Beiträge von evidentist

    Ok, vielleicht solltet Ihr erst mal die Links im Text lesen (oder überhaupt den Text).

    Das Wikipedia-Zitat widerlegt die Theorie der Entfernung von Fremdsperma nicht, im Gegenteil. Auch wenn Luft komprimiert wird, verdrängt sie durch die Pumpbewegung vorhandene Flüssigkeiten.

    Der Rückfluss ist ein anderes Phänomen und spielt nach Robin Baker übrigens auch eine wichtige Rolle bei der sexuellen Selektion durch die Frau.


    Natürlich reicht ein Spermium theoretisch aus, aber nicht jedes Spermium befruchtet ein Ei. Daher wird die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung durch solche Scharmützel stark beeinflusst, und das reicht für das evolutionslogische Argument aus.

    Also, ehrlich gesagt ist das gar nicht als Witz gemeint. Diese Saugwirkung gibt es wirklich, und die Idee ist nicht so absurd, wie sie klingt. Absurd ist nur Berings Vorstellung, die Kultur hätte die Evolution hier perfektioniert.
    Das ist wie die Begradigung von Flüssen. Ja klar, wenn wir glauben, dass ein Fluss in erster Linie für die Schifffahrt da ist, dann brauchen wir weder Auenlandschaften noch Artenreichtum noch Überflutungsflächen. Dann ist es am besten, wenn wir aus dem krummen Fluss einen geraden Kanal machen.
    Die Idee von der Perfektionierung des Penis ist also eine technokratische Schwärmerei eines beschnittenen Mannes.

    Ja, zugegeben, da hab ich mich ungenau ausgedrückt. Mit liberalem Judentum meine ich die Leute, die sozialen Druck benötigen, um ihre Babys dem Mohel auszuliefern. Die sich in einem Dilemma befinden, zwischen Tradition und Moderne, zwischen kultureller Identität und moralischer Verantwortung. Und ich glaube, dass ohne die in Deutschland nicht hinterfragte Deutungshoheit der Orthodoxen in der Frage: "Was ist das Judentum und was macht jüdisches Leben unmöglich?" die "liberalen Juden" ohne Weiteres zu Kompromissen bereit wären. Wir wären dann auch nicht mit diesem grotesken Gesetzentwurf konfrontiert.
    Auf die Beschneidung zu verzichten, mag für Juden ein revolutionärer Schritt sein. Aber einer Frau zu gestatten, diese Kulthandlung allerhöchster Bedeutung auszuführen, ist nicht minder revolutionär! Sie profitiert also exakt von den Strömungen, denen sie jetzt, ich bleibe dabei, in den Arsch tritt.

    Großartiger Kommentar! Vielen Dank!
    Man sollte nicht vergessen, dass eine Rabbinerin, eine Mohelin gar, für wirkliche Hardcore-Orthodoxe eine blasphemische Zumutung sein muss. Bei der heiligen Bluthandlung "Beschneidung" haben Frauen eigentlich nichts zu suchen. Weibliche Beschneider sind absolutes Anathema! Sie sind unrein. Es ist also klar, dass Frau Deusel ihre Berufung einer liberalen Strömung im Judentum verdankt, der sie jetzt mit voller Wucht in den Arsch tritt. Und es ist klar, dass sie als "Quoten-Mohelin" für die Bundesregierung wie ein Geschenk des Himmels erscheinen muss. Seht her, können die Befürworter jetzt sagen, seht nur, wie modern das Judentum doch ist. Inzwischen dürfen sogar Frauen das Skalpell führen.