Beiträge von Josc

    Interessant. Jüdische Variante der Scharia? ;)

    Weiss jemand, wie weit die judikative Authorität dieser Rabbinical Courts reicht? Im Artikel wird angedeutet, dass sie zumindest Geldstrafen verhängen können. Ich hätte jetzt vermutet, dass das Urteil des Gerichts lediglich eine Empfehlung darstellt und dass es der Mutter selbstverständlich frei steht, ein weltliches Gericht anzurufen.

    EDIT: http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Politics/courts.html

    Luther war aus unserer Perspektive generell kein toleranter Mensch. Er propagierte (wie damals allg. envogue) neben dem Antijudaismus auch Hexenverfolgung, die Tötung von geistig Behinderten und Frauen sprach er den Verstand ab, von daher ist es in der Tat wirklich erstaunlich, wie verklärt das Geschichtsbild unserer Gesellschaft hier gößtenteils doch ist.

    Als wichtiger Wegbereiter einer Religion geniesst er jedoch wie so oft einen gewissen Sonderstatus hinsichtlich einer ausgewogenen Geschichtsdarstellung. Ob das vernünftig ist, mag jeder für sich entscheiden.

    Ist das eine Evangelikalen-Seite? ;)

    Soviel geschichtlichen (Luther und Toleranz? LOL) und juristischen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr im Netz gelesen. Aber schön zu wissen, dass wir diesen Nonsense durch unsere tüchtigen Politiker aus dem bekannten Ministerium für Propaganda auch noch mitunterstützen. (würg)

    EDIT: Ich sehe grade, dass die Redakteure scheinbar nur aus Jugendlichen bestehen. Bin mir grad nicht sicher, ob das die Sache relativiert oder nicht noch schlimmer darstellt.

    Ich fürchte, der Weg des sekulären Flügels der Grünen bleibt steinig.

    Zitat

    Kretschmann kritisiert Laizismus

    Vor einer Verbannung des Religiösen aus dem öffentlichen Raum hat der Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann (B’90/Die Grünen), gewarnt. Eine „radikale laizistische Trennung von Staat und Religion“ sei mitnichten ein Gewinn an Freiheit, sagte der Katholik am Freitag laut dem Evangelischen Pressedienst.


    =detail&news[id]=7197]http://www.pro-medienmagazin.de/politik.html?&news[action]=detail&news[id]=7197

    Zitat

    Beanstandung von Inhalten

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    Na da bin ich ja mal gespannt... ;)

    Groben Unfug zum Thema Beschneidung lesen wir ja im Netz jeden Tag.

    Hier stört mich aber besonders der Umstand, dass die Zielgruppe Kinder sind. Und dann wird auf der Seite noch besondere "Hochwertigkeit" ihres Inhalts impliziert mit Logos von pseudo-wissenschaftlichen Stiftungen, Universitäten (!), Ministerien (!!) und einem Grusswort von Helmut Schmidt (!!!), so dass auch ggf auch die Eltern geblendet werden.

    Ganz üble Nummer.

    Definitiv. Aber grade aus jüdischer Sicht beinhaltet die Beschneidung offensichtlich einen als identitätsstiftend wahrgenommenen Aspekt, der weit über den des eigentlichen religiösen Rituals hinausgeht. Mit ein Grund, warum die Reaktionen auch von sekularen "Juden" nicht selten so allergisch wirken.

    Hier auch ein interessanter Sachverhalt:

    http://www.spiegel.de/politik/auslan…t-a-926138.html

    Bürger des Staates Israel können Juden, Araber oder Drusen sein - doch als "Israelis" dürfen sie sich nicht beim Einwohneramt registrieren lassen. Das hat ein Gericht in Jerusalem entschieden.


    Dies hat freilich mit "Beschneidung" direkt nichts zu tun. Indirekt allerdings schon: Es verdeutlicht einmal mehr die herrschende jüdische Perspektive und die dahinter stehende Befürchtung, eine wie auch immer definierte "jüdische Identität" zu verlieren.

    Ich wüsste auch mal gerne, welche Religion genau welche immensen Zurichtungen bewerkstelligen, und wie sie das machen. Und wenn wir schon dabei sind, kann man gleich die "immensen psychischen Zurichtungen" der Konsumgesellschaft auf die Seelen der Bürger analysieren.

    Nun, ich gehe davon aus, dass er den Einfluss meint, den religiöses Gedankengut auf die menschliche (nicht nur kindliche) Psyche bzw Charakterentwicklung haben kann. Himmel/Hölle, gut/"böse", in Sünde geboren, strafender Gott etc. fallen mir da spontan ein.


    Ich teile diese Auffassung bis zu einem gewissen Grad, aber Guy hat freilich recht, dass solche prägenden Einflüsse auf die Psyche auch in vielen anderen Bereichen auftreten. Der Staat kann hier schwerlich mitreden, bei Körperverletzung hingegen schon.

    Danke, Laffelrog, für den Link.

    Der letzte Abschnitt bzw der gesamte Artikel ist offenbar aus der Perspektive des Kulturrelativismus' verfasst. Wenn man das eine kritisiert, müsste man auch das andere kritisieren, ansonsten ist man "anti" bzw. am besten kritisiert man überhaupt nicht. Nein.

    Es gibt im Kulturenvergleich Sachverhalte, die sind rational bewertet weniger ethisch als vergleichbare andere. Dies muss man sagen dürfen, ohne gleich in die Gruppe der Anti-wasauchimmer zu rutschen.

    Ich halte die frühkindliche einseitige Ideologisierung (in welche religiöse oder politische Richtung auch immer) zwar ebenfalls für kritikwürdig, aber die Taufe ist nun ganz sicher eine andere Nummer als die Amputation eines Körperteils und die damit verbundenen Schmerzen, möglichen Komplikationen und lebenslange Kennzeichnung.

    Die Antisemitismus-Keule ist scheinbar ausgelutscht, nun kommt der böse "militante Atheist" an die Reihe. Woher kommen nur immer all die zahllosen Antisemitisten und jetzt auch noch die militanten Gottlosen? Herr Thierse hat hier den Durchblick. ;)

    Immer wieder erschreckend, wie sich normale, ansonsten vernünftige Menschen durch ihre religiösen Überzeugungen zu solchen polemisch hetzerischen Aussagen veranlasst sehen.

    Herrlich auch die wundervoll einseitigen Sichtweisen der im weiteren Text:

    Zitat

    "...habe jüngst „klare Worte” dafür gefunden, dass der Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg religiös engagierte Bürger nicht mehr mit einer Bezirks-medaille ehren wolle."

    Ist es zuviel verlangt, die Medaille aussschliesslich für den eigentlichen Zweck der gemeinnützlichen Arbeit zu vergeben unabhängig von religiösen oder sonstigen Ideologien?


    Zitat

    Religion als solche sei aber politisch und dürfe nicht aus der Öffentlichkeit verdrängt werden. Sie stifte Lebensentwürfe und beantworte Fragen wie: Was ist Freiheit? Was ist Menschenwürde? Religion sei mehr als das Befolgen von Glaubenssätzen, sie präge das Leben.

    Die Antwort auf die Fragen "Was ist Freiheit?" und "Was ist Menschenwürde?" haben wir von den 3 Abrahamitischen Religionen im Zusammenhang mit der Beschneidung ja sehr deutlich erklärt bekommen. Ganz offensichtlich nicht das, was 70% der Bevölkerung darunter verstehen.

    Zitat

    So könne er es zum Beispiel nicht nachvollziehen, wenn Menschen sich über zu laute Kirchenglocken beschwerten: „Kultur macht immer Lärm”, sagte er.

    ach tatsächlich? Darf man dies dann auch an Allerheiligen als Argument anführen?

    Das ist IMHO falsch und antisemitisch, denn es unterstellt das Sondergesetze für Juden, aber nicht für Muslime erstellt werden. Hierzu gibt es keinen klar belegbaren Beweis.


    Beweise? Absatz 2 kann man mMn nun wirklich nicht anders deuten als ein jüdisches Sonderrecht.


    § 1631d
    Beschneidung des männlichen Kindes

    ...
    (2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen
    auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen
    Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders
    ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der
    Beschneidung vergleichbar befähigt sind.