"... vorsätzlichen Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung beruhen."
herrlich, ob unsere glohrreichen Abgeordneten den Wahlgang hinbekommen, ohne schamhaft rot zu werden? ![]()
"... vorsätzlichen Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung beruhen."
herrlich, ob unsere glohrreichen Abgeordneten den Wahlgang hinbekommen, ohne schamhaft rot zu werden? ![]()
Vielen Dank Benni für deine weitere Zusammenfassung.
Ich halte die wissenschaftlich historische Betrachtung der Beschneidungstradition neben der wissenschaftlich medizinischen und der rechtlichen für ganz wesentlich.
Vielen Dank, Pizarro, dass Du anwesend warst und hier mächtig Kontra gegeben hast.
Ich halte diese einseitigen kritiklosen Propagandaveranstaltungen für höchst gefährlich, transportieren sie doch ein subtiles "alles-ist-doch-super"-Wohlgefühl in der inzwischen abgeebbten und in der Öffentlichkeit nur noch nebensächlich wahrgenommenen Debatte.
Beschneidungsbefürworter dürfen sich keine Komfortzone einrichten!
Oh, die muslimische Kultur weist in der Tat sehr viele Schönheiten auf! ![]()
Beschneidung & Gewalt:
Die These erscheint mir nicht unlogisch, wird aber sicher schwer nachzuweisen sein. Und btw, müssten dann nicht auch andere medizinische Operationen diesen Effekt auslösen? Müsste sich das vermutete spezielle Verhalten muslimischen Jungen nicht auch bei Jüdischen erkennen lassen?
In dieser Frage darf mMn der kulturelle/religiöse Kontext nicht augeblendet werden.
Scheint mir in der Tat eine recht einseitige Sache zu sein. Alle genannten Personen (über Dr. Pilzer habe ich auch nichts gefunden) scheinen die Beschneidung zu befürworten.
Das wird wohl eine fröhliche Propagandarunde zum gemeinschaftlichen Schönreden und Wohlfühlen. Endlich mal unter seinesgleichen, abseits all der gemeinen Kritik von üblen Antisemiten und gottlosen Atheisten! ![]()
Ich finde das immer wieder erstaunlich.
Da wird ein Teil des Körpers abgeschnitten, es schmerzt höllisch, es blutet wie Sau - und diese Menschen stellen sich hin und faseln irgendwas von notwendigen Studien. Und dann noch aus dem Mund eines Rechtsprofessors...
Was ich von Personen halte, die nicht den betroffenen Religionen angehören, sich aber dennoch für Genitalbeschneidung von Kindern aussprechen, habe ich hier bereits kundgetan. ![]()
Vielen Dank für die interessanten links und Kommentare. Spannendes Thema.
Grundsätzlich muss man sich natürlich wie so oft auch hier vor Pauschalitäten hüten. Die 3 Abrahamitischen Religionen haben sicher viel gemeinsam, aber gleichzeitig auch gravierende Unterschiede, grade in Hinblick auf Gewalt. Auch der Gewaltbegriff müsste differenziert werden (Gewalt nach innen/aussen, körperliche/diskriminierende Gewalt, organisierte Gewalt etc.).
Ihr habt hierzu ja schon vieles gesagt, deshalb möchte nur eine Sache herausgreifen, die man oft hört, aber mMn nicht wirklich schlüssig ist:
"2. Auch ein objektiver Vergleich zwischen Kreuzzug und Djihaad fällt, was die gezeigten Brutalitäten und Grausamkeiten angeht, eindeutig zu Lasten des Christentums aus (vgl. Bassam Tibi, Kreuzzug und Djihaad, 1999). Der schlimme islamische Terrorismus der Gegenwart ist eine ziemlich junge Erscheinung und wird vielfach als Antwort auf den westlichen Kolonialismus verstanden."
Aufrechnen von Gewalt ist immer eine schwierige Sache. Dass beide religiös motivierten Kriegsformen, grade im Kontext ihrer historischen Epoche des frühe/hohen Mittelalters, sehr gewalttätig waren, steht ausser Frage. Allerdings war nach unseren heutigen moralischen Masstäben die Kriegsführung in dieser Zeit generell sehr brutal.
Zur Beurteilung der Kreuzüge darf man nicht ausblenden, dass diese zum grossen Teil eine Reaktion auf die aggressive Expansion des Islam im 7./8. Jhd waren. Wenn innerhalb von gut 100 Jahren riesige Teile der bekannten Welt von einer anderen Kultur/Religion militärisch und religiös unterworfen werden, fällt es mMn nicht schwer, das Bedrohungsszenario nachzuvollziehen, was sich damals über die Jahre in der christlichen Welt aufgebaut hat.
Den westlichen Kolonialismus als Begründung für den aktuellen islamischen Gewaltextremismus halte ich für nicht ausreichend. Warum sprengen sich dann Sunniten und Schiiten gegenseitig in die Luft? Und warum findet man diese extreme Gewalt- und Sterbebereitschaft nicht in anderen unterdrückten Religionen/Kulturen?
Ich meine, man kommt nicht um die Einsicht herum, dass hier ein gewisser Grundgedanke die Basis für die Gewalt ist. Und wenn der Grundgedanke die orthodoxe Auslegung gewalttätiger bzw. todesverachtender Religionspassagen ist (die möglicherweise vom Umfeld noch nicht einmal kritisiert werden), dann fällt die Erklärung dieser islamistischen Gewalt (in jegliche Richtung oder für welchen Zweck auch immer) mMn wesentlich plausibler aus. Und hier sind wir dann argumentativ gar nicht mehr weit entfernt von der "nach innen", also "gegen" die Religionsangehörigen, gerichtete Gewalt in Form der religiös motivierten Beschneidung.
Na, das meine ich doch ![]()
Volle Zustimmung.
Danke Werner, hast du den link zum Thema?
Deine rhetorische Frage halte ich übrigens nicht für Polemik sondern für logisch konsequent.
Der Gewinner aus unserer HALL OF SHAME sollte solch ein Teil als würdevolles Geschenk bekommen.
Unfassbar. Und gefährlich, da hier einmal mehr ein Bild der Normalität transportiert wird. Btw, wann kommt die Variante für Mädchen?
Erlangen ist leider zu weit für mich, vielleicht mag jmd aus der Nähe vorbeischauen?
"Soziale und medizinische Aspekte der Knabenbeschneidung "
Vortrag von Dr. Christian Döbig und Mignon Sauer in Erlangen, Mo 25. Feb 2013, 19:00
In der Beschneidungsdebatte ging es nicht nur um das Selbstbestimmungsrecht und die körperliche Unversehrtheit von Kindern, sondern ebenfalls um die Frage, ob die säkularen Rechtsnormen auch für Religionsgemeinschaften bindend sind - oder ob ihnen ein Sonderstatus zukommt. Der Entschluss des Deutschen Bundestags vom 12.12.2012, der mit überwältigender Mehrheit religiöse Interessen höher einstufte als die Grundrechte von Kindern, zeigte, wo die Parlamentarier ihre Schwerpunkte setzen. Grund genug, die sozialen und medizinischen Aspekte der Knabenbeschneidung nochmals zu beleuchten.
Nichts kann die Absurdität der männlichen Beschneidung besser vorführen als die Forderung nach weiblicher Genitalbeschneidung mit Hinweis auf die Akzeptanz der männlichen.
Frei nach dem Motto: "Warum dürfen Jungen in den religiösen Genuss der Beschneidung kommen, Mädchen aber nicht - Diskriminierung! Sexismus!"
...
Als Skandal sehe ich es an, dass Religionsvertreter an einer öffentlichen Schule offensichtliche Unwahrheiten verbreiten können und dem nicht widersprochen wird. Grundsätzlich begrüße ich einen "Tag der Weltreligionen" an einer Schule. Dann müssten bei einem solchen Thema aber auch Mediziner und aufgeklärte Zeitgenossen zur Sache gehört werden. Darum will ich auch der Schulleiterin schreiben.
...
Das finde ich eine gesunde Einstellung.
Ich habe mich auch gefragt: Moment mal, fehlt da nicht einer, was ist mit den Un-Religiösen? Wenn auch keine Religion, so gebürt dem Atheismus an einem "Präsentationstag der Religionen" grade an einer Schule nun wirklich auch etwas Spielraum. Das Lehrerkolleg schien diese Rolle ja leider nur mangelhaft ausgefüllt zu haben.
Mein Leserbrief mit ähnlichem Inhalt inkl. Richtigstellung der medizinisch/wissenschaftl Sachlage wurde übrigens bisher nicht veröffentlicht.
Propaganda im Klassenzimmer. Unglaublich.
Und ich wette, der Klassenlehrer stand stumm daneben, wohl wissend, dass er mit kritischen aber wissenschaftlich fundierten Bemerkungen sich einem möglichen Vorwurf der politischen Inkorrektheit bzw Intoleranz, ja möglicherweise sogar einem latenten Antisemitismus, aussetzt.
Ein jüdische Produktion über Antisemitismus, Holocaust und Lobbyismus, die vor einigen Jahren auf 3SAT lief:
Antisemitismus, Holocaust und die jüdische Lobby - YouTube
Die Doku gibt interessante Einsichten in die jüdischen Sichtweisen und äußert sich durchaus kritisch hinsichtlich der üblichen Pauschalität von Antisemitismusvorwürfen. Erschreckend fand ich den Umstand, dass der israelischen Jugend scheinbar eine irrationale "alle sind gegen uns"-Mentalität eingeimpft wird. Mit einer solchen Denkweise fällt ein kritischer Dialog auf Augenhöhe zum Thema Beschneidung natürlich schwer...
Danke für den Hinweis, Werner. Dass es mit den Kinderrechten in einigen Staaten der USA nicht zum besten steht, wusste ich - nicht aber, dass sich selbst der US Senat bezüglich Kinderrechte im religiös begründetem Rückschritt befindet.
Gruselig.
Etwas eigenartiger Gedankenstrang.
Ich sage mal in dubio pro reo und interpretiere den letzten Absatz als schlechten Scherz.