Phimosetherapie mit topischen Kortikoiden statt mit dem Skalpell

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    • Wie kann man so einen Aufwand betreiben - und dann nicht einmal die grundlegenden Kriterien des Krankheitsbildes einbeziehen?
      "Phimose" soll nach denen einfach sein, wenn die Penisvorhaut mit 3 Jahren nicht voll beweglich - also das Kind noch nicht voll "sexualverkehrfertig" entwickelt ist?
      Das widerspricht allen vorliegenden wissenschaftlichen Daten und ist medizinethisch eh unter aller Sau.
      Ok, die Ergebnisse gehen immerhin schon in die richtige Richtung...
    • Pizarro73 wrote:

      Wie kann man so einen Aufwand betreiben - und dann nicht einmal die grundlegenden Kriterien des Krankheitsbildes einbeziehen?
      "Phimose" soll nach denen einfach sein, wenn die Penisvorhaut mit 3 Jahren nicht voll beweglich - also das Kind noch nicht voll "sexualverkehrfertig" entwickelt ist?
      Das widerspricht allen vorliegenden wissenschaftlichen Daten und ist medizinethisch eh unter aller Sau.
      Ok, die Ergebnisse gehen immerhin schon in die richtige Richtung...


      Das sind sie wieder – die falschen Daten von Douglas Gairdner aus den Jahr 1949.

      Es handelt sich bei diesem Artikel um einen Nachrichtenartikel, der eine Chocrane-Review eines chilenischen Autorenkollektivs kurz zusammenfasst.


      Mir liegt die gesamte Review nicht vor (man muss dafür bezahlen).

      In einer Zusammenfassung der Review finden sich diese Prozentangaben von Gairdner auch (kann es sein, dass der deutsche Autor des Nachrichtenartikels davon abgeschrieben hat!?)

      Allerdings ist die Zusammenfassung, immer noch differenzierter als der Text bei "Uro-News": So wird auf dieser Seite zumindest angemerkt, dass es eine physiologische (natürliche) Phimose und eine pathologische Phimose (verursacht durch Vernarbungen) gibt. Auch wenn diese Zusammenfassung Gairdners falsche 3-Jahres-Prozentangabe zitiert (natürlich ohne Quellenangabe!), werden diese zumindest nicht als "Altersgrenze" aufgeführt.


      Zusammenfassung: wrote:

      Phimosis is a condition where the skin protecting the head of the penis (foreskin) cannot be fully drawn back (retracted). Phimosis is normal at birth and often self‐corrects without treatment. This is known as congenital or physiological phimosis. Phimosis can also be caused by scarring of the foreskin, a condition called pathological phimosis. It can be difficult to distinguish between the two types. One in ten three‐year‐old boys and one in 100 16‐year‐old boys have phimosis.

      Es geht aus dem Text nicht hervor, ob die Prozentangabe ("One in ten three‐year‐old boys and one in 100 16‐year‐old boys have phimosis") sich auf die physiologische oder pathologische Phimose beziehen. Diese Daten wären aber in beiden Fällen falsch.

      Gairdner hat damals die physiologische! Entwicklung der Vorhaut untersucht. Zur Häufigkeit von narbigen (pathologischen) Phimosen hat er keine Daten geliefert. Laut Gairdner hätten 90% der Jungen im Alter von 3 Jahren bereits eine komplett zurückziehbare Vorhaut. Gairdners Daten sind, wie schon gesagt, komplett veraltet.

      Gairdner hat auf Grundlage seiner – falschen – Werte allerdings den fatalen Schluss gezogen, dass nach dem 3. Lebensjahr Jungen mit diesem physiologischen Zustand plötzlich als krank anzusehen seien und medizinisch "behandelt" werden müssen. Darauf beruhen auch alle diese willkürlichen "Altersgrenzen".

      The post was edited 3 times, last by Sokrates ().

    • ....und 1 % im Alter von 16 Jahren besteht die Phimose weiter.
      Das sagt doch eigentlich schon alles. Drunter braucht man nichts zu machen.
      Und dann kann der Betroffene selbst entscheiden ob er was auch immer Salben-Dehntherapie, Triple Incision, "vorhautsparend" oder tabula rasa machen lassen will. Oder es lässt, wie es ist.
      Willy Brandt: "Es wächst zusammen, was zusammen gehört"
      Leider gilt das nicht für die Teile des Penis.
      Einmal abgetrennt wächst die Vorhaut nicht mehr mit dem Rest-Penis zusammen.
      Nicht nach 40 Jahren, nicht nach einem Tag.