Glatt übersehen: Feridun Zaimoglu. "Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar"

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    • Glatt übersehen: Feridun Zaimoglu. "Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar"

      Ein originelles potpourri aus den dümmlichen Argumenten der Pro-Fraktion:
      faz.net/aktuell/feuilleton/deb…laecherlich-11832954.html

      Es ging blitzschnell; ehe ich mich versah, saß ich auf den Schultern meiner Mutter. Die Verwandten und Freunde klatschten und riefen: „Vorbei und beendet - gelobt sei Gott!“ Ich war vom unbeschnittenen zum beschnittenen Muslim verwandelt.
      So schön und schnell kann es gehen...
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Ich glaube der hier verdient einen Preis...

      Für den, der den Muslim hasst, ist jedes Mittel recht. Gestern Feminist, heute Jäger der verlorenen Vorhaut. Himmel, es geht um das Stückchen Penisspitzenummantelung. Schnippschnapp, Läppchen weg, Knabe im Eimer? Blöde wäre es, das zu glauben.


      Die Beschneidung ist aber keine Genitalverstümmelung, keine Amputation und keine Kastration. Der Staat hat sich nicht zu überdehnen. Sonst kämen die Gläubigen auf die Idee, dem Kaiser vorzuenthalten, was des Kaisers ist


      Die Blechaufklärer, die mit Islamschelte Geld verdienen, bekamen Verdienstspangen. Jetzt schnüffeln diese Damen und Herren am Unterleib der Männer.


      Für fünf Minuten Ruhm tut ein Glaubensfeind fast alles. Die Anbetung des Herrn ist in seiner Welt nicht vorgesehen. Sein Konzept: Raumhygiene. Seine Waffen: das giftgeifernde Wort, die Unterstellung, die bloße Behauptung, Selbstbesoffenheit. Die heutigen Akteure der Religionskritik sind Profilneurotiker. Sie wollen abschaffen, verfolgen, zerstören, verunglimpfen, zensieren. In einem säkularen Staat dürfen keine Partei und keine Anschauungsschule den Unfrieden wagen. Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar.


      Ich sehe aber streitsüchtige keifende Frauen, die wie die Wildsau durchs Unterholz krachen. Sie maskieren sich als Kulturkämpfer, als Humanisten. Sie können Feinheit und Menschenliebe nicht buchstabieren. Von Rüpeln halte man sich fern.


      Dem Gläubigen ist die Liebe des Herrn versprochen. Und doch hat er sich der Welt nicht entfremdet. Er steht als lächerliche Figur nicht selten im Speichelregen des Spotts. Was kann er tun? Gott anbeten. Grinsen, wenn man in ihm einen Schurkenbürger sieht.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Kommentar des Lesers Max Herbheimer

      Wenn ich Herrn Zaimoglu richtig verstanden habe, sind Menschen, die an Kinderrechte (z.B. auf gewaltfreie Erziehung) glauben, für die ein Recht auf Selbstbestimmung über die körperliche Integrität eines Menschen eine Selbstverständlichkeit ist:

      bloße Behaupter, selbstbesoffene Profilneurotiker, Geiferer, Muslimhasser, unbedarfte Bürger, Blöde, Zensoren ,Blechaufklärer, im
      Schlafzimmer anderer Leute, Nachplapperer, Wildsäue, Krawallschwestern,
      Untersteller, Zerstörer, Verunglimpfer (sic!), Unterleibsschnüffler, Schwätzer,
      Einflüsterer, Rüpel.

      Oder habe ich eine Diffamierung übersehen?
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Zaimoglu im Jahre 2006 im Gespräch mit Broder.

      "Ich weiß auch keine guten Antworten. Ich möchte nur verschont bleiben vom Wahnsinn der religiösen Exzentriker aller Abteilungen. Alle Rechte, alle Freiheiten wurden im Kampf gegen die Religion, die Pfaffen, den Klerus und den religiösen Absolutismus erworben. Und wenn ich es großartig finde, in einem säkularen Land zu leben, dann möchte ich keine Freiheit beeinträchtigt wissen. Aber mir ist bewusst, ich "schwimme" da ein bisschen. Denn ich kann diejenigen verstehen, die sich durch Karikaturen verletzt fühlen. Trotzdem kann man daraus nicht die Konsequenz ziehen, dass man vorsichtig sein und Selbstzensur praktizieren muss, um andere nicht zuverletzen. Es ist eine sehr komplexe Situation."

      spiegel.de/kultur/gesellschaft…penetration-a-406549.html
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.

      The post was edited 1 time, last by werner ().

    • Ich merke, Werner, du ersparst dir auch jeden Kommentar. Diesen ausgemachten Schwachsinn zu posten reicht vollkommen aus.
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Um diesen wort-gewaltätigen wortgewaltigen Schriftsteller etwas einzuordnen, habe ich mir erlaubt, ein paar Zitate aus dem Zusammenhang zu reissen.


      "Ich bin nicht geneigt, den Pinschern der Moderne irgendeine Leistung zuzubilligen. Die Aufklärung hat die Magie zum Zerplatzen gebracht. Sie haben die Träume zerstört. Sie haben versucht, den Glauben zu zerstören. Einige haben Gott für verrückt erklärt, sind aber selber verrückt geworden."


      "Man muss den Willen, den Mut zum Reaktionären haben."


      "Indirekt hatte er islamkritische Autorinnen wie Ates und Necia Kelek als "Aufklärungshysteriker" bezeichnet."


      "Vielleicht ist es an der Zeit, im Umkehrschluß einmal die Aufklärung als das Opium der Bürgerklasse anzusehen: jeder Gegenstand, der nicht Ware war und ist, wird dabei entwertet."
      Ich verzichte auf die Angabe der Fundstellen. Sie sind leicht zu ergoogln.
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • werner wrote:

      Zaimoglu im Jahre 2006 im Gespräch mit Broder:

      werner wrote:

      Ich möchte nur verschont bleiben vom Wahnsinn der religiösen Exzentriker aller Abteilungen. Alle Rechte, alle Freiheiten wurden im Kampf gegen die Religion, die Pfaffen, den Klerus und den religiösen Absolutismus erworben. Und wenn ich es großartig finde, in einem säkularen Land zu leben, dann möchte ich keine Freiheit beeinträchtigt wissen.


      Guy wrote:

      Wenn ich Herrn Zaimoglu richtig verstanden habe, sind Menschen, die an Kinderrechte (z.B. auf gewaltfreie Erziehung) glauben, für die ein Recht auf Selbstbestimmung über die körperliche Integrität eines Menschen eine Selbstverständlichkeit ist:

      bloße Behaupter, selbstbesoffene Profilneurotiker, Geiferer, Muslimhasser, unbedarfte Bürger, Blöde, Zensoren ,Blechaufklärer, im
      Schlafzimmer anderer Leute, Nachplapperer, Wildsäue, Krawallschwestern,
      Untersteller, Zerstörer, Verunglimpfer (sic!), Unterleibsschnüffler, Schwätzer,
      Einflüsterer, Rüpel.
      diese Zitate stehen ja in einem verblüffenden Widerspruch, der an der geistigen Verfassung des Autors Zweifel aufkommen lässt. Aber Angst und Bange wird mir bei dem Gedanken, wenn Menschen wie Herr Z. einmal das politische Sagen hätten. Wer den "Mut zum Reaktionären" propagiert, dem wird die Rückkehr zu den Bekehrungsmethoden der Zeit vor der Aufklärung nicht schwer fallen.
      Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber nicht. (JWvG)
      Auch für die Religionsfreiheit gilt: "Freiheit ist immer nur die Freiheit des anders Denkenden." (R.Luxemburg)
    • In gewisser Weise ähnlich wie Broder drischt Zaimoglu auf (fast) alles ein, was ihm vor die Flinte kommt. Mit einer Ausnahme: er liebt Deutschland und die Deutschen, weil sie (aus seiner Sicht) kein Blatt vor den Mund nehmen. Egal, wie man dazu steht, hat er dies schon mal zum Anlass genommen, auf die Verlogenheit seiner türkischstämmigen Landsleute einzudreschen, mit, wie ich meine, gar nicht mal so falschen Erkenntnissen. Er kritisiert auch Deutsche, die aus falsch verstandener Integrationsbereitschaft die Verlogenheit von Türken "respektieren".

      Wo bei ihm der Ofen aus ist, ist die Religion und die Aufklärung, obwohl er aus einer eher sekulären Familie kommt, und seinen Eltern (erste Einwanderergenaration) sehr dankbar ist, dass er durch sie nach Deutschland kam. Er selbst billigt sich eine Art ursprünglichen Gottesglauben zu.

      Es gibt m.A. erhebliche Parallelen zwischen den Auffassungen Zaimoglus und einem grossen Teil der deutschen Journalisten in der Beschneidungsdebatte. Aufklärung wird in die Nähe von Nihilismus und Antisemitismus gerückt (Paradebeispiel: Voltaire war Antisemit). Rückwirkend kommt es mir so vor, dass diesen Gesinnungsgenossen das Kölner Urteil mehr als recht kam, um endlich mal die proreligiöse Sau rauszulassen. Nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche war das schon etwas verwunderlich.

      Die ethische, medizinisch-psychologische und juristische Argumentation bezüglich Zwangsbeschneidung von minderjährigen Jungen geht diesen Leuten am Hintern vorbei. Das sind für sie nur antisemitische, islamophobe und atheistische Vorwände. Davon sollte man sich nicht beirren und sich auf die Religionsdiskussion einlassen, sondern auch weiterhin die Finger auf die genannte Argumentation legen.
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • Feridun Zaimoglu scheint intellektuelle Redlichkeit nicht so ernst zu nehmen:

      literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=9610
      • Die Vorhaut kann mit einer Rosenknospe verglichen werden. Wie eine Rosenknospe wird sie erst blühen, wenn die Zeit gekommen ist. Niemand öffnet eine Rosenknospe, um sie zum Blühen zu bringen (Dr. med. H. L. Tan).
      • Alle Wahrheit verläuft in drei Stadien: Im ersten wird sie verlacht. Im zweiten wird sie vehement bekämpft. Im dritten wird sie als selbstverständlich anerkannt (Arthur Schopenhauer).
      • Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt (Thomas Mann)
    • Seine Aussagen zeigen, wie sehr die Beschneidung im türkischen als auch im islamischen Kulturraum verankert ist. Seine Aussage, dass die Beschneidung nicht verhandelbar ist, zeigt klar nicht nur seine Denkweise, sondern des gesammten islamischen Kulturraumes.

      So lange eine pragmatische Diskussion nicht möglich ist, wird sich in der islamischen Welt wenig ändern. Leider.
    • noskin wrote:

      Seine Aussagen zeigen, wie sehr die Beschneidung im türkischen als auch im islamischen Kulturraum verankert ist. Seine Aussage, dass die Beschneidung nicht verhandelbar ist, zeigt klar nicht nur seine Denkweise, sondern des gesammten islamischen Kulturraumes.

      Wobei er ja den türkischen Kulturraum massiv kritisiert.

      Vielleicht könnte man ihn am Besten mit einem atheistischen Juden vergleichen: Religion? Nö. Beschneidung: Aber ja doch!
      "Man muss diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt!" K.M.
    • New

      Ralf Bönt wrote:


      Dass es im Sprechen über die Beschneidung einen Kult der Vernunft gibt,
      der wie eine Religion funktioniert, belegt er schließlich so wenig, wie
      all jene, die den Rationalisten in einer Reihe von Meinungsäußerungen Verbalradikalismen und Grenzüberschreitungen
      vorwerfen, je eine auch benennen. Aber für mich zum Beispiel, ich bin
      studierter Physiker, ist es ein Radikalismus, wenn Feridun Zaimoglu sagt: "Die Beschneidung ist eine Prophetenvorgabe und damit nicht verhandelbar."


      Wenn
      ich meine Reaktion auf das Lesen dieses Satzes preisgebe, so möchte ich
      betonen, dass es mir dabei mitnichten um Provokation geht. Vielmehr
      möchte ich das andere Denken und Fühlen, das sich in mir vollzieht,
      kenntlich machen. Ich muss nämlich feststellen, dass mich das Lesen
      dieses Satzes mehr und klarer und deutlicher als andere Volten in den
      vielen Texten an den Rand meines Fassungsvermögens gebracht hat:
      Wenn ein Intellektueller seine Position als nicht verhandelbar erklärt,
      so schneidet er nicht nur das Gespräch mit mir ab. Ich habe mich
      wirklich gefragt, inwieweit wir jetzt noch zusammenleben können. Es war
      nicht nur sehr unangenehm, mich das zu fragen, was hätte ich schließlich
      gegen den Kollegen Zaimoglu? Bislang gar nichts. Es war auch etwas
      vollkommen Neues, mir die Frage zu stellen. Aber noch nie hat jemand
      eine von mir vertretene Position als grundsätzlich indiskutabel
      abqualifiziert und sogar als Komik bezeichnet.
      Siehe auch:

      Ralf Bönt: Der soldatische Mann

      There is no skin like foreskin
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      Das "nicht verhandelbar" war 2012 geradezu ein Gassenhauer. Dieter Graumann, damaliger Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, ehemalige Generalsekretärin, Yona Metzger, damals einer der beiden Oberrabbiner in Jersualem (für Metzger war auch eine Anästhesie nicht verhandelbar), usw, man google einfach mal.


      Der zwangsfinanzierte Deutschlandfunk wrote:

      Für orthodoxe wie liberale Juden ist Beschneidung nicht verhandelbar


      "Nicht verhandelbar" hört sich an wie: "Punkt, aus, Ende". "Spart euch eure Worte, sie fallen auf taube Ohren" "Diskussion überflüssig". Dialogbereitschaft sieht anders aus. "Liberal" stellt man sich gemeinhin auch anders vor.

      There is no skin like foreskin