Beschneidung - Teil 2

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    • Beschneidung - Teil 2

      Prof. Dr. Dr. Wolfram V. Reimold
      1-6--2013


      Auswirkungen der Beschneidung auf das heranwachsende Kind

      Ich frage mich, was wissen die Befürworter einer rituellen Beschneidung über die Vorhaut und was wissen sie über die hohen Risiken und die irreversiblen Folgen einer Beschneidung im Säuglingsalter?

      Die Vorhaut hat sehr vielfältige physiologische und biologische Funktionen, die nicht überschätzt werden können. Die Vorhaut dient dem Schutz des Penis, vergleichbar dem Oberlid für das Auge.

      Die Vorhaut besteht anatomisch nicht nur aus „Haut“, sondern ist ein hochentwickeltes sehr gefäßreiches Organ, das spezielle elastische Muskelfasern trägt. Durch eine Ausstattung mit ca. 20.000 Nervenendigungen unterschiedlichster Art und mannigfacher Funktionen entstand ein äußerst sensibler und unverzichtbarer Körperteil, der sehr viel empfindlicher ist als Fingerspitzen, Lippen oder Zunge.

      Die Vorhaut ist notwendig für eine normale Entwicklung des Knaben und der Funktion des Penis. Sie gewährleistet eine Befeuchtung der hoch empfindlichen Penisschleimhaut. Sie produziert Plasmazellen und trägt wesentlich zur Immunabwehr bei durch Verhinderung von Infektionen im Genitalbereich. Die Vorhaut bildet Pheromone (Sexuallockstoffe) und hat eine wichtige und unersetzliche Funktion für das Seelenleben und bei einer normalen sexuellen Erregung, die folglich ein beschnittener Mann so nicht erlebt und auch nicht erleben kann.

      Kein Mensch würde auf die absurde und brutale Idee kommen, das Augenoberlid bei seinem Sohn acht Tage nach der Geburt schmerzhaft entfernen zu lassen. Ein gleichartiges Verbrechen wäre das Abreißen der Fingernägel, die mit dem Nagelbett fest verklebt sind. Auch die Vorhaut des Säuglings ist mit der Glans penis fest verklebt und wird vor einer Beschneidung von der Glans penis abgerissen!! Dabei entsteht eine riesige Wundfläche, die umgerechnet auf die Körperoberfläche eines Erwachsenen mindestens 60 bis 100 qcm beträgt! (Dr. Friedhelm Schneider, Bonn, FAZ, Juli 2012)

      Nach einer Beschneidung verhornen die schutzlos gewordenen Abschnitte des Penis. Beim Geschlechtsverkehr können dann wegen der abgetrennten Nervenendigungen unerträgliche „Phantomschmerzen“ auftreten, die zum Abbruch des Coitus zwingen. Aber auch für die Sexualpartnerin eines beschnittenen Mannes wirken sich die pathologisch-anatomischen Änderungen des Penis sehr nachteilig aus (Schmerzen beim Coitus u.a.).



      Die Verantwortung für eine Beschneidung

      Haben die rigiden Befürworter einer rituellen Beschneidung schon einmal ein Folterbrett aus Holz oder Plastik gesehen, auf dem die Säuglinge festgeschnallt werden und haben sie die Säuglinge schon vor Schmerzen herzzerreißend schreien gehört oder gesehen, (wie jetzt in Israel geschehen), wie ein Kreislaufschock oder ein Atemstillstand bei einer Beschneidung aussieht? Wird vergessen, daß ein Nichtmediziner (ein jüdischer Mohel) keinen operativen Eingriff und keine Narkose vornehmen darf?

      In den USA sterben jährlich 100 bis 200 Kinder an den Folgen einer rituellen Beschneidung. Aus verschiedenen europäischen Ländern (England, Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland) und aus Israel sind zahlreiche Todesfälle nach Beschneidungen bekannt. Auch im Internet wird über Serien von Todesfällen nach rituellen Beschneidungen berichtet.

      Weitere Kinder sind durch Komplikationen (Kreislaufschock oder Atemstillstand u.a.) geistig behindert.

      Im Internet findet man eine eindrucksvolle Fotodokumentation der Stanford-Universität (Kalifornien) in der zahlreiche Fotos von mißlungenen Beschneidungen gezeigt werden. Wer diese Bilder kennt, wird die überflüßigen Leiden der betroffenen Kinder nicht vergessen können!

      Eine eventuelle Narkose bei einem Eingriff ohne dringende medizinische Indikation ist keine Entschuldigung für einen Befürworter und für einen Säugling eine verantwortungslose und unter Umständen lebensbedrohliche Maßnahme mit einem unkalkulierbarem Risiko!

      Todesfälle von Säuglingen bei rituellen Beschneidungen infolge der Narkose sind bekannt. In den USA wird die Zahl von Narkoseunfällen bei Beschneidungen auf mehrere Hundert jährlich geschätzt.

      Hieraus folgt zweifelsfrei, daß eine rituelle Beschneidung eine schwerwiegende und irreversible Körperverletzung darstellt, die nachhaltige negative Folgen für das gesamte Leben und eine spätere Ehe eines traumatisierten Kindes hat oder sogar zu seinem Tode führen kann.