Art. 4 GG https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_4.html und Religionsfreiheit https://de.wikipedia.org/wiki/Religionsfreiheit
NABUCO: "Ich will aber aufzeigen, dass all dies eben keine göttlichen Gebote waren, die durch das Grundgesetz geschützt sind, sondern von Menschen vor langer Zeit erfundenen Anweisungen; wie können denn menschliche Anordnungen vom Grundgesetz geschützt sein!"
Das hätte zur Voraussetzung, religiöse Gebote wären dann - und nur dann - vom Grundgesetz geschützt, wenn sie tatsächlich(!) von "Gott" kommen. Und dass Du den Beweis(!) dafür hast, dass auch nur ein einziges religiöses Gebot tatsächlich(!) von "Gott" kommt.
Ein atheistischer Gesetzgeber - der also annimmt, dass es keinen Gott gibt und deshalb der Meinung ist, keines(!) der religiösen Gebote wäre von einem Gott erlassen und der Deine Voraussetzungen akzeptiert - könnte Religionen so verbieten lassen, weil sie ja dann keinen grundgesetzlichen Schutz genössen.
Um das zu verhindern, prüft die säkulare Rechtsordnung den Wahrheitsgehalt religiöser und auch sonstiger weltanschaulicher Vorstellungen nicht, sondern prüft nur, ob menschliches Handeln eine Konflikt mit ihr erzeugt.
NABUCO: "So schreiben die jüdischen Priester ja auch, dass Gott Jahwe den Israeliten das Land Kanaan schenkte, im Gegenzug zum Abschneiden der Vorhaut. Dumm nur, dass in dem Land schon andere Menschen lebten; da es aber nun angeblich ein göttliches Anliegen war, rechtfertigen sie somit die Eroberung dieses Landes und das Abschlachten der Bevölkerung"
Mit dem oben Gesagten folgt dafür: Es ist absolut irrelevant, was irgendein Priester - jüdisch oder nicht - angeblich schrieb oder nicht schrieb, ob das Land "Kanaan" überhaupt existiert hat oder nicht existiert hat usw. Wichtig ist nur, dass sich heute aus keinem biblischen Inhalt die Rechtfertigung zum Abschlachten einer Bevölkerung ableiten lässt, sofern man die Menschenrechte achtet.
NABUCO: "Die fanatischen Israelis glauben das ja auch heute noch alles Wort für Wort....und somit wird es nie Frieden geben in Palästina."
Dies ist kein Palästina-Forum, sondern ein Beschneidungsforum.
NABUCO: "Für einen fanatisch glaubenden Menschen ist das alles also kein Rechtsbruch ..."
Verständnisfehler. Für einen „fanatisch glaubenden Menschen“ ergibt sich kein Bruch "am Maßstab der eigenen Religion". Der Rechtsbruch erfolgt am Maßstab der menschenwürdebasierten Rechtsordnung.
Du verlangst also ein "richtiges" Verständnis der Bibel hier zu diskutieren. In diesem Forum geht es aber um ein richtiges Verständnis des Grundgesetzes und dieses prüft genau nicht auf Richtiges in religiösen Schriften, weil das, was dort (nur) steht, für den Prüfungsmaßstab Grundgesetz grundsätzlich irrelevant ist.
Da die Diskussion um die "Richtigkeit" der Bibel allgemein, allgemeine (fundamentale) Religionskritik darstellt, ergibt sich auch deshalb neben dem grundgesetzlichen Bezug ein Widerspruch zur Forencharta.
Dein Anliegen könnte also dort von Bedeutung sein, wo die Richtigkeit der Bibel am Maßstab der Religion diskutiert werden will. Also bspw. bei religiösen Menschen, die mit ihrem religiösen Maßstab aus veränderten Bedingungen andere Schlussfolgerungen ziehen könnten.
Der religiöse Maßstab ist aber nicht der Maßstab dieses Forums, sondern die Menschenrechte und das Grundgesetz.