Beiträge von Edward

    (ein Blick in die demokratisch wandelbare Online-Enzyklopädie)

    Zitat

    ... die als nachteilig bewertete, radikale Veränderung der Gestalt durch äußere Einwirkung.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Verst%C3%BCmmelung

    Zitat

    Some ethnic groups practice ritual mutilation, e.g. scarification, burning, flagellation, tattooing, or wheeling, as part of a rite of passage. ... The traditional Chinese practices of língchí and foot binding are forms of mutilation. ... A joint statement released by the United Nations and numerous other international bodies opposes female genital cutting (female circumcision) as a form of mutilation. Whether or not male circumcision amounts to mutilation is a subject of active academic debate.


    http://en.wikipedia.org/wiki/Mutilation

    Der heiße Wunsch des Mädchens, dazuzugehören in den irgendwie altehrwürdigen Ritualbund der rituellen Zahn-Herausschläger. Aus dem englischen Wikipedia-Eintrag Verstümmelung. Bildbeschreibung:

    Zitat

    Knocking out a girl's tooth. Kaitish tribe in Australia, 1912


    http://en.wikipedia.org/wiki/Mutilatio…itish_tribe.jpg

    Alles Körperkonzept (body concept) oder was. "Bezugsrahmen" (framework) ist selbstredend die Schöpfungs- und Sozialordnung der Scharia. Farideh Akashe-Böhme legte dar, "welcher Diskurs unter der Perspektive der allgemeinen Menschenrechte und der Gleichstellung der Geschlechter auch in Europa angeregt werden soll", was Hilal Sezgin, Mitglied im Liberal-Islamischen Bund (LIB) und Verteidigerin für das Recht muslimischer Frauen, in Beruf und Öffentlichkeit Kopftuch zu tragen, auf die sprichwörtliche Palme bringt:

    Zitat

    In höchstem Maße erbost ist Rezensentin Hilal Sezgin über dieses Werk zu islamischen Körperkonzepten. ... Sie vermisst eine Darlegung des theoretischen Bezugsrahmens


    http://www.perlentaucher.de/buch/farideh-a…s-im-islam.html

    Scharia nur heil wenn Kindergenital kaputt. Islam and Bodily Integrity

    Zitat

    The Rules of Respecting Bodily Integrity in Islam 


    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3516177/

    Nun, dem Dieb islamjuristisch korrekt die Hand abzutrennen, ist ebenso ein integrierter Bestandteil des totalen (totalitären) Sozial- und Körperkonzepts der Scharia wie die Pflichtbedeckung des Frauenkörpers mit dem Hidschab (Schleier).

    Das Verb verstümmeln heißt jemanden beschädigen wollen, jemandem Schaden zufügen wollen. Das ist bei der rituellen Beschneidung (MGM, FGM) aus Sicht der Frommen nicht gegeben, die genitale Amputation oder das genitale Ritzen / Stechen (FGM Typ IV) soll ja gerade nicht Schaden stiften, sondern himmlischen Segen herab bringen bzw. aufrechterhalten. Die Beschneiderin irgendwo in Afrikas Sahelzone will das Mädchen ja vielleicht allen Ernstes vor bösen Geistern schützen.

    In der Schöpfungsordnung der Scharia macht die Beschneidung jedes Jungen (und mindestens schafiitisch auch jedes Mädchens) das Kind ja gerade nicht kaputt sondern gesund und heil. Für die männliche Vorhaut eines über 15- oder über 16-Jährigen ist im Körperkonzept von Scharia und fiṭra (angeborenes Ausgerichtet-Sein jedes Menschen auf Allah hin) einfach kein Platz, so steht es geschrieben in den Texten der Sunna, im Hadith, sowie in den Rechtsgutachten (Fatwa). Nur das kleine männliche Kind kann (s)eine Vorhaut haben.

    Noch leider keine Moschee beispielsweise auch der gerne als grenzenlos demokratieverträglich gehandelten DITIB oder VIKZ lehrt, dass der männliche Jugendliche nicht beschnitten werden muss und dass es ein im islamischen Sinne gelingendes Leben als männlicher unbeschnittener Erwachsener geben kann.

    Eltern lieben ihre Kinder und beschneiden sie leider oft trotzdem. Viele religiöse Eltern lieben ihre Kinder und beschneiden sie gerade deshalb.

    Sicherlich bedeutet der Buchstabe "M" im Wort MGM oder FGM mutilation, Verstümmelung. Und sicherlich haben wir Tatjana Hörnle zu widersprechen, die (70. Deutscher Juristentag) FGM Typ Ia und IV legalisieren will und dazu Klitorisvorhaut wie Penisvorhaut nicht als Bestandteil des äußeren Genitales definieren muss oder mit anderen Tricks als angeblich dem Kindeswohl nicht schadend bewertet bzw. für "amputationslos" entfernbar hält.

    Erst mit dem kulturell modernen Blick einer echten Wissenschaft, deren Humanmedizin es nicht mehr um die Rettung der Seele vor der absoluten G*ttesferne bzw. Verdammnis (Judentum) oder um das Vermeiden des Aufenthaltes im Feuer der Hölle (Koran, Islam) geht, lässt sich einfordern, dass dem Jungen die 10000 bis 20000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen erhalten bleiben. Das sensorische Äquivalent der Penisvorhaut ist nicht die Klitorisvorhaut, sondern die Klitoris.

    Ich bin dagegen, dass Mohel oder Sünnetci noch für viele Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte legale Tätigkeit oder gar Ausbildungsberuf sein darf. Aber aus Sicht des Beschneiders macht die Beschneidung nicht kaputt sondern heil. Aus seiner Sicht und derjenigen von Synagogen- / Moscheegemeinde ist ein Beschneider also kein Verstümmler, sondern ganz im Gegenteil ein vorbildlich handelnder weil pflichtgetreuer Helfer am Glück des Kindes im Diesseits und im Jenseits.

    Natürlich sollen Intaktivisten für ein weltweites Verbot der rituellen Beschneidung an Jungen oder Mädchen arbeiten.

    Sollen oder dürfen wir Verstümmelung bzw. Verstümmeln sagen? Ja und Nein. Substantiv Verstümmelung (mutilation) im juristischen (säkularen) Sinne Ja, auch zur Jungenbeschneidung der drei bis heute leider handelsüblichen Versionen Halacha / Scharia / AAP. Verb verstümmeln zur Beschreibung des elterlichen Wunsches im Milieu der Schriftgläubigen Nein, das dürfen wir nicht unterstellen.

    Die heiligen bzw. heilssichernden Texte der Menschheit sind geschrieben, der Fall ist klar, nach Bibel und Hadith (Sunna) muss beschnitten werden.

    In erster Linie verantwortlich machen müssen wir nicht die Literalisten (die Freunde der Wortwörtlichkeit; die verbissen oder naiv Textgläubigen), sondern unsere Juristen. Frau Prof. Dr. Tatjana Hörnle etwa, die männliche wie weibliche Vorhaut chirurgisch abtrennen lassen will, ist durchaus verstümmelungsbereit - das dürfen wir sagen, solange die WHO-Klassifikation zur FGM (Typ I, II. III, IV) noch nicht in einen in Deutschland verbotenen und einen anderen, legalisierten Teil aufgespalten ist, was hoffentlich niemals der Fall sein wird.

    Die in Deutschland legale Ausbildung künftiger Theologen und diejenige der Lehrer für den islamischen Religionsunterricht betreffend jedoch dürfen und müssen wir Klartext reden, damit nicht Jahrtausende lang weiter "beschnitten" sprich verstümmelt wird. Man wird auf Seiten der Religionsvertreter beleidigt spielen bzw. beleidigt sein. Das macht nichts, behutsam im Ton und hart in der Sache: Gegen die Ritualbeschneider der MGM sollte man wohl ähnlich vorgehen wie im globalen, vielerorts bereits erfolgreichen Kampf gegen die FGM.

    Die echten alten Religionen haben der Menschheit offensichtlich nicht nur Wohltaten gebracht und lassen sich in den freiheitlichen Rechtsstaat nicht pauschal integrieren, vielmehr wird man sie seitens der Kleriker in Teilen von Doktrin und Praxis verändern müssen. Die islamischen Himmelswächter von Kairoer al-Azhar, Darul Uloom Deoband und globaler Muslimbruderschaft geben sich derzeit allerdings ungerührt und pochen auf Jungenbeschneidungspflicht. Hier geben unsere Politiker leider einfach nach, sei es damit kein Imam sauer guckt oder um die Harmonie des interreligiösen Dialogs nicht zu stören.

    Jedes Kind verdient den Schutz seiner genitalen Intaktheit.

    Zitat

    Ja stimmt, mit der KVH geht natürlich auch Lust flöten.


    Kann bestimmt mal vorkommen, ebenso wie Infektion mit MRSA nach medikalisierter FGM Typ IV Variante Einstechen (pinprick, ritual nick).

    Doch Vorsicht bitte beim Argumentieren, viele Frauen weltweit glauben ganz sicher zu sein, dass FGM Typ Ia (Amputation der Klitorisvorhaut) die genitale Sensitivität / die Lust steigert. Das Verletzung und Schmerz bereitende erwachsene Verfügen über das Kindergenital selbst ist das fatale "Muster" oder Prinzip, das in der kulturellen Moderne nichts zu suchen hat. Werfen wir einen Blick auf die humane Anatomie / Physiologie:

    Anzahl an Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen der Typen Ruffini, Vater-Pacini, Meissner, Merkel

    Präputium penis 10000 bis 20000

    Klitoris 8000

    Klitorisvorhaut ???

    Man verstehe mich nicht falsch, ich bin kein Klitorisvorhautentwerter. Wir müssen strikt gegen jede Form von FGM sein, wie es der jetzige § 226a StGB zum Glück (noch) gewährleistet. Auch der rituelle Nadelstich darf nicht erlaubt werden, zumal das Risiko bleibt, dass die Mutter des Ehemannes sagt: "Mädchen zeig mir deine Klitoris ... das reicht aber nicht, da ist noch zuviel dran, da wird besser noch mal nachbeschnitten").

    Mädchen verdienen denselben hundertprozentigen Schutz ihrer genitalen Intaktheit wie Jungen.

    Kein Gerede von genitalautonom bitte, sonst haben wir bald auch in Deutschland Jugendliche oder gar ältere Kinder, die sich ins Krankenhaus drängen und beim Chirurgen hundertprozentig autonom um ein bisschen Genitalverstümmelung betteln ... dem sich nach dem Beschnittenwerden sehnenden (von den Großen über die negativen Folgen der MGM belogenen, mag sein) Filmkind Tahsin vom Kanal KiKA ähnelnd.

    Man sollte auch Siebzehnjährigen die (medizinisch nicht absolut notwendige) Wunschbeschneidung gnadenlos verweigern, Jungen wie Mädchen.

    Karl-Peter Ringel / Kathrin Meyer (§ 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung) und Tatjana Hörnle wollen die "milde Sunna" (FGM Typ Ia und IV) erlauben.

    Insofern sollten auch die Österreicher der Initiative Religion ist Privatsache vorausschauend absichern, dass die mit: "Kinder und Jugendliche durch alle traditionellen Bräuche zu führen" potentiell betroffenen Mädchen vor der Beschneidung sprich Genitalverstümmelungs-Variante "milde Sunna" (ḫitān al-ināṯ, sunat perempuan, FGM nach Koran und Sunna) geschützt sind.

    Der schafiitische Fiqh fordert die Beschneidung aller Jungen und Mädchen, religionsrechtlich darf und muss "ohne zu übertreiben, nicht zuviel" (la tanhaki) weggeschnitten werden, anatomisch bleibt das mindestens gefährlich uneindeutig.

    Zitat

    Circumcision is obligatory upon men and women according to us (i.e. the Shafi’is). (Majmu’ of Imam An-Nawawi 1:164) The circumcision is wajib upon men and women according to the rājih qawl of Shāfiʿī madhhab. In a situation a woman is in her advanced age, it is not permissible to circumcise her if it may harm her (al-Rauḍah of Imam An-Nawawi: 3: 384).


    http://www.shafiifiqh.com/what-is-the-ru…sion-for-women/

    Zur Zeit hat die bis vor wenigen Jahren (vgl. Sara Corbett, Fotos Stephanie Sinclair) noch als Beschneidungsinstrument die Schere verwendende Assalaam Foundation in Indonesien vorgezogen, das Mädchengenital rituell mit einer Lanzette oder Nadel zu stechen, das wäre im Bereich von FGM Typ IV. Schere dürfte die Klitorisvorhautamputation gewesen sein, Typ Ib und sie kann jederzeit wiederkommen. Es wird allerdings - etwa im kurdischen Teil des Irak - auch mit schafiitisch-islamischer Begründung sehr viel mehr amputiert als nur Ia, sondern es findet tatsächlich oft Ib statt, also das Herausschneiden der Klitoris.

    Der US-amerikanische Sufi-Scheich und Übersetzer Nuh Ha Mim Keller schmeichelt den westlichen Ohren und übersetzt das schafiitische Rechtskompendium The Reliance of the Traveller gezielt falsch, ohne uns ein arabisches Wort für Klitorisvorhaut auch nur anbieten zu können. Arabisch baẓr Plural buẓūr ist die Klitoris.

    Zitat

    The Arabic word bazr does not mean "prepuce of the clitoris", it means the clitoris itself


    http://answering-islam.org/Sharia/fem_circumcision.html

    http://ar.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B8%D8%B1

    http://de.wikipedia.org/wiki/Klitoris

    Bemerkenswert und pikant: obschon über das Gutachten der Tatjana Hörnle für den 70. Deutschen Juristentag genau informiert, äußert sich bislang weder Terre des Femmes (TdF) noch EMMA auf eigenem Internetauftritt (bitte unzweideutig) gegen jede deutsche Legalisierung der FGM Typ Ia oder IV.

    Worauf warten diese Frauen? Dass karriereverliebte und anatomisch (ebenso wie Hörnle) eher sehr unkundige Juristen in Hannover nächste Woche die FGM auf einmal doof finden? Offensichtlich wartet man bei TdF und EMMA auf fromme Praxis wie diese hier, statt Indonesien nun eben Mitteleuropa:

    A Cutting Ceremony
    Sara Corbett

    http://www.nytimes.com/2008/01/20/mag…ion-t.html?_r=0

    Inside a Female-Circumcision Ceremony

    Stephanie Sinclair

    http://www.nytimes.com/slideshow/2008…SHOW_index.html

    Dr. Roland Scherer weiß, dass es in der weltweiten Praxis lediglich bei einem Frauenbeschneiden von Typ Ia so gut wie niemals bleibt.

    Sobald FGM Typ Ia (amputation of the clitoral foreskin, clitoral hood amputation) oder IV (ritual nick, pinpricking) in Deutschland straffrei geworden ist, wird das Tor zur klandestinen vielfachen Ausbreitung von Typ Ib (Klitorisherauschneiden) auf lange Zeit nicht zu schließen sein.

    Die von Zeit zu Zeit engagiert irgendwie gegen die FGM ankämpfende Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert ist im Bundestag Berichterstatterin für Frauengesundheit und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit.

    Die auf AbgeordnetenWatch auf Tatjana Hörnle und den 70. Deutschen Juristentag angesprochene Sozialdemokratin will FGM Typ Ia und IV nicht als Verstümmeln definieren und dann straffrei stellen, legalisieren. Jörn Hoos blickt durch und stellt ihr die richtige Frage:

    Zitat

    … Wie vorherzusehen war, ist §1631d BGB trotz §226a StGB ein Einfallstor auch für die FGM. Auf dem 70. Juristentag etwa stellte die Rechtswissenschaftlerin Tatjana Hörnle fest, dass “bei der Auslegung von § 226a StGB zu beachten [ist], dass nicht alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter “verstümmeln” zu fassen sind”, nämlich dann nicht, “wenn der Eingriff mit der Beschneidung von Jungen vergleichbar ist (etwa wenn nur Vorhaut der Klitoris betroffen ist).

    Sie haben also selbst dazu beigetragen, dass Mädchen auch zukünftig in Deutschland an den Gentialien beschnitten werden dürfen.  


    Mechthild Rawert wirft gestern (11.09.2014) mit Nebel, weiß, dass in der kommenden Woche § 1631d BGB in den § 226a StGB umzugsgleich hineinverfrachtet soll, will die verfassungswidrige weil gesundheitsgefährdende und die genitale Sensitivität lebenslang schädigende Jungenbeschneidung beibehalten und sagt nicht, dass sie für Verbot und Bestrafung von FGM Typ Ia oder IV der WHO-Klassifikation kämpft:

    Zitat

    Ich betone mit Nachdruck, dass der Deutsche Bundestag KEINESFALLS Vorschub für weibliche Genitalverstümmelung geleistet hat.


    Genau, mit Tatjana Hörnle ist FGM Typ Ia und IV eben einfach nicht länger Verstümmelung und nächste Woche gibt es das illegale Tatjana Hörnlesche ganz schlimme Verstümmeln nach § 226a (1) StGB und das legale jedenfalls straffreie weil irgendwie nicht so schlimme Hörnlesche Jungen- und Mädchenbeschneiden nach § 226a (2) StGB.

    http://www.abgeordnetenwatch.de/mechthild_rawert-778-78407–f425133.html

    Unterstützen Sie den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung
    Mechthild Rawert am 05.02.2014

    Zitat

    Meine Bitte an Sie: Unterstützen Sie den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung, gegen Female Genital Mutilation (FGM). Unterstützen Sie die Opfer weiblicher Genitalverstümmlung.


    http://www.mechthild-rawert.de/inhalt/2014-02…alverst_mmelung

    Weltweit vereint im Kampf gegen Genitalverstümmelung
    Mechthild Rawert am 04.09.2014

    Zitat

    Als Frauen- und Gesundheitspolitikerin beschäftige ich mich schon längere Zeit intensiv mit dem Kampf gegen FGM (Female Genital Mutilation). 


    http://www.mechthild-rawert.de/inhalt/2014-09…alverst_mmelung

    Mechthild Rawert
    Funktionen im Bundestag (gekürzt)


    http://www.mechthild-rawert.de/inhalt/meine_f…en_im_bundestag

    Die Choreographin

    Der Coup der Tatjana Hörnle besteht im Erzeugen einer Spielsituation voller Erregung und Druck, der Nichtweitergabe von anatomisch korrekter Information zur Jungenbeschneidung in den 70. Deutschen Juristentag sowie darin, den § 226a StGB weiterhin nach Ausmaß genitaler Zerstörung und nachvollziehbar zugeordnetem Strafmaß in nur und genau zwei Stufen zu gliedern.

    Dann erfolge mit nur etwas Locken ein erlösender zweiter Schritt, den die Professorin das erregte Publikum selbst finden lassen wird. Kategorie eins als die obere Schublade ist Absatz (1) des 226a StGB und wird weiterhin Klitorisherausschneiden (FGM Typ Ib), Labienamputationen (Typ II) und Infibulation enthalten (Typ III). Das untere Regalfach, Absatz (2), wie gehabt und einstweilen (!) deutlich weniger bestraft, Klitorisvorhautamputation (FGM Typ Ia) und Einstechen (pinprick, ritual nick) sowie nun, und das ist jetzt neu, die sozusagen klassische Zirkumzision nach islamischen, jüdischem oder US-amerikanischem Muster (MGM).

    Damit ist der peinlich verfassungswidrige § 1631d BGB glücklich entsorgt und in 226a StGB überführt, integriert. Nun aber beginnt das Fiebern und Flunkern, ähnlich wie im Herbst 2012. Denn die untere Kategorie, Absatz (2), erklärt seit dem 24. September 2013 die Mädchenbeschneidung in Deutschland als verboten, nun aber müsste auch jeder Mohel oder Sünnetci angezeigt und strafrechtlich belangt werden, im Wiederholungsfall sicherlich schwerer bestraft und bei weiterem Beschneiden mit Gefängnis. Dr. Hörnle kann sich ganz sicher sein, dass der Deutsche Bundestag nie wieder so sehr ins Schwitzen, Kriechen und verfassungswidrige Nachgeben geraten möchte wie am schwarzen Tag der Kinderrechte, dem 12.12.2012.

    Nur genau zwei Schubladen darf der 226a enthalten! Und in derselben unteren Abteilung (2) liegen jetzt und gefälligst in Harmonie vereint FGM Ia, FGM IV Variante pinprick (ritual nick, es geht um die schafiitisch religiös verpflichtend gebotene und ansonsten islamisch mit Wohlwollen bewertete milde Sunna) sowie Jungenbeschneidung (Zirkumzision der dreieinigen Marken Halacha, Scharia oder AAP) und pochen mit der Gutachterin auf gerechte Gleichbehandlung im Strafmaß. FGM verboten MGM erlaubt, das funktioniert aus juristischen und den Eltern das Beschneiden der Söhne zu verbieten aus politischen Gründen nicht. Die Spielfeldaufstellung im noch nicht ganz fertig gebauten § 226a erzeugt die Zwickmühle, das Schachmatt. Der Deutsche Juristentag ein Versager?

    Die im Hannover Congress Centrum (HCC) versammelten Juristen werden nervös, denn unter den religiösen Kopftüchern, auch Hamideh Mohagheghi trägt ihren Hidschab, unter Turbanen und großen schwarzen Hüten im Saal wird der Blick immer ernster und könnte schließlich gleich zornig werden. Die 1954 in Teheran geborene und bei Shaykha Krausen (Initiative für Islamische Studien) theologisch ausgebildete Juristin und Teilnehmerin der zweiten Deutschen Islamkonferenz, die auf dem 70. Deutschen Juristentag im Bereich Öffentliches Recht als Kurzreferentin auftreten darf, stellte 2012 zur Jungenbeschneidung fest: “In der islamischen Lehre ist die Beschneidung von Jungen zwar nicht im Qurʾān erwähnt, wird jedoch von allen muslimischen Richtungen der obligatorischen und verbindlichen Tradition zugeordnet” und warnte im Übrigen davor: “sich gegenseitig zu diffamieren und zu beleidigen”, Ende der Diskussion.

    Nur ein letzter Ausweg steht dem 70. Deutschen Juristentag offen, hektisches Gelache oder erleichtertes Aufatmen, die Professorin der Berliner Humboldt-Uni als Retterin des friedlichen Zusammenlebens: Legalisierung des kompletten 226a (2) im Sinne der Straffreiheit!Tatjana Hörnle muss nur noch ein paar Tage auf Zeit spielen und dafür sorgen, dass die anatomischen Fakten bzw. die Folgen der Jungenbeschneidung, nämlich mit FGM Typ Ib (Klitoridektomie) vergleichbar zu sein (Sorrells et al., Fine-touch pressure thresholds in the adult penis) sowie Ehe und Partnerschaft zu schaden (Morten Frisch et al., Male circumcision and sexual function in men and women) nicht so bald in Presse und Parlament laut werden. Auch dazu bestehen leider sehr gute Chancen. Deutschland bekommt die Mädchenbeschneidung Ia und IV und die Islamgelehrten vom Indonesian Ulema Council (MUI) und überhaupt die Schariatreuen der Rechtsschule der Schafiiten können zufrieden sein.

    Oder wir Aufklärungshumanisten und Menschenrechtsuniversalisten sagen jetzt Nein zu jeder Zwangsbeschneidung oder Wunschbeschneidung an Kindern unter achtzehn Jahren, an Jungen oder Mädchen. Und das ist unsere Forderung.

    Edward von Roy am 09.09.2014

    (frei übersetzt)
    Nicht die Vorhaut, sondern die Hochrisikotypen des HP-Virus verursachen die Zervikalkarzinome:

    Zitat

    A 2002 paper in the New England Journal of Medicine studied men in Europe, Asia, and Latin America, and found that circumcision was correlated with a decreased risk of penile HPV infection (this correlation is corroborated by a 2009 study in African men), but that there was not a significant correlation between circumcision and incidence of cervical cancer.

    When they restricted their dataset to women with only one sexual partner, there was an increased risk of cervical cancer in women whose partners were uncircumcised only if their partner was already considered at high risk for contracting HPV (as determined by age at first intercourse, number of sexual partners, and sex with prostitutes). So, in men who already engage in risky sexual behavior, circumcision does offer an advantage for protecting their partners from cervical cancer. ...

    Human papilloma virus causes cervical cancer; the foreskin does not. Safer sex, not circumcision, prevents the spread of HPV," says George Hill of Doctors Opposing Circumcision. ...

    As for my friend the animal biologist, I shared these papers with him and he came to the same conclusion that I did (though in slightly more colorful language). As long as you and your partner are willing and able to practice safe sex, an uncircumcised penis isn't any more likely to give you cervical cancer than a circumcised one. 

    Michelle Clement


    http://blogs.scientificamerican.com/WSS/post.php?blog=49&post=217

    (frei übersetzt)
    Das Ganze ist Sexismus pur. Man stelle sich vor, was für einen Aufschrei es beim Vorschlag geben würde, dass man allen Frauen einen Teil des Geschlechtsorgans abschneiden solle, um das Risiko einer Geschlechtskrankheit beim Mann zu verhindern!



    http://www.circinfo.org/cervical.html

    Die Hochrisiko-Typen 16 und 18 verursachen die übergroße Mehrzahl aller Zervixkarzinome (Gebärmutterhalskrebs). Laut Robert-Koch-Institut stirbt in Deutschland jährlich ungefähr eine von 20.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 2010 waren dies 1524 Fälle. Auch wenn zu den Nebenwirkungen sicherlich noch zu forschen ist scheint der Impfstoff Gardasil grundsätzlich zu funktionieren. Die 2014 beworbene Herabsetzung des Impfalters für Mädchen von 12 auf 9 Jahre ist möglicherweise gesundheitlich eher von Nachteil, denn die Mädchen haben in diesem Alter - hoffentlich mag man ergänzen - noch keinen Sex, Petting inklusive, bei dem sie sich HPV zuziehen könnten.

    Man beachte, dass (s. o.) die HP-Viren auch auf Penisschaft (shaft) und Hodensack (scrotum) usw. zu suchen und zu finden sind, weshalb eine immer wieder getroffene Verknüpfung von HPV und Smegma bzw. HPV und Vorhautinnenseite in Bezug auf die Übertragung eher unwichtig sein dürfte. Andererseits führt die (ohnehin gebotene) Benutzung von Kondomen zu einer Verringerung des Risikos einer Infektion. Wo allerdings HP-Viren ggf. am gesamten Unterkörper zu finden sind, wird das (in Sachen HIV-Prävention unvermeidlich bleibende) Kondom in Bezug auf HPV weniger wichtig (und die Zirkumzision noch viel unwichtiger).

    Der Mythos vom Nutzen der Beschneidung lebt. *Satire ein*
    Es kann nicht sein, dass wir Tag für Tag umsonst beschneiden! Die Zirkumsizion muss der Menschheit einfach eine Wohltat sein!

    Jungenbeschneidung ist authentische Scharia, wer als Politiker 2014 vor den Befehlen von Koran und Hadith warnt hätte einen weiteren Grund, die medizinisch unnötige und ohnehin lebenslang gesundheitsschädliche sowie das Kindeswohl gefährdende Operation abzulehnen.

    Die Doppelmoral liegt darin, einerseits so zu tun, als habe der in Saudi-Arabien theologisch ausgebildete Pierre Vogel den Islam irgendwie falsch verstanden und andererseits Kampfpanzer in die Gottesdiktatur Saudi-Arabien zu liefern sowie in NRW einen versetzungsrelevanten Islamischen Religionsunterricht einführen, der keine andere Scharia anbietet als die Muslimbrüder um Scheich Yusuf al-Qaradawi oder die der hanbalitischen Rechtsschule folgenden Hüter der zwei heiligen Stätten (Mekka und Medina).

    Kein "Islamismus" ist es sondern reiner Islam, wenn Sven Lau betont:

    Zitat

    Die Gesetzgebung Gottes ist perfekt, von Menschen hingegen mangelhaft bzw. ungenügend.


    Der Spiegel greift das Wort Gesetzgebung richtig auf:

    Zitat

    Sein Ziel sei es gewesen, eine Diskussion über die islamische Gesetzgebung in Deutschland anzustoßen


    http://www.spiegel.de/politik/deutsc…k-a-990191.html

    Sehr geehrter Herr Lau, lieber Mitbürger Hussain Sven, wir hören Ihren Vorschlag auf Implementierung der Schariagesetze, aber haben schon eine vollständige Gesetzgebung, das deutsche Grundgesetz und die von ihm abgeleiteten Gesetze und Verordnungen, an der Einführung einer zweiten Rechtsordnung sehen wir gar keinen Bedarf.

    Zitat

    3. Bekenntnisbeschimpfung: § 166 StGB ist weder mit „Schutz der Allgemeinheit’ noch als Norm zum Schutz von Individualrechten überzeugend zu rechtfertigen. Dem Gesetzgeber ist zu empfehlen, diese Norm aufzuheben


    Viele fordern seit Jahren die Abschaffung des Gotteslästerungsparagraphen. Warum aber sagt Hörnle nicht: Kritik an jeder medizinisch nicht notwendigen Beschneidung Minderjähriger unter achtzehn Jahren (Mädchen oder Jungen) muss auch trotz eines noch bestehenden § 166 StGB schon heute möglich sein?

    Zitat

    Konkretisierung von Kindeswohl (§ 1631d Abs. 1 S. 2 BGB)


    Hörnle verschweigt zielsicher, dass eine Beschneidung ohne medizinischen Grund dem Kindeswohl immer schadet und nicht nur ausnahmsweise.

    Zitat

    6. Genitalverstümmelung: a) Bei der Auslegung von § 226a StGB ist zu beachten, dass nicht alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter „verstümmeln“ zu fassen sind


    Das ist einfach falsch, das Amputieren oder noch so punktuelle Beschädigen gesunden Gewebes ist pädagogisch, ethisch, medizinisch wie rechtlich stets Verstümmeln und, wenn es am Genital geschieht, eine Genitalverstümmelung (hier eine FGM). Auch beim Pieksen gehen Körperzellen kaputt, vom psychischen Traumatisieren und dem Risiko einer Sepsis nicht zu reden.

    Es ist angemessen, dass die WHO eben nicht Typ Ib als FGM (genital mutilation) bezeichnet und Ia als FGC (genital cutting), sondern in beiden Fällen von FGM spricht, mutilation, Verstümmelung. Das soll so bleiben und dafür hätte Hörnle zu sorgen, statt die irgendwie wenig beschädigende FGM zu legalisieren.

    Hörnle übergeht gekonnt, dass die hinsichtlich des Sensitivitätsverlusts mit der Klitoridektomie oder Amputation der kleinen Labien vergleichbare rituelle Beschädigung des Jungengenitals unter Genitalverstümmelung eingeordnet werden muss und macht 2014 den Weg frei für die Legalisierung von FGM Typ Ia der WHO-Klassifikation (Entfernung der Klitorisvorhaut) bzw. von Typ IV Variante Einstechen (pricking). Dieser Vorstoß der Professorin entspricht der traurigen menschenrechtlichen Lage (Menschenrechtsbegriff bitte stets der AEMR, Paris 1948, nicht derjenige der OIC, Kairo 1990) in Indonesien, wo das Indonesian Ulema Council (MUI) 2014 ebenfalls die weniger zerstörenden Formen der FGM allenfalls als Beschneiden (cutting) bezeichnet wissen will und keinesfalls als Verstümmelung (mutilation). In Wirklichkeit gibt die religiöse verpflichtende Beschneidung der Mädchen im schafiitischen Islam auch bzw. genau die gänzliche oder teilweise Amputation der Klitoris (arab. baẓr) vor – und nicht der Klitorisvorhaut, wie der US-amerikanische Sufischeich und Übersetzer eines schafiitischen Rechtskompendiums (Reliance of the Traveller) Nuh Ha Mim Keller verbreitet, ohne uns ein arabisches Wort für Klitorisvorhaut anbieten zu können.

    Zitat

    Dies ist nicht der Fall, wenn der Eingriff mit der Beschneidung von Jungen vergleichbar ist (etwa wenn nur Vorhaut der Klitoris betroffen ist, ohne Amputationen und weitere Verletzungen.  


    Die Entfernung der Klitorisvorhaut ist selbstverständlich auch eine Amputation. Die über das für uns in keiner Form zu legalisierende Mädchenbeschneiden ungehemmt redende Hörnle verschweigt, dass dem Jungen oder Mann mit der Zirkumzision ziemlich genau so viel genitale Sensitivität zerstört wird wie einer Frau bei der Amputation der Klitoris oder der kleinen Schamlippen (Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. Morris L. Sorrells, James L. Snyder, Mark D. Reiss, Christopher Eden, Marilyn F. Milos, Norma Wilcox and Robert S. Van Howe), auch die Folgen der MGM für Ehe und Partnerschaft sind erforscht (Male circumcision and sexual function in men and women: a survey-based, cross-sectional study in Denmark. Morten Frisch, Morten Lindholm and Morten Grønbæk).

    Zitat

    17. Teilentschuldigungen: Eine Strafmilderung kommt bei echten, schweren Normenkonflikten in Betracht, wenn eine kulturelle oder religiöse Gegennorm ein vom Täter als verbindlich angesehenes, innere Bedrängnis schaffendes Gebot postulierte, in der rechtlich verbotenen Art und Weise zu handeln. Voraussetzung ist aber, dass die kulturelle oder religiöse Verhaltensnorm nicht in fundamentalem Widerspruch zur Verfassungs- und Rechtsordnung steht. Außerdem kann die Strafe gemildert werden, wenn die Tatgenese auf ein (aus der Perspektive der Rechtsgemeinschaft) vorwerfbares Mitverschulden des Opfers zurückzuführen ist.


    Professorin Hörnle weiß, dass es zwischen Islam und kultureller Moderne bzw. zwischen schariabasierter Sakraljurisprudenz (Fiqh) und deutschem Grundgesetz zu „echten, schweren Normenkonflikten“ kommt. Den in Koran und Sunna verbalisierten Befehl Allahs nicht umzusetzen, mag dem Heilsverlust und Höllenstrafe fürchtenden Literalisten ja tatsächlich ein „innere Bedrängnis schaffendes Gebot“ sein. Ohne das Wort Scharia auszusprechen, wird durch Strafrechtlerin Tatjana Hörnle die kohärente, totalitäre, Frauen und Nichtmuslime diskriminierende und damit schlicht grundrechtswidrige Islamische Normativität offensichtlich als eine bereits bestehende deutsche „Gegennorm“ akzeptiert und begrüßt. Das Islamische Recht (fiqh), die anzuwendende Scharia bringt den in einem freiheitlichen Rechtsstaat lebenden Muslim in der Tat ziemlich schnell in den Bereich von „echten, schweren Normkonflikten“, die Ehefrau ohne Hidschab oder der unbeschnittene Sohn bzw. die unbeschnittene schaffitische Tochter ist „Gegennorm“, FGM-Verbot oder nackte Frauenhaare schaffen „innere Bedrängnis“. Frau Hörnles Auslassung über „vorwerfbares Mitverschulden des Opfers“ entspricht der Argumentation des australischen Islamgelehrten Taj el-Din Hilaly zum Thema sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung einer Frau im Minirock oder knappen T-Shirt jedenfalls ohne den islamisch gebotenen Schleier:

    Zitat

    If you take out uncovered meat and place it outside on the street, or in the garden or in the park, or in the backyard without a cover, and the cats come and eat it ... whose fault is it, the cats' or the uncovered meat? The uncovered meat is the problem. If she was in her room, in her home, in her hijab, no problem would have occurred. Wenn man Fleisch draußen auf die Straße, in den Garten oder den Park stellt, ohne es zuzudecken, dann kommen die Katzen und fressen es. Wer ist nun Schuld – die Katzen oder das unverhüllte Fleisch? Das unverhüllte Fleisch ist das Problem. Wenn sie in ihrem Zimmer, in ihrem Zuhause geblieben wäre, in ihrem Hidschab, wäre kein Problem aufgetreten.


    http://www.theage.com.au/news/national/e…1749223822.html

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    der vom 16.-19. September 2014 in Hannover stattfindende 70. Deutsche Juristentag wagt mit strafrechtlichen Thesen einen Vorstoß in Sachen Genitalverstümmelung an Jungen und Mädchen. Am Ende jedes Juristentages werden der Bundesregierung Empfehlungen zur Schaffung entsprechender Gesetze unterbreitet.

    Mit Tatjana Hörnle ("Genitalverstümmelung: a) Bei der Auslegung von § 226a StGB ist zu beachten, dass nicht alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter 'verstümmeln' zu fassen sind"), deren Gutachten dem strafrechtlichen Teil des diesjährigen Juristentags zugrunde liegt, droht der BRD die Legalisierung von FGM Typ Ia (Klitorisvorhautbeschneidung) sowie Varianten von FGM Typ IV (Einstechen; pricking / ritual nick). Das ist zu verhindern und selbstverständlich ist die Amputation der Klitorisvorhaut eine Verstümmelung.

    Unsere Befürchtung ist, dass man an die Regierung appellieren wird, den verfassungswidrigen § 1631d BGB zurückzunehmen, jedoch den Paragraphen zur weiblichen Genitalverstümmelung geschlechtsneutral zu formulieren sprich zeitnah auch die Jungen in 226a StGB zu integrieren und zugleich alle angeblich minderschweren Formen der Genitalbeschneidung an beiden Geschlechtern zu legalisieren.

    Mädchen wie Jungen verdienen hundertprozentigen Schutz vor medizinisch nicht indizierten Operationen im Genitalbereich. Prof. Dr. iur. Holm Putzke LL.M. meint zum Thema:

    Zitat

    70. Deutschen Juristentag: Gutachterin hält in Deutschland weibliche Genitalverstümmelung für erlaubt!

    Viele von denen, die die Genitalverstümmelung von Jungen gutheißen und den neuen § 1631d BGB verteidigen, sind inzwischen auch dazu übergegangen, die Genitalverstümmelung von Mädchen zu rechtfertigen. Dazu gehört die Berliner Rechtswissenschaftlerin Tatjana Hörnle, die als These auf dem 70. Deutschen Juristentag (16. bis 19. September 2014 in Hannover) vertreten wird, dass nicht „alle Veränderungen an weiblichen Genitalien unter ‘verstümmeln’ zu fassen sind“ (http://www.djt.de/fileadmin/down…esen_140804.pdf – Seite 23). Aus ihrer Sicht ist das konsequent, denn wer zulässt, dass Jungen die Vorhaut amputiert wird, darf nicht gleichzeitig die Beschneidung der Klitorisvorhaut verbieten. Aber was für ein Preis, um irgendwie die Erlaubnis zu retten, die Vorhaut von Jungen zu amputieren. Dafür werden dann auch gern mal die Genitalien von Mädchen geopfert. Warum nicht auch den Eltern der Christensekte „Zwölf Stämme“ erlauben, ihre Kinder zu schlagen, was diese selbsternannten „Züchtigungsberechtigten“ als Teil ihres bibeltreuen Erziehungskonzepts verstehen.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/z…n-a-984059.html

    Wem die verfassungsmäßig garantierten Rechte von Kindern wichtig sind, wer dagegen ist, dass Kinder ausgehend von ihren Eltern körperlicher Gewalt ausgesetzt sind und gezüchtigt werden, und wer es für eine Schande und großes Unrecht hält, wenn Mädchen aus traditionellen oder religiösen Gründen an ihren Genitalien herumgeschnitten wird, der muss auch die Genitalverstümmelung von Jungen bekämpfen. http://www.holmputzke.de/index.php/aktuelles


    Soweit Jurist Dr. Putzke.

    Die Null-Toleranz-Grenze (zero tolerance) ist weltweit und also auch in Deutschland durchzusetzen in Bezug auf HGM (human genital mutilation, das ist FGM oder MGM) an Kindern unter achtzehn Jahren.

    Möchten Sie den Kampf für die Null-Toleranz-Grenze in Bezug auf FGM wie MGM an allen Minderjährigen (unter 18 Jahren) unterstützen? Wir würden uns darüber freuen, wenn auch Ihre Organisation etwas gegen den Versuch der Legalisierung von FGM Typ Ia und IV der WHO-Kategorisierung unternehmen würde.

    Mit freundlichen Grüßen

    Danke, Selbstbestimmung, für diese sehr wichtige Fleißarbeit von 2013. Die Lage der Zensur des Jahres 2014 beschreibst du sehr treffend.

    Es ist und bleibt mühselig. Allein die anatomischen Fakten abgedruckt zu bekommen (Sorrells, fine-touch) ist oft gar nicht oder kaum möglich.

    Wir werden noch viel Geduld haben müssen, um alle Kinder (Kind = Mensch unter achtzehn Jahren), also Junge oder Mädchen, vor medizinisch nicht indizierten Zwangsbeschneidungen bzw. (per Bedarfserweckung listig erweckten) Wunschbeschneidungen zu schüzen.

    PS
    Die Idee zu einer Verankerung im BGB-Paragraphen 1631 mit Schaffung eines 1631d stammt vom 20.06.2012 aus Petition Pet 4-17-07-451-040847

    Jeder Bundestagsabgeordnete sowie Kinderrechtsverband hat sie monatelang gekannt, niemand von jenen hat sie 2012 oder später besprochen:


    http://eifelginster.wordpress.com/2012/07/21/297/

    Viele Wochen später erst kam Leutheusser-Schnarrenberger mit der verfassungswidrigen zweiten Variante eines 1631d, und noch später brachten Marlene Rupprecht et al. der Öffentlichkeit ihren Alternativentwurf (Modell Wunschbeschneidung per Altersgrenze, demnächst ja vielleicht auch für die FGM), in der zeitlichen Reihenfolge des Jahres 2012 war das der dritte 1631d

    Islamwoche 2014. IBMus, INSSAN, MJD und Beschneidungsfreund Rolf Schieder mittendrin.

    Zitat

    Im Vorfeld war Kritik laut geworden, dass einzelne IBMUS-Mitgliedsverbände unter Beobachtung des Verfassungsschutzes seien. Der Politologe Johannes Kandel hatte beklagt, dass sich die Senatskanzlei nicht vorab über Veranstalter und Referenten informiert habe. 


    http://www.ekbo.de/nachrichten/1090856/

    Zitat

    In einem Brief an Wowereit protestiert er [Johannes Kandel] gegen die Zusammenarbeit des Regierenden mit den Veranstaltern und spricht von „tatkräftiger Beteiligung reaktionärer Muslim-Verbände“. Zugleich kritisiert Kandel, dass sich die Senatskanzlei nicht über die Veranstalter und Referenten informiert habe: „Sie hätten durchaus einmal bei der Abteilung Verfassungsschutz beim Innensenator nachfragen können und es wären Ihnen gewisse Erkenntnisse nicht verschlossen geblieben.“

    Tatsächlich bekam der Verfassungsschutz keine Anfrage aus der Senatskanzlei. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Webseite des Veranstalters IBMUS, welcher Teil der Islamischen Föderation ist [IFB], die wiederum an Berliner Schulen Religionsunterricht anbietet. Unter seinem Dach versammeln sich etwa die Islamische Gemeinschaft in Berlin, das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum (IKEZ) [HAMAS-nah, s. u.] und die Muslimische Jugend in Deutschland [MJD]. 


    http://www.berliner-zeitung.de/berlin/islamwo…8,26582490.html


    Zitat

    Der Verfassungsschutz hält das Islamische Kultur- und Erziehungszentrum (IKEZ) in Neukölln für einen Treffpunkt von Anhängern der radikalislamischen Hamas.


    http://www.tagesspiegel.de/berlin/neukoel…er/1299654.html

    MJD (Fereshta Ludin, die vor dem Bundesverfassungsgericht das sogenannte Kopftuchurteil erstritten hatte, war von 1997 bis 1999 im Vorstand der MJD)

    Zitat

    Die Auffassungen Qutbs, Maududis oder auch Yusuf al-Qaradawis durchziehen darüber hinaus im Internet veröffentlichte religiöse Schriften der MJD. 


    http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimische_Jugend_in_Deutschland

    Zitat

    einen säkularen (AEMR-kompatiblen) Islam


    Danke für den hilfreichen Einwurf, R2D2. Islam ist Heilslehre und komplettes Rechtssystem in einem. Die juristische Ebene (Fiqh) verstößt zwingend gegen die allgemeinen Menschenrechte, weil bzw. solange die Schwester nur halb so viel erbt wie der Bruder (Koran), der Ehemann seine Ehefrau schlagen darf (Koran), die Muslima ihren Körper mit einem Schleier bedecken muss (Hadith) und keinen Nichtmuslim heiraten darf. Und solange, ganz wichtig, Apostasie verboten ist.

    Säkularisierung ist, mit dem Weg in die kulturelle Moderne (die eben nicht westlich oder östlich ist, der Autor hatte uns Beschneidungsgegnern Eurozentrismus vorgeworfen) ist das zwingend verbunden, die Trennung von Religion und Recht. Damit hat eine Rechtsreligion wie der Islam spürbar Schwierigkeiten.

    Der Islam postuliert in der Theorie eine der Säkularisierung zuwiderlaufende Untrennbarkeit von religiöser und politischer Herrschaft (Herrschaft Allahs bzw. Kalifat). RAMSA-Fan Elhakam Sukhni distanziert sich nicht vom Islamverständnis der Muslimbruderschaft oder der OIC und wird demzufolge einstweilen zum von mir erwähnten Fatwa-Rat ECFR sowie zur OIC-Menschenrechts-Charta (Kairo 1990, siehe unten) nicht Nein sagen können. Das aber ist kein aufgeklärtes / säkulares Verständnis von Religion (hier Islam). Wir haben den Islam nicht anders zu behandeln als andere Religionen / Weltanschauungen.

    Ich setzte säkular mit AEMR-verträglich gleich.

    217 A (III). Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

    http://www.un.org/depts/german/menschenrechte/aemr.pdf

    Und eben nicht mit der sogenannten Erklärung der Menschenrechte im Islam (Kairo 1990)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kairoer_E…rechte_im_Islam

    In Kürze also: Es geht um den Ausgang auch der Islamlehre / Islamdidaktik aus der Literalität (Wortwörtlichkeit, wortgetreues Befolgen). Solange der muslimische Endanwender nämlich sinngemäß sagt: Muss ich so tun, steht geschrieben, ist Allahs Wille, das hat auch mein Mufti oder Scheich so bestätigt, wird sich nichts bewegen und muss beispielsweise jede Frau den Hidschab (Schleier, "Kopftuch") tragen und jeder Junge beschnitten (genital verstümmelt) werden.

    Und damit sind wir wieder beim Thema genitale Teilamputation auf himmlischen Befehl. Hidschab wie Beschneidung ist Scharia:

    Zitat

    im Rahmen der III. Heidelberger Islamwochen ... Das Programm bestand aus vielfältigen, auch zum Teil umstrittenen Themen wie das Leben mit der Scharia,  


    http://www.ramsa-deutschland.org/sma-%E2%80%93-…93-das-ist-kein

    Was der bei RAMSA genannte Bacem Dziri in Heidelberg sagte, überzeugt mich nicht:

    Zitat

    Das Programm bestand aus vielfältigen, auch zum Teil umstrittenen Themen wie das Leben mit der Scharia, Al-Andalus – Geschichte einer muslimisch-europäischen Tradition, vorgetragen von Bacem Dziri und dem Thema Muslime im säkularen Rechtsstaat. ... Besonders der Vortrag zum Letzteren von Dr. Cefli Ademi machte deutlich, dass der Islam grundsätzlich nicht im Gegensatz zu den Zielen des säkularen demokratischen Rechtsstaat steht.  


    Aha, "grundsätzlich" angeblich nicht im Gegensatz, aber in einigen oder auch vielen Punkten schon? Und sollen sich "die Muslime" im säkularen Rechtsstaat wie ein Fremdkörper fühlen, wie Fremde, wenn ja warum? Soll der säkulare Rechtsstaat den sogenannten Muslimen ein paar Schritte entgegenkommen? Ist das aber möglich, ohne die Einheit der Verfassung aufzugeben?

    Den sogenannten Muslimen seien die allgemeinen Menschenrechte nicht zuzumuten, hört man seit den Tagen eines Maududi, Qutb oder Ali Schariati.

    Ich muss damit rechnen, dass Herr Sukhni mein Beharren auf den Standards der AEMR als Kolonialismus wenn nicht Rassismus verstehen möchte, die Menschenrechtserklärung - Paris 1948 - sei womöglich ein tückisches Werkzeug "Europas" bzw. des "Westens/Okzidents", um die sogenannten Muslime von ihren kulturellen Wurzeln zu entfremden. Gleichberechtigung von Mann und Frau - oder ein (irgendwie schariapflichtiger, weil zu muslimisierender) Junge über 16 mit intaktem Penis - sei womöglich: uns Koranlesern nicht zumutbar.

    Zitat

    die hier im Deckmantel der Islamkritik und Aufklärung der primitiven Orientalen geführt werden, neo-rassistischen Kulturalismus bzw. Kultur-Rassismus verbergen: Aus einem arroganten Eurozentrismus heraus wird den Muslimen in postkolonialer Mentalität beigebracht und erklärt, was gut für sie ist und was schlecht für sie ist.


    http://www.ramsa-deutschland.org/sma-%E2%80%93-…eit-islamophobe

    Elhakam Sukhni übergeht, dass die Äthiopische Kirche, Koptische Kirche, Erithräische Kirche und einige andere subsaharische Afrikanische Kirchen traditionell leider ebenfalls jeden Jungen beschneiden. Die entsprechend geprägten Familien wären von einem (wünschenswerten) deutschen Beschneidungsverbot ebenso betroffen wie eingewanderte Papua, Aboriginee, beschneidungsfrohe US-Amerikaner usw. Auch zur FGM schweigt Sukhni. Mädchen und Jungen verdienen aber den selben Schutz.

    Wie gesagt, keine Kategorie-Bildung in Muslime vs. Nichtmuslime. Sondern unteilbare Kinderrechte für jedes Kind.

    Das in etwa meine ich mit säkular.

    Sehr geehrter Elhakam Sukhni,

    wir sprechen von Bürgerrechten (civil rights) und von dem alle Bürger gleich behandelnden Grundgesetz. Auf dieser den allgemeinen Menschenrechten (AEMR) verpflichteten staatsbürgerlichen bzw. bürgerlichen Ebene weigere ich mich, einen Juden anders zu behandeln als einen Nichtjuden und einen Muslim anders als einen Ex-Muslim oder Noch-nie-Muslim.

    Wo bitte ist denn der deutsche Imam (etwa der beim als modern gehandelten Mouhanad Khorchide in Osnabrück ausgebildete Imam), der sinngemäß sagt: Auch ein unbeschnittener Muslim kommt in den Himmel und jede Frau ohne Hidschab (Schleier; "Kopftuch") ebenso. Großes Schweigen.

    Ja zur Integration, allerdings integrieren wir (noch) ins Grundgesetz und nicht in die Scharia. Der an der Scharia festhaltende Islam behandelt ungleich (diskriminiert), der muslimische Unbeschnittene beispielsweise ist ein Mensch sittlich geringeren Wertes und die den Hidschab (Schleier) verweigernde Frau auf Erden eine Schlampe und im Jenseits für das schmerzhafte ewige Feuer bestimmt. So ein Gedankengut aber dürfen freiheitliche Demokraten nicht in einen versetzungsrelevanten Religionsunterricht integrieren, der derzeitige nordrhein-westfälische IRU ist einfach noch nicht schulreif.

    Im freiheitlichen Rechtsstaat darf jeder an einen Engel oder eine Göttin / einen Gott glauben. Und jeder darf Ex-Muslim sein, ohne seine Bürgerrechte zu verlieren - probieren Sie das einmal in Islamabad, Mogadischu, Dschidda oder Teheran.

    Gegen einen säkularen (AEMR-kompatiblen) Islam hat niemand etwas, aber solange Scharia und Fiqh (Sakraljurisprudenz, heilssichernde Rechtsschöpfung und Gerichtsbarkeit) nicht abgelegt sind, gelte für jede Stadt oder Firma: Muslim rein, Islam raus. Ja zu jedem einzelnen Menschen, Nein zur politisch und sakraljurisprudentiell diskriminierenden Religion.

    Zitat

    da wird man feststellen, dass für die Mehrheitsgesellschaft gar nicht die Juden oder das Judentum das Problem ist, sondern der Islam.


    Und das ist auch gut so. Denn: Nicht der Islamismus, der Islam ist das Problem.

    http://eifelginster.wordpress.com/2013/04/15/336/

    Zitat

    Es hängt immer zusammen mit Hygieneangelegenheiten.


    Das ist Unsinn. Beschneidung - schafiitisch übrigens auch die Beschneidung aller Mädchen - "hängt immer zusammen" mit Himmel oder Hölle, einfach den Islam ernst nehmen und im Koran nachlesen. Der Befehl Allahs (der Koran) kümmert sich nicht um Hygiene, sondern um den Eingang oder eben Nichteingang ins Paradies.

    Zitat

    einem eurozentrischen Weltbild heraus, den – „primitiven Orientalen“ erklärt werden soll, was denn gut und was schlecht für sie sei. 


    Aber nein, unser Weltbild ist das der am 10.12.1948 festgestellten AEMR. Versuchen Sie gar nicht erst, uns allgemein menschenrechtlich argumentierende Kinderrechtler und damit Beschneidungsgegner in die Ecke von Rassisten oder sonstigen Fremdenfeinden zu schieben.

    In jeder deutschen Stadt leben Konvertiten zum Islam hin ebenso wie Ex-Muslime. Der rotbärtige Kölner Ex-Boxer und nun islamische Missionar Pierre Vogel, von dem niemand sagen kann, dass er den Islam falsch verstanden hätte, hat schließlich nicht seine Herkunft oder "Rasse" gewechselt, sondern seine Religion.

    Das Grundgesetz (GG) unterteilt gar nicht in Orientalen und Abendländer, die Spezies der - im orthodoxen Islam rechtlich folgenreich vorgesehenen! - Muslime und Nichtmuslime kennt das GG nicht. Die AEMR sind nicht okzidental ("eurozentrisch") oder orientalisch, sondern global durchzusetzen, auch in den sogenannten islamischen Ländern muss die Scharia weg.

    Sehr geehrter Herr Sukhni, ich finde Ihre Signatur leider nicht als Solidaritätserklärung bei Ex-Muslimen oder muslimischen Beschneidungskritikern, sondern unter United4Peace. Ich denke nicht reziprok:

    Zitat

    Ein schönes Beispiel für gesellschaftlichen Zusammenhalt: "Schwedinnen tragen aus Solidarität Kopftuch


    https://www.facebook.com/United4Peace/posts/612303382153227

    Nein, ich fordere keine Reziprozität nach dem vergeltungslogischen (kulturell vormodernen) Muster der christlichen Fundamentalisten oder sonstigen Xenophoben: 'Ihr bekommt Moscheen erst, wenn Christen auf der Arabischen Halbinsel Kirchen bauen dürfen'.

    Sie aber reden von Selbstbestimmung im Hinblick auf das Kopftuchtragen, schweigen jedoch, wenn es um ein muslimisches weibliches Leben ohne Hidschab und muslimisches männliches Leben ohne Beschneidung geht.

    À propos Beschneidung, wann distanzieren Sie sich von der religiös verpflichtenden Mädchenbeschneidung der schafiitischen Sunniten?

    Zu Gaza wünschen Sie sich "Frieden" - das klingt nett, doch ich vermisse Ihre Forderung: Schluss mit dem Abfeuern von Kassam-Raketen durch Hamas. Oder integrieren Sie in Ihren dann reichlich unfairen Begriff von Frieden sowohl Hamas als auch gen Israel fliegende Kassam?

    Zitat

    Die Hamas ist politisch geschwächt. Nach dem Sturz Mursis in Ägypten und der damit verbundenen Schwächung der Muslimbruderschaft verlor die Hamas einen wichtigen Verbündeten. 


    Hamas ist Muslimbruderschaft, ihr palästinensischer Zweig. Ein Bekenntnis zu den universellen Menschenrechten habe ich in Ihrem Text nicht finden können, beispielsweise keine Forderung nach Gleichberechtigung von Mann und Frau.

    http://www.islamiq.de/2014/07/23/isr…eg-zum-frieden/

    Sie sind Mitglied im Rat muslimischer Studierender & Akademiker (RAMSA). Dort im Ältestenrat sitzt Bacem Dziri, während im Kuratorium neben Bülent Ucar sowie Amina Theisen (BfMF) auch der Autor des völlig aufrichtig und sehr sorgfältig gemachten Handbuch Islam Abdulrahman Reidegeld nicht fehlt. Wunsch nach Eintritt in die Menschenrechtsuniversalität kultureller Moderne und die Befähigung zur Außenansicht funktioniert allerdings wesentlich anders als islamische Lebensführung mit Reidegelds schariagehorsamem Handbuch.

    RAMSA-Ältester Bacem Dziri trat 2012 in Heidelberg mit ECFR-Scheich Muhammad Siddiq d. i. Wolfgang Borgfeldt auf, ECFR bedeutet European Council for Fatwa and Research. ECFR-Chef ist Yusuf al-Qaradawi als Cheftheologe der Muslimbruderschaft. Für Elhakam Sukhni alles gar kein islamisches Problem. Aus der Schariatreue von ECFR oder Handbuch Islam ergeben sich leider sehr viele allgemein menschenrechtliche und freiheitlich demokratische Probleme.

    https://de-de.facebook.com/events/295572773894140/

    Konvertit Borgfeldt, Haus des Islam, Lützelbach (Odenwald), beim islamradikalen ECFR als Scheich so gelistet:

    Zitat

    Muhammed Siddique (Germany)


    http://en.wikipedia.org/wiki/European_…ers_of_the_ECFR

    RAMSA kennen wir seit 2012 als engagierten Aktivisten nicht für das Recht jedes muslimischen Sechzehn- oder Siebzehnjährigen Besitz einer penilen Vorhaut, sondern für das legalisierte Elternrecht auf genitale Teilamputation. Die Penisvorhaut ist nicht ganz halal sprich sie ist, sofern am Körper des über fünfzehn Jahre alten Jungen bzw. Mannes belassen, islamisch heilsgefährdend. Da dräuen böse Dschinnen und Höllenflammen.

    http://www.ramsa-deutschland.org/sma-%E2%80%93-…des-strafrechts

    http://www.ramsa-deutschland.org/mit-menschen/r…ligionsfreiheit

    Es gibt Kliniken und Chirurgen, die auf die Operationen nach FGM spezialisiert sind insbesondere Typ III betreffend (Infibulation, sogenannte pharaonische Beschneidung). Ziel ist es, die evtl. gewünschte nächste Geburt und auch den Geschlechtsverkehr zu ermöglichen ohne jedes Mal aufgeschnitten zu werden. Zusätzlich sind oft auch umfangreiche Fisteln zu operieren / zu verschließen, die beim Beschneiden Harnröhre und / oder Schließmuskel zerstört haben können und bis zum Darm reichen können, was einen unkontrollierten Abfluss von Urin und Fäkalien bedeuten kann. Selbst Typ Ib (Klitoridektomie) lässt sich so gut wie nicht wiedergutmachen, denn es bleiben die amputierten Nervenendigungen und Tastkörperchen lebenslang verloren (also genau wie bei der MGM). Ganz mühsame Versuche gibt es doch.

    Quellen:

    http://www.bbc.com/news/magazine-23287032

    http://www.un.org/africarenewal/…genital-cutting

    http://marcibowers.com/our-services/fgm/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fistel

    http://www.mama-afrika.org/de/genitalvers…/folgen-der-fgm

    Das Folgende kann man so nicht stehen lassen:

    Zitat

    Bei Ia und Ib wird relativ wenig Material entfernt - die Klitorisvorhaut. 


    Nur bei Ia wird die Klitorisvorhaut amputiert, bei Ib wird die Klitoris teilweise amputiert oder es wird die Klitoris ganz amputiert.

    Zitat

    Type I is further divided into Type Ia, the removal of the clitoral hood (rarely, if ever performed alone), and the more common Type Ib (clitoridectomy), the partial or total removal of the clitoris and clitoral hood.


    http://en.wikipedia.org/wiki/Female_ge…_Types_I_and_II

    Typ II hat, ja, stets mit Labia minora zu tun, aber amputiert zusätzlich (IIb) auch die Klitoris oder teilamputiert zusätzlich auch die Klitoris ...

    Zitat

    Type II (excision) is the partial or total removal of the clitoris and inner labia, with or without removal of the outer labia.


    ... und die äußeren Labien müssen nicht aber können auch weggeschnitten werden bei Typ II, gelegentlich zweckmäßig IIc benannt. Nur wenn es wirklich "nur" die kleinen Schamlippen waren, die amputiert worden sind, redet man von IIa.

    Typ III ist das Zunähen, wie vor allem in Somalia verbreitet.

    Typ IV Ätzen - Stechen - Schaben - Brennen, von Glut bis Säure, alles was nicht unter I, II oder III zu fassen war; auch Einstiche mit einer Nadel (ritual nick / pricking) sind IV zuzuordnen.

    Zitat

    a prick (Type IV) ...


    http://en.wikipedia.org/wiki/Prevalenc…ications_of_FGM

    Im Hinblick auf die - der FGM grundsätzlich vergleichbare - Jungenbeschneidung / Männerbeschneidung ist es wichtig, immer genau zwischen den FGM-Typen Ia und Ib zu unterscheiden, denn Vorhaut weiblich ist nicht Vorhaut männlich: MGM ist (sensitivitätsbezogen) nicht das Äquivalent zu Ia, sondern zu Ib.

    Schluss mit der Entwertung der männlichen Vorhaut. Erwachsene, machen wir den Kindern nichts vor: Präputium = Klitoris.

    Stichwort 10.000 bis 20.000 ..., mehr gerne bei Sorrells (fine-touch) lesen.

    Oder das Gleichnis mit dem Braille-Lesen per Ellbogen aus Gary Harryman: Basic Human Genital Anatomy

    Zitat

    Neurologically, the most specialized pressure-sensitive cells in the human body are Meissner’s corpuscles for localized light touch and fast touch, Merkel’s disc cells for light pressure and tactile form and texture, Ruffini’s corpuscles for slow sustained pressure, deep skin tension, stretch, flutter and slip, and Pacinian corpuscles for deep touch and detection of rapid external vibrations. They are found only in the tongue, lips, palms, fingertips, nipples, and the clitoris and the crests of the ridged band at the tip of the male foreskin. These remarkable cells process tens of thousands of information impulses per second and can sense texture, stretch, and vibration/movement at the micrometre level. These are the cells that allow blind people to "see" Braille with their fingertips. Cut them off and, male or female, it's like trying to read Braille with your elbow. Physiologically, the clitoris is richly endowed with thousands of these specialized pressure-sensitive nerves and the clitoral foreskin is virtually bereft of them. The ridged band at the tip of the the penile foreskin is richly endowed with thousands of these same specialized pressure-sensitive nerves and the glans is virtually bereft of them. ... A woman can live without the sensitivity of the visible part of her clitoris. A man can live without the mobile and most sensitive part of his penis. ...


    https://ms-my.facebook.com/shareyoursexkn…652188514794501

    Ob auf Elternwunsch oder Jungenwunsch, nicht das Neinsagen zur rituellen Jungenbeschneidung ist destruktiv, das Amputieren des völlig gesunden und sensitivitätsbezogen mit der Klitoris zu vergleichenden Präputium ist destruktiv.

    Die säkularen Grünen können zu dem zwar an vielen Stellen weltweit, aber erst von einer Minderheit der nordamerikanischen oder europäischen Intaktivisten vertretenen Anspruch 'Keine Beschneidung unter achtzehn' unzweideutig Ja oder Nein sagen.

    Man hat sich mit Lindboe, gbs usw. für das Beschneiden auf Kinderwunsch (Kind = Mensch unter 18 Jahre) entschieden.

    In aller Höflichkeit: ohne mich.

    Zum Abschied.

    Das Papier ist ganz bewusst ungeeignet, etwas gegen die Beschneidung des männlichen Kindes (Kind = Mensch unter 18 Jahren, vgl. UN-Kinderrechtskonvention) zu tun. Bereits die anatomischen Fakten werden geleugnet, man ist beispielsweise unfähig, die MGM (Zirkumzision) mit der Klitoris-Exzision (Typ Ib der FGM-Klassifikation) zu vergleichen, was mit Blick auf den Sensitivitätsverlust nach Amputation der männlichen 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen bzw. Tastkörperchen (Meissner, Merkel, Ruffini, Vater-Pacini) schlicht geboten ist.

    Man ist säkular und grün, man schreibt (noch) nicht:

    Zitat

    Bereits einsichts- und einwilligungsfähige Mädchen müssen umfassend über die Operationsrisiken und die zu erwartenden Auswirkungen auf ihr späteres Sexualempfinden aufgeklärt werden und im Zweifelsfall ein Vetorecht gegenüber dem Eingriff besitzen. Diese Aufklärung muss nach verbrieften Standards durch ärztliches Personal durchgeführt und dokumentiert werden  


    Säkular und grün will man jedoch grundgesetzwidrig die Jungen genitalautonom in ihre das Kindeswohl und die lebenslange Sexualität schädigende und zudem durch die Komplikationen gefährliche Genitalverstümmelung einwilligen lassen:

    Zitat

    Bereits einsichts- und einwilligungsfähige Jungen müssen umfassend über die Operationsrisiken und die zu erwartenden Auswirkungen auf ihr späteres Sexualempfinden aufgeklärt werden und im Zweifelsfall ein Vetorecht gegenüber dem Eingriff besitzen. Diese Aufklärung muss nach verbrieften Standards durch ärztliches Personal durchgeführt und dokumentiert werden 


    http://saekulare-gruene.de/hintergrundpap…albeschneidung/

    Das Blaue vom Himmel herunter lügt man in Bezug auf Anne Lindboe und die anderen skandinavischen Kinderrechtsbeauftragten:

    Zitat

    Im Herbst 2013 forderte die norwegische Kinderbeauftragte Anne Lindboe die Regierung auf, ein Verbot der männlichen Genitalbeschneidung durchzusetzen – was von fast allen Kinderrechtsbeauftragten der nordischen Staaten übernommen wurde.


    Einfach die Oslo Declaration vom 30.09.2013 lesen hätte genügt. Die ausgebildete Kinderärztin(!) und jetzt Politikerin Lindboe will die beschneidungswilligen Jungen gerne in Norwegens Kliniken oder Arztpraxen beschneiden lassen und sie allenfalls bis zum Alter von zwölf Jahren (Bedeutung von pre-teen = die noch nicht auf -teen endenden Lebensjahre) ODER vierzehn Jahren (15 years ... as the minimum age) schützen:

    Zitat

    non-medical circumcision of pre-teen boys should be outlawed ... “If 15 years is set as the minimum age, we expect Norwegian parents to follow and respect the law,” said Lindboe


    http://www.jta.org/2013/11/25/new…ut-of-ignorance

    Zitat

    Anne Lindboe (born 1 August 1971) is a Norwegian paediatrician ... In 2013 Anna Lindboe and the children's ombudsmen from Sweden, Finland, Denmark, and Iceland, along with the Chair of the Danish Children's Council and the children's spokesperson for Greenland, passed a resolution to, "Let boys decide for themselves whether they want to be circumcised." 


    http://en.wikipedia.org/wiki/Anne_Lindboe

    Nein liebe säkulare GRÜNE, es gilt das Primum non nocere und eine an einem minderjährigen Menschen durchgeführte rituelle Genitalverstümmelung ist immer unethisch, ob der Minderjährige (als Mädchen oder Junge) nun einwilligt oder nicht. Dass Kinderärztin und Politikerin Lindboe mit Alter der Einwilligungsfähigkeit 13 oder 15 meint wissen wir bereits:

    Zitat

    LET BOYS DECIDE FOR THEMSELVES WHETHER OR NOT THEY WANT TO BE CIRCUMCISED Circumcision without a medical indication on a person unable to provide informed consent conflicts with basic principles of medical ethics ... The Nordic ombudsmen for children and experts in children’s health therefore want to work towards a situation, where a circumcision can only be performed, if a boy, who has reached the age and level of maturity required to understand necessary medical information, consents to the operation. ... ensuring that boys get the right to decide for themselves whether or not they want to be circumcised. Oslo, 30th of September 2013


    http://www.mendocomplain.com/2013/09/30/his…-morten-frisch/

    Der von den Säkularen Grünen um Walter Otte als irgendwie beschneidungsfeindlich und kinderfreundlich gefeierte 30. September 2013 bleibt ein schwarzer Tag für die Menschenrechte.

    Auch der für gbs Berlin aktive RA Walter Otte ("Diese Erfahrungssituation eines 14-Jährigen ist eine völlig andere als eines 6- oder 8-jährigen) wollte vor zwei Jahren jeden 14 Jahre alten Jungen legal wunschbeschneiden lassen:

    Zitat

    Spätestens im Alter von 18 Jahren kann / darf er dies ohnehin allein entscheiden. Warum nicht auch schon mit 14 Jahren?


    http://gbs-berlin.org/ein-reeller-ko…-dem-bundestag/

    Achja: "Warum nicht", sehr geehrter Herr Otte? Nun: Weil sich das Mädchen mit 14 in der BRD nicht im Krankenhaus die Klitoris herausschneiden lassen darf (hinsichtlich der zerstörten genitalen Empfindungsfähigkeit sehr analog zur MGM; und weil echte Kinderschützer selbstverständlich auch die weniger invasive FGM Typ Ia oder IV nicht legalisieren lassen werden).

    Ich bin Jugendarbeiter, meinen Kollegen und mir berichten viele Kinder und Jugendliche Jahr für Jahr genau so und nicht anders. Sicherlich überwiegt andererseits bei Jungen (noch mehr als bei Mädchen?) die Sprachlosigkeit zur Entwicklung des eigenen Körpers.

    Die Beschneidungsfreunde nutzen die Schamhaftigkeit der Jungen und die Tabus bei den Erwachsenen. Neulich kam ein Vierzehnjähriger zu mir, druckste verlegen rum, denn er (kein Migrationshintergrund) weiß die Worte für Eichelkranz und Kranzfurche / Sulcus nicht und sein Bändchen hatte erst in diesen Tagen das Licht der Sonne erblickt. Der Junge äußerte seine Sorge oder vielleicht sogar Furcht, dass das Frenulum demnächst durchreißen könnte oder sich auch noch auflösen oder was auch immer. Da reißt oder verschwindet nichts, konnte ich ihn mit einem gemeinsamen Blick ins Internet zu Wikipedia und Pflegewiki beruhigen.

    T-Online ist sicher schnellebig und muss vielleicht etwas an der Oberfläche bleiben, erreicht aber hunderttausende von Menschen täglich. Da wäre sehr gute Information besonders wichtig. Es ist gut, dass der Artikel hier auf Beschneidungsforum besprochen werden kann.

    In der Politik erlebten wir Ähnliches in der zweiten Jahreshälfte 2012. Anatomisch korrekte Fakten stören.

    Magie und Zauber. Das legendäre männlichste aller Körperteile muss von einem Schleier oder Nebel halb verhüllt sein. Das Zentrum männlicher Identität muss technisch veredelt werden (den Stammeskrieger-Speer gravieren und polieren) und von schlimmen Bakterien saubergemacht sowieso. Pech für die 10.-20.000 Nervenenden.

    Vielleicht leben wir wirklich im Patriarchat: Frauen zum Jagd-Objekt nackig machen doch die Männer bedecken? Unbekleidete Frauenhaut sei in der Werbung zum Verkauf irgendwelcher Produkte allgegenwärtig, männliche Haut - ogottogott, Penisvorhaut - werde bitteschön aus dem Bewusstsein ausgeblendet?

    Der männerbündische Penis als Himmels-Achse. Der entzauberte Phallus würde uns den Himmel auf den Kopf fallen lassen (frei nach Majestix).

    Zwei Kritikpunkte am Text:

    Lichen sclerosus ist doch wohl als Autoimmunerkrankung anzusehen.

    Beyer zum "Vorschulalter":

    Zitat

    Dann allerdings sollte schon die Möglichkeit gegeben werden, gründlich zu säubern


    Das impliziert meines Erachtens, dass im Alter von 5 oder fünfeinhalb eine vollständige Retraktierbarkeit gegeben sein sollte bzw. sogar muss. Das ist nicht so. Beim ärgerlich alarmistischen "gründlich zu säubern" fehlt mir die Warnung davor, starke Seifen o. ä. eben NICHT anzuwenden (lauwarmes Wasser reicht; Stichwort Reinlichkeitsbalanitis).

    Zitat

    Es gibt ganz typische Symptome für eine krankhafte Vorhautverengung:

    - die Vorhaut lässt sich nicht beziehungsweise nur unter starken Schmerzen zurückziehen (ringförmige Einengung/Schnürring)

    - sie bläht sich beim Pinkeln auf


    Mindestens gefährlich missverständlich geschrieben, denn selbstverständlich behindert oft die Präputialverklebung ODER die Enge der Vorhautöffnung (zu unterscheiden) das Zurückziehen und würde ein Retraktieren nur "unter starken Schmerzen" möglich sein (was dann als "Schnürring" entsteht will ich mir nicht gerne vorstellen). Was (starke) Schmerzen sind weiß m. E. nur der Junge selbst.

    Das Ballonieren kann eine völlig normale vorübergehende Phase sein, in der die Ablösung weitgehend erfolgt ist, die Öffnung aber noch eng ist. Dann aber ist das Aufblähen gerade keine Indikation für die Zirkumzision.

    Es wäre toll, wenn die Autorin ihren Artikel überarbeiten könnte und ein paar Links setzen zu Pflegewiki und Doctors Opposing Circumcision.

    Allein, dass zwischen teilweiser und voller Retraktierbarkeit nicht unterschieden wird ist ein Skandal. Aber darum geht es ja, Sorgenfalten anknipsen, Mami nervös machen und den arglosen Fünfjährigen noch schnell vor der Einschulung legal genital verstümmeln dürfen.

    Zitat

    They found that the average age of first foreskin retraction is 10.4 years.


    http://www.cirp.org/library/normal/

    Es ist immer dasselbe. Der Wert des männlichen Präputium mit seinen 10.000 bis 20.000 Nervenendigungen (sensorisch durchaus das Äquivalent zur Klitoris) wird einfach geleugnet. Bis auf den "Lustrezeptoren" enthaltenden relativ schmalen Bereich um den Sulcus (Kranzfurche) bzw. Eichelrand (Corona glandis) ist an der Eichel von Natur aus sexuell nicht viel zu stimulieren, das verschweigt der Artikel. Und selbst diese Sensibilität geht dem beschnittenen Mann bekanntlich durch fortschreitende Keratinisierung regelmäßig verloren bzw. ist nur mit großer Mühe wiederherzustellen oder wenigstens zu erhalten. Das männliche Zentrum der Lust ist / war die Vorhaut.

    Man hat anatomisch keine Ahnung oder ist zu feige, alle Eltern zu warnen: Mit der Zirkumzision werden eurem Jungen Nervenendigungen und Tastkörperchen (Meissner, Vater-Pacini, Ruffini, Merkel) amputiert in einem Ausmaß, das dem Herausschneiden der Klitoris entsprechen würde (WHO-Klassifikation FGM Typ Ib).

    Jeder kennt heute Sorrells und Frisch. Jeder weiß es besser. Artikel unwissenschaftlich, Medizinmänner unredlich.

    Ein Fünfjähriger braucht keine weit retraktierbare Vorhaut und schon gar keine gänzlich retraktierbare Vorhaut, das sollte auch Ulrich Fegeler zeitnah lernen. Es ist völlig in Ordnung, wenn auch mal erst ein zwölfjähriger oder vierzehnjähriger seine Vorhaut ganz zurückziehen kann und fremde Hände haben am Kindergenital nichts zu suchen.

    "Zur Pflege des kindlichen Penis reicht ein stabiles Lineal vollkommen aus - zum deftigen Klatschen auf die Hand desjenigen, der auch nur versucht, seine Vorhaut berühren."

    Zitat

    One friend, a pediatrician, tells parents, "The ONLY thing you need to care for your intact son's penis is a ruler -- to slap the hand of anyone who attempts to touch his foreskin." 


    http://www.drmomma.org/2009/06/how-to…is-protect.html