Aus dem aktuellen Newsletter der Säkularen Grünen

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    • Aus dem aktuellen Newsletter der Säkularen Grünen

      Zum Jahrestag des
      Beschneidungslegalisierungsgesetzes vom 12.12.12 hat es einige interessante
      Mitteilungen gegeben.

      Im Rhein-Main-Gebiet hat sich mit Sitz in Mainz der Verein „intaktiv e.V. – eine Stimme für genitale Selbstbestimmung“ gegründet, der mit Hinweis auf mehrere Gesetze auf diesem Gebiet seit Dezember 2012 die diskriminierende Ungleichbehandlung bei Mädchen und Jungen deutlich kritisiert: „Fragen der genitalen Unversehrtheit und Selbstbestimmung über den eigenen Körper rücken (...) mehr und mehr in den gesellschaftlichen Fokus. Im Rahmen der erhöhten Aufmerksamkeit fällt allerdings eine Ungleichbehandlung der Geschlechter auf: Während Mädchen verstärkt geschützt werden und Intersexuelle einen ersten Fortschritt begrüßen können, wurden Jungen wesentlich schlechter gestellt, indem eine Verletzung ihrer körperlichen Unversehrtheit ausdrücklich erlaubt wurde.“ Gefordert wird konsequent ein Recht auf genitale Selbstbestimmung ohne Ansehen des Geschlechts. Eine geschlechtsspezifische Diskriminierung, wie sie sich im „Beschneidungsgesetz“ manifestiert, lehnt intactiv unter Hinweis auf Menschen- und Grundrechte, die auch Kindern zustehen, ab.
      hpd.de/node/17406

      Der Verein sucht den Kontakt mit politischen Parteien, um für seine Ziele zu werben, Säkulare Grüne sollten die Möglichkeit nutzen, sich mit sachkundiger Beratung über die Beschneidungsproblematik und die geschlechtsspezifische Diskriminierung von männlichen Kindern in der Bundesrepublik auseinander zu setzen.

      „MOGiS e.V. – Eine Stimme für Betroffene“ ist schon seit längerem u.a. in puncto Jungenbeschneidungen aktiv und hat bereits die vielfältigen Aktivitäten 2012 und 2013 maßgeblich mitinitiiert. Zum Jahrestag des Beschneidungslegalisierungsgesetzes hat MOGiS mit TERRE DES FEMMES, (I)NTACT, pro familia Niedersachsen, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin das Gesetz von 2012 für gescheitert erklärt. Die VertreterInnen der Organisationen wiesen auf die zahlreichen offenen Verstöße gegen die im Gesetz formulierten Bedingungen hin, dass der Eingriff nach Regeln der ärztlichen Kunst und mit angemessener Betäubung auszuführen sei. Es sei empörend, dass die verantwortliche Politik und die Staatsanwaltschaften hier untätig blieben. Auch sei die Zahl der in Kinderarztpraxen festgestellten Komplikationen unverändert hoch (2010-2012 wurden über 1800 Fälle aktenkundig). Das Leiden von Kindern würde weiterhin ausgeblendet und ignoriert. Kritisiert wurde u.a. auch, dass die Stimmen von Männern, die als Erwachsene an den Folgen einer im Kindesalter erfolgten Vorhautamputation leiden, immer noch nicht im notwendigen Maße in der politischen Debatte gehört und nicht in die Entscheidungsfindungen einbezogen werden.
      hpd.de/node/17409

      Auch MOGIS e.V. bietet Kontakte und sachverständige Informationen zur Beschneidungsangelegenheit an, die von Säkularen Grünen genutzt werden sollten.

      Unter dem Titel: „Ich war kein richtiger Junge mehr“ findet sich im Herbst 2013 ein erschütternder Erfahrungsbericht eines Betroffenen, der im Kindesalter (aus medizinischen Gründen) beschnitten worden ist:
      hpd.de/node/17151
      Wer beim Thema „Jungenbeschneidungen“ nicht nur ideologische Kampagnen führen will, sondern sich ernsthaft mit der Thematik unter Berücksichtigung des Kindeswohls auseinanderzusetzen bereit ist, kommt um die Lektüre solcher Erfahrungsberichte nicht herum, mögen sie noch so schockierend sein.
      Weitere Betroffenenberichte unter
      www.beschneidungsforum.de
    • Alles schön und gut, mit Zitieren legt man sich aber auch nicht weit aus dem Fenster - wo ist die eigene Stellungnahme?
      Und wie steht es mit den "ChristInnen" bei den Grünen (die mit dem Stümmel-I), die ja in 2012 eine fatale Rolle in Sachen MGM gespielt hatten?

      beschneidungsforum.de/index.ph…ad&postID=24617#post24617

      Wann wird den nun bei den Grünen über die damals "verschobenen" (verschoben ist aufgehoben?) Leitanträge abgestimmt?

      There is no skin like foreskin
    • @Selbstbestimmung: Ab Februar 2014 wollen die Grünen das Verhältnis von "Weltanschauungen, Religionsgemeinschaften und Staat" debattieren. In dem Artikel ist zwar nicht ausdrücklich von Beschneidung die Rede, sie wird aber hoffentlich ein Thema sein. Mit Walter Otte ist immerhin ein engagierter Beschneidungsgegner dabei, auch wenn er gegen Beck und Göring-Eckhardt einen schweren Stand haben wird.
      Es geht zwar (viel zu) langsam, aber besser langsam als gar nicht.
      Ein gerupfter Spatz verspottet das Gefieder seiner Artgenossen. (Sorbisches Sprichwort)
    • @Cato:
      Na, dann hoffen wir mal. Von den Grünen sind lange Zeit wichtige gesellschaftliche Impulse ausgegangen - wäre schön, wenn sie da wieder daran anknüpfen könnten. Hoffentlich kneifen sie nicht.
      Mein Befürchtung ist allerdings, dass am Ende dann "weniger heikle" Forderungen sich durchsetzen werden (Abschaffung der Kirchensteuer, der staatlichen Priesteralimentierung, des Religionsunterrichtes) - nach dem Motto: ist ja nicht so, dass wir nichts tun - und das "brisante Thema" MGM - das fällt dann wieder durchs Raster. "Alles auf einmal kann man nicht" (und dann das übliche "ausgerechnet in Deutschland!").
      Da ist der Jerzy Montag, und der Cem Özdemir, und die Grünen verstehen sich als die Multi-Kulti-Partei, und da sind die muslimischen Wählerstimmen...

      BTW, Cem Ö. über seine Amputation:

      „Letztes Jahr habe ich mich persönlich richtig unwohl gefühlt. Also privat persönlich, so ganz intim halt: Seit der Beschneidungsdebatte hatte ich ständig das Gefühl, in meiner Hose ein Stück Illegalität mit mir zu führen! Oder um es etwas fußballerisch auszudrücken. Mit hängender Spitze kann ich nicht mehr spielen. Ich persönlich hatte ja zwei Optionen: Entweder ein ambulanter Schnitt, also Cut and Go, oder im Krankenhaus vom Chefarzt Director‘s Cut. Ich dachte mir: Beides ist nix für mich. Schließlich ging es ja um ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben. Es wird sich etwas verändern. So entschied ich mich dann für eine türkische Änderungsschneiderei in Stuttgart. “


      nyaryum.de/638-

      Ist man eine "Spaßbremse", wenn man darüber nicht lachen kann?

      PS: "So entschied ich mich dann .." Hat der sich wirklich als Erwachsener selbstbestimmt die Vorhaut abschneiden lassen?

      There is no skin like foreskin