Beiträge von Josc

    Ganz deiner Meinung, Maria. Das ganze ist schon irgendwie eine merkwürdige Geschichte.

    Ein spontaner Gedanke: Wie ist das eigentlich bei illegalen downloads? Werden da nicht auch Hausdurchsuchungen vorgenommen nur aufgrund der Kenntnis (ip), von welchem Rechner der download stattfand? Wird ein illegaler download in einem Mehrpersonenhaushalt folglich nicht strafverfolgt wie das im Fall der Beleidigung via Computer hier der Fall zu sein scheint?

    Es sagt sich so leicht, dass man diese Art Beleidigungen einfach wegstecken sollte. Das mag im Einzelfall sicher die richtige Reaktion sein. Man sollte sich aber vergegenwärtigen, dass Herr Putzke konstant unter beleidigendem Dauerbeschuss steht und sowas geht an die Substanz. Die Anzeige geht nach meinem Empfinden vollkommen in Ordnung und ich halte es für ziemlich daneben, wie diverse Zeitungen mal wieder den Sachverhalt verdehen, die Sache bagatellisieren und ihn als Querulant dazustellen versuchen.

    Ich erinnere mich noch, wie vor einiger Zeit das Thema Cybermobbing in aller Munde war und Politiker wie Medien mehr Sensibilität einforderten...

    So tief wollte ich eigentlich gar nicht in das Thema eintauchen. J Aber gerne, lass mich vorweg nochmal meinen Gedanken formulieren bzw verdeutlichen (nur knapp, ich bin in Zeitdruck):

    Wenn wir von Religion sprechen, sind wir logischerweise immer stark auf die 3 Abrahamitischen Religionen fixiert, aber wir sollten uns im klaren sein, dass es da noch mehr gibt. Religion ist nicht gleich Religion ist. Es existieren Unterschiede wie ich meine. Einige Religionen bieten Raum für viel Interpretation, andere weniger. Einige beinhalten (neben abnickbarem) viel kritikwürdiges, andere weniger, andere gar nicht.

    Ich habe versucht zu verdeutlichen, dass es auf die Textinhalte und Grundgedanken ankommt, nicht per se auf den Umstand, dass eine Religion extrem oder fundamentalistisch gelebt wird.

    Was fundamentalistisch oder antifundamentalistisch ist, liegt bei gegebenem Interpretationsspielraum zwangsläufig im Auge des Betrachters bzw seiner Interpretation. Von daher hast Du Recht, wenn du für die drei Abrahamitischen Religionen feststellst: "Ob eine Religion "gut" oder "böse" ist, hängt nicht von der Religion ab, sondern davon, in wessen Hände sie fällt."

    Dies trifft allerdings nicht auf alle Religionen zu, wie ich am Beispiel Jainismus zeigen wollte, und auch bei den großen Drei kann man objektive Unterschiede in der Intensität einer möglichen fundamentalistischen Auslegung feststellen. Lassen wir uns das doch durchspielen: Wie "böse" kann Jainismus werden, wenn er in die "falschen" Hände gerät?

    Ich denke, bis hier sind wir noch im Grundsatz einig. Wo ich aber widersprechen möchte ist hier: Religiöser Fundamentalismus ist "meist" politisch motiviert ist. Sicherlich gibt es politisch angetriebenen Religionsfundamentalismus, aber genau so können wir religiös/fundamentalistisch angetriebene Politik ausmachen wie wir auch Religionsfundamentalismus ohne politischem Hintergrund feststellen können. Ich meine, es ist ein Wechselspiel, das man nicht nur auf die eine Argumentation beschränken sollte. Das wäre mir zu simplifizierend.

    Ich kenne die Bücher von Krämer. Mich hat sie in vielem nicht überzeugt.

    Zum Thema Extremismus/Fundamentalismus sei vielleicht noch angemerkt, dass dieser selbst nicht zwangsläufig das Problem ist, sondern es sind die Ideen und Grundlagen einer Religion, die mit extremer/fundamentaler Interpretation je nach Ausprägung der Religionstexte zum gesellschaftlichen Problem werden können.

    Gegenbeispiel Jainismus. Je extremer desto pazifistischer. Gegen jainistischen Extremismus gibt es also im demokratischen Miteinander nichts einzuwenden (sofern man Pazifismus nicht als Problem ansieht).

    Jainismus – Wikipedia

    Wenn eine Religion das label "Religion des Friedens" verdient hat, dann diese.

    Da hast du freilich Recht. Natürlich ist in diesem Zusammenhang ein religiös motivierter Grund nicht rechtlich anerkannt. Das wäre ja noch schöner :)

    Praktisch gesehen führte er hier aber zum Erfolg. Ganz im Gegensatz zu einem nicht-religiösen Grund, bei dem sich der Vertreiber gewiss nicht auf eine Wandlung eingelassen hätte.

    Es wird hier also mit zweierlei Mass gemessen und das halte ich schon für kritikwürdig. Klar sind die o.g. Fälle trivial, aber sie vermitteln ein gewisses Signal, dessen Wirkung dann auch auf der Makro-Ebene spürbar wird und dort leider nicht mehr so lustig ist.

    Klar ist das alles funny, Maria, deswegen poste ich das ja hauptsächlich. Ein wenig die Bauchmuskeln trainieren und so :)

    Allerdings sehe ich hier schon einen gewissen Aspekt kritisch: Ich würde auch so manches mal gerne ein PC Spiel umtauschen, weil mir irgendwas im Spielablauf nicht gefällt. Leider sind solcher Art sekulare Gründe wohl zu nichtig und folglich bisher als Wandlungsgrund nicht anerkannt. Es scheint, als sollte ich beim nächsten Mal meine Argumentation besser in die Meta-Ebene führen ;)


    werner

    Ja, das sehe ich ähnlich. Allerdings kenne ich mich mit der Lage in Ö nicht tiefgreifender aus. Wurde in Ö nicht kürzlich jemand wegen angeblicher "Religionsbeleidigung" zu einer Geldstrafe verurteil? Da muss man sich schon wundern, wenn gleichzeitig die EU die Türkei für ein ähnliches Urteil öffentlich kritisiert...

    köstlich, beleidigte Leberwurst zu spielen ist anscheinend im 21. Jhd en vogue. Immerhin wurde in diesem Fall nicht auf die Verkaufseinstellung des Spiels geklagt ;)

    Im PC-Game getauft: Geld zurück | hpd

    Es gibt ein Computerspiel namens Bioshock Infinite. Und darin am Anfang des Spiels eine Szene, bei der die Spielfigur getauft wird.

    Dies ärgerte den (gut)gläubigen Christen Breen Malmberg dermaßen, dass er an den Hersteller des Spiele schrieb und sein Geld zurückverlangte. Die Szene würde gegen seine religiösen Überzeugungen stehen und da es keinen Weg gibt, ohne Taufe das Spiel weiterzuzuspielen sei das ein Programmierfehler.

    Der Hersteller erstattete kommentarlos die Kaufsumme. Nicht frei von Kommentaren ist der Artikel bei der PC-Games


    Wieder die falsche Reaktion seitens des Herstellers wie ich meine.

    Ich weiss, es bringt nichts, aber ich konnte nicht anders. Schauen wa mal, ob ich durchkomme ;)


    Sehr geehrte Frau Andreae,

    vielen Dank für Ihre Stellungnahme bezüglich des Beschneidungsgesetzes. Mir sind hierzu einige Fragen eingefallen und ich würde mich freuen, wenn Sie anhand dieser Ihre Position etwas verdeutlichen könnten.

    Wieso sind vermeintliche prophylaktische & hygienische Erwägungen ein Argument für Körperverletzung, welche die Beschneidung rechtlich gesehen ja ganz ohne Zweifel ist, wenn wir für Hygiene Wasser und für die Prophylaxe das Kondom haben?

    Woher wissen Sie, dass die Beschneidung keine gesundheitlichen Schädigungen zur Folge haben kann, wenn erwiesenermassen empfindsames Gewebe am Geschlechtsteil entfernt wird und die Prozedur an sich u.U. sogar lebensgefährlich sein kann?

    Woher wissen Sie, dass jüdisches Leben ohne Babybeschneidung in Deutschland nicht mehr möglich ist, wenn doch erwiesenermassen zahlreiche unbeschnitte Juden aus Osteuropa vollwertige Mitglieder ihrer religiösen Gemeinde sind?

    Wieso meinen Sie, dass eine Sanktionierung der Knabenbeschneidung diese in die Illegalität treibt, während Sie selbst bei den milden Formen der weiblichen Genitalbeschneidung dies anscheinend nicht befürchten?

    Wieso meinen Sie, dass Sie sich durch die Befürwortung des Beschneidungsgesetzes zu einer demokratischen Gesellschaft bekennen, wo doch damit eindeutig die fundamentalen Grundrechte in Form der körpl. Unversehrtheit von männlichen Kindern eingeschränkt und weniger gewichtet werden als die der Mädchen?


    Mir freundlichen Grüßen

    Danke Werner, ich verstehe schon, was du meinst. Die Argumentationskette der Pro-Beschneider ist mir klar. Nur halte ich sie aus unserer Sicht eben für ein argumentatives Minenfeld in Diskussionen.

    Die logische Konsequenz aus wenig wirksamen Kondomkampagnen muss deren Optimierung/Intensivierung sein und nicht das Wechslen auf eine fragwürdige und bestenfalls minimal effektive Schutzmethode.

    Es gibt zum Kondom bisher keine Alternative, daran können auch Studienergebnisse nichts ändern, die für andere Methoden möglicherweise einen gewissen Schutz aufzeigen.

    Diese simple Feststellung muss mMn so klar sein (bzw werden) wie die objektive Vergleichbarkeit von MGM und FGM.

    Meine Güte, geben unsere MdBs denn immer noch den gleichen Stuss von sich? Nach all den Informationen, die inzwischen öffentlich und ausführlich auf dem Tisch liegen?

    Fr. Andreae ist offensichtlich nicht fähig, sich zu einem Thema grundlegend zu informieren. Zudem impliziert Sie demagogenhaft Falschinformationen, um ihre schwache Position zu verstärken. Für mich ist Fr. Andreae damit als demokratische Politkerin durchgefallen und hat im Bundestag nichts verloren.

    Redliche Studien zum Thema BEschneidung/HIV Schutz sind sicher interessant und haben durchaus medizinisch wissenschaftlichen Nutzen.

    Ich bin aber der Meinung, dass die Ergebnisse, egal in welche Richtung sie ausschlagen, keine wirkliche Relevanz in Bezug auf die Bewertung der Genitalbeschneidung haben.

    Selbst ein 60%er Schutz, wie von einigen Studien unlauter impliziert, ist kein 100% Schutz. Der Gebrauch von Kondomen ist also immer noch extrem empfehlenswert, nicht zuletzt auch wegen dem Schutz vor anderen Geschlechtskrankheiten. Wenn man also als gewissenhafter, sich seiner und der Gesundheit der Partnerin bewusster Mensch das Kondom sowieso verwendet, welchen Sinn hat dann die Ergänzung durch eine mögliche minimal-prozentige Schutzbeschneidung?

    Wie seht ihr das?


    Aber selbstverständlich kann man Christ sein, auch wenn man die Ausrichtung der Glaubensvertreter nicht teilt. Es gibt sogar Glaubensvertreter, die die Ausrichtung anderer Glaubensvertreter nicht teilen.^^

    Man kann sogar Christ sein/ bleiben, wenn man aus der Kirche austritt, vielleicht sogar ein christlicherer Christ. ;)


    ... und dann kann man noch Atheist sein als getaufter Christ, sozusagen ein "atheistischer Christ". Oder ist man dann "christlicher Atheist"? ;)

    Ach, diese religiösen Labels sind schon eine Nummer für sich. Frei nach Grönemeier: "Wann ist ein Christ ein Christ!" :D

    Nun, ich sehe da schon eine Vergleichbarkeit - es kommt halt auf die Perspektive an. :)

    Aus religiöser Sicht sind beide Rituale grundlegende Initialisierungsmassnahmen. Von daher macht der Vergleich schon Sinn.

    Wir hingegen beurteilen die Rituale an ihrer Schadenswirkung. Das bisschen Wasser tut keinem weh, genausowenig wie zB lustiges Esspapier und roter "Blut"-Wein ;). Bei zB Schächtung oder Beschneidung ist dann allerdings die Grenze dessen überschritten, was man als religiös unmusikalischer Vulgärrationalist belächeln bzw tolerieren kann.

    Ich bin sehr gespannt, was Susanna uns von dort zu berichten weisst.