Beiträge von Beatrix

    Zitat von interested98

    Stutzig macht mich aber, dass ich einen nach meiner Einschätzung normalen Bartwuchs habe, spricht eher gegen Testo-Mangel.

    Der Testosteronwert hat keinen Einfluss auf den postpubertären Bartwuchs, allenfalls auf die Geschwindigkeit, in der Barthaare wachsen - wurden Barthaarfolikel einmal von genug Dihydrotestosteron aktiviert (die Schwelle würde ich eher niedrig ansetzen, da postmenopausale Frauen bereits genug davon produzieren können) und hatten genug Zeit zum Auswachsen, gehen die nie mehr weg - auch wenn du praktisch gar kein Testosteron hast (da hilft nur blinde Gewalt wie Laser oder Nadelepilation). Bei einigen Transmänner vor der Hormonersatztherapie konnte ich sehen, wie sie ihren Bart mit Minoxidil (ein Stoff, der eigentlich dafür verkauft wird, Kopfhaar zum Wachsen anzuregen und mit Testosteron nichts zu tun hat), dauerhaft gezüchtet haben. Bart ist also ein schlechter Indikator.

    Interessanter ist, ob die Libido an sich spürbar gesunken ist, wenn du ansonsten kein belastendes Umfeld hast. Dass du über fehlende Morgenerektionen klagst, ist nochmal ernster zu nehmen!


    Zitat von interested98

    Aber es sieht nunmal einfach danach aus, dass ich was kaputtgemacht habe. Es geht mir jetzt mehr darum, ob und wenn ja wie ich das reparieren kann. Hoffe mein Hausarzt kann helfen.

    Dass du dir permanente Schäden zugezogen hast glaube ich eher weniger. Ferndiagnose als Nichtarzt ist natürlich effektiv unsinnig, aber - kleine Schäden an Nerven können heilen, sonst wären meine Finger als Hobbykoch mittlerweile taub (denn da werden durch Schnitte Nerven nicht nur einem Zug ausgesetzt, sondern wirklich durchtrennt); eine Überreizung durch zuviel und vor allem zu starkes Dehnen halte ich für wahrscheinlicher - da kann jeder ein Lied von singen, der mal seine Ohrlöcher gedehnt hat. Langsam macht die Haut das permanent mit, aber zu schnell...
    Selbstverständlich: Arzt des Vertrauens fragen!

    Bezüglich Arzt: Hast du denn zwischenzeitlich eine Einschätzung bekommen?

    Das heißt jetzt nicht mehr Orgasmus, sondern Orgaskann ,D In erster Linie ist der Druck, unbedingt "Kommen" zu müssen, weg. Wenn's klappt, ist das super, und wenn nicht, war zumindest der Weg dorthin schon den Aufwand wert. Das hängt nun auch maßgeblich von der Stimmung und vom Umfeld ab - und wenn ich gestresst oder schlecht gelaunt bin, läuft da auch nichts. Ein "mechanisches" Erzwingen gibt es nicht mehr, auch kein "in Stimmung bringen".

    An sich ist er jedoch deutlich intensiver, es spielt sich viel mehr im Kopf und im Rest des Körpers ab, wo das vorher oftmals nur fünf Sekunden Anspannung, danach zehn Sekunden Entspannung ist, und denn war's auch schon vorbei. Berührungen nehme ich am ganzen Körper intensiver wahr, das ist nicht mehr nur auf den Genitalbereich beschränkt - Rücken, Beine, Nacken...
    Aber wenn's denn klappt ist er wesentlich länger. Wo ich vorher, wie angedeutet, manchmal dachte "und das war's jetzt? Ohne diesen Druck ist's den Aufwand nicht wert", ist das im Kopf für ein paar Minuten wie auf Droge, An- und Entspannung im ganzen Körper, deutlich intensivere Atmung.

    Ein wenig kann ich gern dazu schreiben (das meiste erfährt man ohnehin mit etwas Geduld, wenn man englischsprachig im Netz sucht). Ich unterteil das mal in drei Blöcke. Sofern ich das sicher weiß, versuch ich das mal dem jeweiligen Hormon zuzuordnen. Vieles davon geht am Thema vorbei, daher evtl. off-topic Gefahr, aber vielleicht hilft's ja.

    1. Monat, nur mit E-Pillen (Normales E, langsam leicht sinkendes T):
    Physisch: Beginnendes Brustwachstum (E), leicht reduzierte Kraft im Oberkörper (sinkendes T), leichte Reduzierung der Körperbehaarung (sinkendes T), weichere und trockenere Gesichtshaut (E/sinkendes T), "weicherer" Körpergeruch (E/sinkendes T), schwächeres Bindegewebe (sinkendes T), deutliche Gewichtszunahme (reduziertes T)
    Psychisch: Euphoriegefühl, "high" sein (E), deutlich reduzierte Libido (sinkendes T), erhöhter Wunsch nach Intimität und sozialem Kontakt (E?), weniger aggressives Verhalten (sinkendes T)

    2-3 Monat, nun mit Testosteronblocker Cyproteronacetat (Normales E, massiv gesenktes T):
    Physisch: Sichtbares Brustwachstum (E), sichtbar zurückgebildete Muskulatur im Oberkörper (sinkendes T), massiver Rückgang der Körperbehaarung (sinkendes T), Haarneuwuchs auf ehemals kahlen Stellen (E/sinkendes T), sichtbares Schrumpfen und Rückgang des Gefühls im Genitalbereich, Sprödewerden (sinkendes T, bereits zwei (!) Tage nach der Einname von CPA, unvorsichtige Masturbation/Restoring führt zu Schwellungen), trockene Orgasmen (sinkendes T), Körpergröße um etwa 1 cm zurückgegangen (sinkendes T), Schuhgröße um eine Größe zurückgegangen von 40/41 auf 39/40 (sinkendes T), Verringerung des Taillenumfangs (E), mehr Hintern (E), deutlich langsamerer Bartwuchs (sinkendes T), Gewichtsabnahme (E/sinkendes T), brüchige Nägel (niedriges T), keine ungewollten oder morgentlichen Erektionen mehr (sinkendes T), Alkoholunverträglichkeit (niedriges T), schnelleres Sättigungsgefühl (niedriges T), Männer riechen intensiver (E)
    Psychisch: Stimmungsschwankungen (E), praktisch keine Libido (sinkendes T), Wunsch nach Partnerschaft und Kindern (E), nahezu kein aggressives Verhalten/Wut mehr stattdessen "zickig" (sinkendes T), insgesamt deutlich positivere Stimmungslage trotz Stimmungsschwankungen (E)

    4-6 Monat, nun zusätzlich mit 5Alpha-Reductasehemmer Finasterid, CPA erhöht, Biotin, Minoxidil (normales E, kaum mehr nachweisbares T, deutlich gesenktes DHT)
    Physisch: Rundlichere Brust (E), Muskeln sind sehr weich geworden (sinkendes T), auffällige Körperbehaarung nur noch an "weiblichen" Zonen (sinkendes T), stärkerer Haarneuwuchs (E/sinkendes T/DHT), Beginn Cellulite (E/sinkendes T), Fettumverteilung bei gleichem Gewicht (E/sinkendes T), sichtbare Risse entlang der Nägel (niedriges T), Gesichtshaut bildet Risse ohne Feuchtigkeitscremes jedoch sehr weich und ohne Pickel etc (sinkendes T), Gesichtszüge werden weicher (E), Stimme wird weicher (E)
    Psychisch: weniger Stimmungsschwankungen (aber immer noch ungewohnt - das spontane Zungenpiercing direkt nach der Arbeit gestern wäre mir vorher nie eingefallen), langsame Rückkehr der Libido, aber irgendwie anders, weniger "gierig", wichtiger ist das "begehrt werden" (E), Harmonie und Verständnis/Gutes Miteinander werden im privaten und im Beruf zunehmend wichtiger als persönlicher Erfolg und Ansehen (E/sinkendes T), viele Gefühle sind völlig neu und ungewohnt, insgesamt deutlich intensivere Gefühlswelt (E/niedriges T?)

    Vorgegriffen 7. Monat CPA weiter erhöht: Muskeln werden langsam härter durch Eigengewichtsübungen/Kraftsport und definierter, bauen aber kaum Volumen mehr auf (niedriges T), Gewichtsverlust

    Insgesamt ist das alles recht typisch (mit Ausnahme des langsamen Haarneuwuchses, da habe ich wirklich Glück), zeigt aber vor allem, was über einen recht kurzen Zeitraum (etwa 6 Monate!) passieren kann, wenn T nicht in einem gesunden Bereich ist, obwohl das eigentlich der "Stoff" ist, mit dem man sich im Idealfall wohl fühlt. Gerade im Bereich des psychischen und der Sexualität geht da fix was kaputt - und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es Männern ergehen wird, die einiges davon wegen niedrigem T mitmachen müssen.

    Und nun definitiv off-topic: Ein frohes Fest wünsche ich ;D

    Mal aus anderer Sicht (Testosteron von 5 auf 0,7, mittlerweile noch niedriger gesenkt, kenne also "normal" und "low" T):

    Bedenke, dass dein T-Spiegel mit zunehmendem Alter weiter sinken wird. Wenn du diesbezüglich ohnehin schon Probleme hast, gibt es schnell einige Probleme, die zumindest mittelfristig auftreten können:

    - Erektionsprobleme
    - Massiver Empfindungsverlust (nicht nur Libido - Teile des Penis haben Testosteronrezeptoren - wenn die nicht besetzt werden, gibt es Schrumpfungen und spürbar weniger Gefühl)
    - Osteoporose (Knochen sind nicht statisch, sondern werden permanent auf- und ab gebaut durch Sexualhormone)
    - Muskelrückgang (v.a. im Oberkörper)
    - Depression
    - Fettleibigkeit
    - eher am Rande: Schrumpfen von Knorpelgewebe (Rücken, Füße etc)
    - Penishaut wird deutlich weniger elastisch und schuppt, reißt ein, macht das Restoring deutlich schwieriger

    Bitte such dir unbedingt deswegen Hilfe!

    Durch einen Eingriff in den Hormonhaushalt von außen gibt es zwei Extreme:
    1. DU fühlst dich deutlich besser und frischer
    2. Dein Körper fährt v.a. bei hohen Dosen die eigene Testosteronproduktion zurück oder wandelt es in Östrogen um -> Brustbildung (Dopingproblem - Muskeln sind da, Möpse sind da, aber andere Sachen schrumpfen "paradoxerweise" trotz hohem T)

    Sport, Sex etc. erhöht das T nur kurzfristig, Sport kann es sogar im Blut senken (da es an den Muskeln "dockt"), der Interessante Teil wird leider in groben Mengen dennoch weiter nur in Hoden, Nebennieren und Eierstöcken gebildet. Aus dem Grund können Transmänner ohne externes T dennoch nicht über das weibliche Maß an Muskelvolumen (nicht Muskelstärke) aufbauen, obwohl die ihre fünfmal Fitnessstudio und zweimal Rudern pro Woche gehen. Allein darauf zu vertrauen das wieder hinzukriegen halte ich für gewagt.

    Hast du testen lassen, ob es evtl. mit Nebenniere, Schilddrüse zusammen hängen kann (Leber)? WIe sind deine Werte beim FSH (Follikelstimulierendes Hormon), das für die Bildung von Spermien zuständig ist - und Testosteron ist erstmal ein Abfallprodukt der Spermienreifung, wurde das getestet? Dann wäre das Problem wieder woanders. Höhe des DHEAs (Vorhormon zu T und E)?

    Wie ist der Estradiol-Wert? Wie ist dein Dihydrotestosteron (DHT)-Wert?

    Mein vorsichtiger, nichtärztlicher (!) Rat wäre: Überlege zumindest eine vorsichtige Steigerung mit Testosterongel. Das lässt sich sehr leicht auch niedrig dosieren, und anders als bei einer Spritze bist du wenn es dir nicht gefällt nach wenigen Tagen wieder im vorhergehenden Bereich. Und grundsätzlich: Ich kann mich irren, daher korrigiert mich notfalls. EIn EIngriff von außen kann dir was versauen, oder genau das richtige sein. Ganz langsam maßvoll steigern.

    Und zum Schluss: Überleg bitte, dich auch mal statt an einen Urologen stattdessen an einen Endokrinologen zu wenden. Nicht nur in Umgang mit hochsensiblem Gewebe, sondern auch diesbezüglich vertrau ich Urologen nicht mehr.

    Hi =)

    Von einer größeren Menge Menschen, die ihr Restoring bereuen, habe ich bisher nichts gelesen (Einzelfälle mag es, wie übrigens immer, natürlich geben); der überwiegende Teil scheint deutlich damit zufriedener zu sein. Da ist ein gelegentliches Zurückrollen der Vorhaut ein kleiner Preis für den möglichen Lustgewinn und, je nachdem wie man persönlich dazusteht, darüber hinwegzukommen, dass sich ein fremder Mensch über die Unversehrtheit eines Körpers hinwegsetzen durfte.

    Gerade der letzte Teil spielt für mich eine Rolle - es ist nicht nur ein versöhnen mit der Vergangenheit, man kann aktiv tatsächlich ein Stück des Schadens selbst wegräumen. Wer nicht psychisch drunter leidet, für den ist das natürlich eher unbedeutend.

    Bei Fragen nach Sensibilitätssteigerung wäre ich bei persönlichen Berichten vorsichtig - erstens kann so etwas sehr lange dauern, bis sich eine mögliche Verhornung der Eichel langsam zurückbildet, zum anderen ist Sensibilität selbst eine hochindividuelle Sache - diesbezüglich kannst du dich auch mal in der Damenwelt umsehen: Was die einen mögen, lässt andere kalt. Das ist bei Männern nicht deutlich anders - wenn keine deutliche Sensibilitätssteigerung vorkommt und das keine Kopfsache ist (!), liegen bei demjenigen vielleicht schlicht die empfindlichen Punkte woanders? So ließe sich auch erklären, dass jemand keinen Sensibilitätsgewinn durch Restoring hat: Das muss nicht daran liegen, dass das Restoring nicht funktioniert, sondern viel simpler, dass derjenige anders gewickelt ist (simples Beispiel Frenulum: Einige fahren total darauf ab, für andere ist der Bereich kaum gefühlsvoll).

    Das Hin- und Herrollen wird üblicherweise als sehr angenehm empfunden; v.a. ist es für viele eine vollkommen neue Erfahrung (und gelegentlich auch für die zu beglückende Dame). Gerade dieses Gleiten ermöglicht erst, auch auf der langsameren Schiene fahren zu können statt nur das BÄMM BÄMM BÄMM...

    Nebenbei - das Problem mit der zurückrollenden Vorhaut lässt sich ein Leben lang mit 45-60 Euro und einem Gang zum Piercer des Vertrauens teilbeseitigen, wenn das dein Ding ist.

    Grüße

    Hi :)

    Nach eher fragwürdigem Erfolg mit der Cannister-Methode und manuell (naja, ist halt billig zu basteln) überlege ich zwecks innerer Vorhaut (die andere ist irrelevant) mir einen DTR zu besorgen.

    Das Problem ist vielleicht - dank Östrogenen und Antiandrogenen hat sich doch einiges zum kleineren verändert und ich habe ernsthafte Zweifel, ob der DTR überhaupt noch funktionieren würde. Der Hersteller und der "Durchschnittsmann" scheinen das Gerät vernünftig auszufüllen, ich bekomme aber da Zweifel ?(

    Kurz und knapp: Funktioniert der DTR auch gut einem kleinen Penis oder besteht die Gefahr, dass das Gerät nicht vernünftig sitzt und ständig abrutscht bzw keinen Zug auf die innere Vorhaut ausüben kann, da diese sich unter der "Kante" befinden würde? Wenn ja, gibt es andere einfache an- und abzulegende Geräte, die das umgehen? Manuell und auch Cannister sind keine Option mehr!

    Vielen Dank und liebe Grüße :)

    Davon abgesehen ist das ein typischer "ich habe keine Ahnung von geschlechtsangleichenden OPs"-Artikel.

    Penile Inversion ist für die Ärzte, die für was anderes schlicht zu unfähig, zu doof sind. In Deutschland betrifft das knapp 95% der Urologen und Chirurgen (jep, diesbezüglich ist hier drittes Welt-Land).

    Dass hier eine Menge Fachblabla von einem Mediziner kommt, ändert leider nix daran, dass der Autor ein Depp ist. Die besten Ergebnisse liefert bezüglich Tiefe liefert ein Mesh-Transplantat; eine Technik, die momentan nur in Thailand angeboten wird. Davon hört man aber von westlichen Hohlköpfen nichts; wozu auch, OP-Techniken, die über ein halbes Jahrhundert alt sind, reichen ja für Transen...

    Neulich wurde in einer englischsprachigen Facebookgruppe die Möglichkeit einer angeblich HIV-Impfung (was ich durchaus für möglich halte) mit der Überschrift "Is this the end of circumcision?" (deutsch: "Ist das das Ende der Beschneidung?") gepostet, bei der ich übernächtigt und wohl nicht ganz nüchtern einen längeren Gedanken geschrieben habe, der mir selbst erst so allmählich selbst aufleuchtet. Sobald ich rausgefunden habe, wie ich das verlinke, kommt das natürlich hier rein.

    Der Originaltext:

    "Probably not. I think circ is not performed because of scientifical evidence, but some people want it to be performed and searching therefore for scientifical evidence (at least that's what it is called...) to justify it. Basically the argumentation is totally messed up if you look a little bit closer: "Circ prevents illness X" vs. "We want to circ and defend this practice with evidence Y". Personally I actually could live quite better with people defending circ because of their belief in scientific evidence. It is still insane, of course. What really offends me are people defending their wish and needs to circ and try to justify this by medicinical studies. "It is evidently better" (even if it is not) is still not the same as "I want it by every price". Both parties often use exactly the same words, the fundamental difference is: The first party at least questions circ after destroying the studies which their belief in this practice is based on, the second party will citate other studies etc after questioning their evidence. They want circ so badly they don't hesitate to invent even new diseases to just keep the practice going. Little example from germany: Circ prevents anal cancer! (It is nowhere explained what anal cancer actually is - it could describe A LOT of things). The one side are doctors with wrong results, the other one are simply perverts. Religious fanatics mostly belong to the second type I think - justifying a practice by whatever is necessary, even if the practice is unnecessary itself."

    Übersetzung für diejenigen, die sich im Englischen nicht wohlfühlen (etwas holprig, ich übersetze nur ungern):

    "Wahrscheinlich nicht. Ich denke, die Beschneidung wird nicht aufgrund von wissenschaftlichen Beweisen durchgeführt, sondern weil manche Menschen wollen, dass sie durchgeführt wird, und dafür nach wissenschaftlichen Beweisen (heisst zumindest so...) suchen, um es zu rechtfertigen. Grundsätzlich ist die Argumentation damit auf den Kopf gestellt, wenn man etwas genauer hinsieht: "Beschneidung verhindert Krankheit X" gegen "Wir wollen beschneiden und verteidigen diese Praxis mit Nachweis Y". Persönlich könnte ich tatsächlich wesentlich besser damit leben, wenn die Beschneidung aufgrund des Glaubens an wissenschaftlicher Beweisführung verteidigt wird. Es ist immer noch wahnsinnig, natürlich. Wovon ich mich wirklich angegriffen fühle sind Leute, die ihren Wunsch und Verlangen zu Beschneiden mit medizinischen Studien verteidigen. "Es ist nachweisbar besser" (auch wenn das nicht der Fall ist) ist nicht das selbe wie "Ich möchte das um jeden Preis." Beide Parteien benutzen oftmals exakt die gleichen Worte, der fundamentale Unterschied ist: Die erste Gruppe hinterfragt die Beschneidung wenigstens, nachdem die Studien, auf die sie ihren Glauben in die Praxis gründen, widerlegt worden ist, die zweite Gruppe wird andere Studien zitieren etc, nachdem deren erster Nachweis angezweifelt wurde. Sie möchten so dringend beschneiden, dass sie nicht zögern, neue Krankheiten zu erfinden, nur um die Praxis weiterzuführen. Kleines Beispiel aus Deutschland: Beschneidung verhindert Analkrebs! (Nirgends wurde erklärt, was genau Analkrebs eigentlich ist - es kann eine Menge beschreiben!). Die eine Gruppe sind Ärzte mit falschen Ergebnissen, die anderen schlicht Perverse. Religiöse Fanatiker gehören meistens zur zweiten Gruppe denke ich - eine Praxis rechtfertigen mit allem was nötig ist, auch wenn die Praxis an sich nicht notwendig ist. "

    Was ich damit nun eigentlich umständlich in den Raum stellen will - wie wichtig sind nun tatsächlich sog. medizinische Belege für die Debatte oder die Rechtfertigung - oder sogar Empfehlung - der Verstümmelung? Selbst wenn ein HIV-Impfstoff, meinetwegen auch Syphilis- und sonst alles, entwickelt würde - hätte das tatsächlich Einfluss? Gelegentlich, wenn ich einen ganz schlechten Tag habe (und die habe ich seit meinen ersten Restoringversuchen häufiger), denke ich - nein. Dann tauchen neue Krankheiten auf, neue Komplikationsbilder, die mit diesem Allheilmittel behandelt werden sollen... dass der Kernpunkt vielleicht gar nicht der Wunsch nach einem Heileingriff ist, der womöglich fehlschlagen kann, sondern der Wunsch nach einer Praxis aus welchen seltsamen Gründen auch immer, dem es glücklich entgegen kommt, dass die eine oder andere mal nicht sofort widerspricht.

    Könnte es nicht viel mehr sein - und das ist vielleicht erstmal nur eine böswillige Unterstellung - dass sämtliche möglichen Studien, die die Beschneidung als nicht vorteilhaft erachten, gar keinen großen Einfluss haben können, da sie ohnehin gar nicht als Grund, sondern nur als Vorwand genommen werden? Dass es im Kern gar nicht wirklich um Medizin/Gesundheit geht?

    Soviel erstmals
    LG Beatrix

    Hallo Urolüge,

    Was die GaOP-Ärzte angeht, muss ich etwas weiter ausholen (evtl. trägt auch das eines Tages zum Verständnis bei, Beschneidung abzulehnen), dabei gibt es im groben zwei Techniken (mit zigtausend persönlichen Merkmalen des Arztes, aber neu erfunden wurde das Rad ja nie):
    1) Penile Inversion (PI): "Innerer" Teil des Penis wird von der Penishaut getrennt, Haut quasi "umgedreht" und nach innen verlegt, große Labien mit Hodensackhaut gemacht, Penishaut liegt dann im Inneren des Körpers als Neovagina. Der Eingriff ist sehr schnell, die Standardmethode in Europa und USA und hat die Vorteile einer sehr schnellen Verheilung und die Nachteile von miserablem Gefühl (nur Neoklitoris, der Rest außen ist ja fast nur gewöhnliche Haut), die Vorhaut, wenn überhaupt vorhanden, ist so weit im Inneren des Körpers, dass sie meist nicht stimuliert wird, keine Lubrikation. Oder, wenn sie fehlt, wird die Vagina eben sehr klein - habe schon verpfuschte 4 cm sehen dürfen mangels Vorhaut.
    2) Chonburi-Flap und Verwandte: "Innerer" Teil des Penis wird von der Penishaut getrennt wie bei 1), und die Penishaut wird für die Labien genommen, Hodensackhaut für die Neovagina. Der Eingriff ist sehr aufwändig, wird nur von wenigen durchgeführt. Vorteile dieser Methode: Sehr empfindsame Vulva, v.a. kleine Labien, Lubrikation, sehr viel Tiefe, Nachteile: sehr langsame Heilung.

    Das an sich ist erstmal nicht weiter von Bedeutung für den Großteil der Menschheit, die eine solche OP nicht anstreben, hoch interessant wird es dagegen, wenn man sich die paar wenigen Operateure für den Chonburri-Flap genauer ansieht (PI macht fast jeder zweitklassige Urologe... selten plastische- oder Nervenchirurgen. Das sollte zu Denken geben): AUSNAHMSLOS jeder verweist darauf, dass das Ergebnis massiv schlechter wird in puncto Empfindsamkeit und Aussehen, wenn auch nur Narben von Piercings etc. an der Vorhaut sind. Das Fehlen selbiger ist eine mittelschwere Katastrophe, da das wichtigste (!!!) Ausgangsmaterial für eine sensible Neovagina fehlt, sogar das unscheinbare Frenulum wird gebraucht, um überhaupt erst die Neolklitoris empfindsam zu machen. Der bekannteste GaOP-Spezialist Dr. Suporn weigert sich sogar, zu groß geratene Labien zu korrigieren (nicht "entfernen" oder "ummodelieren", sondern tatsächlich nur korrigieren, also verkleinern!) da selbst dadurch sehr empfindsames Gewebe unwiderbringlich zerstört werden könnte.
    Da der GaOP-Standard im Westen sehr niedrig ist und nur erst genannte uralte PI genutzt wird, habe ich mich grundsätzlich für 2) entschieden, auch wenn das heißt, dass ich die selbst bezahlen muss - und ordentlich darauf sparen... was sicher auch nicht uninteressant ist, dass die Operateure aus den Ländern, die eine Beschneidung für nicht übermäßig invasiv halten, auch sonst kaum in "meiner" Community namhaft geworden sind, das sind bis auf eine Ausnahme aus Deutschland alles Thailänder und eine Gynäkologin aus den USA...

    Daher würde mir als einziger Ansprechpartner, dem ich als T*Frau tatsächlich noch irgendwie vertrauen würde, Herr Dr. Schaff aus München, der nach 2) operiert und daher zumindest um die Wesentlichkeit der Vorhaut für die GaOP kennt. Der ganze Rest in Deutschland braucht sie nicht, weiß also vermutlich auch nicht, wie oder wozu sie eingesetzt werden sollte (überspitzt...).
    Alle anderen sind aus Thailand (Suporn, Chettawutt) oder USA (Bowers). Ich würde liebend gerne mal von diesen Menschen einen Artikel lesen, in dem sie den Nutzen der Vorhaut erkläutern, eben weil aufgrund der "Verarbeitung" selbiger womöglich erst richtig wissen, was da drinn und drann ist und weshalb die auch drinn und drann bleiben sollte...

    Wenn dort Bedarf ist, steh ich natürlich gern für Fragen zur Verfügung. Der Text könnte nochmals mühelos doppelt so lang werden, wenn ich auf die Unterschiede in OP-Ergebnissen von beschnittenen und unbeschnittenen Patientinnen einginge (und damit indirekt auf den Wert selbiger, einen anderen Zugangspunkt hab ich dazu leider nunmal nicht), allerdings bin ich mir derzeit noch unsicher, wie, wann, ob und wieweit ich verlinken etc. darf (so geht Suporn bei Erläuterung seiner OP-Methode explizit auf Patientinnen aus den USA ein mangels Haut...).

    So, das ist leider eine kleine Wall of Text geworden, nicht abschrecken lassen. Bin vllt etwas zu weit ausgeschweift. :whistling:

    Helfe gerne, wo und wie ich kann, lg :)

    Guten Tag und vielen Dank für die Aufnahme^^ (wenn es für ein "Hallo, ich bin" ein eigenes Unterforum gibt, habe ich das leider nicht gefunden xD )

    Ich möchte mit dem Wiederherstellen anfangen und habe dort leider keinerlei Erfahrungen, weshalb die im Forum erwähnte O-Ring-Methode für mich zu Beginn erstmals am einfachsten klingt. Auch kann ich bei meinen Freundinnen schlecht nach Hilfestellungen oder Erfahrungen/Gedanken fragen :S
    Rein optisch sieht es für mich aber erstmals so aus, als würde ein Großteil des Zuges auf die äußere Vorhaut ausgeübt, nicht auf die innere. Wird durch die Ringe denn tatsächlich viel der inneren Vorhaut wiederhergestellt? Auf einer der englischsprachigen Seiten wurde viel über die Wirkung der "größeren" Geräte geschrieben und die O-Ring-Variante ganz unten nur noch beiläufig erwähnt...

    Kurz zu meiner "Krankengeschichte":

    Beschneidung sehr kurz nach Geburt, gottseidank allerdings recht viel übrig gelassen (Foreskin Coverage Index etwa CI-5). Eine medizinische Indikation bestand nicht, meine Mutter meinte nur einmal "ach ja, ich habe dich übrigens beschneiden lassen, wegen Hygiene und so". Ich schweife ab...
    Bis zur Pubertät fand ich daran nichts auszusetzen, bis ich erstmals Erektionen bekam und das ganze da unten erstmals kritischer betrachtete. Mittlerweile weiß ich, dass das Frenulum sorgfältig entfernt wurde, ich habe Einschnitte an der Unterseite der Eichel (ein Loch recht mittig, etwa 2-3mm tief) und kurz vor der Harnröhrenöffnung (etwa 1mm tief) sowie mehrere kleiner Löcher, wo das Frenulum sein sollte. Die Unterseite ist zu einem Großteil taub, ich spüre Berührungen nur durch den Druck auf das umliegende oder tiefere Gewebe. DIe Oberseite der Eichel ist gefurcht (quasi wie ein kleiner Acker... :cursing: ) und schmerzt bei Berührung. Nur bei den Außenseiten links und rechts ist es noch halbwegs angenehm.

    Ästhetische Aspekte sind mir NICHT wichtig, auch Funktionalität ist nicht übermäßig bedeutend, aber ich bräuchte aufgrund meiner MzF-Transsexualität tatsächlich die Haut für künftige geschlechtsangleichende OPs zurück (innere Vorhaut für die kleinen Labien und die Klitorisvorhaut; die großen Labien können ohnehin sowohl mit Hodensack- als auch mit Penishaut gemacht werden...).

    Das war's auf den ersten Blick, und ich hoffe, ich bin nicht die erste transsexuelle Frau hier >.>

    LG