"Männlicher Körper, Sex und Trauma"

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      "Zum Beispiel neigen Männer dazu, ihre Opfererfahrung umzuinterpretieren, resümiert Andreas Kloiber in einer der wenigen Studien, die in Deutschland je zu Missbrauch an Männern erstellt wurden: „In den meisten Untersuchungen, die diesen Aspekt beleuchteten, bewertete die Mehrzahl der Probanden ihre sexuellen Missbrauchserlebnisse als bedeutungslos oder gar positiv für ihre weitere Entwicklung.“ Gleichzeitig litten viele der Befragten unter Alkoholismus, Drogenkonsum, waren arbeitslos oder psychisch schwer angeschlagen. (...)

      Genitalverstümmelung

      Beschneidungen von kleinen Jungen erfüllen alle Voraussetzungen einer traumatisierenden Erfahrung: ausgeliefert sein, Hilflosigkeit, Ohnmacht, etwas geschieht gegen den eigenen Willen. Womöglich wird der Vorgang von vielen Menschen bezeugt – was die Gefühle, insbesondere der Scham und Erniedrigung, noch verstärkt. Man stelle sich diese Situation als Erwachsener vor: Umringt von Fremden wird am eigenen Geschlecht für andere sichtbar operiert, während der Protest und die natürlichen Abwehrimpulse unterbunden werden. Das alles womöglich ohne Narkose.

      Ein Mann jüdischer Herkunft erzählte mir, dass er bei der Beschneidung seines kleinen Bruders anfing, auf die versammelte Gemeinde einzuschlagen. Noch als Erwachsener konnte er über dieses Erlebnis nicht sprechen, ohne darüber in Rage zu geraten. Dass seine eigene Beschneidung für ihn traumatisierend gewesen sein könnte, hatte er bis dahin noch nicht einmal in Erwägung gezogen."