Höchst interessant! Von der Doku wusste ich bisher nichts.
Ich sehe hier,
dass der Film schon 1996 veröffentlicht wurde. Mal weiter recherchieren, was es an Infos zu der Doku gibt...
Höchst interessant! Von der Doku wusste ich bisher nichts.
Ich sehe hier,
dass der Film schon 1996 veröffentlicht wurde. Mal weiter recherchieren, was es an Infos zu der Doku gibt...
Zitat"Aufgrund der fehlenden religiösen Mitwirkungsmöglichkeiten besteht die Gefahr, dass das Kind seelische Schäden davon trägt."
Herrlich! Wenn man nicht wüsste, dass er das ernst meint, könnte man diese Aussage glatt als Satire auffassen.
Wie moralisch verkrüppelt muss man sein, um die Beschäftigungssituation eines fragwürdigen Berufsstandes über die körperliche Unversehrtheit von Kindern zu stellen.
Ich finde diese Aussage von Herrn Kreuzer, einem Rechtswissenschaftler (sic!), echt unglaublich. Aber sie zeigt uns einmal mehr, wie schräg und verschoben die Wahrnehmung der Pro-Beschneider ist...
Zitat"Denn es geht nicht allein um das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit. Betroffen ist darüber hinaus das Grundrecht auf die Freiheit des religiösen Bekenntnisses. Es ist sogar gesetzlichen Beschränkungen entzogen. Außerdem muss das Grundrecht der Eltern beachtet werden, das Sorgerecht auszuüben und Inhalte des Kindeswohls, zu denen auch die religiöse Ausrichtung gehört, selbst zu bestimmen. Der Staat wacht lediglich darüber, ob nötige Grenzen überschritten werden."
Exakt, und Körperverletzung ist ganz offensichtlich eine solche Grenze. Ende.
"Das Gesetz würde zum Berufsverbot für nichtärztliche Beschneider führen. " Ach Gottchen, mir kommen die Tränen. Wer solche Argumente bringt, kann man nicht ernst nehmen.
Das sehe ich exakt genauso, beide Extrema finden am Grundgesetz selbstverständlich ihre Grenzen.
Bei den restlichen Ausführungen von Maria sehe ich jedoch einiges anders. Eigentlich wollte ich gar nichts dazu schreiben, weil es mit unserem Thema nicht direkt in Zusammenhang steht. Dennoch möchte ich eine andere Sichtweise anbieten:
Die religiöse Unterdrückung in den sozialistischen Staaten geschah nicht im Namen des Atheismus, sondern vielmehr als Selbstschutz der eigenen Ideologie. Wie auch religiöse Ideologien Probleme mit anderen Sichtweisen haben, so ist die dies selbstverständlich auch den politischen eigen.
Dass eine atheistische Erziehung eine Hinwendung zu politischen Ideologien wie Faschismus und Kommunismus begünstigt, halte ich für eine doch sehr gewagte These. Wie kommst Du auf sowas? Eigentlich müßte ich als atheistisch erzogener Mensch jetzt beleidigt sein und Botschaften anzünden gehen oder sowas. Quatsch, kleines Spässken :). Viele Faschisten in Deutschland und Italien waren damals übrigens gläubige Katholiken und ihre Kirche spielte im 3ten Reich eine ganz unrühmliche Rolle.
Im 17. und 18 Jhd waren so gut wie alle Menschen irgendwie „gläubig“. Dies kann also kein Kennzeichen für die Aufklärung sein. Folglich haben sich diese Personen trotz und nicht wegen ihrer religiösen Prägung ihre Gedanken gemacht. Um so bemerkenswerter der ganze Vorgang wie ich finde. Denn dass die organisierten Kirchen ob dieser Gedanken nicht grade in Freudentänze ausgebrochen sind, ist offensichtlich.
Nächstenliebe ist mitnichten eine Erfindung des Christentums. Vielmehr taucht der Gedanke auch in vielen anderen Religionen auf, was die Annahme nahelegt, dass es ein grundsätzliches menschliches Verhaltensmuster darstellt – vermutlich basierend auf dem persönlichen Vorteil, der sich daraus ergibt.
Auch um andere humanistische Werte zu erklären, bedarf es nicht wirklich der Religion. Aber ich denke, das würde hier zu weit führen. ![]()
Peace.
Der Artikel ist super, endlich mal wieder was mit entlarvendem Biss. Mehr davon.
Schön, dass dies endlich mal jemand von "Rang" öffentlich klarstellt und traurig, dass dies, soweit ich weiss, bisher die einzige Äußerung zu diesem konkreten Sachverhalt ist.
Bitte nicht falsch verstehen. Wie gesagt, ich teile doch alle ihre Ansichten bezüglich Beschneidungskritik und solche Artikel sind selten genug, so dass auch ich ihr selbstverständlich dankbar bin.
Nur scheint es mir, dass sie sich zwischen dem "Verständnis für die Politk" und dem kritikwürdigen Charakter des Gesetzentwurf hin und herwendet, ohne zu erkennen, dass die "politisch und menschlich verständliche Haltung" der Entscheidungsträger vielmehr undemokratisch und verlogen ist.
Allein darauf zielt meine Kritk ab. Aber vielleicht bin ich auch zu streng, letztendlich zählt ihre Einstellung und die ist 1a.
@ Ava
Da bin ich vollkommen bei dir. Wie gesagt, ich sehe dieses Argument ebenfalls kritisch. Aber ich kann es nachvollziehen. Das kann ich bei den restlichen Argumenten der Pro-Beschneider nicht sagen. Ich bin im übrigen schon immer der Meinung gewesen, dass Deutschland grade WEGEN unserer Vergangenheit die Verpflichtung hat, sich für Menschenrechte und den Schutz der Schwachen einzusetzen.
Da bin ich anderer Meinung. In ihrer Forderung nach Nachbesserung hat die Autorin selbstverständlich recht. Aber der Politik gegenüber ist sie mir viel zu nachsichtig. Ich sehe das erheblich kritischer.
Ein paar Zitate:
"Dürfen nichtjüdische Deutsche Juden etwas von Körperverletzung erzählen? Eine Mehrheit der deutschen Politiker_innen hat diese Frage verneint. Und das ist nachvollziehbar."
"Die Reaktion der Politik ist also nur allzu verständlich."
"Die deutsche Politik wird sich entscheiden müssen. Ihre bisherige Haltung ist politisch und menschlich verständlich."
Wenn die Politik meint, der jüdischen Community aufgrund unserer Erbschulden tatsächlich ein Sonderrecht einräumen zu müssen (und dieses Argument kann man mMn als einziges stehen lassen in der ganzen Debatte, auch wenn ich es eigentlich nicht mehr hören kann), dann, verdammt nochmal, sollte man das auch so sagen!
Ja, Genitalverstümmelung bei Kindern beider Geschlechter ist nach unserem Gesetz nicht statthaft, aber aufgrund unsere Geschichte erkennen wir die Problematik und räumen ein Duldungsrecht ein bzw setzen die Strafverfolung aus. Lasst uns aber gleichzeitig im Diskurs bleiben, unsere Positionen sachlich und fundiert reflektieren und an einer Annäherung arbeiten.
SO eine Haltung wäre ehrlich und absolut nachvollziehbar. Stattdessen wird die Bevölkerung für dumm verkauft und wir bekommen ein bizarres Theater der Halbwahrheiten und Unehrlichkeiten geboten, was als Schlussakt einen schizophrenen Gesetzentwurf vorsieht, der jeden normalen Intelekt beleidigt und für den sich jeder einzelne Befürworter in den Boden schämen sollte.
Kategorie: gedankenloser Mitläufer.
Schön auch diese Aussage:
"Entscheidend ist aus meiner Sicht und der der SPD-Bundestagsfraktion, dass eine gesetzliche Regelung keine Spielräume eröffnet, bei denen das Kindeswohl verletzt wird."
Hört sich prima an, oder? Doof nur, dass Sie FÜR den Gesetzentwurf eintritt, der die Beschneidung weiterhin ermöglicht.
Übersetzt heisst das: Das Kindswohl darf nicht verletzt werden, aber das Genital eines männlichen Kindes hingegen schon!
Ganz ehrlich, merken Sie noch was, Fr. Roth?
Eines hat die ganze Sache ja. Wir lernen die Politker jetzt mal so richtig kennen:
Wer hat Eier, wer tritt für die Menscherechte ein auch wenn es heftigen Widerstand gibt, wer ist Mitläufer & Oportunist, wer Heuchler und wer gefährlicher Schwätzer.
Die Verwendung von Textbausteinen ist schon schlimm genug, aber dann noch mit diesem Inhalt - Fr. Roth, Sie sollten sich als Mensch und Politiker zutiefst schämen!
Für mich rangiert Fr. Roth in der Kategorie: gnadenloser Oportunist. Als Politikerin untragbar.
Richtig, ein schwerer Schritt für einen Beschnittenen, da es wirklich viele unangenehme Fragen in Richtung der Eltern und dem sozialen Umfeld aufwirft.
Übrigens, auch für die Eltern ist diese Realisierung ein schwieriger Schritt. Denn wenn die Einsicht käme, dann müsste man sich eingestehen, dass man das eigene Kind sinnlos gequält, gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und für's Leben körperlich (und womöglich psychisch) gezeichnet hat.
Kein schöner Gedanke. Ich denke, das ist mit der Hauptgrund, warum viele Eltern so vehement an der Befürwortung festhalten.
Das Problem daran ist, dass diese Falschaussagen, Verdrehungen und Widersprüche im wieder erwähnt werden und in den Medien quasi dauerpräsent sind.
Die von Christian Rath gemachten Aussagen sind so hanebüchen, da müsste man eigentlich eine öffentliche Gegendarstellung fordern.
Gute Aktion, Götz.
Du hast mit deiner Vermutung sicherlich recht. Für ihn geht es in der Beschneidungsfrage um katholisch-kirchliche Machtansprüche, die je nach Ausgang der Debatte indirekt gestärkt oder eingeschränkt werden.
Oder könnte es noch ganz persönliche Gründe für seine Vehemenz in der Sache geben?
"Der Kindeswille müsse aber bei der Elternentscheidung eine Rolle spielen, sagte die Ministerin weiter. "Das ist ein permanenter Prozess: Je älter ein Kind wird, umso mehr ist natürlich der Kindeswille – Ablehnung, Kritik, Bedenken, Angst – zu berücksichtigen."
Omg, was ist denn das schon wieder für ein Unsinn? Die default-Willensäußerung beim Abschneiden eines gesunden Körperteils ist logischerweise NEIN.
Komikernation? Ganz offensichtlich, Fr Merkel.
Kinder- und Jugendschutz - Dr. Kristina Schröder
"....Umso beschämender finde ich aber, dass es auf Länderebene Versuche gibt, sich auf Kosten des Kinderschutzes in den Medien zu profilieren. Wir haben uns anderthalb Jahre Zeit genommen, um das Bestmögliche für den Kinderschutz herauszuholen. Das ist uns gelungen. Wer das Gesetz jetzt, nachdem wir anderthalb Jahre daran gearbeitet und breite Zustimmung aus der Fachwelt bekommen haben, blockiert, der macht sich mitschuldig...."
Hoppla, das Zitat steht aber nicht im Zusammenhang mit dem geplanten Beschneidungsgesetz oder? Ich kann es grad nicht einordnen.
Ich vermute, es bezieht sich auf den bisherigen Einsatz von Frau Schröder in Sachen Kinderrechte, richtig?
Vielen Dank für die Links. In der Tat ein prima Zusammenfassung der Kritikpunkte.
Allerdings, nicht neues dabei. Alles liegt auf dem Tisch. Wer sehen will, der sieht. Und wer nicht, tja, der baut solche Gesetze.
Dass die Beschneidung von Babies nicht notwendigerweise eine solch elementare Rolle im Judentum hat wie hier in D immer angemahnt, hat bereits Michael Wolffsohn (selbst Jude) öffentlich betont. Aber es interessiert ja keinen...
Achim Bühl ist 'ne Witzfigur. Kann man nicht ernst nehmen. Professor für Soziologie? Epic fail, my friend. Er sollte besser nochmal seinen Grundkurs wiederholen und sich die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens aneignen.
Andre Schulz? Hier ein Aufsatz von ihm, den ich recht vernünftig finde (das Video konnte ich noch nicht anschauen):