Anno 1762: "Vom medicinischen Nutzen der Beschneidung der Knaben und Mädchen"

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    • Anno 1762: "Vom medicinischen Nutzen der Beschneidung der Knaben und Mädchen"

      Buch "Fremde Vergangenheit: Zur Orientalistik des Göttinger Gelehrten Johann David Michaelis" von Maike Rauchstein:


      Als Initiator der ersten wiss. Expedition nach Arabien veröffentlichte Johann David Michaelis (1717-1791) im Jahr 1762 einen Katalog von 100 Fragen. Ihre 52. trug den Titel "Vom medicinischen Nutzen der Beschneidung der Knaben und Mädchen". Darin fragte Michaelis, ob sich außer dem mit großer Gewissheit anzunehmenden Schutz vor Karbunkeln [Hä? :rolleyes: :FP01 ] andere medizinische Gründe für die Beschneidung finden ließen...
      Ich habe in meinem Leben noch keine Karbunkel am Penis gehabt. Noch nicht mal einen Pickel. Keinen einzigen. Mir scheint, Penisse sind pickelresistent. Arme, Beine, Rücken, Brust, Gesicht, da schon. Aber immer wieder drollig, was so als Begründung herangeführt wird.


      Die Diskussion um einen medizinischen Nutzen der Beschneidung war nur ein Nebenschauplatz der Debatte...
      Neues Potential wiederum erhielt sie durch die relativ lautlose Erweiterung des Strafgesetzbuches um §226a...


      Die Frage nach dem med. Nutzen der Beschneidung hatte im 18. Jh. nicht den Kontext einer größeren Debatte gestanden.

      Vielmehr war sie das nüchterne Resultat der Bemühung, die Vereinbarkeit von Vernunft und Offenbarung zu behaupten. Ihr Zweck war es, das biblische Beschneidungsgebot vernünftig zu begründen. Mit Hilfe der medizinischen Erklärung sollte die Beschneidung unabhängig von ihrem biblischen Status als Bundeszeichen eine Rechtfertigung erhalten.
      Indes ist der instrumentale Charakter der Frage kennzeichnend auch für die heutige Debatte.
      Schön, dass das mal jemand so deutlich sagt.
      So weit, so gut und richtig. Aber dann driftet das Buch von Rauchstein leider ab, von Mädchen ist plötzlich nicht mehr die Rede und es kommen leider die üblichen Phrasen:



      Konnte Michaelis im 18.Jh. noch mit Gewissheit annehmen, dass der Eingriff zumindest vor Karbunkeln schützt, urteilen Mediziner heute unterschiedlich und fortwährend.
      Seltsames Deutsch. Offenbar schließt sich Rauchstein der grotesken Karbunkel-Hypothese an....
      ...bleibt doch die Beschneidung ein in Judentum und Islam üblicher religiöser Akt.

      Was heißt schon "üblich"? ist die "Beschneidung" von Mädchen auch in etlichen Gegenden. Auch als religiöses Zeichen

      ...scheint gewiss zu sein, dass die Diskussion um die Beschneidung kein Jahrhundert nach dem zweiten Weltkrieg, in einer Zeit, da der Islam zu einem Deutschland gehört über dessen Abschaffung nachgedacht wird und Religion vorzugsweise einzig auf Sonderseiten eine Rolle spielt, nur Schauplatz eines Meinungsgemenges ist, in dem es nicht um Beschneidung geht.

      Was bitteschön hat der 2.WK (gemeint ist sicher der Holocaust, dann soll man das auch schreiben) mit dem Recht von Jungen auf vollständige Genitalien zu tun?

      Die typische Unterstellung, dass die, die ein Recht auf körperliche Unversehrtheit auch für Jungen fordern aus "bösen" Motiven handeln: alles Antisemiten, Ausländerfresser, Religionshasser. (Rauchstein ist Theologin) .. DENEN GEHT ES DOCH GAR NICHT UM KINDER!

      Zum Kotzen *Brech*

      Nach all dem, was ich bisher von Theologen zu dem Thema gelesen habe scheint mir: für Theologen gibt es keine Kinderrechte.
      Um es in Abwandlung eines Wortes von Edward Teller zu sagen: "Lasst uns in Ruhe mit euren Kinderrechten, das ist doch alles so schöne Religion!"

      There is no skin like foreskin
    • Bin mir fast sicher, dass solcherart toleranten TheologInnen auch höchsten Respekt vor dem Prügeln von Kindern, vor der "Beschneidung" von Mädchen, vor dem oralen Penissaugen, vor dem Verblutenlassen von Kindern haben - wenn es denn nur halt "religiös vorgeschrieben" ist. Bzw. irgendwelche alten Schriften oder Vorbeter dergleichen behaupten.

      There is no skin like foreskin