Posts by Pensador

    Bemerkenswert ist auch die Erwähnung der "Reihe Genitalverstümmelung, Jungenbeschneidung, Tattoo- und Ohrringstechen bei Kindern" in der Resolution des Europarates.

    In der Tat kann man an einer solchen Aufzählung und auch der grundsätzlich zu begrüßenden Europaratsinitiative kritisieren, dass dort so harmlose Dinge wie Ohrlöcher und verhältnismäßig harmlose Dinge wie Tätowierungen in einem Atemzug mit dem entsetzlichsten vorstellbaren Verbrechen, nämlich der auch euphemistisch als "Beschneidung" von Jungen oder Mädchen bezeichneten Genitalverstümmelung, genannt werden. Schlimm ist an dieser Formulierung auch, dass die zusätzliche Verwendung des Wortes "Jungenbeschneidung" suggeriert, dies sei etwas anderes als Genitalverstümmelung, obwohl es sich offenkundig nur um einen anderen Begriff für die Genitalverstümmelung an minderjährigen Opfern männlichen Geschlechts handelt.

    Doch der zitierte Artikel verwendet die o. g. Reihe in einer anderen, demagogischen und zutiefst perfiden Absicht. Durch die Gegenüberstellung der so völlig verschiedenen Dinge Genitalverstümmelung auf der einen und Ohrlochstechen auf der anderen Seite und die Einfügung des Begriffs "Jungenbeschneidung" in diese Reihe wird nicht nur die männliche von der weiblichen Genitalverstümmelung sprachlich abgegrenzt, sondern darüber hinaus in übelster Weise verharmlost - als irgendetwas auf dem Weg oder gar in der Nähe des Tätowierens oder Ohrlochstechens.

    Wer sich vor Augen führt, was mit den genannten Konzepten inhaltlich verbunden ist, wer z. B. selbst als Junge oder Mädchen oder auch als Erwachsene(r) Opfer einer Genitalverstümmelung wurde oder jemals eine mit ansehen musste oder sie in einem Film oder Video, ggf. einschließlich der Schreie der Betroffenen, zu Gesicht bekommen hat oder auch nur darüber nachgedacht hat, was durch diese Eingriffe für das ganze Leben verloren ist, wird sich von solchen sprachlichen Tricks nicht beeindrucken lassen. Wer jedoch nur über oberflächliche Kenntnisse verfügt, kann manipuliert werden - der Demagoge hätte sein Ziel erreicht. Vielleicht glaubt er auch selbst an die o. g. Verhältnisse und ist seinerseits vor allem ein Opfer gezielter Manipulation, das zum Schaden Anderer Unfug unkritisch nachplappert.

    Die zitierte Stelle ist jedenfalls ein Lehrstück über den Umgang mit Sprache: für die Notwendigkeit, grundsätzlich unabhängig vom Geschlecht des Opfers von Genitalverstümmelung zu sprechen, Euphemismen wie "Jungenbeschneidung" sowie Medizynismen wie "Zirkumzision", "Klitdoridektomie", "Vulvektomie" oder "Geschlechtsanpassung von Intersexuellen" zu vermeiden und niemals eines dieser Dinge in die Nähe von harmlosen Körpermodifikationen zu rücken.

    Zitat: "Kein Mensch mit einem ausreichenden Mass an Verstand wird jedoch beispielsweise die Entfernung der Klitoris oder die Infibulation mit der Entfernung der männlichen Vorhaut in Bezug auf die anatomischen und psychischen Folgen generell auf eine Stufe setzen wollen."

    Doch, Herr Abgottspon, genau dies wird JEDER Mensch mit einem ausreichenden Maß an Verstand, der sich darüber hinaus mit der Materie intensiv beschäftigt hat - wie ich es seit ca. 25 Jahren tue - nicht nur wollen, sondern müssen, auch wenn das Menschen in unserem Kulturkreis offenkundig schwer fällt. Angehörige von Gesellschaften, in denen sowohl die männliche als auch die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird, haben für die von Ihnen vertretene Unterscheidung hingegen zu Recht kein Verständnis, wie Sie etwa in den Publikationen von Sami Aldeeb Abu-Salieh nachlesen können.

    An der Erkenntnis, dass männliche, weibliche und intersexuelle Genitalien homolog sind und folglich über die gleiche Zahl sexuell stimulierbarer Nervenenden verfügen, dass sich beim Mann 70 % dieser Nervenenden sowie das gesamte Lubrikationspotential in Vorhaut und Frenulum befinden, dass die Eichel bei der Beschneidung nicht nur traumatisiert, sondern danach durch Kontakt mit Kleidung auch stetig desensibilisiert wird, so dass 40 bis 50-jährige betroffene Männer ebenso wie betroffene Frauen häufig über völlige Gefühllosigkeit und Anorgasmie klagen, führt darüber hinaus kein Weg vorbei.

    Dieser Artikel, zu dem ich Sie im übrigen beglückwünschen möchte, zeigt doch gleichzeitig, wie groß die allgemeine Unwissenheit bei diesem Thema, befördert durch jahrzehntelange systematische Desinformation von Seiten interessierter Kreise, leider immer noch ist.

    Man sollte den Leuten mal erklären, dass sie ihren PC-Muskel (pubococcygeus) trainieren und die elektrischen Impulse in ihrem Körper steuern können. Orgasmus und Ejakulationsreflex sind nicht dasselbe. Mit ein wenig Erfahrung gelingen auch Männern multiple Orgasmen nach Belieben. Welch ein Genuss für beide Partner, wenn man dabei eine Vorhaut hat!

    Literaturempfehlung: Mantak Chia und Douglas Abrams Arava: The Multi-Orgasmic Man. New York u. a.: Harper Collins 1996.

    Hier ist so offenkundig das Gegenteil dessen, was behauptet wird, richtig, dass sich jeder, der sich an der Verbreitung des Unfugs beteiligt, völlig disqualifiziert.

    Tatsächlich sind es die Studien der Beschneidungsbefürworter, die in allen Fällen interessengeleitet sind und die der Vorwurf von Unwissenschaftlichkeit und systematischer Manipulation zu Recht trifft, wie von Robert Van Howe und anderen immer wieder bewiesen wurde. Auch die Geschichte der Medikalisierung der männlichen Genitalverstümmelung, die angefangen von der Bekämpfung der Masturbation über Harnwegsinfektionen, Geschlechtskrankheiten und Krebs bis hin zu Aids noch für jede gerade besonders gefürchtete Krankheit herhalten musste, was jeweils durch Publikationen propagiert wurde bis man es sich jeweils angesichts überwältigender gegenteiliger Evidenz nicht mehr traute, spricht in diesem Zusammenhang Bände.

    Brian Morris ist nicht nur ausreichend bekannt dafür, dass er diese Manipulation systematisch betreibt - er und seine Epigonen betrachten Fachpublikationen als eine Art Schlachtfeld zur Beförderung ihrer Interessen, wobei die schiere Masse ihrer Publikationen darüber hinwegtäuschen soll, dass sie noch jedes Mal widerlegt worden sind - sondern er ist darüber hinaus ein weltweit verschrieener Pädozirkumfetischist mit dokumentierten Verbindungen zur Gilgal Society um den in Großbritannien verurteilten Sexualstraftäter Vernon Quaintance. Der einzige Aspekt der Sexualität, der von MGM nicht negativ beeinflusst ist, sondern sogar gefördert wird, ist wohl die Geilheit von Herrn Morris und denjenigen, die seine perversen sexuellen Präferenzen teilen.

    Ärgerlich ist auch die Formulierung "...female genital mutilation, the circumcision of young boys for religious reasons..." - als ob es außer der relativen Macht der Tätergruppen in unserem Kulturkreis irgendeinen Unterschied zwischen FGM und MGM gäbe. Da wäre ein "genital mutilation, euphemistically called circumcision" schon deutlich besser gewesen. Außerdem erfasst die o. g. Formulierung nicht die vermeintlich medizinisch begründeten Genitalverstümmelungen.

    Demütigung von Kriegsgefangenen und Sklaven, Initiationsritus, später Eingang in die Religionen durch den Opfergedanken - das sind die Erklärungen zu den Ursprüngen der Beschneidung, die in der Wissenschaft für am wahrscheinlichsten gehalten werden. Gruppendynamik sorgte dann für ihre Perpetuierung bis in die heutige Zeit.

    Längst als völlig absurd widerlegt ist hingegen die Vorstellung von irgendwelchen gesundheitlichen Vorteilen einschließlich des von Tätern aus dem 20. Jahrhundert erfundenen Phimose-Mythos. Wäre der Besitz einer Vorhaut in der Frühzeit der Menschheit in irgendeiner Form nachteilig gewesen, hätte die Evolution sie wohl niemals entwickelt.

    Ihr könnt euch jetzt für einen Newsletter von Genital Autonomy registrieren. Außerdem steht jetzt das Programm der Konferenz von Keele fest und es wird auf eine Veranstaltung Ende September in Brighton verwiesen. Hier die Informationen von GA im Original:

    Genital Autonomy now has an online magazine and we invite you to sign up
    for it through our website http://www.genitalautonomy.org.

    Our website includes an interview with midwife Mary Cronk M.B.E. who
    recounts her experiences of midwifery from the mid nineteen fifties when
    male circumcision was much more common in the United Kingdom. Mary also
    describes her developing awareness of the harm caused by non-therapeutic
    genital modification. Genital Autonomy is honoured to have Mary on our
    board of trustees. Please watch this interview recorded in spring 2013.

    Members of Genital Autonomy and other organisations worldwide will also be
    playing a major part in a two day conference at Keele University,
    Staffordshire on 16th and 17th September. The conference run by Genital
    Autonomy is entitled Promoting children’s rights in Europe: recent
    developments.

    There are a number of interesting presentations including one from John
    Dalton who is a Genital Autonomy trustee and researcher. John will give
    the first presentation on Monday. His talk is entitled Tale of two
    cities. Using the Cologne ruling and the American Association of
    Pediatrics task force document on circumcision John will explore the
    differing cultural perspectives which led to such different conclusions
    being reached and how the input of medical bodies into the development of
    international perspectives in a number of countries could affect the
    recommendations of the UN He will also seek to explore the significance
    of this in respect of current debate in Denmark.

    Other speakers on Monday include ethicist Matthew Johnson, who will be
    speaking about invasive rites, neutrality and equality, bearing the
    burdens and consequences of belief, a representative from Children’s
    Rights International Network (CRIN} will be talking about their latest
    policy documents relating to unnecessary genital surgery and Michelle
    O’Brien will be exploring the impact of the inclusion of intersex into UN
    documents which was a breakthrough and describe the example of Australia
    and touch on the situation in Europe. She will explore, where the medical
    profession seem to have given up unsupportable interventions for some
    groups, while retaining a medical justification for purely cosmetic
    procedures in others on the basis that this what parents want

    Dr Antony Lempert from The Secular Medical Forum will be speaking about
    U.N. developments. and will also expand on the new General Medical
    Council policy on Personal Beliefs and Medical Practice, British Medical
    Association inaction and medical developments.

    This exciting programme continues on Tuesday 17th September, where our
    first presenter will be J Steven Svoboda, the head of Attorneys for the
    Rights of the Child followed by presentations from activists working
    throughout Europe talking about the challenges and opportunities they
    face.

    A representative from the London Metropolitan Police will be talking about
    their FGM initiative called Operation Azure which will be followed by a
    talk by charitable organisation working in this area and the challenges
    they face.

    The day will continue with Frederick Hodges. The title of his
    presentation is Cognitive Dissonance and its role in perpetuating harmful
    cultural practices: An historical perspective

    To round off the day, James Chegwidden will talk about “The Assault We
    Ignore – the unlawfulness of non-consensual genital cutting of boys in the
    UK; and why (almost) nothing is done about it, and Professor Marie Fox
    from Birmingham School of Law will be talking about her latest research in
    this area.

    Further details and booking information is on the Genital Autonomy website
    http://www.genitalautonomy.org

    We would like to ask everyone to circulate details of this conference as
    widely as possible. . It is important that the message reaches those who
    would benefit from attending this groundbreaking conference including
    child protection officials and policy makers so that they can learn that
    unnecessary genital surgery must stop.

    Also in September, members of Genital Autonomy will be speaking at
    The Third National Conference for Men and Boys which will include a
    section dealing with the unnecessary circumcision of boy. It takes place
    in Brighton & Hove from Wed 25th - Sun 29th September 2013. Further
    details at the following link
    https://www.facebook.com/mensconferenceuk?hc_location=stream

    David Smith
    Chief Officer
    Genital Autonomy