"Beschneidung hat mit dem Islam nichts zu tun" - Interview mit Kaan Göktas - hpd.de

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    • Ich finde den Einsatz von Kaan Göktas gegen MGM und seinen Artikel wirklich prima!

      Aber bei dem Satz:


      Beschneidung hat mit dem Islam nichts zu tun

      komme ich nicht so ganz mit. Das ist doch wohl sehr vereinfacht. Vielleicht ein frommer Wunsch an die Zukunft, geht aber doch an der Realität vorbei.
      Es ist doch kein Zufall, dass in muslimischen Ländern die MGM-Quote gegen 100% tendiert.
      Z.T diente der Islam auch als Ausbreitungsvektor für die MGM.
      Es gibt doch überhaupt nicht DEN Islam!
      Den Islam kann man nicht vergleichen mit der zentral gesteuerten römisch-katholischen Kirche.
      Den Islam gibt es in vielen Facetten, die sich zum Teil heftig bekriegen. Und dann gibt es noch Religionen, die dem Islam nahestehen. Allen gemeinsam ist: die Jungen werden verstümmelt. Bei den einen früher, bei den anderen später.
      Da nützt es gar nichts, wenn Kaan Göktas den Koran zitiert - wo sind die Imane, die Ayatollahs, die den Gläubigen zurufen:
      ihr braucht das nicht zu machen, ihr braucht von euren Söhnen nichts abzuschneiden, im Gegenteil, das ist falsch, denn "Gott hat den Menschen vollkommen erschaffen und er darf nicht verändert werden"?
      Wo sind sie?
      Natürlich ist es richtig, dass MGM wie FGM zunächst einmal eine Tradition, ein Täter-Opfer-Kreislauf war, der dann in Religionen - auch den Islam - eingeflossen ist.
      Interessant ist das Beispiel der Philippinen: Dort kam die MGM mit dem Islam, als die Bevölkerung dann durch die Spanier christianisiert wurde blieb was? Die Tradition MGM!

      Religiöse Argumentation führt in die Sachgasse, weil die entsprechend Religiösen immer besser wissen, wie man alte Schriften zu interpretieren hätte und was ihnen ihr Glaube angeblich befiehlt.
      Es ist ganz besonders für Aussenstehende wenig hilfreich, a la NABUCO Gläubige der Fehlinterpretation ihre Glaubens überführen zu wollen.

      Mit Logik kann man Irrationalem nicht beikommen.

      Klar ist aber auch, dass Religion oft vorgeschoben wird, um die Tradition (und damit das Handeln der verehrten Eltern und das eigene Handeln gegenüber den Kindern) zu verteidigen.
      "Wir können halt nicht anders" ist doch eine tolle Ausrede.
      Man hat es ja gesehen - mit dem mächtigen Tool "Religionsfreiheit" kriegt man sogar Verfassungsbruch durch.
      Immer klappt es aber nicht - die 12 Stämme hätten besser ihre Söhne genital verstümmelt statt auf den Po gehauen. Auch die glauben nicht anders zu können. Und sie dürfen ja auch, müssen dann aber z.B. in die USA gehen. Das Land ("God's own Country"), wo die Religionsfreiheit (von Erwachsenen) über (fast) alles andere geht.

      "One cannot make omlettes without breaking eggs"

      Es gilt, den Täter-Opferkreislauf zu durchbrechen. Dann wird man sehen, dass weder der Islam noch das Judentum deshalb untergehen. Und nach ein paar Generationen wird niemand mehr die Verstümmelung von Jungen vermissen, eher wird man mit Grausen daran zurückdenken - "was damals alles möglich war!"
      Wenn man hingegen den Täter-Opferkreislauf zementieren will, dann muss man MGM legalisieren, den staatlichen Gütesiegel "staatlich geprüft, völlig OK!" draufpappen.
      Wie die Pappnasen die für den 1631d gestimmt haben.
      Indeed, as the history of female circumcision suggests, if male circumcision were confined to developing nations, it would by now have emerged as an international cause celebre, stirring passionate opposition from feminists, physicians, politicians, and the global human rights community.
      If routine medical circumcision didn't exist today, no one would dare to invent it.


      David Gollaher
    • Selbstbestimmung wrote:

      Religiöse Argumentation führt in die Sachgasse, weil die entsprechend Religiösen immer besser wissen, wie man alte Schriften zu interpretieren hätte und was ihnen ihr Glaube angeblich befiehlt.Es ist ganz besonders für Aussenstehende wenig hilfreich, a la NABUCO Gläubige der Fehlinterpretation ihre Glaubens überführen zu wollen.

      Mit Logik kann man Irrationalem nicht beikommen.
      Das bringt es auf den Punkt. Deswegen: durchgreifen und bestrafen, wie es der Gesetzgeber bei FGM schon vorsieht.

      The post was edited 1 time, last by flyguy ().

    • Selbstbestimmung wrote:

      Aber bei dem Satz:



      komme ich nicht so ganz mit.

      da gibt es ganz nette Theorien, dass das Meiste im Islam aus dem Judentum kommt.
      Die Beschneidung kommt im Quran nicht vor. Wohl hat sich Mohamed darüber geäußert, dass wenn man schneidet (Mädchen), dann solle man Mäßigkeit walten lassen, denn das Vergnügen der Frau ist auch das Vergnügen des Mannes (sinngemäß).
      Und die Vorgabe, man müsse beschnitten sein um zu beten, ist nichts weiteres als die kulturelle Vorstellung von Reinheit.
      Insofern dürfte der Islam leichter zu knacken sein als das Judentum, in Punkt Beschneidung: der Zeitpunkt ist nicht fest vorgegeben und kann daher ohne weiteres in das Alter verlegt werden, wo so etwas wir eine informierte Einwilligung denkbar ist.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)