Stefan Ruppert, MdB (FDP) schreibt heute auf seiner Facebook-Seite:
"Mit der Kollegin Laurischk und dem Kollegen Thomae haben wir sechs Experten zum Thema rechtliche Behandlung der
Beschneidung von Jungen zu einer Fraktionsanhörung eingeladen. Es gibt unterschiedliche Positionen aber alleine die sachliche Debatte wirkt verbindend. Mich bestärkt es in meinem Einsatz für Straffreiheit und die Regelung im Rahmen des BGB."
Beiträge von Benni
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Bekam vorhin eine Antwort von Herrn Dr. Gysi. Er schreibt:
ZitatVielen Dank für Ihre Nachricht vom 10. Oktober.
Selbstverständlich gibt es einen Unterschied zwischen der Beschneidung von Mädchen und Jungen. Bei Mädchen geht es darum, ihnen jedes sexuelle Bedürfnis, jedes Gefühl einer sexuellen Befriedigung zu nehmen. Auf diese Art und Weise soll "Treue" erzwungen werden. Bei den Jungs steht dagegen fest, dass sexuelle Motivation, sexuelle Gefühle und auch die Sexualität selbst nicht beeinträchtigt werden.Dennoch beschreiben Sie zutreffend einen Konflikt, in dem ich mich auch bewege. Wenn Sie mir Opferverbände nennen, werde ich mich im Falle von Ausschussberatungen dafür einsetzen, dass sie angehört werden. Es gibt in unserer Fraktion auch höchst unterschiedliche Auffassungen. Die Fragen sind ethisch nicht so ohne weiteres und nicht leicht zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. GysiNun, die Unterscheidung zur Genitalverstümmelung bei Mädchen gehört wohl standardmäßig dazu. Ich hatte immerhin etwas von Waris Dirie und dem Film "Wüstenblume" geschrieben. Aber nun ... Immerhin ... Er will sich dafür einsetzen, dass männliche Opfer(verbände) bei Ausschussberatungen des Bundestages angehört werden. Also mache ich mich an die Arbeit und stelle die Liste mit den Kontakten zusammen!
Liebe Forumsfreunde! Wer möchte, ist herzlich zur Mitarbeit eingeladen! -
Ava und Pizarro73
Danke für das Lob. Einer seiner Büromitarbeiter hat mir gesagt, dass er mir auf jeden Fall antworten würde. Also warte ich erst einmal ab, ob er die Liste wirklich will. Kann mich aber vorher schon mal an die Arbeit machen.
Inwischen kam mir noch ein Gedanke: Vielleicht meint er - wie alle PolitikerInnen - wenn es viele beträfe, dann müsste er noch einmal neu darüber nachdenken, wegen der Wahlen und so ...
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Ist es nicht so, dass für den Empfindungsverlust auch die mit der Lebenszeit zunehmende Verhornung der schutzlos gewordenen Eichel verantwortlich ist?
Ein 60jähriger Mann, der als Säugling beschnitten wurde, hätte demnach ein größeres Problem als ein 60jähriger, der erst vor zehn Jahren beschnitten wurde. -
Ich habe ihm vorhin eine E-Mail geschrieben:
Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,
ich las heute auf tagesschau.de folgende Aussage von Ihnen:"Es gibt ja keine Bewegung erwachsener muslimischer und jüdischer Männer, die sich darüber beschweren, dass sie als Säuglinge
beschnitten wurden. Wenn es die gäbe, das wäre eine andere Situation. Dann muss man ernsthaft darüber nachdenken".Nun verfolge ich die Debatte erst seit ein paar Monaten und muss sagen, da haben sich in den letzten Jahren durchaus schon einige tausend
Beschneidungsopfer zu Wort gemeldet. Es gibt auch organisierte Opferverbände in der ganzen Welt. Mich befremdet, dass der Gesetzentwurf der Bundesregierung diese Stimmen einfach übergeht, so wie überhaupt das Thema Sexualität und Gesundheit in der Begründung des Gesetzentwurfs praktisch vollständig ausgeblendet wird.
Gerne könnte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Gysi, eine Liste mit Namen zusammenstellen, welche Personen und Opfergruppen nur allein
ich schon kenne.Doch zuvor meine Frage an Sie, Herr Gysi: Würde sich dieser Aufwand lohnen? Würden Sie sich für die Betroffenen dann einsetzen und sich zu ihrem Sprachrohr im Bundestag machen? Wie viele müssten es sein? Würden Sie sich zumindest dafür einsetzen, dass Opfer und Opferverbände im Bundestag gehört werden? Würden Sie sich dafür einsetzen, dass der Bundestag eine Evaluation zu diesen Fragen in Auftrag gibt? Und wie sehen Sie als Jurist eigentlich die Frage der Beweislast? Wer muss denn beweisen, dass die Beschneidung keinen Schaden anrichtet? Doch wohl die Täter, oder? Können Sie bitte auch sehen, dass es immer noch sehr viel Mut benötigt, um als Mann über
seine (sexuellen) Probleme zu reden und sich dem religiösen, kulturellen und nationalen Gruppenzwang der (anderen) Beschnittenen zu widersetzen? Würden Sie, Herr Gysi, das Gleiche auch bei Frauen sagen? Im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung waren es immer nur einzelne betroffene Frauen wie 1996 zum Beispiel Waris Dirie, die durch ihren Mut die Welt ein Stück weit zum Besseren
veränderte. In dem Film "Wüstenblume" kommt die im Alter von 3 Jahren in Somalie verstümmelte Waris als erwachsene Frau wegen Unterleibschmerzen in ein Londoner Krankenhaus. Der somalische Krankenpfleger, der als Dolmetscher hinzugebeten wird, faucht die Beschnittene an: "Schäm dich! Warum tust du das deiner Mutter und deinem Volk an?" - Genau so geht es auch Männern, die anfangen, über ihr Beschneidungsproblem offen zu reden.
Ich bin gespannt auf Ihre Antwort. Mein Angebot mit der Liste steht! -
Tayfun Ksoy, Erzieher,35,ledig,Agnostiker schrieb am 8.10.2012 etwas auf Facebook. Eine wahrscheinlich muslimische Frau mit albanischen Wurzeln kommentierte umgehend: "Schäm dich!"
So ist das, wenn sich jemand für eine bessere Welt einsetzt. Das Ganze erinnert mich an die Szene aus dem Film Wüstenblume, wo der somalische Dolmetscher und Krankenpfleger die im Alter von 3 Jahren in Somalia verstümmelte Waris Dirie im Londoner Krankenhaus anfaucht: "Schäm dich!"ZitatIch bin Deutscher mit Cypriotischen Türkischen Wurzeln.
Das Wort mit "B" will ich nicht mehr benutzen.
Mir geht es um die operative Verkleinerung des Penisses und dessen Reizempfinden durch verschiedenste Lobbyisten. Der Vorgang wird an unmündigen Jungen durchgeführt. Da Jungen potentiell Männer werden, sind selbige später davon evt. Betroffene. Ich bin betroffen, und beschnitten mit ca 7 Jahren. Das Verfahren, bei dem ein Individuum gewaltsam durch Männer festgehalten wird, oder willenlos machende Substanzen verabreicht werden, um ein Stück des Penisses zu amputieren, sollte auf das Erwachsenenalter verschoben werden. Es ist more fair, wenn Erwachsene einen Erwachsenen festhalten, und nicht ein Kind. Für eine bessere Welt als wir sie in Deutschland schon heute haben!" -
Na, da hat Gregor Gysi die Bewegung nur noch nicht wahrgenommen, oder?
Zitat"Es gibt ja keine Bewegung erwachsener muslimischer und jüdischer Männer, die sich darüber beschweren, dass sie als Säuglinge beschnitten wurden. Wenn es die gäbe, das wäre eine andere Situation. Dann muss man ernsthaft darüber nachdenken", so Gregor Gysi von der Linkspartei.
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Es hat nicht direkt mit dem Thema Beschneidung, aber sehr viel mit dem Thema Religion zu tun.
Was dürfen sich Religionen in unserer Gesellschaft eigentlich alles leisten? Erlaubt die Religionsfreiheit auch die Beleidigung und Herabwürdigung von Menschen?
Kreuz.net - Katholische Nachrichten zu Dirk Bachs Tod: "Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle"
http://www.facebook.com/l.php?u=http%3…R2QRoIwv_DoD3Kw -
@ Ava. Vielen Dank für diese Vorträge aus der Unibibliothek Frankfurt. Wie bekommt man solche pdf-Dokumente? Gerade Frankfurt hat ja eine sehr große Judaica-Sammlung.
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Der Artikel im Tagesspiegel nennt leider nicht den Grund für die Einmischung der New Yorker Gesundheitsbehörde. In den Jahren zwischen 2000 und 2011 sollen Mohels in 11 Fällen Herpes an jüdische Babys weitergegeben haben. Zwei Babys starben, zwei weitere trugen bleibende Hirnschäden davon.
Das Problem ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts bekannt, seitdem man die Übertragungswege von Infektionskrankheiten kennt. Der amerikanische Medizinhistoriker David Gollaher schreibt in seinem Buch "Das verletzte Geschlecht. Die Geschichte der Beschneidung" (2002) auf S. 47: "Zwischen 1805 und 1866 führte man mindestens acht Syphilisepidemien in verschiedenen Teilen Europas auf infizierte Mohels zurück. Im Jahr 1833 sollen allein in Krakau mehr als 100 solcher Fälle aufgetaucht sein. Auf Anweisung der Ärzte versuchten eine Reihe von Staaten und Städten, die rituelle Beschneidung einer gewissen Aufsicht und Reglementierung zu unterwerfen." In Deutschland wurden zwischen 1819 und 1830 eine Reihe von Vorschriften erlassen, ausgehend von einer Empfehlung der medizinischen Fakultät der Universität Berlin. So wurde zum Beispiel verlangt, dass ein Arzt bei der Operation anwesend sein musste!
Der jetzige Gesetzentwurf des Justizministeriums stellt in medizinischer Hinsicht also einen Rückschritt gegenüber der rechtlichen Situation von 1830 dar. Das muss man sich einmal vorstellen! -
Das mit den Kosten und mit der Haftung ist m.E. eine sehr wichtige Frage. Fest steht auf jeden Fall, dass der kleine Junge nichts für den Schaden kann. Der Gesetzgeber wiederum will mit der Legalisierung auch alle Schadensersatzforderungen ausschließen. Also: wer haftet dann? Letztlich das Opfer selbst bzw. die Versichertengemeinschaft ... Oder sehe ich das falsch?
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Ich bin selber kein Jurist, verstehe höchstens ein bisschen was von Kirchenrecht. Meines Wissens argumentiert der emeritierte Professor Rolf Herzberg ebenfalls mit der Weimarer Reichsverfassung. Das Kölner Urteil nimmt sogar auf Herzberg Bezug. Von ihm wird in den nächsten Tagen übrigens ein Aufsatz in ZIS online zu lesen sein. MANNdat kann sich also durchaus auf einen sehr namhafte Strafrechtsdogmatiker berufen.
Ganz wichtig finde ich aber den Punkt 4 der Stellungnahme von MANNdat: Warum will der Gesetzgeber die körperliche Unversehrtheit von männlichen Kindern schlechter schützen als die vo Mädchen. Das passt nicht mehr in unsere Zeit.
Was ich als juristischer Laie noch für wichtig halte sind zwei Dinge:
1. In die körperliche Unversehrtheit eines Menschen darf nach Art. 2 GG nur aufgrund eines Gesetzes eingegriffen werden. Es gibt bislang nur wenige Eingriffe, die gesetzlich erlaubt sind, wie z.B. eine Blutprobe bei Verdacht auf eine Straftat. Bei der medinzinisch unnötigen Vorhautamputation eines schutzbefohlenen Jungen handelt es sich aber um einen ungleich schwereren Eingriff mit lebenslangen Folgen. An ein Gesetz, welches diesen Eingriff erlaubt, müssen daher sehr, sehr hohe Maßstäbe gelegt werden. Der jetzige Gesetzesentwurf wird dem nicht gerecht.
2. Durch den geplanten Abs. 2 eines § 1631 d BGB würde ein religiöses Sonderrecht für jüdische Mohalim geschaffen, das m.E. gegen den Gleichheitsgrundsatz verstösst und daher verfassungswidrig ist. Angenommen, ein muslimischer Beschneider, der kein Arzt ist, würde einen Jungen beschneiden, der älter als 6 Monate ist. Er würde wegen Körperverletzung verurteilt und würde dann vor das Verfassungsgericht ziehen ... -
Ich gebe Panther zu 90% recht. In zwei Punkten glaube ich allerdings, dass er irrt.
1. Der Ethikrat hatte sich nicht auf weltanschauliche oder religiöse Gründe beschränkt, sondern ausschließlich die Elternrechte in den Vordergrund gestellt. Siehe den Vortrag des Staatsrechtlers Wolfram Höfling und die abschließende Erklärung des Ethikrates.
2. Durch einen § 1631d BGB wird meines Erachtens auch nicht der alte Rechtszustand vor dem Kölner Urteil wieder hergestellt, sondern vielmehr leider ein neuer geschaffen. Die Beschneidung wäre dann durch den Gesetzgeber in Deutschland erstmals legalisiert. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit nach Art. 2 GG wäre nunmehr durch ein Gesetz eingeschränkt, so dass sich niemand mehr im Falle der Beschneidung auf dieses Grundrecht berufen könnte. -
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Petition an Leutheusser-Schnarrenberg: Opferanhörung am 28.9.2012!!!
Petition | Bundesministerium der Justiz: Hören Sie am Freitag dem 28.9. auch Betroffene zur #Beschneidung an! | Change.org -
Folgender Fall, den ich kenne:
Ein muslimischer Junge wurde im Alter von 2 Jahren in der elterlichen Wohnung in Deutschland ohne Betäubung beschnitten. Er ist heute 16 Jahre alt und sagt, dass er sich noch sehr gut an die barbarischen Schmerzen erinnern kann. Sie haben sich tief in sein Gedächtnis eingegraben.
Frage: Kann er heute oder später (als Erwachsener) von seinem Beschneider Schadensersatz fordern? Gibt es eine Verjährungsunterbrechung ähnlich wie beim sexuellen Missbrauch?
Wer kann mir eine Antwort geben? -
Maria Werner, wenn Du den Kontakt zu einem israelischen Beschneidungsgegner hast, dann hier auch noch ein Video, das - glaube ich - von einer muslimischen Familie in Israel stammt. Der kleine Junge freut sich und lacht mit seiner Familie bis zu Minute 2:10. Das ist der Moment, in dem er eine Spritze direkt in den Penis bekommt. Wie die folgende OP dann zeigt, scheint die Betäubung nichts bewirkt zu haben.
http://www.youtube.com/watch?v=-caDNd…kF95g8k7kfaJSDw -
E.H.M. fragt:
Kann einer das übersetzen? Wäre interessant zu erfahren woher das Material stammt.
Das Massenbeschneidungsvideo stammt aus Agadir in Marokko. Im Arabischen gibt es außer "chitaan" auch noch das Wort "tahuur" für Beschneidung. Hier exemplarisch ein Video aus dem Jemen. Die Operation beginnt ab 4:30. فيديو طهور - YouTube Weitere Videos kann man leicht finden, wenn man nach den arabischen Wörtern sucht:
ختان .bzw طهور -
Pizarro73: Ich vermute, Pfarrer Johann kennt Google.
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Was Pfarrer Kurt Johann von der Evangelischen Kirchengemeinde Gedern in Hessen hier geschrieben hat, zeugt wirklich von erheblicher Unkenntnis des Themas. Herr Pfarrer Johann beschneidet die Wahrheit. Aber so läuft es landauf landab. Vielleicht nimmt Herr PfarrerJohann aber unsere Anmerkungen hier zur Kenntnis:
- Das Beschneidungsgebot an Abraham ist nicht das zweite Gebot in der Torah nach dem "Seid fruchtbar und mehret euch". Dazwischen gibt es noch eine ganze Reihe anderer Gebote, zum Beispiel die Tötungs- und Blutverbote an Kain und Noah.
- Ein Jude wird nach jüdischem Verständnis durch seine jüdische Mama zum Juden - und nicht durch seine Beschneidung. Ein Moslem wird durch seinen muslimischen Papa zum Moslem und durch das Glaubensbekenntnis - nicht aber durch seine Beschneidung, zumal diese noch nicht einmal auf ein Gebot im Koran zurückgeführt wird. Religionsgesetzlich steht die Beschneidung im Islam in etwa auf einer Stufe mit dem Haareschneiden. Davon kann schlecht das Heil abhängen.
- Der Vergleich mit der christlichen Taufe ist daher völlig abwegig.
- Was in dem Denkanstoß leider gänzlich fehlt ist die Frage, ob es dem Jungen und späteren Mann denn überhaupt Recht ist, was mit ihm als Kind gemacht wurde. Das von Pfarrer Johann in den Vordergrund gestellte Jesuskind hat als erwachsener Mann sehr kritische Worte gegenüber seiner Mutter und seiner Familie gefunden. Ob das vielleicht sogar mit unserem Thema zusammenhängt? Ein kritisches Jesuswort zur Beschneidung im Thomasevangelium könnte in diese Richtung weisen.
- Weiß Pfarrer Johann eigentlich um die unsäglichen Schmerzen der kleinen Jungen? Ich frage das nicht nur, weil übermorgen Weltkindertag ist.
- Pfarrer Johann versucht uns in eine Welt vor 2000 Jahren zu entführen ohne in irgendeiner Weise zu reflektieren, was sich seitdem alles geändert haben könnte.
- Pfarrer Johanns Beitrag ist leider kein DENKanstoß und passt auch nicht zu GlaubeAKTUELL.