Was tun wenn Psychotherapie nichts bringt?

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    • Was tun wenn Psychotherapie nichts bringt?

      Unzählige Male hat man mir Psychotherapien im Forum vorgeschlagen.
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      Ich habe seit mehr als einem Jahr versucht, alle Gedanken über Zirk******on zu unterdrücken.

      Manchmal habe ich es geschafft, für den Rest des Tages darüber hinweg zu kommen, hielt aber nicht lange. Am nächsten Tag war alles wieder wie vorhin.

      Manchmal habe ich es geschafft, mir mit Musik die Gedanken über Zirku******* wegzuballern. Bringt aber auf Dauer nichts.

      Mein Ziel ist es, Beschn****** einfach zu Vergessen. Ich muss damit rechnen, dass Foregen nicht gelingt und dass mein einziges Leben im Universum nunmal nicht das Leben ist, was ich gerne hätte. Und nein, ich bin nicht egoistisch. Es ist nichts verwerflich daran, sondern Menschlich, Gesundheit zu bedürfen.

      Nein, es liegt nicht an der Pubertät. Ich hatte bereits als Kind Probleme wegen meiner Beschneidung. Außerdem war der Intaktivist Jonathan Conte (von BayArea Intactivists) am Tag seines Suizides (09. Mai 2016) 34 Jahre alt, nicht etwa 14 bis 20.

      YourWholeBaby.org/jonathon

      Ich möchte wie jeder andere Mensch mit Frische, Frieden und Klarheit erwachen und auch friedlich wieder einschlafen. Ohne unterbewusst an Sachen zu denken, welche ich am liebsten vergessen würde.

      Was tun wenn Psychotherapie nichts bringt? Ich hatte bereits Psychotherapien, aber es hat nichts gebracht. Kaum ist man im Gespräch drin, ist die Stunde um. Es bringt einfach nichts.

      Als ich als etwa 11-Jähriger über Depressionen gelesen habe, dachte ich das sei so Absurd, dass es mich niemals treffen würde. Wenigstens ist es bei mir nicht genetisch bedingt. Es geht um eine lebenslängliche, vermeidbar gewesene Behinderung, welche mich effektiv zu einem Neutrum macht. Das ist weitaus fataler als die Durchschnittsprobleme der Bevölkerung.

      In 2017 dachte ich, dass ich Beschneidung, wie alles Andere, von Heute auf Morgen vergessen könnte.

      Wie schon gesagt: Therapie bringt nichts. Was nun?
    • Eine weitere Sache:
      Die Tatsache, dass irgend eine Gestalt, die da draußen in der Welt herrumirrt, bewusst aus einem unersetzlichen Körperteil, mit welchem ich gesund geboren wurde, Geld und Kosmetik generiert hat, ist auch unerträglich.

      Irgend einer, der genau wusste, wie Grausam eine Zi********on ist, missbrauchte meine Existenz als Rohstoff in der Hoffnung, selbst unversehrt davongekommen.

      In anderen Worten: Irgendjemand da draußen hat mich gefoltert und es interessiert ihn einen Dreck. Sowas sollte in diesem Jahrtausend nicht mehr existieren.
      Er hat einmalig einen Geldbetrag durch Betrügerei verdient, mein Körper ist dauerhaft verstümmelt im Gegenzug.

      Die Visage von Kylie Jenner und Op*** Win**** interessiert mich allerhöchstens zu 0,0%.

      Ich habe Urologen besucht, die mir versicherten alles sei in Ordnung mit mir, und dass eine Beschneidung normal sei. In Wirklichkeit ist eine Beschneidung genau so normal wie eine Handamputation.

      Ich habe einfach nicht zugestimmt, dass mir ein einmaliger Körperteil mit besonderen Eigenschaften (bspw. Fibroblasts), welche nützlich sind um Kosmetik herzustellen, von mir entnommen wird, um einen anderen fremden Menschen zu dienen. Aber das ist dem Zirkumzisionsoperateur sowieso egal.

      Die einzigen Menschen, die mich damals geschützt hätten können, meine Eltern, haben selber versagt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von CCrippled ()

    • Ich habe lange überlegt, ob es überhaupt etwas bringt, Dir zu antworten, weil Du in Deiner Meinung so festgefahren zu sein scheinst, dass ich das Gefühl habe, man spricht gegen eine Wand, wenn man Dir Ratschläge und Tipps geben möchte. Ich versuche es dennoch.


      CCrippled schrieb:

      alle Gedanken über Zirk******on zu unterdrücken

      CCrippled schrieb:

      mir mit Musik die Gedanken über Zirku******* wegzuballern. Bringt aber auf Dauer nichts.

      Welchen Sinn sollte es haben, irgendetwas zu unterdrücken oder wegzuballern? Glaub mir, Gedanken, Wünsche oder Ängste und Sorgen zu unterdrücken bringt nichts, sie schwelen weiter und brechen irgendwann hervor. Ziel muss es also nicht sein, etwas zu unterdrücken, sondern zu verarbeiten, zu akzeptieren und Frieden damit zu schließen. Ich weiß, Du wirst jetzt sofort einwerfen, dass Du mit der Zirkumzision nicht Frieden schließen kannst, weil diese Verletzung zu groß ist und Du diese Operation mit all ihren Folgen hasst.
      Dann lass es mich anders formulieren: Mit der Vergangenheit abzuschließen und sie zu akzeptieren bedeutet, Dir selbst Frieden zu ermöglichen. Die Zirkumzision anzunehmen bedeutet nicht, sie gut zu heißen, sondern Dir selbst Frieden zu ermöglichen. Und das ist es doch, was Du willst, oder?
      Es geht nicht darum, der Zirkumzision Frieden zu ermöglichen, sondern DIR. Und das liegt ganz allein in Deiner Hand.

      CCrippled schrieb:

      Was tun wenn Psychotherapie nichts bringt? Ich hatte bereits Psychotherapien, aber es hat nichts gebracht. Kaum ist man im Gespräch drin, ist die Stunde um. Es bringt einfach nichts.
      Natürlich ist es unerlässlich, dass Du den richtigen Psychotherapeuten hast und Euer Verhältnis zueinander passt. Ebenso wichtig ist es aber, mit welcher Einstellung Du an die Sache herangehst. Ist das bei Dir ein: "Ich möchte es mit dieser Therapie schaffen, ein Leben in Frieden zu leben. Ich glaube, dass ich es schaffen kann, mithilfe des Therapeuten mein Trauma zu verarbeiten"
      Oder ist es mehr ein:
      "Das hat doch alles keinen Sinn"
      Sei ehrlich, wie gehst Du an diese Therapien heran?

      CCrippled schrieb:

      Es geht um eine lebenslängliche, vermeidbar gewesene Behinderung, welche mich effektiv zu einem Neutrum macht. Das ist weitaus fataler als die Durchschnittsprobleme der Bevölkerung.
      Ganz ehrlich, ich finde es schon absurd, mit welcher vermeintlichen Sicherheit Du über die "Durchschnittsprobleme" der Bevölkerung zu urteilen gedenkst. Hast Du wirklich eine Ahnung, welche Sorgen und Probleme manche, nein viele andere Menschen haben? Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du davon keine Ahnung hast, ganz ehrlich.


      CCrippled schrieb:

      In 2017 dachte ich, dass ich Beschneidung, wie alles Andere, von Heute auf Morgen vergessen könnte.
      Hier haben wir einen Schlüsselsatz: Du hast eine gewisse Vorstellung, die tatsächlich völlig unrealistisch ist. Und sobald Du das erkennst, ziehst Du daraus den ebenso absurden Schluss:

      CCrippled schrieb:

      Wie schon gesagt: Therapie bringt nichts. Was nun?
      Solange Du auf diese Art an Dein Leben heran gehst, wirst Du keinen Erfolg haben. So einfach, so hart ist das. Es liegt nicht an Dir, dass Du Probleme hast, Du bist nicht schuld daran. Aber es liegt an Dir, sie zu lösen.
      Die vermeintliche "Erkenntnis", Psychotherapie bringe nichts ist ein bequemer Weg, die Verantwortung für die Lösung Deiner Probleme abzugeben.
      Nochmal: Es geht nicht um die Verantwortung für die Entstehung Deiner Probleme, das ist ganz wichtig. Daran bist Du nicht schuld. Sehr wohl geht es aber darum, dass es an Dir - und nur an Dir - liegt, diese zu bewältigen.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • CCrippled schrieb:

      Ich hatte bereits Psychotherapien, aber es hat nichts gebracht. Kaum ist man im Gespräch drin, ist die Stunde um. Es bringt einfach nichts.
      Lass mich raten. Du hattest bereits zwei bis drei Sitzungen, die Dir nicht sofort geholfen haben.

      Entweder brauchst Du mehr Geduld, Offenheit und die Bereitschaft, an Dir selbst zu arbeiten oder einen anderen Therapeuten. Wenn der Therapeut so tut als ob Du gar kein Problem haben dürftest, wäre wohl ein Wechsel sinnvoll. In allen anderen Fällen sprich mit DeinemTherapeuten darüber, wie Du Dich innerhalb der Therapie fühlst (meist die ersten Fragen zu Beginn einer Sitzung).
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Ein kleiner Nachtrag noch:
      Eine Psychotherapie hat nichts zu tun mit einem Arztbesuch bei körperlicher Krankheit. Weder bekommt man Medizin, noch wird einem ein guter Therapeut konkrete Anweisungen geben (können) dafür, was man zu tun oder zu lassen hat, damit es einem besser geht. Eine Psychotherapie hilft Dir, mit einer bestimmten Situation bzw. Deinem Leben klar zu kommen und/oder Dich dazu zu ändern. Diese Änderung jedoch muss vom Klienten, also von Dir kommen. Und das wiederum bedeutet: Solche oft fundamentalen Entwicklungen laufen nicht innerhalb von Wochen oder Monaten ab, die brauchen Jahre.
      Ich weiß noch aus eigener Erfahrung, wie quälend es ist, einmal pro Woche ein Gespräch von einer Stunde zu haben und dann wieder den Rest der Woche allein mit den eigenen Problemen (und mit sich selbst) zu sein. Auch ich dachte mir damals: Ich brauch keine wöchentlichen Sitzungen, ich brauch sie rund um die Uhr, das muss alles viel schneller gehen.
      Aber so läuft das nicht. Die Veränderung muss von Dir kommen und das braucht Zeit. Du brauchst Zeit, Dich mit Dir auseinander zu setzen, nachzudenken, Dich zu hinterfragen. Und diese Zeit musst Du Dir zugestehen.
      Das ist schwer auszuhalten, aber nötig. Und am Ende gut.
      Halt durch.
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
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    • Neu

      CCrippled schrieb:

      Mein Ziel ist es, Beschn****** einfach zu Vergessen
      Kannst du versuchen...aber es wird nicht gehen. Verdrängung geht eine Zeitlang...aber es wird immer wieder hochkommen. Verdrängung kann krank machen...nicht nur seelisch, sondern auf Dauer auch körperlich. Traumen kann man nur integrieren, das Geschehene annehmen...auch wenn man die Folgen nach wie vor Scheiße findet...heißt auch sie annehmen und das beste daraus machen...

      CCrippled schrieb:

      In anderen Worten: Irgendjemand da draußen hat mich gefoltert und es interessiert ihn einen Dreck. Sowas sollte in diesem Jahrtausend nicht mehr existieren.
      Sicher wird es ihn einen Dreck interessieren....wer will den schon auf eigene Fehler hingewiesen werden? Aber wenn er es von dir nicht erfährt, dann wird er es auch nie wissen können, was er DIR damit angetan hat?
      Und wenn niemand aufsteht und darüber redet, sachliche Diskussionen zu dem Thema nie stattfinden werden...wird diese Scheiße noch Jahrtausende existieren...

      CCrippled schrieb:

      Was tun wenn Psychotherapie nichts bringt? Ich hatte bereits Psychotherapien, aber es hat nichts gebracht. Kaum ist man im Gespräch drin, ist die Stunde um. Es bringt einfach nichts.
      Du hattest bereits Therapien? Wieviele denn, wieviele Stunden jeweils? Was wolltest du therapieren, war Beschneidung das Thema, das du aufarbeiten wolltest?

      CCrippled schrieb:

      Wie schon gesagt: Therapie bringt nichts. Was nun?
      Therapie bringt sicher was...wenn du den richtigen Therapeuten hast!!! Aber es braucht auch den Mut und den Willen von dir, ehrlich zu dir selbst zu sein...und dich nicht nur hinter deiner Beschneidung zu verstecken, alle deine Probleme auf diesen Akt zu reduzieren...(damit will ich die Probleme durch die Beschneidung, das was dir angetan wurde, in irgendeiner Weise in Abrede stellen...das war ein Verbrechen...)
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Neu

      Problem ist aber absolut einen guten Therapeuten zu finden...vor kurzem hatte ich einen langen intensiven Austausch mit einem, dem ich die Probleme die durch Beschneidung entstehen können, nahebringen wollte...er wollte mir auch helfen, aber nach einer Weile schrieb er mir das (weil ich nicht davon abkommen wollte, wie Scheiße das für mich, meine Sexualität, mein Leben ist):

      "WärestDu ein Patient von mir und diese Schreibereien im Rahmen einer Probatorik beimir als Gespräch entstanden, würde ich Dir wahrscheinlich folgendes sagen: tutmir leid, Herr XXX , ich fürchte, weder ich, noch ein anderer Therapeut wirdIhnen helfen können. Sie sitzen hammerfest im Hamsterrad von Gedankengängen,Gegenan und Zweifeln, die kein auch nur winziges Anzeichen dafür geben, dassSie aus dem Hamsterrad heraus wollen. Die Auflehnung und die Zweifelei hatquasi Befriedigungscharakter, da ist derAusstieg aus dem Hamsterrad gar nichterwünscht von Ihnen. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, lassen Siedas Gesagte nochmal sacken. Wenn dann doch ein Funken Einsicht sich regensollte, können Sie ja noch einmal einen Anlauf nehmen, aber bitte nicht mehrbei mir.. Alles Gute."

      Muss aber sagen, dass war nur über Email, da geht viel unter, da kann man sich als Therapeut kein richtiges Bild machen

      Was ich aber interessant fand, die Einblicke wie Therapeuten arbeiten, dass es nicht nur auf die Worte des Klienten ankommt, sondern auch was das für Gefühle beim Therapeuten auslöst...und da habe ich interessante Beobachtungen gemacht, nicht nur bei Ärzten oder Therapeuten, auch Anwälten, generell bei Männern...wenn ich da anfange zu erzählen, ganz sachlich, was ich für Probleme, seit und durch meine Beschneidung, habe, diese Männer beobachte (ich spreche hier nur von noch halbwegs der Empathiefähigen...), ich merke, die übertragen auf sich, ihre Sexualität, stellen sich vor, ihre Sexualität wäre schmerzhaft und unbefriedigend...die klappen zusammen, anfänglich freundlich und aufgeschlossen, nachfragend...die brechen Blickkontakt ab, sind verunsichert...eine Dissonanz? Bei manchen merkt man, dass die anfangen zu denken, dass kann und darf nicht sein, der hat sie nur nicht alle, alles nur andere Probleme, Verlust und Kastrationsängste, usw. ...und andere sagen "Boahh...schöne Scheiße..."

      Wer wird einem da besser helfen können, wer ist der besserer Therapeut?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)