Was 'Bela2012' sagt.
Damit Du einordnen kannst, was ich schreibe: Ich bin 58, wurde im Alter von sechs Jahren beschnitten. Mir wurde im Laufe der letzten zwei Jahre klar, schmerzhafterweise unverdrängbar (ich würde all dieses Wissen lieber wieder aus meinem Hirn brennen können!), was für Folgen meine Beschneidung auf mich, auf mein Psyche, mein Sexualverhalten und mein Sexualerleben hatte — und wie sich all dies in Konsequenz auch als tödlich für meine Beziehungen erwies, da alle meine Liebsten und ich zu jener Zeit noch nicht in der Lage waren, dies zu erkennen und überhaupt über unsere Sexualität richtig zu sprechen.
Das »länger können« wird anfangs nicht stimmen, da die Eichel komplett freiliegt und noch sehr sensitiv ist, und später stimmt es auch nicht, weil sie nämlich austrocknen und verhornen wird — es wird dann »länger müssen«.
Der männliche Teil des »Zweikomponentengleitmittels« fehlt, was dazu führen kann, dass der Geschlechtsverkehr »trocken« und möglicherweise nicht nur für Dich, sondern auch für ihn schmerzhaft wird.
Er wird den Teil der leckeren Pheromone verlieren, der von seiner Eichel ausgeht, weil die Schleimhautzellen, die übrig bleiben, austrocknen (bzw. wohl auch Schleimdrüsen entfernt werden, Fachleute mögen mich bitte korrigieren).
Es ist schrecklich.
Ein roter Faden zieht sich durch all meine Beziehungen … die Letzte ist 15 Jahre her, ich habe aufgegeben … ich wurde nie richtig »glücklich« … dachte immer, »da muss doch noch mehr geschehen« … weitestgehend orgasmusunfähig … obwohl ich mich immer nur eingelassen habe, wenn ich glaubte, zu lieben … ich konnte dies alles erst im Rückblick erkennen und verstehen.
Was geschah, war …
- sie dachte, sie liebt mich nicht »genug«, oder sie sei »nicht gut im Bett«; und/oder
- sie dachte, ich liebe sie nicht genug; und/oder
- ich dachte, ich liebe sie nicht genug. Dass mit »ihr« irgendetwas nicht stimme, kam mir nie in den Sinn, da ich immer in Liebe war … ich hab’ immer gedacht, dass mit mir etwas nicht richtig sei oder dass ich es »nicht richtig« täte, bzw. dass ich besser nach jemandem suchen müsse, die ich wirklich »wirklich« liebe. Dass ich es bin, mit dem »etwas nicht richtig« ist, habe ich mittlerweile verstanden.
Jedenfalls … hat eine/r von uns dann immer irgendwann verzweifelt aufgegeben und die Beziehung beendet.
Ich erinnere mich an eine »Bettszene«, wo »sie« mich zornig und frustriert anschrie: »SAG MAL, SPÜRST DU ÜBERHAUPT ETWAS?« — und uns beiden war nicht klar, dass es in der Tat genau so war. Erst viel später habe ich mich an die Gefühle »dort unten« an meiner Eichel erinnert, die ich bis zu meinem sechsten Lebensjahr sehr wohl hatte — und auch damals schon genoss. Inzwischen ist es, als hätte ich dort eine Art weiches Gummi, gefühlloser als die Stelle auf dem Rücken meines linken Daumens, den ich mir mal versehentlich beinahe abgeschnitten hatte und wobei einige Nerven zur Hautoberfläche abgetrennt wurden.
Ich weiß auch nicht, ob Du auf dieses »Hauruck-Ficken« stehst (entschuldige, mir fällt kein treffenderer Begriff ein).
Stell Dir vor, Dir würde die Klitoris zuerst dauerhaft von ihrer Vorhaut »befreit« und danach aufs Knie transplantiert.
Klingt merkwürdig? Wie ich es verstehe, wird bei klinischer Beschneidung…
- ungefähr die obere Penishälfte gehäutet.
- Dann wird das Vorhautblatt in zwei Hälften getrennt,
- die äußere Seite komplett entfernt,
- die innere, zur Eichel zeigende Schleimhautseite wird nach hinten (nach außen) geklappt, auf den gehäutete Schaft gelegt und mit der Schnittkante von Schritt 1. vernäht.
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Dadurch sind jetzt am Penis Bereiche »sensitiv« (die Anführungszeichen darum, weil sie später eben nicht mehr so sensitiv sind wie vorher), die es vorher nicht waren, mit einer möglichen Folge, dass der Mann immer das Gefühl hatte, er müsse viel tiefer und heftiger stoßen … was natürlich bei leidenschaftlichem Sex auch vorkommen und beiderseits gewünscht sein kann, wenn es aber das Einzige ist, was den Mann überhaupt etwas spüren lässt, dann schließt das jeglichen »sanften und liebevollen« Sex aus; tantrischer Sex? Vergiss es!
Herzlichst, Tom