FAS: Grausame Mutprobe in den Bergen (Südafrika) - 27.7.2014 in der FAS und am 29.7. online erschienen

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    • FAS: Grausame Mutprobe in den Bergen (Südafrika) - 27.7.2014 in der FAS und am 29.7. online erschienen

      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ein Meilenstein

      Der Mythos der Nichtvergleichbarkeit wackelt.

      Es fehlt jetzt noch das nötige Fazit:
      bei FGM wird vom worst case ausgehend selbstverständlich das Verbot auch der weniger gravierender Formen gefordert.

      Genau das steht bei MGM noch aus. Aber diese Berichterstattung ist ein großer Schritt, bringt er doch eine in der allgemeinen Öffentlichkeit komplett unbekannte Opfergruppe in den Fokus.
    • Man muss das denen, die immer von der "häufigsten Operation der Welt" faseln immer wieder aufs Butterbrot schmieren. Das läuft eben auch darunter. Und nicht nur in Südafrika, auch an anderen Orten, auch in Asien und Ozeanien. A bloody mess.

      Und ja sagen die Verharmloser dann, das sollte ja auch abgeschafft werden, wir wollen ja "SMC". Wo das dann "nurses" machen.

      Aber das lässt sich natürlich ebenso umdrehen - viel weniger Tote, viel weniger Komplikationen, und weniger Schmerzen - durch SFC!
      Aber nein, Mädchen dürfen ruhig in Folge von unhygienischen OPs mit der berühmten dreckigen Glasschere und ohne Betäubung verstümmelt werden - da zählt auf einmal das Prinzip "genitale Autonomie". Da heißt es alles oder nichts. Das verbieten wir, und dann werden sich schon alle daran halten. Machen sie aber nicht. Das "Hinterzimmer-Argument" - auf einmal perdu.

      Aber bei MGM, da ist dann alles anders. "Und wenn wir das verbieten, dann machen die das ja trotzdem, und dann im Hinterzimmer!!!"
      Ein Recht auf ein Leben mit vollständigen Genitalien muss in Deutschland möglich sein


    • Afrika ist überall. Machen wir endlich global Schluss mit dem Let boys decide for themselves whether or not they want to be circumcised

      Mentale gesetzgebungsvorbereitende Xhosa bewohnen auch Berlin oder Oslo, denn wir können noch sehr medikalisiert (im Hospital) verstümmeln oder steril verstümmeln, kein anderes Prinzip als das des Jugendlichenbeschneidens wollte 2012 der grundgesetzwidrige Alternativentwurf eines § 1631d oder die kinderfeindliche OSLO RESOLUTION von 2013.

      Machen wir uns doch nichts vor, kein US-amerikanischer, kanadischer, australischer oder europäischer Junge aus einer so genannten muslimischen Familie wird sich in den nächsten Jahren dem durch die ewige Scharia bestätigten Gruppenzwang zum Leben ohne Vorhaut entziehen können wenn wir das Beschneiden Minderjähriger nicht verbieten, jeder Junge wird vielmehr engagiert vorgeben - ganz wie der elfjährige Tahsin (KiKA) - sich freiwillig beschneiden zu lassen.

      Bitte gestattet mir ein etwas letztes, etwas längeres Zitat:
      Ndiyindoda! hatte der Xhosa Nelson Mandela zu rufen: I`m a man! ... Hat der sich über die Oslo Resolution freuende Dr. Antony Lempert (Children’s basic rights to bodily integrity and to form their own beliefs, Quelle Barry Duke auf freethinker am 02.10.2013) denn gar keine Lehre aus dem Mau Mau Aufstand gezogen? Wenn wir ein antikolonial fühlendes Mädchen rufen lassen: “Ngaitana – I will circumcize myself”, dann ist das hundertprozentige genitale Selbstbestimmung nach dem Grundatz: Let girls decide for themselves whether or not they want to be circumcised, nur das Geschlechtsorgan ist anschließend für immer kaputt. Der voreilig als Intaktivist gehandelte Sprecher des UK Secular Medical Forum (SMF) Dr. Lempert toleriert das freiwillige Beschneiden für völlig gesunde Minderjährige (There can be no justification for healthy children to be forcibly cut, Quelle national secular society am 01.10.2013), doch in jener zauberhaften Stunde, in der im heiligen Wald der erste Junge aufschreit “Ndiyindoda! – I am a man!”, gleich ist der sich auf die Einweihung freuende kleine Nelson Mandela an der Reihe, haben wir genau den gesundheitsgefährdend geringen Anspruch der Anne Lindboe erfüllt: “Vi hos Barneombudet mener derfor det er best for barnet at barna selv skal få bestemme om de vil bli omskåret – Wir als Kinderrechtsbeauftragte glauben, dass es am Besten für ein Kind ist, wenn sich das Kind selbst entscheiden kann ob es beschnitten werden möchte” (Quellebarneombudet.no). LET BOYS DECIDE FOR THEMSELVES WHETHER OR NOT THEY WANT TO BE CIRCUMCISED tönt es am 30.09.2013 aus Norwegens Hauptstadt – Antrag abgelehnt sehr geehrte Frau Anne Lindboe und sehr geehrter Herr Fredrik Malmberg, Skandinavien braucht kein Ngaitana für die Mädchen und für die Jungen kein Ndiyindoda.

      eifelginster.wordpress.com/2014/02/15/373/
      "keine Beschneidung unter 18"
    • Edward wrote:

      durch die ewige Scharia bestätigten Gruppenzwang
      "ewig" ist nur Gott. ^^
      Was meinst mit ewig, Edward?
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Beschneidung ist Scharia

      Danke Guy für die gute Frage. Zunächst einmal: Die Beschneidung ist Teil der Scharia. Im Gegensatz zum durch Menschen (in gehorsamer Stellvertreterschaft Allahs irdisch) verwirklichten Fiqh (schariabasierte Rechtsurteile) sei die Scharia eben nicht menschengemacht, sondern stamme von Allah.

      Mit ewig meine ich den vermeintlich himmlischen Befehl zum Beschneiden mit seinen höchst irdischen (politischen) Folgen für Kindeswohl und männliches Genital, zuerst einmal Halacha statt Scharia:

      If the father did not circumsise his son, Bet Din (the court) is obligated to circumcise him. And if the bet din did not circumcise him, he is obligated (when he shall grow up) to circumcise himself. If he did not cicumsise himself then he is suffers karet (spiritual excision). And every day he transgresses and is punished. We don't circumcise the son of a man without his knowledge, unless the father refuses to circumcise his son and the bet din did not circumcise him, we circumcize him despite his will.

      en.wikisource.org/wiki/Transla…chan_Aruch/Yoreh_Deah/261

      Jetzt eine echt islamische Position, der kein deutscher Imam auch der so gerne als uneingeschränkt demokratietauglich gehandelten Verbände DITIB oder VIKZ widerspricht. Das ist sinngemäß durchaus der versetzungsrelevante Stoff des IRU, des bekennenden Islamischen Religionsunterrichts:

      Die Beschneidung ist eine Pflicht jedes Vaters. Er muss die Beschneidung durchführen (lassen). Bei der Beschneidung gilt, dass mindestens die Hälfte der Vorhaut entfernt werden muss.

      Nach den vier Rechtsschulen des Islam (Ebu Hanifa, Safi-i, Malik-i, Hanbeli) gilt über hitan folgendes:

      - Bei Ebu Hanifa und Malik-i gilt die Beschneidung als Sünnet-i müekkede (ein auf der Sunna beruhender, über das Pflichtmaß hinausgehender Akt der Gottesverehrung, dessen Unterlassung ungehörig ist). Das bedeutet eine unbedingte Sunna.
      - Für Hanbeli hingegen ist es ein Vacib*
      - Für Safi-i ist die Beschneidung ein Vacib.

      Zum Begriff Sunna:

      Die Sunna ist das Nacheifern des Propheten Mohammed Mustafa (Allah's Friede sei mit ihm und all den anderen Propheten) bezüglich seiner Taten, seiner Aussprachen oder seiner unausgesprochenen Gutheißungen

      way-to-allah.com/themen/Beschneidung.html

      vacib meint wadschib (anglis. wajib; arab. auch farḍ), was bedeutet religionsrechtlich / religiös absolut verpflichtend

      (farḍ/wājib) - Compulsory, obligatory


      http://en.wikipedia.org/wiki/Ahkam

      The time for circumcision. Von Scheich al-Munajjid. Fatwa.

      islamqa.info/en/14624


      Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfi‘ī madhhab.

      shafiifiqh.com/what-is-the-ruling-on-circumcision-for-women/

      Der in Indonesien, Malaysia, Somalia, Kurdistan sowie Regionen bzw. Milieus Ägyptens vorherrschenden Rechtsschule der Schafiiten gilt die Jungenbeschneidung und die Mädchenbeschneidung wadschib (farḍ), was 2012 jedem Bundestagsabgeordneten bekannt war. In Pakistan, Bosnien und der Türkei herrscht die hanafitische Rechtsschule des sunnitischen Islam vor, doch auch da gibt es keine Moscheegemeinde, die erklärt: "Es gibt für dich ein im islamischen Sinne gelingendes Leben als männlicher Unbeschnittener". Viele Nichtmuslime lügen sich die Sache schön und orakeln irgendetwas von "Der Junge im Islam muss sich ja gar nicht beschneiden lassen". Nun, sich was vormachen ist bequem.

      Ungefähr das meine ich mit "ewig".
      "keine Beschneidung unter 18"
    • Jetzt eine echt islamische Position, der kein deutscher Imam auch der so gerne als uneingeschränkt demokratietauglich gehandelten Verbände DITIB oder VIKZ widerspricht.


      Dazu habe ich mal eine sehr differenzierte und erfreulich undogmatische Aussage gehört:

      gruene-muenchen.de/themen/doku…rituellen-beschneidungen/

      Dies war eine Podiumsdiskussion im Büro der Münchener Grünen im Juli 2012.
      Dort sagte

      Imam Sidigullah Fadai
      Dozent für Islamologie und Organisator von „MünchenKompetenz“, ein Programm zur Weiterbildung muslimischer Seelsorger

      wortwörtlich auf eine direkte Frage, ob ein nicht beschnittener Mann ein guter Moslem sei könne: "Selbstverständlich". Die "Beschneidung" sei nicht verpflichtend.

      Ist auf dem interessanten Podcast nachzuhören, ca. Min. 30.
    • Ein interessanter Gedanke - Zuschrift per Mail

      Ich habe den Artikel am Sonntag komplett gelesen. Von vorne bis hinten.
      Hier geht es NICHT darum, daß die männliche Beschneidung eine Verstümmelung ist, sondern um die hygienischen Bedingungen, die Verstümmelungen nach sich ziehen.

      Auch der Arzt, der sich für die Beendigung der Praxis einsetzt, spricht nicht gegen die Beschneidung der Jungen. Es geht nicht um den Verlust der Vorhaut. Der Arzt findet, daß die OP im Krankenhaus stattfinden soll.

      Einen Meilenstein kann ich hier nicht erkennen. Der Artikel könnte vielmehr dazu führen, daß nochmal auf die Wichtigkeit der Einhaltung der Hygiene abgehoben wird – und fertig.


      Womit bewiesen ist, dass Beschneidung gefährlich ist und die Komplikationsrate im medizinischen Bereich lediglich geringer ist.


      In diesem Kulturkreis wird es allerdings genauso schwierig werden diesem Mannnwerdungsprogramm die Beschneidung zu nehmen, als sie am Rückzugsort der Neophyten medizinisch durchzuführen.


      Man kann nur hoffen, dass sich junge Männer dieser Etappe entziehen, aufgrund der Informationen, die nunmehr verfügbar sind.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ich habe selbst fast 6 Jahre

      Edward wrote:

      Danke Guy für die gute Frage. Zunächst einmal: Die Beschneidung ist Teil der Scharia. Im Gegensatz zum durch Menschen (in gehorsamer Stellvertreterschaft Allahs irdisch) verwirklichten Fiqh (schariabasierte Rechtsurteile) sei die Scharia eben nicht menschengemacht, sondern stamme von Allah.


      auf der arab. Halbinsel gelebt und die Ganze bereist. Ich habe viel, auch weil ich Arabisch kann, mit den Menschen dort über Religion gesprochen.

      Und Du glaubst es nicht - es gibt ätzend viele Meinungen zu verschiedenen Dingen. Schon dass es 4 islamische Rechtsschulen gibt, ist mir sehr suspekt. Dass gestritten wird, was ein gutes und starkes Hadith (Aussage des Propheten) ist und was ein schwaches-verdeutlicht doch schon die ganze Vermenschlichung dieser Religion. Auch bezweifele ich persönlich, dass die Scharia von Allah stammt-sie ist von Menschenhand geschrieben! Ich distanziere mich hier deutlich davon, dass ich den Islam schlecht machen möchte! Ich respektiere jede Religion, solange sie nicht ins Extreme rutscht und zwangsmissionarisch auftritt.

      Das Einzige, was man als 100 Prozent richtig akzeptieren kann, ist der Koran. Damals haben ihn sehr viele auswendig gekonnt und nach dem Tod des Propheten erst wurde er schriftlich verewigt - DAS ist Allahs Vermächtnis! UND darin steht nichts von Beschneidung! Eigenartig - oder? Alles andere dazu akzeptiere ich persönlich nicht. Zuviel wurde schon von Menschenhand dazugedichtet. Um ein aktuelles Beispiel anzuführen: Beginn und Ende Ramadhan-2 nebeneinander liegende Staaten fangen unterschiedlich an zu fasten und das Eidfest zu feiern. In dem einen Land wurde der Neumond mit bloßem Auge gesehen, in dem anderen nicht! Schaut man sich dazu astronomische Sites an, kann der Neumond an diesem speziellen Tag nicht mit bloßem Auge von z.B. Arabien aus gesehen werden-aber es sehen ihn 2 unabhängige Menschen-soviel zum Irdischen.

      In diesen Ländern ist viel Tradition und Kultur, es wird nur der Deckmantel der Religion darübergestülpt, um es einfacher zu machen.




      Pizarro73 wrote:

      Imam Sidigullah Fadai
      Dozent für Islamologie und Organisator von „MünchenKompetenz“, ein Programm zur Weiterbildung muslimischer Seelsorger

      wortwörtlich auf eine direkte Frage, ob ein nicht beschnittener Mann ein guter Moslem sei könne: "Selbstverständlich". Die "Beschneidung" sei nicht verpflichtend.
      ................................und genau das ist die richtige Einstellung!
      Viele Grüße aus dem Rhein-Neckar-Raum

      Ich
    • ich wrote:

      Das Einzige, was man als 100 Prozent richtig akzeptieren kann, ist der Koran. Damals haben ihn sehr viele auswendig gekonnt und nach dem Tod des Propheten erst wurde er schriftlich verewigt - DAS ist Allahs Vermächtnis! UND darin steht nichts von Beschneidung! Eigenartig - oder? Alles andere dazu akzeptiere ich persönlich nicht. Zuviel wurde schon von Menschenhand dazugedichtet.


      Sobald man sich auf die religiöse Ebene begibt, begibt man sich aufs Glatteis.
      Das was du sagst stimmt - aber es lässt sich genauso gut umdrehen.
      Wenn nur die "Primärquelle" gilt, dann müssten die Christen ja immer noch ihre Kinder verstümmeln. Den was beim Islam von Geistlichen später draufgesattelt wurde, das wurde im Christentum von Paulus runtergesattelt. Da es mehr Christen als Muslime gibt könnte man sagen: um so schlimmer.
      Die religiöse Ebene führt zu nichts. Religiöse Führer können dies sagen oder jenes sagen. Z.B.: "trinket alle diesen heiligen Saft (mit leichtem Bittermandelgeschmack) und gebet davon auch euren Kindern - dann werden wir alle ins Paradies einkehren!"
      Religionen müssen zu dem kompatibel sein, was wir heute unter Menschenrechten verstehen.

      Sobald man sich auf die religiöse Ebene begibt, begibt man sich aufs Glatteis.
      Ein Recht auf ein Leben mit vollständigen Genitalien muss in Deutschland möglich sein


    • @Zuschrift per Mail:

      Die Person hat nicht verstanden, dass es ein Meilenstein ist, überhaupt MGM in Afrika als ebenso wie FGM u.U. lebensgefährlich darzustellen.
      Das ist bisher tabuisiert. Der Mythos der angeblichen Nichtvergleichbarkeit wird noch mehr der Nährboden entzogen.
      Mit Hinweis auf die krassesten FGM Formen wird stets wie selbstverständlich ein Verbot sämtlicher FGM Formen gefordert.
      Genau diese Konsequenz steht bei MGM noch aus und kann jetzt noch besser eingefordert werden.
      Man sollte bei aller Zielsetzung nicht blind für wichtige Zwischenschritte sein.
    • Selbstbestimmung wrote:

      Religionen müssen zu dem kompatibel sein, was wir heute unter Menschenrechten verstehen.
      Vollkommen einverstanden.
      Es kommt darauf an, was man unter dem Begriff subsumiert. Wenn man die Botschaft der Liebe von Jesus buchstäblich interpretiert, dann entwächst ihr u.a. der Gedanke der Barmherzigkeit. Und dieser hatte seinen Anteil (nicht nur er, sondern auch er) in der Schaffung von Institutionen wie die der Krankenhäuser, der Wohltätigkeit, der "gerechten" Verteilung von Freud und Leid, usw.
      Das Barmherzigkeit auch Ausdruck des Egos sein kann ist mir dabei vollkommen klar. Das Wort "vermenschlicht" gefällt mir gut in dem Zusammenhang, andere sagen dazu "profanisiert", wenn eben Dinge vom Heiligen ins allzu menschliche gezogen werden).
      Das sollte jetzt keine Lobhudelei werden auf Religion im Allgemeinen.
      Es kommt eben darauf an, die unterschiedlichsten Ausprägungen und Zielsetzungen von religiöser Betätigung voneinander zu unterscheiden und allzu Menschliche Motivationen zu entlarven und zu denunzieren.
      Das ist sehr verschieden von pauschaler Kritik.

      Mein Vorredner "ich" weist auf etwas Wichtiges hin: Die "Religion" zu schälen wie eine Zwiebel, um ihren ursprünglichen Kern freizulegen. Das Abgeschälte sind die politischen und menschlichen Sedimente, die sich über diesen Kern gelegt haben und heute noch legen, um letzten Endes ihre ursprüngliche Botschaft zu pervertieren.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • AEMR global, sogenannte Heilige Schriften sorgfältig in den Bücherschrank

      Ich bin kein Religionsfeind, sondern will die säkularen, Gläubige und Ungläubige gleich behandelnden Gesetze. Ja zum menschlichen Verstand, nein zum Himmelsgesetz. Raus mit Veda, Avesta, Talmud, Bibel und Koran aus unseren Rathäusern und Parlamenten, Beten oder Nichtbeten kann schließlich jeder von uns privat.

      Die Befehle und damit auch die Beschneidungsbefehle der noch so heiß vermuteten Göttinnen und Götter sind nicht zu verstaatlichen (sind nicht zu legalisieren). Global durchzusetzen ist der Standard der am 10. Dezember 1948 festgestellten Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Medizin ist wissenschaftlichen Erkenntnissen nachzuordnen, nicht der Seelenrettung oder der Abwehr der bösen Geister.

      Es gibt für die kulturelle Moderne keinen Grund, die Menschen länger in ethnoreligiös definierte Kollektive aufzuteilen. Es gibt in Deutschland schließlich gerade KEINE Menschensorte Christenbürger und Menschensorte Muslimbürger und Menschensorte Judenbürger so weiter. Das Grundgesetz gilt für jeden 100 %. Niemand verliert in einem AEMR-basierten funktionierenden Rechtsstaat seine Bürgerrechte, nur weil er nicht in einem Tempel betet. Umgekehrt darf jeder an einen Engel oder Propheten oder Gott glauben.

      Die vielen schönen bunten Märchen, Mythen und Religionen sind das kulturelle Erbe der einen, unteilbaren Menschheit.

      Was am 12.12.2012 in Deutschland beschlossen wurde bleibt aus vielen Gründen verfassungswidrig, das pauschale Elternrecht auf Genitalverstümmelung nicht an Mädchen sondern an Jungen. Die beschneidungsgläubigen Eltern sollen das Recht haben, sich wohlzufühlen. Nein, den Beschneidungskulturellen ist das sich aus dem Anblick eines intakten Kinderpenis ergebende Unwohlsein zuzumuten.

      Die dämonische Vorhaut fällt und das Kind hat Schmerzen und die Erwachsenen erleben beglückende spirituelle Tiefe oder vergewissern sich ihrer ethnischen Identität ... das ist Xhosa oder Scharia, das ist nicht kulturelle Moderne individueller Menschenrechte.
      "keine Beschneidung unter 18"
    • Guy wrote:

      Mein Vorredner "ich" weist auf etwas Wichtiges hin: Die "Religion" zu schälen wie eine Zwiebel, um ihren ursprünglichen Kern freizulegen. Das Abgeschälte sind die politischen und menschlichen Sedimente, die sich über diesen Kern gelegt haben und heute noch legen, um letzten Endes ihre ursprüngliche Botschaft zu pervertieren.

      Schwieriges Thema, und ich sehe hier ähnliche Gefahren wie Selbstbestimmung. Zum einen ist offen, was der ursprüngliche Kern ist. Du setzt stillschweigend voraus, daß dieser Kern die edlen Teile der Religion umfaßt. Es könnte auch gut umgekehrt sein - ein finsterer Kern, der von den politischen und menschlichen Sedimenten abgemildert wurde. Zum anderen wäre es den Gläubigen gegenüber anmaßend, die Deutungshoheit über ihre Religion an sich zu reißen.
      Nein, religiöse Inhalte müssen die jeweiligen Gläubigen schon unter sich ausmachen. Für die Gesellschaft haben sie aber keine Relevanz.
      Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)
    • Ihre Allgemeingültigkeit verleiht den Menschenrechten ihre Kraft

      Muslime sind keine Sorte Mensch, Schluss mit dem Gerede von den Kulturkreisen. Menschenrechte sind nicht westlich oder östlich. Unsere Menschenrechte gelten entweder universell oder überhaupt nicht.

      Die Menschenrechte sind das Fundament der menschlichen Existenz und Koexistenz. Die Menschenrechte sind allgemeingültig, unteilbar und voneinander abhängig. Es sind die Menschenrechte, die uns menschlich machen. Sie sind die Leitlinien, nach denen wir der Menschenwürde eine erhabene Stellung einräumen. ... Es ist die Allgemeingültigkeit, die den Menschenrechten ihre Kraft verleiht. Sie gibt ihnen die Stärke, jede Grenze zu überwinden, jede Mauer zu erklimmen, jeder Macht zu trotzen. Der Kampf für allgemeine Menschenrechte war immer und überall ein Kampf gegen alle Formen der Tyrannei und Ungerechtigkeit - gegen Sklaverei, gegen Kolonialismus, gegen Apartheid. Dies ist heute nicht anders. Generalsekretär Kofi Annan, Erklärung zum Tag der Menschenrechte, 10. Dezember 1997

      unric.org/de/pressemitteilungen/5047
      "keine Beschneidung unter 18"