symposium ag kinderurologie in lübeck

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    • symposium ag kinderurologie in lübeck

      Hallo, wollte einmal kurz meinen Eindruck
      mitteilen. Ich habe leider am Samstag nur von 9-12 teilgenommen. Anwesend waren etwa 50-60 Personen.

      • "Urogenitalentwicklung und
        Androgenwirkung" war sehr interessant, erläuterungen darüber wie SRY das
        SOX einschaltet welches weitere 16 CoFaktoren aufbaut, die zur
        geschlechtsidentitätsbildung führen, dabei weit über 60 bekannte
        mutationsformen bekannt. eingang auf die zeitlich kritischen abschnitte
        während der schwangerschaft, experimente an mäusen, bei der es dann zum
        phänotypisch anderen geschlecht kommt. hypospadie gehört hierzu.
      • Vaginalrekonstruktion
        bei DSD: wurde von einer Ärztin von der Kinderklinik Hannover gehalten.
        Hierbei ging es im wesentlichen um Mädchen mit AGS, die eindeutig geno-
        und phänotypisch weiblich sind, bei denen es aber zu einem
        zusammenwachsen der genitalspalte gekommen ist und teilweise
        ausbleibende uterusausbildung etc. Stand heute ist, daß man keine
        entfernung klitoralen gewebes mehr vornimmt, sondern dieses gewebe
        "umklappt" bei der straffung des schamlippengewebes, betonung lag dabei
        auch darauf daß man die glans klitoris dabei nicht exponiert, sprich daß
        sie trocken liegt... Aus der zuhörerschaft kamen hier sehr kritische
        anmerkugen darüber wann man den richtigen zeitpunkt für die
        Neovaginalplastik sieht. Rednerin sagt 5-6 monate, eine andere ärzting
        mit kollegin aus der psychologie raten zu späterem zeitpunkt.
        kontroverse über mögliche weitere operationen die dann in narbengewebe
        stattfinden, zwiespalt über möglicherweise psychische probleme bei
        älteren mädchen, die sehr leiden, andererseits hinweis aus eine
        hamburger familie, die einen sehr offenen umgang mit der schulklasse im
        vorlauf zu einer klassenreise pflegte und im sozialen bereich darüber
        aufklärte wieso ihre tochter unten anders aussähe.
      • Vom
        Lichen sclerosus et atrophicus bis zur Meatusstenose: sehr kurz, abriß
        über erste forschungen und beschreibungen zu LS, kurze vortragung der
        fakten: m/w verhältnis etwa 10:1, dabei aber etwa 87% bei den mädchen
        überdiagnostiziert z.b. nach missbrauch etc. (d.h. narben ja, aber nicht
        autoimmuner LS), diagnosealter bei mädchen im schnitt 7 jahre. dann
        statistische funde zu ls bei jungen, von nennungen 1:900 bis hin zu sehr
        viel häufigerem auftreten. angaben aus seiner eignen praxistätigkeit:
        sie haben ein jahr lang alle (ca 110) gewebeproben überprüfen lassen und
        sind dabei auf etwa 20% LS gekommen (anm.: also unter den
        phimosehärtefällen m.m.n.). Der Vortrag endete mit sehr vielen fragen an
        die praxis der kollegen wie sie damit umgehen, wie sie therapieren usw.
      • Cognitive
        task analysis von chirurgischen Eingriffen: nicht soo sehr interessant,
        verfahrensmodell um fehlern vorzubeugen bei denen ein erfahrener arzt
        nach seinem kopfschema operiert ohne dabei zu erkennen daß er es mit
        anatomische besonderheiten zu tun hat und etwas "durchtrennt, was nicht
        durchtrennt werden dürfte"
      • Pediatric urology on both sides of
        the Atlantic, von Gonzales (jetzt leiter der KK in Hannover) referierte
        kurz darüber wie man von pädiatern, chirurgen und urologen zu einer
        symbiose der 3 disziplinen kommt (hochspezialisiert), hierzu gibt es
        fellowship programme: führend sind schweden, es folgen dänemark und die
        niederlande(wer hätte es gedacht, dort wird entweder sehr wenig, oder
        nur im KH operiert oder es wird nicht von den Krankenkassen bezahlt...).
        weiters referierte er kurz über die handhabung von hypospadie in den
        usa: füher hats jeder gemacht was katastrophale ergebnisse hatte. heute
        gibt es 350 spezialisiten (d.h. 1 arzt auf >1mio bürger) und
        hypospadie wird überwiegend fachgerecht durchgeführt.
      Danach gabs dann die Mitgliederversammlung bei der ich nichts zu suchen hatte und dann gegangen bin.

      The post was edited 1 time, last by Maria Werner ().

    • Erst mal vielmals Danke.

      Ich habe da eine kleine Frage, die sich auf diesen Satz bezieht:

      ührend
      sind schweden, es folgen dänemark und die niederlande(wer hätte es
      gedacht, dort wird entweder sehr wenig, oder nur im KH operiert oder es
      wird nicht von den Krankenkassen bezahlt...).

      Woher willst Du wissen, dass in Dänemark, Schweden, und Niederlande "nur im KH" operiert wird, und "nicht von den Krankenkassen bezahlt" wird?

      Also meines Wissens wird eine therapeutische Beschneidung in diesen Ländern sehr wohl von den Krankenkassen bezahlt.
      Ich würde noch nicht mal sicher ausschließen, dass in Dänemark
      rituelle Beschneidungen vom öffentlichen Gesundheitswesen übernommen
      werden.
      Und was meinst du nur im Krankenhaus? Also zumindest in den Niederlanden wird sehr wohl auch außerhalb des Krankenhauses operiert.


      Hat der Herr Gonzales das in seinem Vortrag erwähnt?
    • Hi Sokrates, das waren meine eigenen Anmerkungen, zur erklärung bzw zur differenzierung:
      in den Niederlanden wird die Beschneidung nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt, diese Info stamm von Gert Van Dijk.
      In Schweden gab es doch dieses Gesetz, daß Beschneidungen nur im KH stattfinden.
      Und Dänemark ist relativ beschneidungskritisch und die raten dort außerhalb des religiösen traditionellen kontextes deutlich geringer als in Deutschland.
    • Ventus wrote:

      In diesem zusammenhang möchte ich kurz erwähnen:
      ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20854400

      British Association of Dermatologists' guidelines for the management of lichen sclerosus 2010.
      hat da jemand zugriff drauf?
      Ganz einfach:

      bad.org.uk/Portals/_Bad/Guidel…s%20Guidelines%202010.pdf
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Bin grad mal drübergeflogen, das interessanteste aus dier Leitlinie der BAD finde ich ist:
      erste behandlung besteht bei jungen UND mädchen darin, eine ultrapotente kortikoidsteroide creme zu benutzen. testosteron- und progesteronhaltige cremes sind nicht der bringer und werden eher nicht verwendet(ich kann mir auch denken warum). bleiben noch die immunmodulatoren offen, die zum teil verbesserungen bringen(sollte man ggf wohl auch mal ausprobieren, wenn die kortikoide nichts bringen, andererseits verstreichen bei der anwendung der genannten immunsuppresiven cremes reichlich zeit, und ich würde mir denken, daß bei vielen jungen alleine das abwarten, nicht-zurückziehen und cremfeuchte pflegen mögliche scleotisierenden vorgänge beendet).
    • Ventus wrote:

      ich würde mir denken, daß bei vielen jungen alleine das abwarten, nicht-zurückziehen und cremfeuchte pflegen mögliche scleotisierenden vorgänge beendet).
      Das ist eine Vermutung, oder gibt es dafür Studien? Falls (ich sage: falls) es sich tatsächlich um eine Autoimmunerkrankung handelt, würde das wohl kaum helfen, oder?
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • das ist eine reine vermutung. mein eindruck ist, daß es zu einer vermengung von LS und narbiger phimose infolge von unsachgemäßer vorhauthandhabung kommt. beziehungsweise genauer gesagt: das ergebnis der autoimmunerkrankung ähnlich ist zur anderweitigen vernarbung der haut, also 2 verschiedene ursachen aber mit ähnlichem gesehenem ergebnis, insbesondere im pathologischen.
      LS als autoimmunerkrankung sorgt über entzündlichkeiten für eine vernarbung, bzw es kommt ja da wohl auch irgendwie zu kolagenbildung die das gewebe so unelastisch machen. und wenn mikrotraumen ebenso dazu führen daß gewebe unelastischer wird(man denke an dehnungsstreifen), möglicherweise eben auch über daraus folgende entzündliche prozesse, weil sich bindegewebsfasern immer in belastungsrichtung ausrichtend bilden oder die haut diese leichten verletzungen mit verstärktem haut oder bindegewebsmaterial repariert, dann würde das auch dafür sprechen, daß bei z.t. 20% aller circumcisionen, die zahlen sind ja unterschiedlich, auch pathologisch LS befunde gestellt werden, aber auf der anderen seite nur von einer inzidenz von 1:900 bei echtem LS gesprochen wird.
      Ich will damit gar nicht in absprache stellen daß echter LS eine ziemlich üble sache ist, die bilder die ich bisher und auch in lübeck gesehen habe sprechen da eine sehr eigene sprache, und einen LS im fortgeschrittenen stadium würde jeder laie als krankhaft und behandlungsbedürftig erkennen, über die weißlich narbigen veränderungen auf der eichel z.b. für die es wohl schwerlich eine andere erklärung (hautveränderungen durch abreißen der physiologischen verklebungen sehen da auch anders aus, aber nicht so LS-gleich) gibt oder durch in oder an die eichel eingewachsene haut, so daß eigentlich gar keine differenzierung mehr zwischen vorhaut und eichel möglich ist.

      Eine andere denkbare variante, unter der annahme dass LS nun vlt doch häufiger auftritt als früher, wäre, daß es möglicherweise auch mit dem hygieneverhalten und hygieneprodukten zu tun haben könnte, toxin, allergen->entzündungsreaktion, dann wäre es ja gar nicht so "auto"immun. Ich denke dabei an die empfehlungen "only clean what can be seen" und daß man neutrale seifen nutzen soll, aber auch waschmittelrückstände in unterwäsche oder bodylotions auf die kinder ggf empfindlich reagieren könnten. möglicherweise auch durch dieses verhalten förderung des auftretens von Candida-Pilzen. weiters heißt es für frauen: "Durch eine konsequente Fettpflege wird die Haut entlastet, was Enzündungsreaktionen und Epithelbeschädigungen vermindert, zudem lässt sich Kortikosteroid damit auch einsparen." wenn fettpflege entgegenwirkend sei, dann ist entfetten durch tensideinsätze bei vorhautreinigung offenbar das gegenteil.
      schwer zu beurteilen.
      ich versuch mich grad in dem thema schlau zu lesen.
    • Vorausgesetzt, dass das klinische Erscheinungsbild das Gleiche ist: ich habe immer noch keine Idee, wie man herausfinden könnte, ob eine oder mehrere Zwangsretraktionen die Ursache sind. Durch Befragung von Eltern, Kindern, Ärzten? Ich bezweifle, dass man sich auf solche Aussagen verlassen kann.
      In der hier im Forum schon zitierten Dissertation, deren Daten zum Teil in Beckers Arztpraxis erhoben wurden, berichtete zwar ein Drittel der befragten Eltern von solchen Retraktionsversuchen, die Probandenzahl ist aber zu klein, um wissenschaftlich aussagekräftig zu sein.
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Hier die detailiertere Zusammenfassung des Vortrags von U.Hübner bezüglich Lichen sclerosus et atrophicus (LS oder BXO).

      Eigene Anmerkungen sind in Klammern gefasst.



      Der Vortag ging über die Erscheinungsbilder, über die operative
      Beseitigung bishin zu den mit der Krankheit verbundenen Meatusstenosen.

      In einem historischen Abriss stellte er die im Jahr 1928 von einem
      Münsteraner Dermatologen beschriebenen und gezeichneten Befunde vor. LS
      ist eine entzündliche Hauterkrankung bei der es in nur etwa 9% eine
      extragenitale Beteiligung gibt, also z.B. in Anusnähe u.ä..

      Aus seiner Recherche stellt er (überrascht) vor, daß die Verteilung im
      Geschlechterverhältnis bei etwa 1:10 junge/mädchen sei, was auch daran
      liege, daß seine Zunft ja i.d.R. nur männliche Patienten mit
      chirurgischem Handlungsbedarf sieht. Das Potential zur Fehldiagnose sei
      jedoch vor allem bei Mädchen erheblich, da als Ursache für das
      skleotisierte Erscheinungsbild auch Missbrauch, baktierielle Infekte
      infrage kommen, andererseits hohe Dunkelziffer nicht diagnostizierter
      Patienten. Übliche Probleme bei Mädchen mit LS seien:

      Juckreiz, Obstipation, z.t Blutungen, auch zt. vulnurable Schleimhäute
      und einige andere Nennungen, wobei es auch völlig asymptomatische
      Patienten gibt. Ursache für LS ist trotz intensiver dermatologischer
      Forschung weitgehend unbekannt, aber es gebe Hinweise auf eine
      Assoziation zur Autoimmunerkrankung, bei 65% der Eltern könne man eine
      Autoimmunerkrankung feststellen. Die Indikation von LS bei Mädchen sei
      um das 7te Lebensjahr beschrieben mit beigefarbiger veränderung der Haut
      bis hin zu purpurfarben, lokale Errosion, Hyperkeratosis, liche
      Indikation bis hin zur Atropie. Bei Kindern gebe es keine maligne
      Erkrankungsentwicklung. Zum Malignitätsrisiko bei Erwachsenen erwähnte
      er daß aus einem Kollektiv von 155 Petienten mit Malinomen bei bis zu
      28% eine Vorgeschichte mit LS bestand (die Frage ob trotz oder wegen LS
      bleibt offen). Es wurden im Folgenden Bilder gezeigt von Jungen und
      Mädchen mit LS. Beim Jungen wurde bereits Beschnitten, auf dem Bild
      waren Vorhaut und Glans von gleicher Farbe und nicht ganz eindeutig
      voneinander zu unterscheiden. Beim Jungen sei fast ausschlielich Glans
      und Preputium beteiligt, bei der es zu Adhesionen kommt (auf dem Bild
      war das schon außerlich recht gut zu erkennen), zur elfenbeinfarbigen
      Veränderung, das Phänomen sei schmerzhaft und die Glans ist in ihrer
      Sensibilität vermindert. Bei bis zu 35% der LS-erkrankten bilde sich
      auch eine Meatustenose, der sich auch uretral ausbreiten könne. Aus
      seiner eigenen Praxis könne er aber nicht davon berichten einen solche
      Fall gesehen zu haben. Zur Inzidenz von LS machte er folgende Angaben
      aus seinen Recherchen: Beschrieben wird es mit 1:900, in selektionierten
      Kollektiven aber auch deutlich häufiger bei 4-20% bei vorliegender
      Narbenphimose, bei vorliegender Hypospadie bis 95%. Andere Studien gehen
      von 44%,

      bei sekundärer Phimose bis 60% aus, 15% aller Jungen im allgemeinen. Die
      Zahlenlage ist wenig eindeutig und es werden ganz unterschiedliche
      Kollektive verglichen. In seiner eigenen Praxis habe er über ein Jahr
      lang alle Gewebe patologisch untersuchen lassen, und im ergebnis bei ca
      100 Gewebeproben waren bei 20% etwa skleotische Veränderungen
      festgestellt worden (was aber imho keinen Aufschluss darüber zulässt ob
      es sich um eine Skleose aus Gründen einer Autoimmunerkrankung handelt
      oder aus anderen Gründen).

      Zur Histologie, die aber nicht für die Diagnosestellung herangezogen
      wird, zeigte er Abbildungen an denen man die Veränderungen sehen konnte.
      Zur Therapie habe man zwar ein Konzept (gemeint wohl die
      Zirkumzidierung, die Konsenz ist bei narbiger Phimose) aber er fragte
      die Zuhörerschaft, ob es einheitliche Richtlinien, weil er beim
      Recherchieren nicht den Eindruck hatte, daß es diese gäbe. Er merkte an,
      daß es häufig bzw. in den meisten Fällen auch zu spontanter Ausheilung
      ohne Beschneidung kommen kann. Im weiteren ging er auf die Behandlung
      einer sich möglicherweise ausbildenden Meatustenose ein und wie diese
      operiert wird. Vorgestellt wurden Meatusplastik und Meatustomie. Zur
      weiteren konservativen Behandlung im Hinblick auf Rezidivprävention
      wurde die 2 mal tägliche Anwendung von cortikoidhaltigen Cremes über
      mindestens 4 Wochen angesprochen. Topische Estradiole wären wohl auch
      eine option mit denen er bisher keine Erfahrung gesammelt habe.
      Sitzbäder als weitere Möglichkeit. Die Wirksamkeit von Immunmodulatoren
      seien seiner Ansicht nach wegen zu geringer Resorbtion möglicherweise
      nicht wirksam. Zum Ende hin stellte der Vortragende Fragen an die
      Zuhörerschaft, wie sie therapeutisch in dieser Angelegenheit verfahren.
      Eine abschließende Anmerkung aus der Zuhörerschaft bezog sich darauf,
      daß JEDER Befund vor Zirkumzision bildgebend zu erfassen ist (durch
      entsprechende Leitlinie, auch aus abrechnungstechnischen Gründen), aus
      den Reaktionen ergab sich, daß die Praxis so aussieht, dass dies nur
      vorgenommen wird wenn sich ein Hinweis auf LS ergibt und sonst nicht.
    • Wenn eine Vernarbung infolge autoimmuner entzündungsprozesse möglich sind, so ist auch klar, dass es zu Vernarbungen infolge nicht-autoimmuner entzündungsprozesse kommen kann. Hierzu gibt es ein in Teilen interessante Webseite der AOK:
      aok.de/bundesweit/91267.php?id=6171
      Balanoposthitis, Balanitis, Entzündung der männlichen Vorhaut.
      Da heißt es:
      Verschiedene Faktoren tragen zur Entstehung der Balanitis bei. Diese sind z. B. Infektionen mit den Bakterien E.coli oder Pilzinfektionen durch Candida albicans (1), Entfettung der Haut durch Seifen (2), mangelnde Genitalhygiene (3), ein feuchtes Milieu, wie es bei einer verengten oder verlängerten Vorhaut auftritt(4) sowie die mechanische Überanspruchung (5)und die altersbedingte Veränderung der Haut (6). Auch eine bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie eine Vorhautverengung (Phimose) kann die Entstehung einer Balanitis begünstigen. Eine Balanitis kann auch als Begleiterkrankung bei schon vorbestehenden Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Gonorrhoe, Condylomata acuminata etc. auftreten.

      Anmerkungen:
      Zu 1) wissen wir, daß in Smegma Lysozyme enthalten sind, die bei der Bekämpfung von Candida wirksam sind (beschneidung-von-jungen.de/hom…ermeidung-von-smegma.html)
      1) ist damit die Folge von 2)
      3) ist selbstsprechend, notwendig, aber sollte eben im vergleich mit 1) und 2) nicht übertrieben sein. Daher ja auch die immer wiederkehrende Anmahnung auf Seifen zu verzichten.
      4) ist bestenfalls ein begünstigender Faktor ebenso wie bei Mädchen, hier aber eher ein Verlegenheitsargument. Entsprechendes trockenlegen begünstigt sicherlich die Abheilung, sollte aber nicht als Rechtfertigungsargument zur Entfernung der Vorhaut herhalten.
      Denn später im Text heißt zur Therapie:
      Besteht eine Vorhautverengung, sollte diese nach Abheilung der Entzündung beseitigt werden (eine sog. Beschneidung).
      Auch bei wiederkehrenden Entzündungen sollte die Vorhaut entfernt werden.
      5) ist die Faust aufs Auge bezüglich der Genitalfixierung und dem parentalen Bedürftnis das Präputium retrahieren zu wollen.
      6) spielt i.d.R. bei Kindern und jungen Erwachsenen keine Rolle.

      unter der Überschrift Prophylaxe rudert man quasi über die Therapieempfehlung wieder zurück:

      Eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Eichel unter der Vorhaut kann vor einer solchen Entzündung schützen. Jedoch kann auch eine "übertriebene" Hygiene zu einer sogenannten Reinlichkeitsbalanitis führen. Wichtig ist hierbei auch, dass Hygienemittel nur in Maßen angewendet werden, da sie die Eichel stark reizen können. Auch das Zurückziehen der Eichel sollte vorsichtig geschehen, da Einrisse zu Narben führen können, die die Eichel einengen. Dies kann vor allem bei männlichen Säuglingen geschehen, wenn die Eltern das Glied reinigen wollen. Deshalb sollte die Vorhaut bei Säuglingen und Kleinkindern nicht zurückgezogen werden.

      Ergo: Die richtige Therapie anstatt der Therapie ist die Prophylaxe.
    • Wichtig ist hierbei auch, dass Hygienemittel nur in Maßen angewendet werden, da sie die Eichel stark reizen können.


      Vor allem sollten nicht die geringsten Seifenreste unter der Vorhaut verbleiben. Also gründlich abspülen vor dem Wiederdrüberstreifen der Vorhaut. Es wird ja oft von Seife überhaupt abgeraten, ich hatte da noch keine Probleme mit.
      Oh deep in my heart
      I do believe
      we shall overcome GM some day
    • Ich hatte mal ein bischen Recherchiert über die Ludwikowski und den Gonzales. Gonzales ist mit Ludwikowski verheiratet. Sie ist in Hannover an der Bult Chefärztin der Urologie und er arbeitet seit 2012 in Berlin an der Charité. 1999 hat Gonzales in der Detroit Free Press einen Leserkommentar geschrieben zu einem Zeitungsartikel, in dem wohl über ihn geschrieben wurde:

      Circumcision facts

      By including one of my opinions regarding neonatal circumcision in a paragraph
      headed by a statement regarding Hispanics' attitudes toward the procedure, a
      March 2 article created the impression that my opinion is driven by a presumed
      ethnic background ("Doctors question common surgery").
      My opinions are based purely on the existing evidence that the vast majority
      of children's circumcisions are performed for cosmetic and not medical
      reasons.
      The practice will persist as long as the parents are not allowed the
      opportunity of true informed consent and third-party payers continue to
      reimburse the practitioners responsible for it.
      Ricardo Gonzlez, MD

      Beverly Hills
    • Aus dem Zeitungsartikel, der der Leserzuschrift vorrausgegangen ist:

      In Hispanic cultures, as in many others, circumcision is the exception, not
      the norm. "There are no medical benefits of circumcision, not one piece of
      evidence
      ," said Dr. Ricardo Gonzalez, chief of urology at Children's Hospital
      of Michigan, in Detroit. "The views have more to do with emotion than
      science.
      "
    • Bezüglich der Therapie der Balanitis verfährt der Text nach der alten und nicht gerade guten "Schuss ins Dunkle-Vorhaut ab" Methode bei der einfach die Vorhautverengung als Ursache bestimmt wird und als Behandlung nur Entfernung empfohlen wird.

      Dieser Ansatz beruht auf 2 grob-falschen Ansichten oder Dogmen

      1. Dass eine Balanitis immer durch die verengte Vorhaut bedingt ist, oder das deren Beseitigung eine therapeutische Wirksamkeit besäße. Tatsächlich ergibt es überhaupt keinen Sinn eine physiologische Phimose/Vorhauverengung zu beseitigen, wenn die Vorhautverengung nicht die Ursache der Balantis ist -- was sehr oft der Fall ist.
      Dass eine Vorhautverengung nur durch Beschneidung behoben werden kann. Es erklärt sich von selbst.

      Folgt man diesen Empfehlungen müsste man auch einem Jungen mit vollkommen gesunder Vorhaut, weil dieser durch ruppige Zurückziehversuche oder ätzende Seifen oder sonstige Ursachen eine Balanitis bekam, einer Beschneidung unterziehen.
    • Erm, sorry Sokrates, ich bezog mich dabei nicht auf den Balanitis-Text von der AOK, sondern auf die Zusammenfassung der Beiträge des Symposiums. Die Rednerliste steht wohl bisher nur in dem Flyer zu dieser Veranstaltung. Der Vortrag über DSD wurde von Ludwikowski gehalten und der Beitrag über Cognitive
      task analysis von Gonzales. Ich wollte einfach nur mal wissen, wer das so ist.