Beiträge von Josc

    "Ich möchte Sie schon einmal im Voraus darum bitten, die Frage nicht mit einem pauschalen Hinweis auf die schweren und schwersten Formen der weiblichen Genitalverstümmelung abzutun, sondern frage Sie explizit auch danach, warum selbst die leichteren Formen der Genitalbeschneidung bei Mädchen geächtet werden, die mitunter lediglich aus einem Einritzen der Klitorisvorhaut bestehen und in den Folgen der Beschneidung von Jungen vergleichbar oder weniger gravierend sind? "

    Die Akzeptanz der milden Formen der FGM scheint wohl tatsächlich der einzige Weg aus der kognitiven und juristischen Dissonanz zu sein. Welcome to the club, ladies. (würg)

    Danke Werner, sehr interessant, grade durch die Sicht der jüdischen Autorin.

    Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob die jüdische Gemeinschaft in Deutschland tatsächlich eine "extremitischere" Position gegenüber zweifelnden Eltern einnimmt als in anderen Staaten. Grade aus Israel und den USA habe ich in den letzten Monaten so einige Erfahrungberichte gesehen, die gesellschaftlichen Druck bis hin zur Ausgrenzung aufzeigen. Wenn dort die gesetzliche Erlaubnis zu Beschn. auf dem Spiel stünde, könnte ich mir durchaus eine ähnliche Eskalation wie in D vorstellen inkl. Antisemitismus- bzw Nestbeschmutzer-Keule.

    "Im Schatten der Schoa zeichnet sich intellektuelle Erstarrung und eine Störung der Empathie ab." - Diesem Eindruck kann man sich in der Tat nur schwer entziehen.

    Danke Maria.

    Sofern ich die Google Übersetzung richtig lese, geht es um eine nicht zu stillende Blutung bei gleichzeitiger Bagatellisierung:

    "... leicht Beschneidung... "

    "Wie erwähnt, ist die Bedingung einfach."


    Ach ja, noch ein genereller Tip für Goolge Translation: Besser ins Englische übersetzen lassen, durch die einfachere Grammatik werden oft etwas verständlichere Übersetzungsergebnisse erzielt.

    A team of Magen David Adom gave him first aid and transported to the hospital

    Eight days old baby slightly injured circumcision ceremony in Jerusalem, and was taken to Shaare Zedek Hospital in the capital. Parents of the rescue teams called to their home several hours after the ceremony when they noticed persistent bleeding. A team of Magen David Adom gave him first aid and transported to the hospital. As mentioned, the condition is easy

    Das berührt den Unterschied bzw. Gegnerschaft von Moral und Realpolitik. Das gibt es immer und überall, nicht nur jüdischen Gläubigen gegenüber. Händedruckverweigerung mit Beschneidung in einen Topf zu werfen, hielte ich für unangemessen. Wenn ich jedes frauenfeindliche Verhalten in unserer Gesellschaft geisseln wollte, käme ich abends nicht ins Bett, und würde es mit meiner orthodox-muslimischen Bekanntschaft verderben, wenn ich den Frauen verbieten würde, meine Wohnung nur ohne Kopftuch zu betreten.


    Natürlich gibt es ähnliche Reibungspunkte zwischen "Moral" und Realpolitik auch in anderen Fällen. Das hatte ich angedeutet. Der Unterschied ist allerdings, dass diese dann zumindest thematisiert werden und genau das kann ich hier aus meiner Perspektive nicht feststellen.

    Wir werten die Händedruckverweigerung anscheinend unterschiedlich. Die Geschlechterapartheit in orthodoxen Vierteln israelischer Städte habe ich persönlich erlebt. Dort führen die Gedanken, die der Herr Rabbi zum anderen Geschlecht hat, zu sehr unschönen Auswüchsen, die übrigens auch von sekularen Israelis heftig kritisiert werden. Dies mit unseren europäischen Problemchen in Bezug auf "Frauenfeindlichkeit" a la Brüderle zu vergleichen, halte ich für verharmlosend. Auch das Kopftuch hat ganz sicher nicht dieselbe Dimension.

    Wenn ein eingeladener Imam zB bei einer offiziellen Rathaustagung getrennte Sitzordnung für Männchen und Weibchen fordern würde, oder ein NPD Ratsmitglied den Handschlag mit seinem marokkanisch-stämmigen Kollegen verweigern würde, wären (zu recht) gewisse Unmutbekundungen spürbar. Das ist hier nicht der Fall. Falsch verstandene Toleranz - wie bei der Beschneidung.

    Mir ist völlig schnuppe, ob jener Chabad-Rabbi Frauen die Hand gibt.
    Es ist sein gutes Recht, das nicht zu tun. ...


    Das ist richtig. Ein Rassist darf schliesslich auch für sich entscheiden, ob er einem Schwarzen nicht die Hand gibt.

    Nun gehe ich freilch nicht davon aus, dass der Herr Rabbi ein Rassist ist, aber er folgt der gleichen irrational abwertenden/ausgrenzenden Verhaltensweise und befindet sich damit nicht allzuweit von "Geschlechterappartheit".

    Worauf ich aber eigentlich hinweisen wollte ist dies (und hier schliesst sich wieder der Kreis zu unserem Thema): Wie bei der Beschneidung wird auch hier das kritikwürdige Verhalten eines Menschen aufgrund seines jüdischen Glaubens unkritisch hingenommen.

    "Im Rathaus ist er ein regelmäßiger Gast, und die meisten Politiker wissen inzwischen, dass er Frauen nicht die Hand gibt."

    Soso, sie wissen es also. Und damit ist dann alles gut?

    Man stelle sich vor, eine nicht-jüdische öffentliche Person würde einer bestimmten Menschengruppe nicht die Hand geben wollen. Wäre diese Person dann dort auch "regelmäßiger Gast"?

    in der Tat, was für ein herrlicher Eiertanz.

    "Für minder schwere Fälle ist ..."

    "Die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen und Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung und irreversible Körperverletzung, die weder mit Religion noch Tradition zu rechtfertigen ist."

    Na wer hätte das Gedacht, Herr Montag. Auch interessant, dass man nun auf einmal auch minder schwere Fälle der FGM ausmacht, wo diese zuvor kreischend geleugnet wurden.

    Das ganze ist sowas von lächerlich...

    Danke Weguer.

    Ich wette, keiner von diesen Politclowns wird in absehbarer Zukunft auch nur ansatzweise Selbstkritik üben. Warum auch, medizinische, staats- oder strafrechtliche Argumente hatten damals keine Rolle gespielt und spielen auch jetzt (noch) keine Rolle.

    Es ärgert mich, dass solch ein Artikel unkommentiert und allein auf der Seite einer "Bundeszentrale für politische Bildung" steht. Deshalb:


    Sehr geehrte Damen und Herren,

    soeben lese ich den Aufsatz von Herrn Kramer auf Ihrer Seite:

    http://www.bpb.de/apuz/162398/die-etwas-andere-gretchenfrage

    Ich muss mich doch sehr wundern. Steht die Abkürzung "bpb" inzwischen für "Bundeszentrale für Propaganda und Beschneidung?" Nur Spass, kleine Polemik zur Auflockerung. Aber im ernst, Sie müssen zugeben, dass der Artikel sehr tendenziös ausgerichtet ist und zudem mit diversen wirren Aussagen aufwartet wie zB zum Thema weibl. Genitalbeschneidung, Schächtung oder Ursprung unseres heutigen Moralverständnisses.

    Sie wollen mit der bpb Informationen und Standpunkte präsentieren, damit sich der Bürger eine Meinung bilden kann. Dieses Ansinnen halte ich für richtig gut. Allerdings bedarf es zur Meinungsbildung der Kenntnisnahme beider Positionen eines umstrittenen Themas. Wo bleibt also der andere Artikel?

    Wenn Sie Ihren Auftrag wirklich ernst nehmen, dann sollten Sie nun einen der zahlreichen kritischen Aufsätze zum Thema Beschneidung/Religion veröffentlichen. Dann könnte sich der geneigte Leser in Abwägung der beiden Positionen tatsächlich seine eigene Meinung bilden. Wäre das nicht schön?

    Mit freundlichen Grüßen

    Danke Werner für den link. Erschreckend ;) Lasst uns wohlwollend sein und das Wort "erblich" als "notwendig" interpretieren.

    Aber im ernst, es ist gut, daran erinnert zu werden, dass bei vielen Menschen immer noch erhebliche Wissensdefizite vorherrschen. Ich ertappe mich bei Gesprächen oft dabei, den Kenntnisstand meines Gegenübers in hohem Masse zu überschätzen, was dann für ein gesundes Gespräch freilich nicht sehr fruchtbar ist.

    "Zugleich fühle ich mich verpflichtet, mich in der gesellschaftlichen Debatte weiter für die Ermöglichung der Beschneidung aus religiösen Gründen durch medizinisch geeignete Personen einzusetzen."

    Ehrliche aber erschreckende Aussage, grade von jemandem, der Jura studiert hat. Und so schön praktisch. Rationale Argumente aus Recht und Medizin werden damit allumfassend vom Tisch gefegt.

    Vielen Dank für die links.

    Das ist übrigens genau die Situation, die ich so kritisch sehe. Studien hier, Studien dort. Die einen sagen dies aus, die anderen das. Hin und her, ein Schritt vor, einer zurück.

    Generell sind Studien in diese Richtung ohne Frage wichtig. Aber sie helfen bei der Grundsatzargumentation letztendlich aufgrund verschiedenster Qualität und Interpretationen nicht wirklich weiter.

    Wir dürfen mMn nicht müde werden, in erster Linie die ethische Grundeinschätzung im Vordergrund zu halten: Es kann nicht sein, dass ein Mensch ohne sein Konsens und medizinische Notwendigkeit unwiderruflich eines Teils seines natürlichen Körpers beraubt wird.