Beiträge von Josc

    "Hatten Sie bei Ihrer Arbeit jemals das Gefühl, dass Sie sich der Körperverletzung schuldig machen?"

    "Konrad: Nein, das Gefühl hatte ich bei einer religiösen Beschneidung noch nie. Ich bin vielmehr immer tief ergriffen davon, dass ich ein jüdisches Kind in den Jahrtausende alten Bund mit Gott bringen darf."


    Ich lass Steven Weinberg für mich sprechen:

    "With or without religion, good people can behave well and bad people can do evil; but for good people to do evil — that takes religion."

    Vielen Dank, Panther, für die Übersicht. Wie sicherlich jeder hier, teile ich deine Einschätzung.

    Aber wie soll man überzeugen, wenn neueste wissenschaftliche Studien zur Schmerzforschung entweder bewusst ignoriert oder geleugnet werden?

    Im Endeffekt wird in dem Entwurf bei Babies die leicht schmerzreduzierende Betäubung von Zäpfchen und Cremechen als ausreichend erachtet. Was auch sonst? Anderenfalls müßte man ja die Beschneidung von Babies verbieten, da eine Vollnarkose nicht in Frage kommt und Beschneidung unter vollem Schmerzenempfinden selbst den Heuchlern als nicht richtig erscheint.

    Ein Aspekt, der noch Erwähnung finden sollte: Nicht nur die Beschneidung selbst verursacht Schmerzen, auch die Zeit der Wundheilung kann äußerst schmerzhaft sein wie diverse Beschnittene berichten.

    Wisst ihr, was mich so maßlos aufregt? Nicht unbedingt die Vehemenz des Widerstandes seitens der Juden oder Muslime. Diese sind wenigstens von ihrer Sache überzeugt. Uralte Traditionen aufzubrechen war noch nie einfach.

    Aber all die anderen fühlen und wissen ganz genau, und davon bin ich überzeugt, dass es moralisch einfach nicht richtig ist, ohne medizinische Indikation an den Genitalien von männlichen Babies und Kindern herumzuschneiden. Btw, man schneidet grundsätzlich nicht an anderen Menschen ohne medizinische Indikation herum!

    Und dennoch verweigern sie sich, legen ihre Moral gemütlich beiseite, verdrehen unsere Gesetze, leugnen oder verschweigen Tatsachen, zitieren Studien falsch, verunglimpfen und beleidigen ihre Kritiker...

    Was für eine Heuchelei, was für ein Wahnsinn!

    PS: Thanks AVA, für den Link zum Artikel über Mohel. Ich frage mich schon seit geraumer Zeit, was einen Menschen freiwillig dazu führen kann, (hauptsächlich) an kleinen Babypimmelchen rumzufummeln und zu -schneiden. Ich fände eine psychatrische Analyse sehr interessant.

    Das ist genau der Punkt. Solch Dummheit zeigt einmal mehr, dass das treuhänderische Sorgerecht der Eltern gegenüber ihren Kindern klare gesetzliche Grenzen haben muss.

    Wer ist diese Person? Ich habe noch nie diesen Namen irgendwo gelesen.

    Wie auch immer, solch dümmliche Äusserungen sind mir keine Erwiderung wert, sonst rege ich mich nur wieder auf ;). Aber immerhin kann man hier sehr schön erkennen, welche Motivation hinter der kirchlichen Haltung steht.

    Armer Galileo, ich verstehe langsam, wie er sich gefühlt haben musste in Anbetracht so maßloser Ignoranz und Dummheit.

    Zuerst dachte ich, das ist nur ein lustiger Verschwörungstheoretiker, aber am Schluß liest man, dass der Mann Soziologie-Professor ist und ein Buch über die Beschneidungsdebatte schreibt. Hoffentlich wird das nicht zu einer self-fullfilling Prophecy, indem die Rechten das Thema mißbrauchen...

    Den Gedanken hatte ich ebenfalls. Dass das Pochen auf Sonderrechte für spezielle Gesellschaftgruppen negativen Strömungen wie Rassismus oder Antisemitismus nicht grade abträglich ist, sollte nicht unerwähnt bleiben.

    Ich finde es ziemlich verwunderlich, dass das scheinbar nur wenigen klar ist. Stattdessen wird der Grund der Debatte, der Einsatz für das Kindswohl, in diese Ecke gestellt.

    "Die Beschneidung von Jungen ist nicht vergleichbar mit der genitalen Verstümmelung von Mädchen. Analogien verbieten sich deshalb."

    Diese Auffassung finde ich immer wieder zutiefst verwerflich und menschenverachtend. Wie kann man nur so einen Nonsens erzählen! Aber mir ist klar, warum man dies immer wieder zu betonen versucht. Man käme ja mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung in Konflikt. Deshalb besser einfach den Sachverhatl leugnen. Irgendwann glauben es schon die Zuhörer. Eckelhaft sowas.

    Ich halte es für imens wichtig, dass genau diese Analogie endlich mal zu Kenntnis genommen wird und Leugnern mit aller verbaler Härte entgegengetreten wird.

    Auf jeden Fall begrüßenswert.

    Was ich mich allerdings frage: Wo waren all diese Politiker, als die erste (richtungsweisende) Debatte im Bundestag stattfand? Ich habe den Eindruck, dass es nur der zunehmende Druck der Wähler- und Parteibasis ist, warum man hier plötzlich so fröhlich die Kinderrechtsfahne schwenkt.

    Aber egal, ich will ihn nicht verschrecken. ;) WARUM jmd für eine sinnvolle Sache ist, ist für mich in diesem Fall erstmal zweitrangig. Deshalb: Weiter so!

    Moment, religiös motivierte Beschneidungen werden doch nicht von den Krankenkassen getragen soweit ich weiss. Dass diese oft als medizinisch notwendige Operationen deklariert und die Kassen somit betrogen werden, ist natürlich eine andere Sache.

    Falls ich falsch liege, bitte ich um Aufklärung.

    Das wäre zu begrüßen und sicherlich die geschmeidigste Lösung. Allerdings, bei all dem lauten Getöse seitens der jüdischen Gemeinschaft darf man nicht vergessen, dass es natürlich auch den muslimischen Kulturkreis betrifft. Und ich fürchte, dass hier solche Gedanken wesentlich schwieriger zu äußern sind.

    Wie auch immer, auf Seiten wie diesen kann ich mich wunderbar wiederfinden:

    Jewish Circumcision Resource Center

    http://www.jewsagainstcircumcision.org/