Christiane Woopen: Schwamm drüber und schnell vergessen

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Christiane Woopen: Schwamm drüber und schnell vergessen

      Die bisherige Vorsitzende des Ethik(ver)rates, C. Woopen scheidet jetzt mit 14 anderen Mitgliedern aus. Dazu gab sie ein Interview im DLF.
      Die Moderatorin sprach in der Einleitung auch das Thema "Beschneidung" (Jungenverstümmelung) an:


      Diese Sachverständigen sind gefragt, wenn es etwa um Themen wie Sterbehilfe oder um Babyklappen geht, um Organspende oder Beschneidung.
      (Frage an Woopen): Wenn sie ihre acht Jahre im dt. Ethikrat Revue passieren lassen, welches Thema hat sie als Ethikerin am meisten umgetrieben?

      Woopen wrote:

      Wir haben eine Vielzahl von Themen bearbeitet, es waren insgesamt 11 Stück...
      Und dann kommt "genetische Diagnostik", Hirntod, Organspenden, Embryospende, Patientenwohl (außer wenn die Patienten kleine Jungen sind), Big Data, Fortpflanzungsmedizin, Inzestverbot (ausführlich drauf eingegangen, ganz drängendes Thema ob der winzigen Zahl der Fälle von erwachsener "Geschwisterliebe")


      "Beschneidung"? War da was? Nö...bitte weitergehen.


      Woopen wrote:

      Das Verhältnis vom Ethikrat zur Politik ist in den letzten vier Jahren deutlich intensiver geworden
      Oh ja, das glauben wir gerne! Die Hälfte der Mitglieder wird ja auch von der Bundesregierung (wess' Brot ich ess' dess' Lied ich sing!), die andere vom Bundestag.


      Sowohl der Austausch mit der Bundesregierung als auch mit dem Bundestag auf unterschiedliche Ebenen....

      Woopen wrote:

      Das andere ist das Hineinwirken in die Öffentlichkeit, und Themen zu setzen und eine gewisse Nachdenklichkeit und Bewusstseinsbildung herbeizuführen. Denn viele von den Themen, die der Ethikrat behandelt ragen in das Leben der einzelnen Menschen hinein und da muss auch jeder seine eigene Haltung zu finden und bestimmte Entscheidungen treffen, beispielweise ob er eine genetische Diagnostik in Anspruch nehmen möchte.


      Und warum darf der "Mensch" nicht selbst die Entscheidung treffen, ob er einen gesunden, funktionalen Körperteil für immer verlieren möchte? Wenn es seine "eigene Haltung" ist, lieber genital vollständig und intakt zu sein?

      Hat der Ethikverrat hinsichtlich MGM "Nachdenklichkeit" erzeugt? Kein Stück!

      ...empfiehlt der Ethikrat einmütig, rechtliche Standards für eine Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zu etablieren...

      Kein bisschen hat der Ethikrat die Jungenverstümmelung in Frage gestellt, einfach im Stich gelassen hat er die kleinen, wehrlosen Jungen, ans Messer geliefert.

      Diese Frau, ich könnte sie... von der Selbstzensur gestrichen...

      Und wer sitzt weiter im Ethikrat? Leo Latasch...

      9:36, "Tag für Tag"

      srv.deutschlandradio.de/themes…tml?audioMode=2&audioID=4
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • "Was hatten Sie für einen Eindruck wie wichtig die Empfehlungen für die Politik sind? Setzen dies das dann auch um, was Sie empfohlen haben?"

      Richtige Antwort wäre gewesen:

      "Ja, logisch, denn wir empfehlen ja nur, was die umsetzen wollen."

      In Fall der Beschneidung hat man es dem Ethikrat ja auch mit einer Vorabresolution besonders einfach gemacht, zu wissen, wie er entscheiden muss.
    • R2D2 wrote:

      In Fall der Beschneidung hat man es dem Ethikrat ja auch mit einer Vorabresolution besonders einfach gemacht, zu wissen, wie er entscheiden muss.
      Eben.
      Wenn der Chef (der, der einen eingestellt hat) schon mal sagt wo's lang geht - das ist doch enorm praktisch!
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Selbstbestimmung wrote:

      Kein bisschen hat der Ethikrat die Jungenverstümmelung in Frage gestellt
      Es gab durchaus Verstimmung im Ethikrat. Reinhard Merkel hat dort eine, in Anbetracht seiner Position, mutige Position eingenommen und konsequent vertreten. Er konnte es nicht richten, aber er wird sich, im Gegensatz zu vielen anderen, nie dafür schämen müssen.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Auch Merkel hat zugestimmt.
      Er war ein Fels in der Brandung, hat viel lobenswertes gesagt - aber am Ende hat er zugestimmt.
      Und das war in meinen Augen inkonsequent und ein schwerer Fehler.
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Ausgerechnet der "Vertreter der evangelischen Kirche" und "Kindeswohlbefürworter" (schnipp, säbel..) "Das Kindeswohl als treuhänderisches Recht der Eltern" Peter Dabrock rückt für Woopen als Vorsitzender nach. Dann gute Nacht, Ethik und Menschenrechte.... (Kinder sind auch Menschen)

      Dabrock wrote:

      "Um das Elternrecht, die Kinder in ihrem Sinne zu erziehen... also auch das Recht auf religiöse Erziehung"


      §1631BGB wrote:

      Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung



      Dabrock wrote:

      Deswegen darf hier nicht der Eindruck entstehen, als ob Religionen hier gewissermassen ein Sonderrecht bekommen würden.


      Man achte auf die Formulierung. Es darf nicht der völlig richtige Eindruck entstehen, das muss gut getarnt werden!






      Dabrock wrote:

      Zugleich bemängelte er, dass die öffentliche Debatte "wenig bis kein Verständnis" für die "existenzielle Bedeutung von Religion" zeige.
      Ach, ich dachte es geht gar nicht um Religionsfreiheit, sondern um "das elterliche Erziehungsrecht"
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Als ich 2012 Vorsitzende des Deutschen Ethikrats wurde, ging es als erstes um die bei Juden und Muslimen übliche Beschneidung von Jungen. Natürlich kann man eine solche Frage theoretisch abhandeln, aber hier hatten wir besonders zu bedenken, was unser Votum vor dem historischen Hintergrund und im internationalen Kontext bedeutet. Sogar im Urlaub habe ich kaum anderes gemacht, als über dieses Thema nachzudenken. Der Ethikrat hat letztlich empfohlen, rechtliche und fachliche Standards für die Beschneidung zu schaffen, etwa zur Schmerzbekämpfung und Einwilligung.
      "Sogar im Urlaub habe ich kaum anderes gemacht, als über dieses Thema nachzudenken."

      Och, die Ärmste! Hat sich den ganzen Urlaub versaut!

      Christiane Woopen kreißte, und gebar einen Graus.

      Vielleicht hätte sie statt "nachzudenken" besser auch mal mit Männern gesprochen, die ihre "Beschneidung" verfluchen.

      Hat sie so belastet! Eine Täterin macht sich zum Opfer. *Brech*

      schwaebische-post.de/politik/e…s-menschenbildes/1788061/
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • "vor dem historischen Hintergrund"
      meint sie damit den Holocaust?

      Was können die kleinen Jungen heute dafür? Was hat der mit ihrem Recht auf körperliche Unversehrtheit zu tun? Das hat bis heute niemand von diesen "angesichts-unserer-Geschichte"-BGM-Verteidigern schlüssig erklärt.

      Oder meint sie damit die Geschichte der Genitalverstümmelung von Kindern? Gälte das dann nicht auch für die Beschneidung von Mädchen, die Steinigung von Ehebrecherinnen...?

      "im internationalen Kontext"

      Elende Hosenscheisserei. Nach dem Motto: "Wir können doch nicht das erste Land sein, dass... gäbe es heute noch kein Frauenwahlrecht, überall die Todesstrafe...

      Erschrecken, was für Leute man in dieses Gremium berufen hat. Kinderverräter.

      Was heißt denn "theoretisch abhandeln"?

      Ist es Theorie, dass Jungen Schmerzen zugefügt werden, dass ihnen funktionales und sensibles Gewebe zerstört wird, dass es zu schweren Komplikationen kommt, dass es für Nichtmediziner gar keine Möglichkeit einer angemessenen Betäubung gibt?

      Aber dann betont, sie, dass Kinder keine "Verfügungsmasse" der Eltern wären. Soll man lachen oder weinen? Wenn Eltern Teile davon abschneiden lassen dürfen, sogar von den Genitalien!



      Wovon ist Ihr Menschenbild geprägt?

      Davon, dass der Mensch nach Entfaltung strebt
      Bzw. das, was von ihm übrig geblieben ist. Die Vorhaut braucht sich für Woopen nicht zu entfalten.
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Tragikomisch:

      Christiane Woopen wrote:

      Über Jahrhunderte hinweg sind die Vorgaben von Autoritäten wie den Kirchen nicht hinterfragt worden. Je umfangreicher unser Wissen wird, je aufgeklärter wir diskutieren, desto kritischer gehen wir mit Autoritäten um.
      Das gilt bei Woopen aber offenbar nur für christliche Religionsgemeinschaften.

      Von Latasch, Ilkilic und Dabrock konnte man vielleicht nichts besseres erwarten als "Religionsfreiheit (der Eltern) über alles!"
      Aber Woopen hat auf ganzer Linie versagt, ihr nehme ich die gespaltene Zunge und die double standards richtig übel. Hätte sie als Vorsitzende von Anfang an klare Kante pro Kinderrechte gezeigt, wäre die Sache im Ethikrat anders ausgegangen.
      Es war Verrat. Ethik-Verrat. Kinderverräter.
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Ich freue mich alleine darüber, dass Woopen jetzt, sieben Jahre später endlich mal Klartext geredet hat, auf welcher Grundlage das entschieden wurde. Ein ethischer Offenbarungseid.

      Woopen 2012:

      Ärztezeitung wrote:

      Zunächst sei es wichtig, dass sich alle Beteiligten gemeinsam verständigten.
      Die Babys drücken sich doch völlig verständlich aus - sie brüllen. Den älteren Jungen wird eingeschärft, dass sie es wie ein Mann zu tragen haben, sonst würden sie sich lächerlich machen.
      Die eigentlich Betroffenen - Babys und kleine Jungen - hat man gar nicht angehört. Auch nicht Männer, die unter den Folgen der Zirkumzision leiden.


      WELT wrote:

      Der Ethikrat wolle mit seiner öffentlichen Debatte zur Versachlichung des Diskurses beitragen, betonte die Vorsitzende Christiane Woopen.
      Das nennt diese Frau "Versachlichung":

      "vor dem historischen Hintergrund"

      "im internationalen Kontext"

      Es geht aber nicht um Sachen, es geht um kleine Jungen. Die ein Recht auf körperliche Unversehrtheit haben genau wie Woopen selbst. Kein iota weniger!



      Als sich der Ethikrat mehrheitlich dafür aussprach, die rituelle Beschneidung von Jungen nach strengen medizinischen Standards zu erlauben, überschwemmten Hunderte wütende Mails ihr Postfach: meist mit kritischen Bemerkungen, auch mit Anwürfen und Beleidigungen.
      Kein Wunder. Sie hat Shitstorm ohne Ende verdient.


      Natürlich stellt sie sich die Frage, warum gerade das Thema Beschneidung die Deutschen dermaßen polarisiert. „Erstens haben sich viele mit diesem Thema vorher nie auseinandergesetzt. Und es geht um Kinder – das mobilisiert Schutzinstinkte.“
      Sollte es.

      Bei Woopen offenbar und leider NICHT.

      Es sind ja auch "nur" Jungen. Woopen hat keinen Sohn, Woopen hat vier Töchter.


      Focus wrote:

      Plenarsitzungen und Anhörungen veranstaltet der Ethikrat öffentlich,
      jeder kann per Livestream zuschauen. Allerdings schafft sich das
      Expertenparlament auch vertrauliche Zonen, um näher an Probleme
      heranzukommen, als es Berufspolitiker normalerweise wagen. Zur
      Vorbereitung ihrer Debatte über Inzest unterhielten sich Ratsmitglieder
      mit Geschwistern, die als Paar zusammenleben, und ließen sich deren
      Lebenssituation schildern.


      In dieser Atmosphäre geschieht, was im
      Bundestag praktisch nie vorkommt: Diskussionen im Ethikrat führen
      gelegentlich dazu, dass Mitglieder ihre Meinung ändern.
      Das ist interessant - und zeigt punktgenau auf den Kern des Problems:

      Bei dem Thema hat sich der sog. Ethikrat mit den tatsächlich negativ Betroffenen unterhalten - und ist zu neuen Erkenntnissen gekommen. Hat Empathie für die Betroffenen entwickelt - dafür Bravo!

      Aber genau das ist bei der BGM nicht passiert. Dafür - Pfui Teufel!
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Fiel mir gerade noch auf:

      Als sich der Ethikrat mehrheitlich dafür aussprach, die rituelle Beschneidung von Jungen nach strengen medizinischen Standards zu erlauben, überschwemmten Hunderte wütende Mails ihr Postfach: meist mit kritischen Bemerkungen, auch mit Anwürfen und Beleidigungen.
      Quark. Der Ethikrat hat nicht eine "rituelle" Vorhautamputation "erlaubt" (erlauben kann der eh nix, nur empfehlen, bzw. "absegnen", dem Gesetzgeber die Absolution erteilen), sondern praktisch jede beliebige nicht-indizierte Elternwunsch-Zirkumzision eines Jungen. Das kann völlig ohne Ritual ablaufen. Der Ethikrat hat in keiner Weise gefordert die religiöse Motivation zu überprüfen.

      Und das hatte auch einen Grund:

      Dabrock wrote:

      Deswegen darf hier nicht der Eindruck entstehen, als ob Religionen hier gewissermassen ein Sonderrecht bekommen würden
      Damit nicht der völlig korrekte Eindruck entstehen möge.

      Als "Weltanschauung" reicht: "das soll da weg", oder "Papa hat es auch nicht besser gehabt". Oder "hat Mami beim Waschen weniger Arbeit". Niemand fragt danach.
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher