Sie berufen sich auf die Maya, in deren Kalender stünde dies so drin. Stimmt aber nicht.
      Genau. Das korrekte Datum hätte eigentlich heißen müssen 12. Dezember 2012.
      (Pino) Nicht die Wahrheit tut weh. Sondern die Lügen davor.
      ~Die eigene Freiheit sollte da aufhören, wo die Rechte des Anderen beginnen.~
    • Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier unbeliebt mache. Aber für mich hat dieses Datum keine allzu große Bedeutung. Aus verschiedenen Gründen.

      Erstens weil für mich dieses Thema die letzten Jahre immer irgendwie im Hinterkopf präsent war.

      Zweitens hatte ich damals die Debatte und die Geschenisse die zum Beschneidungsgesetz von Anfang an intensiv verfolgt und auch, soweit es mir möglich war, begleitet. Das war eine sehr emotionale bewegende und aufwühlende Zeit für mich. Und ich erinnere mich, dass das Beschneidungsgesetz schon lange vor dem 12. 12. 2012 faktisch beschlossene Sache. Die Abstimmung vom 12. 12. 2012 war gewissermaßen nur noch der formale Abschluss eines längeren Prozesses, dessen finales Ergebnis schon Monate vorher unausweichlich feststand. Deshalb hat der 12. 12. für mich persönlich keine allzu große emotionale Bedeutung.
    • Klar ist: es kann nicht ewig so weiter gehen.

      Wir haben jetzt eine völlig bizarre Situation:

      Wenn Eltern die Genitalverstümmelung ihrer Tochter durch einen Arzt veranlassen, und das Kind in Folge verstirbt, wenn sie als das Risiko einer medizinisch unnötigen Operation in Kauf nehmen und somit Mitverantwortung für jegliche Folgen haben bringt das für die Eltern

      - bis zu 15 Jahre Haft (in Deutschland)

      Wenn Eltern die Genitalverstümmelung ihres Sohnes durch einen Arzt veranlassen, und das Kind in Folge verstirbt, wenn sie als das Risiko einer medizinisch unnötigen Operation in Kauf nehmen und somit Mitverantwortung für jegliche Folgen haben bringt das für die Eltern

      - eine Entschädigung (z.B. in Oslo)


      Das ist bar jeder Logik, oder, um es in Anlehnung an Kermani zu sagen: Der Triumph des Irrationalismus.

      Diskriminierender geht nicht mehr

      Man braucht nur bei Google-News "Gleichberechtigung" oder "Gleichstellung der Geschlechter" einzugeben, da fliegt es einem nur so um die Ohren. Tagein, tagaus, landauf, landab - ein Dauerbrenner.

      Wir haben tausende oder zig-tausende "Gleichstellungsbeauftrage" und ich glaube 150 Professuren für "Genderwissenschaften".
      Aber den dicken, fetten Elefanten im Wohnzimmer, den wollen sie partout nicht sehen. Vor dem haben sie Angst, er könnte ihnen auf die Füße treten, sie könnten sich die Finger verbrennen, ihre Karrieren ruinieren. Genauso die Politik und die Medien.

      Das kann nicht ewig so weiter gehen, und das wird nicht ewig so weitergehen. Was man unter den Teppich kehrt, das ist nicht weg, das kommt irgendwann wieder zu Vorschein.

      Sicher, unter einer mit Kanzlerin Merkel, die für die Entrechtung von Jungen mit Preisen überhäuft wurde, wird der §1631d nicht fallen. Und auch unter AKK oder Habeck sehe ich da keine Chance. Die Strukturen in der Politik sind völlig verkrustet, festgefahren.

      Ich sehe eher Hoffnung bei den skandinavischen Ländern. Wenn erst mal eins, zwei Länder Kinder geschlechtergerecht schützen, dann wird ein Domino-Effekt einsetzen. Dann fällt das hirnrissige Scheinargument "wir können doch nicht das erste Land auf der Welt sein, dass.." in sich zusammen. Irgendwann kommt er, der Dammbruch. Irgendwann brechen die Verkrustungen auf.
      Wir sind schließlich nicht mehr in der Bronzezeit, nicht mehr im Mittelalter, wir sind im 21. Jahrhundert, im dritten Jahrtausend unserer Zeitrechnung.

      Solche Stellungnahmen geben mir Hoffnung, und sie mehren sich:

      Ein beschnittener Jude über Beschneidung: Lasst die Genitalien von Jungen in Frieden!
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher