Die Zeit ändert sich offenbar: Beschneidung überdenken!

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    • Außerdem sollten Beschneidungen vorerst nur noch in einem Alter zulässig sein, in dem die Wahrscheinlichkeit von Traumatisierungen gering ist – etwa bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres. Wer sich später, wenn er zustimmungsfähig ist, mit oder ohne Betäubung beschneiden lassen möchte, soll dies natürlich dürfen
      Im ersten Lebensjahr wird die Vorhaut amputiert - und später kann man sich dann überlegen, ob man sich noch mal beschneiden lässt? :FP01

      Fing sehr gut an, aber die letzten Sätze machen es alles wieder zu Makulatur. Schade.

      Was heißt denn "vorerst"? Entweder GM ist OK, oder ein Verbrechen. Im letzteren Fall macht es keine Sinn Kinder "vorerst" nicht zu schützen. Es wäre verantwortungslos.
      "Vorerst" werden Kinder seit x-tausend Jahren genitalverstümmelt.
      Bei Mädchen sagen wir auch nicht "vorerst" lassen wir das mal noch einen Weile laufen.

      Opjepaas, in der nächsten Ausgabe widerspricht Mohamed Amjahid. Ist klar, so was "Revolutionäres" wie Beschränkung auf das erste Lebensjahr (in Schweden sind es die ersten beiden Monate, aber es hält sich eh keiner dran) - das kann ja in der ZEIT nicht unwidersprochen stehen bleiben. In der ZEIT doch nicht!
      Und wer das letzte Wort hat, der hat ja bekanntlich Recht. ;)

      Bei aller Liebe, aber am §1631d kann man nichts "reformieren". Philipp Möller hat da eindeutig Recht:
      "ein Gesetz, das umgehend gestrichen werden muss"
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    • R2D2 schrieb:

      Er äußert sich auf Twitter dahingehend,
      Gibt es da einen Link?

      R2D2 schrieb:

      temporäres Zugeständnis
      Das Problem mit dem "vorerst" ist: "vorerst" bedeutet 3775 Jahre, wenn man keinen Zeitraum angibt.
      Gibt man aber einen Zeitraum an, sagen wir "fünf Jahre darf noch verstümmelt werden, dann ist aber Schluss!" - dann muss man den zigtausenden Jungen/Männern erklären, warum sie das Pech hatten in diese Schonfrist, besser gesagt Anti-Schonfrist gefallen zu sein. Diese Erklärung dürfte schwierig werden.
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    • Definitionsmacht zurückerobern

      Das Problem ist, dass der Diskurs von den Verstümmler-Ärzten manipuliert wird, die stets ihre eigenen "sauberen" Verstümmelungen "mit Betäubung" loben und die katastrophale Wirkung ihrer fake-indizierten, "sauberen" Verstümmelungen unterschlagen. Diese Definitionshoheit müssen wir zurückerobern, um die Beschneidungsindustrie nicht zu reformieren, sondern zu zerschlagen.
    • Ich nehme an, das ist als dialektische Vorgehensweise gedacht.
      Bittner sät Zweifel am 1631d, und Mohamed Amjahid räumt die dann in der nächsten Folge gründlich aus. Antithese und Synthese in einem.
      Und dann "schön, dass wir mal drüber gesprochen haben" dürfte es der ZEIT man wieder für fünf Jahre reichen.

      Es sei denn, es sei denn, und das ist nicht so unwahrscheinlich - das Gesetz in Island kommt durch. Dann werden sie alle mal wieder etwas dazu schreiben müssen, von der taz bis zu Springer. Nolens volens.
      Und ich ahne schon, was sie schreiben werden, nicht mehr "ist doch anderswo auch nirgends verboten", sondern das, was Bittner schon andeutet:

      Auf einer Insel im Atlantik mit etwa 0,2 Prozent muslimischem und 0,1 Prozent jüdischem Bevölkerungsanteil fällt die reine juristische Lehre freilich leicht.
      Soll man das jetzt so verstehen, als dass es hier zu viele Muslime und Juden gäbe, als dass man hier noch Geschlechtergerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, die Verfassung und mitteleuropäische Vorstellungen von Menschen- und Kinderrechten durchsetzen könnte? Ist das die endgültige Bankrotterklärung?
      Den §218a StGB hat die Parlamentsmehrheit durchgesetzt, obwohl die katholische Kirche strikt dagegen war und rund die Hälfte der Bevölkerung Katholiken war.
      Aber OK, die Katholiken haben deshalb keinen Bürgerkrieg angefangen oder mit Kalaschnikovs ein Bataclan zusammengeschossen.
      Hat man davor Angst? Ist Appeasement die richtige Antwort auf Menschenrechtsverletzungen? Zurückweichen, Feigheit war immer falsch. Es ist: Probleme unter den Teppich kehren. Aber es gilt "aufgeschoben ist nicht aufgehoben" - sie kommen mit Zinseszinsen wieder unterm Teppich hervor.

      Was ist denn die "unreine juristische Lehre"? Mädchen hui, Jungen pfui? Oder "unter einem Jahr ist Verstümmelung gerade noch OK, vorerst, wie lange auch immer das ist"?
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    • Pizarro73 schrieb:

      Vielleicht nimmt mal jemand zur Kenntnis, dass hier drei Betroffene zu Wort kommen, keinen Unterstellungen Raum geboten wird, sogar Restoring thematisiert wird.
      Das ist doch echt was.
      Völlig richtig. Das ist für die Zeit sogar geradezu sensationell.

      Nun ist Bittner wie ein mächtiger, prächtiger Tiger abgesprungen, bloß wie ist er gelandet?
      Am Ende hat er Angst vor der eigenen Courage bekommen. Dann nützt die gute Vorrede wenig.

      Am Ende landet er bei dem berüchtigten "Hinterzimmer-Argument". Bzw. bei ihm "Pfuscher" Das hatten wir doch wirklich schon 2012. Das kommt immer wenn den Leuten gar nichts mehr einfällt, warum man Genitalverstümmelung nicht auch bei Jungen (Mädchen dürfen ruhig dem Pfuscher ausgeliefert werden) verbieten muss. Wo ist da die Reflexion?

      Jedes Elternteil kann einen Jungen unter sechs Monaten einem Schnäppchen-Discount-verstümmler-pfuscher überlassen. Das interessiert den Staat überhaupt nicht. Der Staat überprüft die Qualifikation von Babyverstümmlern in keinster Weise.
      Nur, wenn es total schiefgeht, wenn die Eichel ab ist, und die Angelegenheit nicht gegen viel Bares (für die Eltern, nicht für das Opfer) unter der Hand geregelt werden kann, dann kann schon mal die Frage der Qualifikation aufkommen - aber dann nützt sie dem Opfer nichts mehr, kaputt ist kaputt ist für immer verpfuschte Sexualität, ist vielleicht der vorprogrammierte Suizid.

      Jochen Bittner schrieb:

      Wie also könnte ein besseres Gesetz aussehen?
      Und dann kommt zur Qualifikation des Verstümmlers - nichts. Gar nichts. Warum?

      Ist es nicht ein Unding, dass blutige Elternwunsch-Operationen an Kindern von Leuten durchgeführt werden, die noch nicht mal Ärzte sind? Warum lassen wir eigentlich z.B. die Entfernung von Muttermalen nicht durch "Hautbeschneider" machen? Hautärzte, Fachärzte sind teuer, was die Kassen da sparen könnten! Warum überhaupt ein achtsemestriges Medizinstudium + Facharzt? Einfach mehr Spezialisierung und Kurzkurse.

      Ja Bittner zitiert Einzelfälle. Warum nicht z.B. diesen:

      Radio aufgedreht um die Schreie nicht zu hören, "Höllenqualen", bleibende Schäden:
      Beschneidung daheim: Ermittlungen gegen Arzt - akute Lebensgefahr

      Oder diese(n):

      Dänemark: Arzt darf keine Jungen mehr verstümmeln

      Ach ja, damit würde er ja sein "Hinterzimmer-Argument" konterkarieren.

      Unter einem Jahr? Hat Bittner denn nicht mitbekommen, dass der Trend sowieso in diese Richtung geht, weil ist ja BILLIGER? (Ob es wohl schon 14,99€ -Sonderangebote gibt?)

      Nachdem im Frühjahr 2017 mehrere unserer muslimischen Neubürger freudig berichteten, dass ein „Beschneider“ nach Blieskastel gekommen sei, um an den männlichen Babys eine „Zirkumzision“ durchzuführen, um den religiösen Forderungen gerecht zu werden...
      Was ist eine vergleichbare Befähigung, wie wird sie kontrolliert, gibt es einen Nachweis für die betreffende Person oder eine Liste der Befähigten?
      Antwort des Ministeriums:

      ...Eine Kontrolle oder einen Nachweis staatlicherseits verlangt der Gesetzgeber nicht. Es ist insbesondere keine behördliche Erlaubnis für die Durchführung des Eingriffs durch die Person erforderlich (BT -Drs.17/11295, S. 19)....

      fh-blk.de/infos/beschneidung/

      Einen gordischen Knoten kann man nicht entwirren. Weder den der Mädchen- noch der Jungenverstümmelung. Da hilft nur klare Kante.

      Sonst kommt man, wie in New York an einen Punkt, wo man nicht mal von Eltern erwarten darf, dass sie doch bitte einen Aufklärungsbogen unterschreiben möchten, dass sie über das Risiko von tödlichen oder schwerbehindernden Infektionen informiert sind, wenn ein Verstümmeler mit seinem evtl. herpes-infizierten Mund am blutenden Penis des Babys saugt.
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    • Der ZEIT ist der Artikel offenbar so peinlich, dass sie ihn ganz schnell wieder versenkt haben:

      zeit.de/politik/index

      Und suchest du "Beschneidung überdenken" - du findest es nicht mehr.
      Wohl möglich wäre sonst auch noch mehr als drei Kommentare aufgelaufen....

      (natürlich ist der Artikel noch online - aber kaum noch zu finden)
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    • R2D2 schrieb:

      Tagelang wurde da fast kein Kommentar veröffenlicht und jetzt kommt man mit dem Lesen plötzlich kaum hinterher.
      Das Vorzensur-Team war wohl total überlastet. Da waren halt Kommentare, die mussten noch von allen Seiten beleuchtet werden, ob sie es nicht irgendwie doch mehr durch die Blume hätten sagen können.

      So was muss doch erst mal durchdiskutiert werden. Und vom Chef abgesegnet.
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    • Also, ich sehe dort sehr viele vernünftige kritische Kommentare veröffentlicht.
      Genau der argumentative Rückenwind, den DIE ZEIT dafür verdient, als erste große deutsche Zeitung überhaupt(!) nach fünf Jahren das grauenvolle Gesetz in Frage zu stellen.
      Das Tabu, hierüber dürften weder Fakten veröffentlicht noch gar kritisch recherchiert und berichtet werden, weil ja ansonsten augenblicklich die Welt untergeht, gebrochen zu haben.
    • Im Grunde haben wir das den Isländern zu verdanken. Ohne "Aufhänger"

      Jochen Bittner schrieb:

      Jetzt ist die Debatte wieder da – wenn bisher auch nur außerhalb Deutschlands. Im Parlament von Island...
      wäre kaum etwas zu erwarten gewesen.

      Dass die ZEIT einen halbgar-kritischen Artikel mit Kommentarmöglichkeit bringt, ist sicher lobenswert - die ZEIT hat allerdings auch besonders viel wieder gutzumachen.
      Die Kommentare sind größtenteils wirklich gut. Und meist konsequenter als der Artikel von Bittner.

      Wenn man ständig Artikel über/gegen die Mädchenverstümmelung bringt, und über die Jungenverstümmelung [dieser Ausdruck geht jetzt endlich tatsächlich durch die ZEIT-Zensur, wow!] nichts - dann macht sich Presse eben unglaubwürdig.

      Aber warten wir mal ab, was nächste Woche Mohamed Amjahid "widerspricht" er hat ja offenbar das letzte Wort bei der ZEIT.
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    • Immerhin, jetzt schon 300 Kommentare von vielen unterschiedlichen Lesern. Das zeigt doch, dass dieser Satz gar nicht stimmt:

      Jetzt ist die Debatte wieder da – wenn bisher auch nur außerhalb Deutschlands.

      "Die Debatte" war nie weg, das Thema war nur von den Medien verbannt. Totgeschwiegen.
      Lieber hat man sich über die Mädchenverstümmelung ausgelassen - da gibt es keinen Gegenwind.
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    • Irgendwie ist es ja gut, wenn sich wie hier die Gegner der Kinderrechte selbst zerlegen... auf der anderen Seite erschreckend, dass wenn man pro MGM ist offensichtlich überhaupt keine Qualitätskontrolle stattfindet. Den Mann hätte jemand aus der Chefredaktion zur Seite nehmen und auf die vielen sachlichen Fehler und die mangelhafte Recherche hinweisen müssen. Ein bisschen Arbeit muss man sich schon machen. Mit so etwas tut sich doch niemand einen Gefallen.
    • Pizarro73 schrieb:

      Irgendwie ist es ja gut, wenn sich wie hier die Gegner der Kinderrechte selbst zerlegen... auf der anderen Seite erschreckend, dass wenn man pro MGM ist offensichtlich überhaupt keine Qualitätskontrolle stattfindet
      Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Hat was Realsatirisches.
      Aber die Ehre der deutschen Presse ist jetzt wiederhergestellt. Blitzsauber, und unblutbefleckt.
      Joffe und di Lorenzo können endlich wieder ruhig schlafen.
      Alles wird gut.
      Bittner durfte ein paar Zweifel sähen und jetzt bedankt sich Amjahid für die Debatte über seinen Penis! :thumbsup:
      Ich sage, ja Realsatire.
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    • Pizarro73 schrieb:

      erschreckend, dass wenn man pro MGM ist offensichtlich überhaupt keine Qualitätskontrolle stattfindet.
      Offenbar hat die hausinterne Qualitätssicherung doch zugeschlagen und den Artikel auf Abstellgleis verschoben:
      Meierei
      #14 — vor 4 Stunden

      Warum versteckt die ZON-Redaktion die in der letzten Woche prominent angekündigte Erwiderung von Herrn Amjahid? Ich habe sie nur gefunden, weil ich nach ihr gesucht habe. Da es kaum Kommentierungen gibt, belegt wohl, dass es nicht nur mir so geht...
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    • Das Alternativlos Aquarium schrieb:

      Wie krank muss man sein, um Jungen ein simples „Mein Körper gehört mir“ abzusprechen?

      Aber warum sollte Herr Amjahid auch seinen Job machen und recherchieren? Warum sollte er sich die frei im Internet zugänglichen Videos antun, in denen neugeborene Jungen um ihr Leben schreien? Warum sollte er sich die Bilder angucken, die drastisch die möglichen Folgen einer solchen Verstümmelung aufzeigen? Warum die Jungen und Männer zur Kenntnis nehmen, die jedes Jahr an dieser barbarischen Praktik sterben oder für ihr Leben gezeichnet sind? Warum sich auch nur mit Betroffenenverbänden unterhalten?
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Man muss lobend anerkennen, dass die Zensur bei der ZEIT wesentlich realistischer geworden ist: Das frühere "Piepswort" "Verstümmelung" ist jetzt sogar bezüglich Jungen "zugelassen".

      Es ist auffällig, das wenn in der Presse dann Bilder von Babyverstümmelungen gezeigt werden, die Babys gerade nie das tun, was sie nun mal tun, wenn es passiert: mit schmerzverzerrtem Gesicht brüllen.
      Auf den gezeigten Bildern sieht immer alles so schön friedlich, feierlich und beschaulich und völlig unblutig aus.

      Und wenn es ältere Jungen sind, wie in der ZEIT jetzt, dann in feschen Prinzenkostümen, und aus Personenschutzgründen am besten von hinten.
      Der Zeit-Ableger Christ & Welt hat die Debatte nun aufgegriffen und zwei Autoren dazu Stellung nehmen lassen.
      pro-medienmagazin.de/politik/2…beschneidungen-verbieten/
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    • Bittner schrieb:

      Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der sich 2012 "strikt" gegen das Beschneidungsgesetz aussprach, geht davon aus, dass die Vorhaut zum Erleben sexueller Empfindungen eine wichtige Rolle spielt, weil sie sehr viele Tastkörperchen enthält...
      ..Viele Beschnittene lächeln nur müde, wenn man ihnen die Behauptung
      vorträgt, sie hätten ein weniger aufregendes Sexleben als
      Unbeschnittene. Manche vermuten eher das Gegenteil.
      ...Aber erstens hat keine Seite einen Vergleich, und zweitens kommt es darauf gar nicht an.
      Ich bekomme einen Hals, wenn ich sowas lese. "Der eine sagt so, der andere so." Natürlich, woher soll Mann den Vergleich nehmen, wenn er frühzeitig beschnitten worden ist? Wer gibt schon zu, dass er diesbezüglich kein ganzer Mann ist? Das können eher die sagen, die wie ich erst jetzt beschnitten worden sind. Aber warum gibt es keine Veröffentlichungen zu wissenschaftlichen Untersuchungen, um die Öffentlichkeit darüber aufzuklären?
      Es gehört zum Allgemeinwissen für jeden Mann, dass sich in der Klitoris die meisten erogenen Zellen befinden. Das war schon deshalb notwendig, um die sexuellen Bedürfnisse der Frauen zu verstehen und diese befriedigen zu können. Natürlich auch, um Schluss zu machen mit der Beschneidung von Mädchen.
      Wann erfahren wir nun endlich von kompetenter wissenschaftlicher Seite, wie es diesbezüglich bei der Vorhaut des Mannes aussieht? Soll da weiterhin der Stammtisch oder der religiöse Vormund oder der geschüftsmäßig operierende Urologe entscheiden, ob die Vorhaut Bedeutung für die Sexualität hat oder nicht? Statt "Die einen sagen so, die anderen so..."
    • Dass es darauf (ob die Sexualität darunter leiden kann) gar nicht ankommt ist natürlich Quatsch. Bzw. zu salopp formuliert, vielleicht meint Bittner "das muss gar nicht geklärt werden, weil es aus anderen Gründen (ethischen) nicht geht". Dann verstehe ich allerdings die windelweichen Konsequenzen, die er daraus am Ende zieht immer noch nicht.

      .Viele Beschnittene lächeln nur müde, wenn man ihnen die Behauptung
      vorträgt, sie hätten ein weniger aufregendes Sexleben als
      Unbeschnittene. Manche vermuten eher das Gegenteil.

      Man beachte: hier hat Bittner völlig geschlechtsneutral formuliert! :P

      Obwohl, so müde lächeln die jungen Damen doch gar nicht, eher sehr fröhlich:

      Female Circumcision Is Becoming More Popular in Malaysia schrieb:

      "I don't think the way we do it here is harmful," she says. "It protects young girls from premarital sex as it is supposed to lower their sex drive. But I am not sure it always works." She giggles at this thought.
      Kicher, kicher, eben. Fast wie in diesem türkisch-berlinerischen Männer-Fußballverein bei SPON.
      Kann man doch nur kichern. Weil es auch einfacher ist, als sich damit wirklich auseinanderzusetzen.
      Und wenn man dann später selbst zum Täter wird, ist man ja gefühlt noch weniger Opfer.
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    • Koala schrieb:

      "Der eine sagt so, der andere so." Natürlich, woher soll Mann den Vergleich nehmen, wenn er frühzeitig beschnitten worden ist?
      Absolut, da gebe ich dir vollkommen Recht, aber bei dem:

      Koala schrieb:

      Wer gibt schon zu, dass er diesbezüglich kein ganzer Mann ist?
      Wann ist ein Mann ein Mann, ein ganzer dazu noch?

      Ob sich jemand als Mann fühlt...was hat das mit Beschneidung zu tun? Wenn einer sagt, dass er beschnitten ist, und sich in keiner Weise eingeschränkt damit fühlt in seiner Sexualität oder als Mann...dann ist das so!!! und uneingeschränkt anzuerkennen!!!

      Aber wenn dieser jemand dann sagt "Weil ich das gut finde, ist das gut, führt zu keinen Einschränkungen, darf man deswegen auch bei anderen machen (so wie es bei mir gemacht wurde), ist die Beschneidung von Kindern zu erlauben", treten dann nicht die Verdrängungsmechanismen offen vor?

      Koala schrieb:

      "Der eine sagt so, der andere so."
      das ist auch gut so, und darf so sein. Der Fehler ist, wenn nur eine Meinung offiziell anerkannt und gesehen wird...
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • Urolüge schrieb:

      das ist auch gut so, und darf so sein. Der Fehler ist, wenn nur eine Meinung offiziell anerkannt und gesehen wird...
      Sorry, da bin ich offensichtlich missverstanden worden. Es geht nicht darum, dass es individuelle Unterschiede bei der Wirkung oder Verarbeitung einer Beschneidung gibt. Sondern um eine eindeutige wissenschaftliche Aussage, welche Funktion die Vorhaut hat, ob diese für das sexuelle Empfinden vernachlässigbar ist oder nicht. Dass wir aufhören, zweifelhafte Befragungen als Massstab zu nehmen. (Urologenportal: viele Männer sprechen von einer gesteigerten sexuellen Empfindlichkeit) Deren Wahrheitsgehalt abhängig davon ist, ob beschnittene Männer den Verlust zugeben können oder es lieber verdrängen. Schon garnicht, wenn sie garnicht den Vergleich ziehen können, weil sie frühzeitig beschnitten worden sind.
    • Koala schrieb:

      Sorry, da bin ich offensichtlich missverstanden worden
      Glaub ich nicht...aber vielleicht hast du mich missverstanden ;)

      Koala schrieb:

      Sondern um eine eindeutige wissenschaftliche Aussage, welche Funktion die Vorhaut hat,
      die gibt es glaub von vielen Stellen?

      Koala schrieb:

      ob diese für das sexuelle Empfinden vernachlässigbar ist oder nicht
      das sexuelle Empfinden und erleben...du kannst es nicht messen, beweisen oder nachweisen. Es ist rein subjektiv und nicht vergleichbar, die einen sagen so, die anderen so...

      Koala schrieb:

      (Urologenportal: viele Männer sprechen von einer gesteigerten sexuellen Empfindlichkeit)
      Das hab ich jetzt so nicht auf dieser Seite gefunden, sondern dass:


      "Hat die Beschneidung Auswirkungen auf das Liebesleben?
      Manche Männer berichten über verstärkte Höhepunkte beim Geschlechtsverkehr (Orgasmen)."

      Ist richtig so und anzuerkennen, manche mögen das so erleben...aber die Darstellung von Männern wie mir, die hinterher von weniger intensiven bis hinzu gänzlich ausbleibenden Orgasmen (trotz stattgefundener Ejakulation) sprechen fehlt leider. Dein einen sagen so, die anderen so...

      Koala schrieb:

      Deren Wahrheitsgehalt abhängig davon ist, ob beschnittene Männer den Verlust zugeben können
      Die Wahrheit über Beschneidung (und der möglichen Folgen)...gibt es die? Meine Lieblingsgeschichte dazu, die mir ein guter Freund mal dazu erzählte...

      Drei Männer fahren Achterbahn. Der erste steigt aus und ruft "Supergeil, ich will sofort nochmal". Der zweite steigt aus und meint "Och, nicht so wichtig, brauch ich nicht nochmal". Und der dritte hat schon während der Fahrt angefangen zu kotzen. Wer hat Recht, wer lügt, wer sagt die Wahrheit?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)
    • @Koala
      Wegen Deiner Frage nach der Studienlage, hier nur sehr, sehr kurz:

      Zunächst die Sorrells Studie, sie wird hier sehr gut erklärt:
      t.co/dthSvsFo1P
      Im Grunde geht's darum, dass die Bereiche mit der höchsten Fine-Touch Empfindlichkeit an der Vorhautspitze, der inneren Vorhaut und am Frenulum liegen. Bei einer handelsüblichen Beschneidung gehen genau diese Bereiche flöten.
      Wenn also jemand behauptet, mit deutlich weniger Nervenenden und berührungsempfindlichem Gewebe könne man gleich viel oder gar besser empfinden, sollte derjenige mal seine Medikamente neu einstellen lassen.

      2. Diese Studie von Frisch et al. Die wurde an 5000 Männern und Frauen durchgeführt und belegt deutlich den Verlust an sexuellem Erleben nach der VA.
      beschneidung-von-jungen.de/hom…-maennern-und-frauen.html

      Und 3. Diese Koreanische Studie. menshealth.de/artikel/beschnei…t-spass-am-sex.27457.html
      Auch sei spricht deutlich von reduziertem Vergnügen, speziell bei der Masturbation
      Wenn aus Recht Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bertold Brecht)
      Bräuche und Traditionen können den Menschen an jegliche Abscheulichkeiten gewöhnen (G.B. Shaw)
      Nicht unseren Vorvätern wollen wir trachten uns würdig zu zeigen - nein: unserer Enkelkinder! (Bertha von Suttner)
      tredition.de/autoren/clemens-b…-schnitt-paperback-44889/
    • Danke Weguer für die klare Stellungnahme. Es gibt eben doch klare wissenschaftliche Aussagen. Ich hatte von diesen Studien leider auch erst nach meiner Beeschneidung gelesen. Eben weil ich mich beim Urologenportal und ähnlichen Pfuscherärzten informiert hatte.
      Ausführliche Information über diese und weitere Studien auch auf. flexikon.doccheck.com/de/Sexue…irkungen_der_Zirkumzision

      Zitat: Im Durchschnitt enthält die Vorhaut über 73m Nervenfasern rund 20000 überwiegend spezialisierter Nervenenden einschließlich (Meissner-Körperchen, Vater-Pacini-Körperchen, Rufini-Körperchen und Merkel-Zellen). Diese spezialisierten Nervenenden können selbst leichteste Berührungen und Temperatur- und Texturunterschiede detektieren. Die Vorhaut ist damit sensibler als die Lippen oder die Fingerspitzen.[5] Im Vergleich dazu befinden sich auf der Glans penis nur rund 4000 überwiegend unspezialisierte freie Nervenenden, sogenannte Nozizeptoren, die lediglich Schmerzreize aufnehmen können.


      Genau diese Informationen fehlen in der Öffentlichkeit. Und in einem kritischen Artikel zum Thema gehören diese Fakten hinein, statt: "wir wissen es nicht, es ist rein subjektiv, vom mann zu Mann verschieden." Vielleicht findet man auch Frauen, die ihre Beschneidung toll finden, weil sie ja immer noch den vaginalen Orgasmus haben...
    • Weguer schrieb:

      Wenn also jemand behauptet, mit deutlich weniger Nervenenden und berührungsempfindlichem Gewebe könne man gleich viel oder gar besser empfinden, sollte derjenige mal seine Medikamente neu einstellen lassen.
      Ja, schon schräg eigentlich...aber wenn jemand ein massives Problem damit hat, er seinen natürlichen und völlig gesunden Körper als unästhetisch und/oder unhygienisch empfindet, und derjenige mit diesen Hintergedanken Probleme beim Sex hat...und nach einer Beschneidung das als Verbesserung erlebt...mag so sein...

      Wer aber wirklich seine Medikamente einstellen sollte...Ärzte und Urologen die diesen Käse für vollnehmen, dass man die sensibelsten Teile des Penis entfernen kann, und man hinterher mehr spüren und erleben kann...und Männer die nach einer Beschneidung von Einschränkungen beim sexuellen erleben berichten als nicht mehr ganz dicht hinstellen...

      Ich habe einen zu hohen Augeninnendruck, deswegen sind Teile meines Sehnerves hopsgegangen, meine Gesichtsfeld eingeschränkt (nicht schlimm, tut nicht weh, mit den Einschränkungen kann man noch gut leben...) wenn ich zu meinem Augenarzt sagen würde, seit da Teile meines Sehnerves quasi weg sind, sehe ich mehr und besser, der würde mich (zurecht) einweisen lassen. Wenn ein Mann nach einer Beschneidung seinem Urologen von mehr erleben, mehr und besseres spüren berichtet...dann wird das so unhinterfragt angenommen...schräg, wer hat da einen an der Waffel?
      Die Lüge ist schon dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe angezogen hat. (Mark Twain)