In der evangelischen Kirche scheint ein Umdenken einzusetzen...

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    • In der evangelischen Kirche scheint ein Umdenken einzusetzen...

      Auf dem Online-Portal Männerportalist ein bemerkenswertes Portrait von Victor Schiering erschienen. Bemerkenswert auch und vor allem deshalb, weil es sich hierbei um das Portal der Männerarbeit der Evangelischen Kirche Deutschlands handelt.
      Während also die Führer der großen Kirchen und Religionsgemeinschaften weiter mithilfe von Scheuklappen und Dogmen ihre harte Linie durchziehen und einzig das Argument "Religionsfreiheit" kennen, scheint sich die Basis langsam aber sicher hiervon zu emanzipieren. Der verletzliche Mann ist nichts Exotisches mehr und Probleme mit der "Beschneidung" werden wie selbstverständlich thematisiert.

      Meinen Dank an Männerforum-Online, meinen tiefsten Respekt aber vor Victor Schiering für seine Offenheit und seinen Mut!

      Gleichzeitig will er niemanden verletzen, niemandem etwas Böses unterstellen. Er weiß, dass seine Eltern allein deshalb damals einer Beschneidung zustimmten, weil die Ärzte sie konstant dazu drängten, die wiederum auch sicherlich tatsächlich glaubten, eine kindliche Vorhautenge sei eine Krankheit. Er weiß, dass Moslems und Juden unter sozialem Druck stehen und vermeintlich das Richtige tun. Er vermeidet auch jegliche Dramatisierung – vor allem wenn es um seine eigene Geschichte geht. Ja, es gibt Männer, die unter ihrer Beschneidung nicht im Geringsten leiden. Allemal in den seltenen Fällen, wenn sie die Operation vor einer tatsächlichen Erkrankung bewahrte: „Menschen kommen mit den gleichen Sachen unterschiedlich klar.“
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/

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    • „Dass Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs Parallelen in möglichen Folgen bei Beschneidungsbetroffenen erkannt haben und letzteren ungefragt in voller Solidarität und Rat zur Seite standen, ist für mich ein historisches Element dieser Kinderrechtsdebatte. Gleiches gilt für Frauenrechtsorganisationen wie TERRE DES FEMMES, (I)NTACT und TABU. Das werde ich ihnen nie vergessen.“
    • Die Kirchen hier in Deutschland sollten sich mal Fragen, warum wir Männer alle mit einer Vorhaut auf die Welt gekommen sind. Und warum hat uns Gott überhaupt eine Vorhaut gegeben. Bestimmt nicht zum abschneiden.
    • Phil21 wrote:

      Und warum hat uns Gott überhaupt eine Vorhaut gegeben.

      Nach der Ansicht von strenggläubigen Menschen natürlich zum Abschneiden. Phil, versuch nicht in den Handlungen von religiösen Menschen einen für dich logisch nachvollziehbaren Sinn zu finden, dabei wirst du nur unglücklich.
    • Phil21 wrote:

      Die Kirchen hier in Deutschland sollten sich mal Fragen, warum wir Männer alle mit einer Vorhaut auf die Welt gekommen sind. Und warum hat uns Gott überhaupt eine Vorhaut gegeben. Bestimmt nicht zum abschneiden.


      Eine Religion lebt von Dogmen, also Glaubenssätzen. Wissen oder die Antworten auf mögliche Fragen sind gewissermaßen das Gegenteil von Glauben. Solange der Glaube nicht dazu dient Menschen zu verletzen oder ihnen zu schaden, besteht kein Grund an der Glaubensfreiheit zu rütteln.

      Der evangelische Glaube unterscheidet sich übrigens mehr vom katholischen als viele meinen. Der evangelische Glaube stützt sich nahezu ausschließlich auf die ("Luther-")Bibel, wo ja auch die Beschneidung genannt wird. Im katholischen Glauben entscheidet aber im Zweifel eher der Vatikan/Papst, wie die Bibel zu verstehen ist. Somit ist der evangelische Glaube im Grunde starrer an die Bibel gebunden als der katholische.

      Die große Gemeinsamkeit aller drei Weltreligionen besteht darin, dass es sich um Buchreligionen handelt. Buchreligionen haben den Vorteil, dass sie viel beständiger sind als Religionen, die nur auf mündlichen Überlieferungen beruhen. Der große Nachteil ist hier aber dann wieder, dass sie sich niemals weiterentwickeln können bzw. Aussagen, die ethisch längst als falsch erkannt wurden, auch weiterhin im Rahmen einer Buchreligion gepredigt werden (siehe z.B. Stellung der Frau im Islam oder das Zölibat in der katholischen Kirche).

      Auch darf man nicht vergessen, dass immer mehr Menschen den Glaubensgemeinschaften den Rücken kehren. Der verzweifelte Versuch besteht dann darin, seine Kinder noch strenger "im Glauben" zu erziehen, damit diese nicht auch irgendwann austreten. Am Ende führt dies dazu, dass sogar eine früher als relativ liberal geltende evangelische Kirche die Zwangsbeschneidung als Religionsfreiheit zu verteidigen versucht.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)