Das Bonbonwasser-Märchen

    • Das Bonbonwasser-Märchen

      Leo Latasch beim Ethik-Verrat:


      Leo Latasch schrieb:

      Der Mohel, also der Beschneider, tunkt mehrfach den Zeigefinger in süßen Wein. Jetzt werden Sie sagen: Warum sagt er das extra? Es gibt nämlich einen Grund für diesen süßen Wein bzw. für Glukose, den ich Ihnen gleich sagen werde..
      Warum habe ich das vorhin mit dem süßen Wein erwähnt? In der Kindermedizin ist seit mehr als zehn Jahren Folgendes bekannt: Wenn Neugeborenen viel Blut abgenommen werden muss, also jedes Mal ein Schmerzreiz eingesetzt wird, und man diesen Neugeborenen etwa fünf Minuten vor der Blutabnahme 3 bis 4 Milliliter mindestens 20-prozentige Glukose, also Zuckerlösung, appliziert, also in den Mund gibt, so reduziert das die Schmerzen um mehr als 90%. Bei jetzigen Studien wird untersucht, ob das auch für Kleinkinder - ich darf ihnen sagen, dass dieser süße Wein, und der wird verwendet, letztendlich an diese 20% locker herankommt.
      Man hat tausende von unethischen, kinderquälenden Experimenten durchgeführt und:

      Sucrose was insufficient for pain relief from circumcision.
      journals.lww.com/ajnonline/Ful…onates_Undergoing.19.aspx

      Was für EMLA-Quack genauso gilt.
      Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt
      (oder ist zu jung um sich zu wehren)
    • In welcher Einheit wird eigentlich Schmerz gemessen und wie viele Einheiten Schmerz entsprechen den 10% Restschmerzen, welche nach der "Applikation" von Zucker noch vorhanden sind?! Oder anderes gesagt kann man Schmerzen ja nicht messen und Neugeborene sind verbal i.d.R. sehr ungeschickt, wenn sie konkrete Aussagen über ihr Schmerzempfinden in wissenschaftlich verwertbarer Form äußern sollen.

      Es mag zwar sein, dass durch die Aufnahme von Zucker neben dem Insulinspiegel auch das Serotonin, Dopamin und körpereigene Opioide ausgeschüttet werden. Wer aber sein Oberstübchen nicht zu sehr mit süßem Wein abgeschossen hat, dem sollte bewusst sein, dass selbst die orale Einnahme eines hoch dosierten Opiates keine ausreichende Schmerzausschaltung für einen operativen Eingriff wie eine Vorhauptamputation bei Neugeborenen mit entsprechender Verklebung der Glans darstellen könnte. Und jetzt sollen ein paar Tropfen Wein quasi eine intravenöse Lokalanästhesie ersetzen.

      Wenn dem so ist, können ja die Herren Mediziner (wohl eher "Medizinmänner") einen Selbstversuch starten und bei der nächsten Wurzelbehandlung beim Zahnarzt fünf Minuten vor dem Eingriff ein Bonbon lutschen, statt sich eine Spritze geben zu lassen.
      Der Unterschied zwischen Dogmatikern und Aufklärern besteht bei der Beschneidungsdebatte darin, dass die einen kindliche Vorhäute und die anderen alte Zöpfe abschneiden wollen. (Quelle: NoCut)
    • Man sagt ja auch das Glückshormone schmerzen reduzieren können aber das ist eine andere Geschichte.

      Das einzige was zumindest kurzfristig die Schmerzen betäuben könnte wäre eine lokale Betäubung mit gespritzten Medikamenten. Und ob die wirkt kann man nur feststellen wenn man den zu Operierenden fragt ob er noch was spürt.

      Teilweise ist es doch so das bei allgemeinen Operationen nicht nur eine Narkose erfolgt sondern auch die zu operierende Stelle seperat per Spritze betäubt wird.
      Wenn Kinder bei geplanten Operationen narkotisiert werden wird meist die Einstichstelle für den venösen Zugang am Abend vorher mit einem Emla-Pflaster abgeklebt so das es über Nacht einwirken kann.
      Man kann solange ein Kind nicht reden kann die Schmerzen nur nach körperlichen Reaktionen beurteilen.

      Ich habe da was bei Thieme gefunden:

      google.de/url?q=https://www.th…S3vt9UnYBAO-YvtmWPk5LzO0w